Tamron Marktgeschehen Sony

Wer kontrolliert Tamron? Sony und ein Großinvestor liegen jetzt eng beieinander

Ein Investmentfonds kauft bei Tamron immer weiter zu. Damit könnte sich der wichtigste Anteilseigner verschieben.

Beim japanischen Objektivhersteller Tamron könnte sich das Kräfteverhältnis unter den Großaktionären verschoben haben. Der Finanzinvestor Effissimo hat seinen Anteil laut einer Pflichtmeldung von Anfang April auf 17,38 Prozent erhöht und liegt damit rechnerisch vor Sony mit 15,35 Prozent, dem langjährigen strategischen Partner und bisher größten Anteilseigner.

Effissimo zieht in mehreren Schritten an Sony vorbei

Effissimo hat seine Tamron-Beteiligung in mehreren Schritten ausgebaut, von rund 14 Prozent Ende 2025 über 16,34 Prozent im März auf zuletzt 17,38 Prozent, was rund 29,7 Millionen Aktien entspricht. Diese Stände stammen aus dem japanischen Offenlegungssystem EDINET, dem Onlineportal der dortigen Finanzaufsicht, über das Investoren größere Beteiligungen melden müssen, vergleichbar mit den Stimmrechtsmitteilungen in Deutschland. Sony hält nach Tamrons zuletzt veröffentlichter Angabe 15,35 Prozent oder rund 25 Millionen Aktien.

Tamrons eigene Aktionärsliste zeigt allerdings ein anderes Bild. Zum Stichtag Ende Dezember 2025 führte dort Sony klar vorn, Effissimo tauchte nur mit 10,76 Prozent auf. Das liegt daran, dass diese Liste nur Aktien zählt, die direkt auf den Namen eines Aktionärs eingetragen sind, während EDINET alle Aktien erfasst, die ein Investor tatsächlich kontrolliert, auch die über Depotbanken gehaltenen. Solange Sony nicht ebenfalls aufgestockt hat, wäre Effissimo rechnerisch der größte Einzelaktionär.

Bekannt von Toshiba und Konica Minolta

Effissimo ist ein Fonds aus Singapur, der gezielt große Beteiligungen aufkauft und die Führung der betroffenen Unternehmen zu Reformen und höheren Renditen drängt. Bekannt wurde er als größter Aktionär von Toshiba, wo er 2021 eine unabhängige Untersuchung des Managements durchsetzte, und ist mit einem kürzlich erhöhten Anteil auf über zehn Prozent auch bei Konica Minolta engagiert.

Bei Tamron trifft Effissimo auf ein durchwachsenes Jahr. Der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2025 sank um vier Prozent auf 85,1 Milliarden Yen (ca. 459 Mio. Euro), das operative Ergebnis fiel um 13 Prozent, vor allem wegen höherer Materialkosten, US-Zölle und eines Einbruchs im eigentlich ganz gut laufenden OEM-Geschäft, also bei Objektiven, die Tamron für andere Marken fertigt.

Gleichzeitig hält Tamron an seinem Plan fest, ab 2026 jährlich zehn neue Objektive zu veröffentlichen, und peilt einen Rekordumsatz an. Nach einem Führungswechsel an der Konzernspitze 2023 baute der Hersteller zudem seine Governance-Strukturen um. Die Aufmerksamkeit eines kritischen Großaktionärs könnte solche Reformen beschleunigt haben.

Was das für Sony und kommende Objektive bedeutet

Für Tamron bleibt Sony dem japanischen Bericht zufolge der wichtigste Geschäftspartner. Ein stabiler Sony-Anteil wirkt zudem wie ein Schutz gegen eine feindliche Übernahme durch Dritte, ein Bruch mit Sony ist deshalb nicht zu erwarten.

Effissimo setzt laut dem Bericht eher auf Gespräche mit dem Management als auf offene, konfrontative Anträge. Der ehrgeizige Plan mit zehn neuen Objektiven pro Jahr könnte demnach auch eine Antwort auf den Druck des Fonds sein, vorhandenes Kapital nicht brachliegen zu lassen, sondern in Unternehmenswert zu verwandeln. Beim Einstieg in Canons RF-Bajonett kommt Tamron bislang erst auf zwei Modelle, das 11-20mm f/2.8 und das 18-300mm.

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18 Kommentare
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Stefan Zimmermann

Tamron hat schon ein paar richtig tolle Perlen im Programm, die viel mehr können, als viele glauben. Nehmen wir zum Beispiel das TAMRON 150-500mm F/5-6.7 Di III VC VXD. Man bekommt es immer wieder mal für etwa 1.000 Euro bei bekannten deutschen Fotohändlern. Wenn man in diesem Brennweitenbereich keine großen Kompromisse eingehen möchte, trotzdem eine einigermaßen kompakte Länge im Rucksack haben will und auch auf das Gewicht achtet, ist dieses Tamron wirklich richtig gut. Aber nicht falsch verstehen: Im Vollformat ist in diesem Brennweitenbereich nichts wirklich klein oder leicht. Da geht es eher um schwerer oder weniger schwer. Schwer bleibt es trotzdem. Genau deshalb ist es umso wichtiger, dass Größe, Gewicht, Brennweite und Bildqualität sinnvoll zusammenpassen. Gerade auf Reisen ist es für mich eines der spannendsten Telezooms. Die 150 mm am kurzen Ende finde ich sogar ziemlich praktisch, weil 200 mm, wie beim Sony 200-600 mm, manchmal schon etwas zu lang sein können. Auch Makroaufnahmen, zum Beispiel von Libellen, funktionieren erstaunlich gut, wenn man gerade kein echtes Makroobjektiv dabei hat. Für mich ist es auf Reisen fast so etwas wie mein Lieblingszoom geworden. Wenig Kompromisse, aber eine Bildqualität, die deutlich besser ist, als viele denken. Was Tamron hier abliefert, ist… Weiterlesen »

Stefan Zimmermann

Nachtrag, die RX100 wäre im Vergleich noch interessant dazu gewesen, aber die habe ich nicht mehr.

Rene Stämpfli

Schöne Aufnahme. Absolut einverstanden. Kostet hier in CH momentan CHF868. Perfekt zusammen mit dem 35-150mm F/2.0-2.8Di III VXD für CHF1’083.

Stefan Zimmermann

In der Schweiz ist bald alles gefüllt billiger als in Deutschland. War das nicht mal umgekehrt? 🙂 Die Gehälter in Deutschland sind aber noch lange nicht so hoch wie in der Schweiz. Toller Preis bei euch! Ich würde gerne noch etwas nachtragen weil es verdeutlich was da so im Smartphone passiert: Die Optik ist winzig. Der Sensor ist klein. Es kommt sehr wenig Licht an. Das Signal ist entsprechend dünn, teilweise schon hart an der Grenze zwischen echter Bildinformation und Rauschen. Feine Strukturen sind nur sehr begrenzt sauber vorhanden. Dann wird gerechnet. Rauschen wird geglättet. Die ohnehin wenigen feinen Details verschwinden gleich mit. Bäume laufen zu Flächen zusammen. Dächer verlieren Struktur. Fassaden wirken glattgebügelt. Entfernte Bereiche werden komplett zu Brei. Damit das Bild danach nicht weich aussieht, wird wieder Schärfe draufgerechnet. Kanten werden nachgezogen. Lokale Kontraste werden hochgezogen. Linien werden betont. Übergänge werden härter gemacht. Strukturen werden interpretiert oder gleich neu erfunden. Das Ergebnis ist dann dieser typische Smartphone-Look: Erst glattgebügelt, dann Schärfe drübergestreut. Erst Details verloren, dann Kanten nachgezeichnet. Erst Fläche, dann künstlicher Mikrokontrast. Viele haben sich inzwischen daran gewöhnt. Und wenn dann auf dem Datenblatt 50, 150 oder 200 Megapixel stehen, klingt das natürlich beeindruckend. Nur sagt diese… Weiterlesen »

Rene Stämpfli

Ja genau so ist es. Beim Konzert am letzen Samstag hatte ein Bekannter von mir mit dem Xiaomi 17 Ultra Aufnahmen gemacht. Ich hatte diese kurz während der Pause angeschaut und ein wenig gezoomt. Alles glattgebügelt und genau so, wie Du es hier beschreibst.Ich hatte ihm dann einige meiner Aufnahmen gezeigt. Sein Kommetar: Eine richtige Kamera ist halt schon was anderes.
https://www.pixograf.com/concerts/melizza-marea

Stefan Zimmermann

Hi René, ich schaue mir die Bilder gerade auf einem 15-Zoll-OLED-Tablet an und sehe schon aus gefühlt einem Kilometer Entfernung: Vollformat, wenig Nachbearbeitung und einfach ein richtig plastischer Bildlook. Tolle Farben, natürlicher Look, feines Licht, und selbst kleinste Fasern auf dem schwarzen Shirt sind noch erhalten. Es wirkt griffig, räumlich, das Licht hat einen ganz feinen Glanz. Das spricht für ein hochwertiges, starkes Sensorsignal und ist weit weg von Smartphone, KI und diesem ganzen künstlich glattgerechneten Bildlook. Das ist einfach echte Fotografie. Macht wirklich Spaß beim Anschauen. Leider sieht man so etwas im Alltag kaum noch, weder in Zeitungen, noch in der Berichterstattung oder in Magazinen. Eigentlich schade. Danke fürs Zeigen. Das sind auch sehr gute Beispiele, um die Grenzen der Smartphone-Fotografie sichtbar zu machen. Sollte so etwas irgendwann einmal mit einem Smartphone möglich sein, dann fange ich an, Vollformat aufzugeben. Aber ich glaube, das passiert bis zu meinem Lebensende nicht mehr. Vom Bauchgefühl her, weil mich der Look wirklich an die neuen Sony-f/2.0-Zooms erinnert, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es das 50–150 mm f/2.0 war. Kann natürlich auch danebenliegen, aber die Bildwirkung geht für mich ziemlich klar in diese Richtung. Was ich mir bei dir und deiner… Weiterlesen »

Rene Stämpfli

Vielen Dank für Deinen positiven Kommentar.
…”dass es das 50–150 mm f/2.0 war”… Kudos, das hast Du sofort erkannt. Bei diesem Gig habe ich ausschliesslich mit der A9III und dem 50-150mm F/2.0 fotografiert. 99% der Aufnahmen haben absichtlich Blende 2.0. Das Objektiv ist einfach eine Klasse für sich. Genau wie auch das 100-400m F/4.5 das ich vor 2 Wochen gekauft habe. Obwohl dieses nicht ganz so klein ist, werde ich in der kommenden Schönwetter Periode damit vermehrt in den Bergen unterwegs sein um Panos zu fotografieren. Ich bin gerade am Umbauen eines meiner vielen Rucksäcke.
Bezüglich den Mist Filter: ich habe das 1/8 und 1/4 82mm Filter von K&F. Leider scheint es keine 95mm Version zu geben. Ich werde es aber beim nächsten Konzert beim Tamron 35-150mm, das ich behalte, einsetzen.

Conny

Sicher einiges richtig, aber die werden immer besser.
Bin gerade in der Test-Phase aber noch ganz am Anfang…

Eine der ersten Bilder die ich da mal geknipst habe

https://drive.google.com/file/d/1HjIADXiMI91AZBw1j7cDVxntm80iLh2z/view?usp=drivesdk

Conny
Conny
Conny

Aus dem Forum ein selbst erstelltes Leica Mono Preset eines Leica Users. Da ich keine habe keine Ahnung ob das passt

https://www.android-hilfe.de/attachments/1000006327-jpg.1469194/

Conny

Das gleiche als Leica M11

Das erstellen eigener Presets ist eine coole Funktion. Man kann quasi alle essentielle Parameter für die interne Post anpassen und als QR Code verteilen.

https://www.android-hilfe.de/attachments/1000006328-jpg.1469193/

Thorsten

Tamron baut wie Sigma hervorragenmde Objektive, zu vergleichsweise günstigen Preisen.
Mein 2.8/90 Makro, das ich immer noch besitze und fremdadaptiere ist optisch besser, als mein damaliges 2.8/105 Micro Nikkor und günstiger war es obendrein. Nur ein Beispiel
Aber die Spiegelreflex- Ära ist vorbei.
Viele Pentax- Objektive stammen von Tamron, die werden wegen der geringen Stückzahlen wohl teurer werden.
Ich beitze noch das exzellte 2.8/15-30 Tamron, das es auch als Pentax Variante gibt, ein exzellentes Objektiv mit wunderschönen Blendensternen, deshalb besitze ich es noch, ich adaptiere es an L- Mount. Es ist aber sehr groß und schwer, wegen der nötigen Retrofocus-Konstruktion, für das große Auflagemaß.

Mirko

Ich vermute das die Kameraindustrie der DDR heimlich dahinter steckt. Wo ist Radio GaGa wenn man ihn braucht …

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