Der Actioncam-Hersteller kämpft ums Überleben. Nun greift Nicholas Woodman selbst in die Tasche.
GoPro bekommt frisches Geld von seinem eigenen Chef. Gründer und CEO Nicholas Woodman leiht dem angeschlagenen Actioncam-Hersteller 20 Millionen US-Dollar aus eigener Tasche, um das Unternehmen kurzfristig über Wasser zu halten.
Das teilte GoPro am vergangenen Mittwoch mit. Es ist nicht die erste Rettungsaktion in der laufenden Krise, und nicht das erste Mal, dass der milliardenschwere Gründer in die Bresche springt: Letztes Jahr verzichtete er bereits auf einen Teil von seinem Jahresgehalt.
Ein Kredit, kein Geschenk
Woodman verschenkt das Geld nicht, er verleiht es. Konkret kauft er GoPro besicherte Anleihen ab, also eine Art Schuldschein, und bekommt zusätzlich Optionsscheine auf GoPro-Aktien. Die Anleihen verzinsen sich mit 6,5 Prozent pro Jahr, doch GoPro zahlt die Zinsen nicht laufend in bar. Sie werden auf die Restschuld aufgeschlagen, sodass der Betrag bis zur Fälligkeit am 21. Juli 2028 anwächst. Abgesichert ist Woodman dabei nur nachrangig, im Ernstfall bekämen die bestehenden Kreditgeber ihr Geld zuerst.
GoPro kann die Anleihen jederzeit zurückzahlen und muss das sogar, sobald bestimmte Ereignisse eintreten: etwa die Ablösung bestehender Kredite, der Verkauf bestimmter Vermögenswerte, ein anhaltender Zahlungsverzug oder ein Eigentümerwechsel. Ein Verkauf würde die Schuld also nicht an den Käufer weiterreichen, sondern eine Rückzahlung auslösen.
Optionsscheine deuten auf einen baldigen Verkauf
Aufschlussreich sind die Optionsscheine. Sie erlauben Woodman, gut 25,7 Millionen GoPro-Aktien zu je 0,778 US-Dollar zu kaufen. Weil die GoPro-Aktie zuletzt nur knapp darunter pendelte, bekommt Woodman keinen Rabatt auf den Marktpreis. Würde er die Scheine einlösen, zahlte er eher etwas mehr als den aktuellen Kurs.
Entscheidend ist die Sperrfrist: Er darf die Scheine frühestens sechs Monate nach Abschluss einlösen, es sei denn, GoPro kündigt vorher einen Eigentümerwechsel an. Diese Klausel ergibt vor allem dann Sinn, wenn ein Verkauf in diesem Zeitfenster erwartet wird. Ein unabhängiger Ausschuss des Verwaltungsrats prüfte laut Unternehmen mehrere Finanzierungswege und hielt diese Struktur für die günstigste.
Krise mit Ansage
Der Hintergrund ist ernst. Im ersten Quartal 2026 fiel GoPros Umsatz um 26 Prozent auf 99 Millionen US-Dollar, unterm Strich stand ein Verlust von rund 81 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge stürzte auf 4,3 Prozent, nach 32,1 Prozent im Vorjahresquartal. Ursache war aber vor allem eine einmalige Sonderbelastung von 24,5 Millionen US-Dollar für Bauteil-Abnahmeverpflichtungen. Ohne diese Sonderposten hätte die Marge bei etwa 31 Prozent gelegen. Als laufende Druckfaktoren nennt GoPro steigende Speicherkosten, Lieferengpässe und schwankende Zölle, die momentan viele Tech-Unternehmen belasten.
Im August 2025 nahm GoPro bereits 50 Millionen US-Dollar bei Farallon Capital auf, im November folgte ein Aktienfkauf von Woodmans Familientrust über zwei Millionen US-Dollar. Im Juni äußerte der Wirtschaftsprüfer bereits offiziell Zweifel am Fortbestand.
Zuvor wollte GoPro mit der eher auf Cine-Kunden ausgelegten Mission-1-Serie einen neuen Markt erschließen, startete im Mai aber eine Strategieprüfung inklusive möglichem Verkauf. Ob die 20 Millionen mehr sind als eine Brücke bis dahin, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.
Beitragsbild: Asif Mahmud


Mir stellen sich angesichts meiner allgemeinen Beobachtungen einige Fragen.
Beobachtung eins: Sobald sich ein Motiv bewegt wird das Smartphone gezückt und das Videosymbol betätigt. Beobachtung zwei: Aktion beendet und schon wird das Werk sofort „geteilt“!
Wozu ist eine GoPro nötig? Meine Enkel besitzen Aktion Cams von unterschiedlichen Herstellern damit die „Freizeit-Aktivitäten“ unter schwierigen Bedingen festgehalten werden können. OK – trotzdem die meisten Videos sind mit ihren Smartphones gemacht weil sie siehe oben sofort und einfach geteilt werden können.
Mir ist persönlich nur ein Jugendlicher bekannt der ohne Smartphone aus dem Haus geht. Es sind also wenn sie sich zu viert treffen mindestens drei Videomaschinen vorhanden. Aktion Cams sehe ich eher selten auf Fahrrad Lenkern, Surfbrettern oder Helmen fest montiert.
Wer möchte einen Gaul kaufen der seinen Zenit überschritten hat?
Ich kenne GoPro nur für Situationen, bei denen man nicht das Smartphone in der Hand halten kann.
Z.B Helmkamera bei (Extrem-)Sport.
Für derartige Videos sind Smartphones nicht geeignet.
99 Millionen US-Dollar Umsatz und ein Verlust von rund 81 Millionen US-Dollar. Da würde ich nichts nachschießen, der Markt ist eh schon überreizt. Wie viele sollen denn noch mit so einer “Action-Cam” rumlaufen?
GoPro hat hauptsächlich drei grössere Probleme: