Tamron soll ein lichtstarkes Weitwinkelzoom für Sony und Nikon vorbereiten. Ein Leak verrät kompakte Maße und eine durchgehende Blende.
Schon nächste Woche soll Tamron das Ultraweitwinkelzoom 12-20mm f/2.8 (Modell A084) für Sony E und Nikon Z vorstellen. Ein auf Sonyalpharumors vorab exklusiv veröffentlichter Pressetext zeigt jetzt die vollständigen Daten. Aufgetaucht war das Objektiv schon Anfang Juli als unscharfes Leak-Foto, das zunächst fälschlich Sigma zugeordnet wurde. Offiziell angeteasert wurde ein Launch von Tamron bislang nicht.
Konstante Blende
Laut dem Pressetext deckt das Vollformat-Zoom einen Bereich von 12 bis 20 Millimeter ab, die Blende bleibt dabei durchgehend bei f/2.8. Der Bildwinkel reicht von rund 122 bis 95 Grad, damit zielt Tamron auf Astro, Landschaft und Innenräume.
Optisch setzt der Hersteller demnach auf 17 Linsen in 12 Gruppen, darunter ein XGM-Element und drei asphärische GM-Elemente. Das soll vor allem Koma unterdrücken, also den Bildfehler, der helle Sterne am Rand zu kleinen Kometenschweifen verzieht und deshalb in der Astrofotografie stört. Abblenden lässt sich bis f/16, die Blende besteht aus zwölf abgerundeten Lamellen.
Kompakt statt maximaler Weitwinkel
Auffällig ist die Baugröße. Mit 119,3 Millimeter Länge, 90 Millimeter Durchmesser und 570 Gramm (Sony E) beziehungsweise 585 Gramm (Nikon Z) bleibt das Objektiv vergleichsweise handlich. Sonys 12-24mm f/2.8 GM wiegt mit 847 Gramm deutlich mehr, die vier Millimeter weniger am Teleende gibt Tamron offenbar zugunsten von Größe und Gewicht auf.
Fokussiert wird über einen VXD-Linearmotor. Im Weitwinkel geht Tamron bis auf 0,18 Meter an ein Motiv heran, für ein so weites Objektiv ungewöhnlich nah. Daraus ergibt sich ein maximaler Abbildungsmaßstab von 1:5,8, den Tamron gezielt als Stärke bewirbt.
Ein klassisches Frontfiltergewinde fehlt, stattdessen gibt es einen integrierten hinteren Filterhalter und eine fest verbaute Streulichtblende..
Preis noch offen
Einen offiziellen Preis nennt der Leak nicht. Sonyalpharumors schätzt, dass das Objektiv rund halb so viel kosten könnte wie Sonys 12-24mm f/2.8 GM, das vor sechs Jahren für 3.299 Euro startete, inzwischen aber unter 3.000 Euro gerutscht ist. Als Termin für die Ankündigung kursiert der 15. Juli. Das Objektiv reiht sich neben dem letztes Jahr vorgestellten 16-30mm f/2.8 G2 in Tamrons Portfolio ein, bleibt aber weitwinkliger
Ins Bild passt der Zeitpunkt ohnehin, denn Tamron hat sich für 2026 vorgenommen, jährlich zehn neue Objektive herauszubringen. Wie stark der Hersteller dabei unter Renditedruck steht, zeigt der jüngste Machtwechsel unter den Großaktionären, bei dem ein aktivistischer Investmentfonds rechnerisch an Sony vorbeigezogen ist.



Bin echt mal gespannt, welchen Preis Tamron für das neue 12-20mm f/2.8 aufruft, wie schwer es wird und wie es sich gegen das Sony schlägt. Persönlich brauche ich es aber eher nicht. Zum einen, weil man keine magnetischen Rundfilter anbringen kann und mir Rechteckfilter auf Reisen zu groß und sperrig sind. Zum anderen kann ich dank 61 Megapixeln gut croppen: Aus einer 14-mm-Festbrennweite werden dann zum Beispiel etwa 21 mm im APS-C-Crop. Diesen Bildausschnitt kann man sich direkt im Sucher anzeigen lassen und bekommt so schon vor Ort ein Gefühl für die Szene. Am PC lässt sich der Ausschnitt später natürlich auch flexibel irgendwo dazwischen wählen. Außerdem bin ich gerade im Ultraweitwinkelbereich lieber mit Festbrennweiten unterwegs. Sie sind meist kleiner und leichter, und nachts bei Sternen, Milchstraße oder Polarlichtern ist man oft froh über jede zusätzliche Blende. Sonst muss die ISO schnell hoch — für meinen Geschmack oft zu hoch. Grundsätzlich mag ich Zoomobjektive sehr gerne, zum Beispiel die neuen f/2.0-Zooms von Sony. In diesem Bereich haben sie bei mir eigentlich fast alle Festbrennweiten ersetzt. Aber im UWW-Bereich müsste ich mir sonst fast einen kleinen Objektiv-Zoo aufbauen, weil viele Zooms für Polarlichter oder Milchstraße einfach nicht lichtstark genug sind. Oft… Weiterlesen »
Noch ein kleiner Nachtrag: UWWs, zum Beispiel in der Landschaftsfotografie, ohne Filter? Da verpasst man viel — sehr viel. Rechteckfilter sind mir persönlich einfach viel zu nervig und zu sperrig. Schade ist nur, dass Objektive wie das Sony FE 12–24 mm F2.8 GM vorne keine normalen Filter aufnehmen können. Ja, ich weiß, warum das konstruktiv so ist. Gel-Filter hinten einzusetzen bedeutet aber: ständig das Objektiv abzunehmen. Das möchte eigentlich keiner. Außerdem kann man dort keine verschiedenen Filter sinnvoll stapeln. Nach einem Wochenende ist man damit für immer durch. 🙂 Zumal darunter oft auch die Qualität leidet. Optisch sind Filter vorne in der Regel die bessere Lösung mit weniger Einbußen. UWW ist eben immer mit Kompromissen verbunden. Am Ende muss jeder selbst abwägen, was ihm wichtiger ist: maximale Bildwirkung, Filtertauglichkeit, Gewicht, Größe, Bildqualität, Lichtstärke oder wie praktikabel die Handhabung mit Filtern in der Praxis ist. Und falls jetzt jemand sagt: „Polfilter und UWW geht wegen des ungleichmäßigen Himmels nicht gut“ — ja, wenn man ihn voll reindreht. 🙂 Muss man aber nicht. Gerade bei Wasser im Vordergrund kann ein Polfilter sehr sinnvoll sein, um Reflexionen gezielt zu reduzieren und Farben oder Strukturen unter Wasser sichtbar zu machen. Generell sieht es oft… Weiterlesen »
Hier mal ein Beispielfoto von mir, warum ich ND-Filter und Polfilter auch am UWW sinnvoll finde:
Beim „Dragon’s Eye“ am Uttakleiv Beach auf den Lofoten war der Polfilter entscheidend, um die graue, spiegelnde Wasseroberfläche im Vordergrund zu reduzieren. Erst dadurch kamen die Farben und Strukturen unter der Wasseroberfläche richtig zum Vorschein. Ohne Polfilter hätte sich vor allem der bedeckte Himmel im Wasser gespiegelt, und das Auge hätte deutlich weniger Tiefe und Wirkung gehabt.
Zusätzlich habe ich einen ND8-Filter verwendet und mit 1/8 Sekunde aus der Hand fotografiert. Dank IBIS ging das noch zuverlässig ohne Stativ. Die etwas längere Belichtungszeit hat geholfen, das Meer im Hintergrund leicht weicher wirken zu lassen, ohne es komplett glattzubügeln. So sieht das Wasser nicht hart eingefroren aus, sondern ruhiger und harmonischer.
Genau das meine ich mit dosiertem Einsatz: Der Polfilter muss nicht auf Maximalwirkung stehen, und der ND-Filter muss nicht gleich zu minutenlangen Belichtungen führen. Richtig eingesetzt bleibt die Szene natürlich, bekommt aber mehr Tiefe, Farbe und Stimmung.
https://www.flickr.com/photo_download.gne?size=o&id=55220647897&secret=abca93f6e0
Klingt spannend, wird das Angebot sicher bereichern. Für mich persönlich wohl auch eher nix, im UWW brauche ich kein 2.8er Zoom, da sind mir auch Festbrennweiten lieber – die ich (noch) nicht habe, fällt mir gerade ein. …also für mich bitte ein 16 mm 1.8 oder ein 20 mm 1.8 in top Qualität zu einem attraktiven Preis, mit Filtergewinde. Das Vilrox 16er soll ja nicht der “burner” sein, hat da jemand Erfahrungen? Ein 20 mm 1.8 gibt’s von Viltrox ja noch nicht, so weit ich weiß.
Wäre das Sony FE 16 mm F1.8 G vielleicht etwas für dich? Es ist sehr klein, wiegt nur rund 300 Gramm und besitzt sogar ein Filtergewinde.
Der Preis ist zwar nicht gerade niedrig, aber auch nicht übertrieben hoch. Für die gebotene Leistung finde ich ihn sogar ziemlich fair.
Die internen Softwarekorrekturen sind allerdings Pflicht, da die Vignettierung ohne Korrektur recht stark ausfällt. Dafür ist das Objektiv eben wirklich klein und leicht.
In der Bildmitte übertrifft es bei der Schärfe sogar das 14 mm GM, fällt zum Rand hin allerdings etwas stärker ab. Insgesamt ist es für mich ein toller Allrounder.
Man muss nicht lange überlegen, ob man es mitnimmt. Es fällt in der Tasche kaum auf – weder vom Gewicht noch von der Größe.
Leider nein, ich bin bei Nikon. Das Nikkor 20 mm 1.8 soll ja sehr gut sein aber auch recht groß und teuer, für die paar Mal wo ich es brauchen würde.
Ich nutze noch ein 2.8/15-30 von Tamron mit EF Anschluß, adaptiert an L- Mount.
Gibt es so auch als Pentax- Variante. Ein exzellentes Objektiv, vor allem erzeugt es wunderschöne Blendensterne und hat ein gutes Gegenlichtverhalten, ist aber ein Riesen- Trümmer und schwer, deshalb nutze ich es selten, nehme es nur gezielt mit. Ist ja auch noch eine alte Rechnung für Spiegelreflexsysteme.
Mein Lumix 4-5.6/14-28 ist halb so groß und schwer, optisch noch besser, nutze ich viel häufiger, da man es auch einfach mal so zusätzlich in den Rucksack werfen kann.
Was will ich mit dem ganzen Gerede sagen`?
Tamron baut sehr gute Objektive, aber ein 2.8/12-20?, obwohl für spiegellose Systeme gerechnet, wird es eher groß und schwer und so kurze Brennweiten werden von den meisten nur sehr selten genutzt.
Eine Festbrennweite mit sehr kurzer Brennweite, würde ich eher mitnehmen, da deutlich kleiner und leichter.
Mein Sigma 4/17 für L- Mount ist klein und leicht, mit Top- Nahgrenze das kommt für Städtereisen meist noch in den Rucksack/Tasche.
Wenn in einer Zeit, in der alles im Fotografie-Bereich seit Jahren teurer wird, Sony eine ähnliche Optik preiswerter macht, dann zeigt da doch eigentlich, wie sehr so ein Produkt in dieser Klasse wirklich gebraucht wird.
In der Brennweitenklasse würde ich mir eher eine Festbrennweite kaufen und wenn es ein Zoom wird, ist die Lichtstärke auch nicht so super wichtig.
Keine Ahnung was Tamron sich das für einen Umsatz ausmalt.