Die Idee für eine GoPro mit Wechselobjektiv ist älter als gedacht. Angefangen hat alles mit umgebauten Actioncams.
Wer bei GoPro bisher an fest verbaute Weitwinkelobjektive dachte, bekommt noch in diesem Quartal eine Alternative. Die Mission 1 Pro ILS gehörte schon zur Vorstellung der Mission-1-Serie im April, ausgeliefert wird sie aber erst jetzt. Zur ersten spiegellosen Kamera des Herstellers hat Produktchef Pablo Lema gegenüber Digital Camera World nun erklärt, für wen sie gedacht ist und für wen nicht.
Die Idee einer GoPro mit Wechselobjektiven kursiert laut Lema seit der Hero4 aus dem Jahr 2014. Umsetzbar wurde sie erst mit dem 1-Zoll-Sensor der Mission-1-Serie. Die ersten Prototypen bastelte das Team aus einer modifizierten Hero13. “Wir waren alle vom Footage begeistert”, sagt Lema, “und haben beschlossen, ein Produkt daraus zu machen.”
Kein Angriff auf etablierte Systemkameras
Die ILS ist nicht tauchfähig, sondern nur spritzwassergeschützt, und sie arbeitet ausschließlich mit manuellem Fokus. Sie sei “nicht für jeden Creator”, sagt Lema, sondern für Filmschaffende, die ein kleines, montierbares System suchen, und für alle, die ohne großes Setup drehen. Als einzige Kamera im Setup sieht er sie nicht unbedingt.
“Wir wollten unsere eigene Ecke in dieser Welt finden”, sagt er. Beim ersten Schritt in diesen Markt wolle GoPro nicht frontal gegen die etablierten Systeme anderer Hersteller antreten. Das Alleinstellungsmerkmal sieht Lema in der Kombination aus Wechselobjektiv und HyperSmooth-Stabilisierung.
Deutlicher Beschnitt durch den kleinen Sensor
Ungewöhnlich bleibt die Paarung aus 1-Zoll-Sensor und MFT-Bajonett. Kurz erwogen hatte GoPro das kleinere C-Mount, entschied sich wegen der großen Objektivauswahl aber für Micro Four Thirds. Der Beschnitt fällt entsprechend aus. CineD nennt einen 2,7-fachen Cropfaktor, mit aktiver Stabilisierung rund das Dreifache.
Die Resonanz auf der NAB fiel laut Lema deutlich positiver aus als erwartet. Die ILS soll bis Ende September erscheinen und 699 US-Dollar kosten, so viel wie die Pro mit fester Optik. Das Timing ist eng, denn die Serie soll Marktanteile zurückholen, während Firmenchef Nicholas Woodman das Unternehmen zuletzt mit einem Privatkredit stützen musste.


Mit meinem Riesenbestand an sehr guten MFT Linsen könnte die ILS wirklich interessant für mich werden.
Nicht wasserdicht, kein Autofokus, der Sensor nur 1 Zoll und ein Crop-Faktor von 2,7 bzw. 3, und das Ganze für 700 USD ohne Objektiv? Wofür soll die Kamera denn geeignet sein, was nicht besser mit einer kompakten (ggf. sogar günstigeren) MFT-Kamera gehen würde?
Das klingt für mich wie eine absolute Verzweiflungstat.
Um auf übliche 28 mm KQ-äquivalent zu kommen, bräuchte man ein 9mm MFT Objektiv. Da dürfte die Auswahl nicht so groß sein…