GoPro Marktgeschehen

GoPro prüft “strategische Alternativen”, Verkauf nicht ausgeschlossen

Beim Actioncam-Hersteller GoPro ist die Zukunft offen. Der Verwaltungsrat lässt einen Verkauf des Unternehmens oder eine Fusion prüfen.

GoPro könnte zum Verkauf stehen. Der Verwaltungsrat des Actioncam-Herstellers hat am 11. Mai 2026 einen Strategieprozess autorisiert, in dem auch ein Verkauf des Unternehmens oder eine Fusion geprüft werden sollen. Ziel ist nach Angaben des Unternehmens, den Wert für die Aktionäre zu maximieren. Den Prozess sollen ein Finanzberater sowie unabhängige finanzielle und rechtliche Berater begleiten.

Auslöser ist der Vorstoß in den Verteidigungsmarkt

Der Strategieprozess geht auf eine Ankündigung vom 13. April 2026 zurück. Damals hatte GoPro bekannt gegeben, mit der internationalen Strategieberatung Oliver Wyman einen Einstieg in Verteidigung und Luft- und Raumfahrt zu prüfen. Die zum US-Konzern Marsh McLennan gehörende Firma berät unter anderem in genau diesen Sektoren. Nach Unternehmensangaben sind daraufhin mehrere strategische Interessenten von sich aus auf den Hersteller zugekommen. Diese Anfragen sollen jetzt zusammen mit weiteren Optionen auf den Prüfstand kommen.

Gründer und CEO Nicholas Woodman setzt auf die Substanz des Unternehmens. “In den vergangenen 24 Jahren hat GoPro bedeutende Technologie, geistiges Eigentum und Markenwerte aufgebaut, dazu eine Produktentwicklung von Weltklasse und skalierte Fertigungskapazitäten”, erklärt Woodman. “Wir freuen uns darauf, mit unseren Beratern potenzielle Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen zu prüfen, um den Wert für die Aktionäre zu maximieren.”

Strategieprüfung trifft auf wirtschaftlichen Druck

Wie ernst die Lage ist, zeigen die jüngsten Zahlen. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte GoPro einen Nettoverlust von 93,5 Millionen US-Dollar bei einem Umsatzrückgang von rund 19 Prozent. Im April 2026 strich das Unternehmen rund 145 Stellen, etwa 23 Prozent der Belegschaft. Parallel dazu öffnet sich GoPro mit der Mission-1-Serie erstmals in Richtung kompakter Kinokameras; der GP3-Prozessor soll laut Hersteller auch in künftigen Vlogging-Kameras zum Einsatz kommen.

Im Kerngeschäft der Action-Kameras haben sich DJI und Insta360 längst breit gemacht. Aus dem einstigen Platzhirschen ist ein Verfolger geworden. Im Patentstreit mit Insta360 musste GoPro Anfang 2026 zudem eine deutliche Niederlage einstecken.

Einen Zeitplan nennt GoPro nicht, eine Entscheidung über mögliche Transaktionen sei nach Unternehmensangaben noch nicht getroffen. Weitere Auskünfte will GoPro erst dann geben, wenn das Unternehmen es selbst für angemessen hält.

Beitragsbild: Jamie Fenn

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3 Kommentare
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RaniT

… Ziel ist nach Angaben des Unternehmens, den Wert für die Aktionäre zu maximieren. …

Und ich dachte schon, dass das Ziel einer Kamerafirma wäre, gute neue Kameras herzustellen.
Dieses Ziel und der Gedanke in Verteidigung und Luft- und Raumfahrt einzusteigen machen
GoPro unsympathisch.

Max

Kauft doch keiner mehr den Mist, Kameras sind eh müll und zu teuer

Daniel_S

Für mich der qualitativ beste Kommentar, den ich jemals gelesen habe. Persönliche Beleidigungen lasse ich mal außen vor.

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