GoPro Kameras

GoPro: Neuer Prozessor soll Kameras fit für “kinoreife Leistung” machen

GoPro stellt einen neuen Prozessor vor und blickt damit über Action-Kameras hinaus. Der GP3 soll auch kompakte Cinema-Kameras antreiben.

Schon im zweiten Quartal, also irgendwann zwischen April und Juni, sollen erste Kameras mit GoPros neuem hauseigenen Bildprozessor auf den Markt kommen. Der 5-Nanometer-Chip bietet laut Hersteller mehr als die doppelte Pixelverarbeitungsleistung im Vergleich zum Vorgänger GP2, der bereits seit 2021 in GoPro-Kameras verbaut wird.

Herzstück des GP3 ist eine spezialisierte KI-Einheit (Neural Processing Unit, NPU), die unter anderem eine verbesserte Videoverarbeitung und deutlich bessere Ergebnisse bei schwachem Licht ermöglichen soll. Zusätzlich verfügt der Chip über dedizierte Kerne für Szenenerkennung und Motiverkennung. Der GP2 nutzt bereits KI, um Kameraeinstellungen automatisch an verschiedene Aufnahmesituationen anzupassen, etwa unter Wasser oder im Schnee. Der GP3 soll diese Fähigkeiten erheblich erweitern.

Neben der Bildqualität betont GoPro auch Fortschritte bei der Energieeffizienz und dem Wärmemanagement. Beides sind traditionelle Schwachstellen kleiner Kameragehäuse und sollen sich spürbar verbessern. Gerade beim aktuellen Topmodell, der Hero 13 Black, gehören diese Punkte zu den häufigsten Kritikpunkten in Tests und Nutzerberichten.

Bemerkenswert ist, dass GoPro den GP3 nicht nur für Action-Kameras positioniert. Der Chip soll auch in 360-Grad-Kameras, Vlogging-Kameras und kompakten Cinema-Kameras zum Einsatz kommen. CEO Nicholas Woodman spricht von “kinoreifer Leistung”, die GoPro den Einstieg in das Ultra-Premium-Segment ermöglichen soll. GoPro scheint damit über seine klassische Zielgruppe aus Sport und Abenteuer hinauszuwachsen und auch professionelle Filmemacher ansprechen zu wollen. Besser spät als nie, denn in diesem Markt haben sich längst Insta360 und DJI breit gemacht. Bereits letztes Jahr hatte Woodman angekündigt, ab 2026 in die Kategorie hochwertiger Low-Light-Kameras für Vlogger, Prosumer und Profis einsteigen zu wollen.

Welche konkreten Kameras mit dem GP3 starten werden, hat GoPro noch nicht verraten, auszugehen ist aber von der GoPro Hero 14 Black, die letztes Jahr vergeblich auf sich warten ließ. Die Ankündigung fällt aber in eine Zeit, in der das Unternehmen nach dem verlorenen Patentstreit mit Insta360 vor der US-Handelskommission ITC neue Akzente setzen muss. Mit der Max 2 hatte GoPro erst im September eine neue 360-Grad-Kamera vorgestellt.

Beitragsbild: Miguel Picq

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