Die zweite Kamera der Luna-Reihe kommt mit nur einem Objektiv. Beim vertikalen Video setzt Insta360 damit trotzdem eine neue Marke.
Insta360 hat die Luna Pro vorgestellt, die Einlinsen-Variante der im Juni gestarteten Luna Ultra. Die Gimbal-Kamera kostet in China 3.399 Yuan (ca. 430 Euro) und ist vorerst auch nur dort erhältlich. Wann sie in andere Märkte kommt, hat der Hersteller bislang nicht verraten.
Ein Sensor statt zwei
Die Luna Pro übernimmt vom Topmodell den 1-Zoll-Sensor samt Leica-Summicron-Objektiv mit f/1.8 und 20 mm Kleinbildäquivalent. Weg fällt der 1/1,3-Zoll-Telesensor der Ultra. Statt zwölffachem Zoom bleiben vier Zoomstufen mit KI-Bildaufwertung, davon zwei verlustfrei in 4K. Das Gehäuse wiegt 215 Gramm in Schwarz und 218 Gramm in Weiß, rund 18 Gramm weniger als die Ultra.


Erhalten bleibt der abnehmbare 2-Zoll-OLED-Bildschirm, der als Fernbedienung mit eigenem Mikrofon dient und laut Insta360 bis zu 20 Meter weit funkt. Dreiachsiger mechanischer Gimbal, Deep Track 5.0, 47 GB interner Speicher plus microSD bis 2 TB und die mit 240 Minuten angegebene Laufzeit sind identisch zur Ultra. Der Akku soll in 23 Minuten auf 80 Prozent laden.

8K quer, 4K hochkant
Video zeichnet die Luna Pro bis 7.680 x 4.320 mit 30 Bildern pro Sekunde auf, in 4K sind 120 fps möglich, in 1080p bis zu 240 fps. Dolby Vision und 10-Bit I-Log mit angegebenen 14 Blendenstufen Dynamikumfang gehören dazu.
Das Material lässt sich in ACES einbinden, den Farbmanagement-Standard der Academy, mit dem größere Produktionen Aufnahmen verschiedener Kameras auf eine gemeinsame Farbbasis bringen. Fotos kommen mit bis zu 37 Megapixeln, Nachtaufnahmen laufen maximal in 4K60.

Aufmerksamkeit dürfte vor allem das Hochformat bekommen. Aus einem 6K-Oversampling liefert die Kamera 4K im Seitenverhältnis 9:16, allerdings nur mit 30 fps. Die Osmo Pocket 4 und die Osmo Pocket 4P kommen hochkant auf 1.728 x 3.072.

Preis in Europa noch offen
Beide Hersteller bauen ihre Reihen inzwischen gleich auf, ein einlinsiges Modell und eine Version mit zusätzlichem Teleobjektiv. DJI hat mit der einlinsigen Osmo Pocket 4 im April begonnen und die zweiäugige 4P Ende Juni in China nachgeschoben, Europa folgte Ende Juli. Insta360 geht den umgekehrten Weg.
Damit landet die Luna Pro nicht auf Höhe der 4P, sondern in der Preisklasse der Osmo Pocket 4. In China liegt sie mit 3.399 Yuan unter den 3.799 Yuan (ca. 485 Euro) der dortigen 4P.
Für Europa nennt Insta360 weder Preis noch Termin. Die Luna Ultra kostet hierzulande 729 Euro im Standard-Bundle, DJI verlangt für die Osmo Pocket 4P 599 Euro und für die Osmo Pocket 4 zum Start 499 Euro.
Beide Luna-Modelle stehen im Zentrum eines Patentstreits. DJI klagte Mitte Juni in Texas gegen die Luna-Reihe und forderte ein US-Verkaufsverbot, Insta360 antwortete mit zwei Gegenklagen. Ende Juni zogen beide Seiten ihre US-Klagen zurück, seitdem läuft der Streit vor chinesischen Gerichten weiter.

