Kameras Kaufberatung

Kaufberatung: So findet ihr die richtige Speicherkarte

Welche Speicherkarte ist die richtige für die eigene Kamera? Und was bedeuten die ganzen Abkürzungen? Unsere Kaufberatung liefert die Antworten.

Kaufberatung für Speicherkarten

Wenn man einen Blick auf die Datenblätter aktueller Kameras wirft, dann findet man dort teilweise recht beeindruckende technische Daten. So wissen beispielsweise sowohl Spiegelreflexkameras als auch spiegellose Systemkameras häufig mit hohen Serienbildraten zu überzeugen, außerdem lassen sich mit den meisten Kameras inzwischen hochauflösende Videos in 4K aufnehmen.

Grundsätzlich ist das natürlich eine tolle Sache, wenn eine Kamera mit hohen Geschwindigkeiten und beeindruckenden Spezifikationen aufwarten kann. Doch teilweise lassen sich die Möglichkeiten einer Kamera gar nicht richtig ausschöpfen, wenn man nicht die richtige Speicherkarte besitzt. 4K-Videos beispielsweise erzeugen große Datenmengen, die in kürzester Zeit auf die Speicherkarte geschrieben werden müssen. Das heißt hier braucht man also ein besonders schnelles Speichermedium.

Doch welche Speicherkarte ist denn nun die richtige für die eigene Kamera? Wie viel Geld muss man wirklich ausgeben und was bedeuten die ganzen Abkürzungen? Wir wollen in diesem Artikel alles erklären, was man rund um Speicherkarten wissen muss. Zudem möchten wir die häufigsten Fragen beantworten und einige konkrete Kaufempfehlungen aussprechen. Unsere Speicherkarten Kaufberatung ist speziell für Fotografen geschrieben, doch die Erklärungen sind prinzipiell natürlich allgemeingültig.

Für Kurzentschlossene: Unsere Kaufempfehlung

Keine Lust den ganzen Artikel mit allen Erklärungen zu lesen? Kein Problem! Die SanDisk Extreme Pro ist unserer Meinung nach die beste SD-Speicherkarte auf dem Markt. Sie ist für alle Kameras eine hervorragende Wahl und überzeugt mit schnellen Geschwindigkeiten, Zuverlässigkeit und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis:

SanDisk Extreme Pro SD-Speicherkarte
767 Bewertungen
SanDisk Extreme Pro SD-Speicherkarte
  • Eine der besten SD-Speicherkarten auf dem Markt
  • Schnell und zuverlässig
  • In verschiedenen Größen erhältlich
  • UHS-I, U3, V30

Artikel zuletzt aktualisiert am: 2. September 2019

Die verschiedenen Arten von Speicherkarten

Es gibt verschiedene Typen von Speicherkarten. Das erkennt man oftmals direkt auf den ersten Blick, die verschiedenen Arten von Speicherkarten sind nämlich auch unterschiedlich groß. Im Zusammenhang mit Kameras wird man vor allem über die folgenden Typen stolpern:

  • SD, SDHC und SDXC (24,0 × 32,0 × 2,1 mm)
  • miniSD (20,0 × 21,5 × 1,4 mm)
  • microSD (11,0 × 15,0 × 1,0 mm)
  • CompactFlash bzw. CFast (42,8 × 36,4 × 3,3 mm)
  • XQD (38,5 × 29,8 × 3,8 mm)

Zuallererst solle man sich also informieren, welche Art von Speicherkarte man für die eigene Kamera benötigt. Denn eine microSD-Karte passt rein von den Abmessungen her natürlich nicht in einen XQD-Steckplatz, eine SD-Karte nicht in einen CF-Slot und so weiter. Welche Art von Speicherkarte die eigene Kamera unterstützt, das steht in der Regel im beigelegten Handbuch bei den technischen Daten. Alternativ einfach einen Blick auf die Webseite des Herstellers werfen und dort die Spezifikationen der Kamera aufrufen. Dort findet man in jedem Fall die Informationen, welche Speicherkarte für die eigene Kamera benötigt wird.

Die allermeisten Spiegelreflexkameras bzw. Systemkameras arbeiten mit SD-Speicherkarten. Die SD-Karte ist also die Speicherkarte, die für fast alle Fotografen die richtige Wahl ist. CompactFlash-, CFast- und XQD-Speicherkarten werden nur von einigen wirklich teuren Kameras unterstützt, während miniSD- und microSD-Karten hauptsächlich in kleinen elektronischen Geräten wie beispielsweise Smartphones zum Einsatz kommen. Hier sind die miniSD-Karten inzwischen aber weitestgehend ausgestorben, sie werden hier nur der Vollständigkeit halber aufgelistet.

SD-Speicherkarten

Die SD-Speicherkarte ist also das wichtigste Speichermedium für alle Fotografen – und wenn man sich ein bisschen genauer mit den SD-Karten beschäftigt, dann wird man feststellen, dass es zwischen den einzelnen Karten zahlreiche Unterschiede gibt. SD, SDHC, SDXC, U1, U3, Class 6, Class 10, USH-I, UHS-II – es gibt unzählige Abkürzungen, die im ersten Moment oftmals für Verwirrung sorgen. Also gehen wir den Dschungel von Bezeichnungen mal der Reihe nach durch und erklären, was es mit den verschiedenen Angaben auf sich hat.

Die meisten dieser Angaben treffen im Übrigen auch auf microSD-Karten zu, denn diese gehören ebenfalls zur Familie der SD-Speicherkarten.

Was ist der Unterschied zwischen SD, SDHC und SDXC?

Der Unterschied zwischen SD-, SDHC- und SDXC-Speicherkarten ist schnell erklärt. Die verschiedenen Bezeichnungen beziehen sich nämlich lediglich auf die Kapazität der Speicherkarten. Als 2001 die erste SD-Speicherkarte vorgestellt wurde, hat man eine maximale Größe von 4 GB vorgesehen. Das reichte nach ein paar Jahren natürlich nicht mehr aus, also brauchte man eine Speicherkarte mit höherer Kapazität – die SDHC-Speicherkarte, auf der maximal 32 GB Platz finden. HC steht in diesem Fall für „High Capacity“. Und einige Zeit später folgte dann noch die SDXC-Speicherkarte, die Platz für 64 GB bis theoretisch 2 TB zu bieten hat.

  • SD-Speicherkarte: Kapazität von maximal 4 GB
  • SDHC-Speicherkarte: Kapazität zwischen 4 GB und 32 GB
  • SDXC-Speicherkarte: Kapazität zwischen 64 GB und 2 TB

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist man mit der Unterscheidung zwischen SD, SDHC und SDXC nicht wirklich genau. Zu einer Speicherkarte mit 128 GB sagt man trotzdem „SD-Karte“ und nicht „SDXC-Karte“. Um welche Art von Speicherkarte es sich handelt ist ja im Grunde auch egal, so lange die Karte die gewünschte Kapazität vorweisen kann.

Im Jahr 2019 würden wir nicht mehr zu einer Speicherkarte mit weniger als 64 GB raten, unter anderem deshalb, weil 64-GB-Karten inzwischen sehr erschwinglich sind.

Schreib- und Lesegeschwindigkeit nicht verwechseln

Generell gibt es bei Speicherkarten zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten. Da wäre zum einen die Schreibgeschwindigkeit, die angibt, wie schnell Daten von der Kamera auf die Speicherkarte geschrieben werden können. Zum anderen gibt es noch die Lesegeschwindigkeit, welche festlegt, wie schnell die Inhalte der Speicherkarte von einem anderen Medium (in der Regel dem Computer) gelesen werden können.

Für uns Fotografen ist die Schreibgeschwindigkeit die wichtigere der beiden Geschwindigkeiten, denn 4K-Videos setzen beispielsweise eine relativ hohe Schreibgeschwindigkeit voraus. Eine hohe Lesegeschwindigkeit hat lediglich den Vorteil, dass die Speicherkarte vom Computer schneller ausgelesen werden kann und die Daten zügiger übertragen werden.

In der Regel ist die Lesegeschwindigkeit einer Speicherkarte höher als die Schreibgeschwindigkeit. Die meisten Hersteller drucken deshalb bewusst die schnellere Lesegeschwindigkeit groß auf die Verpackung, um damit Kunden zu locken – in Wirklichkeit ist aber die Schreibgeschwindigkeit wesentlich wichtiger. Diese ist wie gesagt in den meisten Fällen langsamer und wird deshalb irgendwo auf der Rückseite der Verpackung versteckt. Mache Hersteller geben sogar gar keine Schreibgeschwindigkeit an.

Was bedeutet Class 6 oder Class 10?

Bei vielen SD-Speicherkarten findet man eine sogenannte Class-Angabe. Diese gewährleistet eine konstante Mindestgeschwindigkeit beim Schreiben. Generell können die Schreib- bzw. Lesegeschwindigkeiten bei Speicherkarten immer in einem gewissen Rahmen variieren, es wird nicht immer die exakt gleiche Geschwindigkeit gehalten. Die Class-Angabe legt fest, welches Minimum beim Schreiben aber garantiert immer gehalten wird:

  • Class 2: mindestens 2 MB/s
  • Class 4: mindestens 4 MB/s
  • Class 6: mindestens 6 MB/s
  • Class 10: mindestens 10 MB/s

Wenn man beispielsweise Videos in Full HD aufnehmen möchte, braucht man mindestens eine Class-6-Speicherkarte. Würde man eine Class-4-Speicherkarte einsetzen und die Schreibgeschwindigkeit würde auf das Minimum von 4 MB/s fallen, könnten die Daten des Videos nicht mehr auf die Speicherkarte geschrieben werden, weil diese zu langsam ist. In der Folge würde die Videoaufnahme beendet werden.

Bei allen neueren Speicherkarten handelt es sich um Class-10-Speicherkarten. Die Class-Angabe wird in der Regel mit einer eingekreisten Zahl auf der Speicherkarte angegeben und Class 10 ist bei allen Speicherkarten inzwischen absoluter Standard, ihr solltet keine Class 6 oder Class 4 Speicherkarten mehr kaufen. Generell ist die Class-Angabe inzwischen auch schon veraltet, da es bereits neue Angaben bzw. Standards gibt – zu denen wir jetzt kommen.

Was sind UHS-Speicherkarten?

Als im Jahr 2009 die SDXC-Speicherkarten mit einer größeren Kapazität vorgestellt wurden, hat die SD Association auch die sogenannten UHS-Speicherkarten eingeführt. Denn es war schon damals klar, dass man früher oder später nicht nur mehr Speicherplatz, sondern auch höhere Geschwindigkeiten benötigen würde.

UHS-Karten nutzen einen schnelleren Datenbus, wodurch höhere Geschwindigkeiten beim Lesen und Schreiben erreicht werden können. Dabei unterscheidet man zwischen UHS-I-Speicherkarten, UHS-II-Speicherkarten und UHS-III-Speicherkarten. Diese können in der Theorie maximal die folgenden Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen:

  • UHS-I: maximal 104 MB/s
  • UHS-II: maximal 312 MB/s
  • UHS-III: maximal 624 MB/s (noch nicht verbreitet)

Achtung: Hierbei handelt es sich um die maximalen Übertragungsgeschwindigkeiten! Nicht wie bei den Class-Angaben um die minimalen Geschwindigkeiten. Zudem erreichen nicht alle Speicherkarten exakt diese maximalen Geschwindigkeiten, im Gegenteil. Das sind nur die maximalen Geschwindigkeiten, die aus technischer Sicht bei der UHS-Technologie theoretisch möglich sind. Die Geschwindigkeiten verschiedener Speicherkarten schwanken je nach Preisklasse teilweise recht stark und werden deshalb in der Regel von den Herstellern für die jeweiligen Speicherkarten separat angegeben.

Damit die enormen Geschwindigkeiten einer UHS-Speicherkarte voll ausgenutzt werden können, muss auch die Kamera UHS-I bzw. UHS-II unterstützen. Tut sie das nicht, können UHS-Speicherkarten zwar trotzdem in der Kamera genutzt werden, doch sie sind dann eben etwas langsamer, weil die UHS-Technologie nicht von der Kamera unterstützt wird.

Das heißt: Wenn die eigene Kamera nicht mit UHS-II-Speicherkarten kompatibel ist, macht es auch keinen Sinn, Geld in eine UHS-II-Speicherkarte zu investieren. Denn diese wäre letztendlich nur so schnell wie eine normale UHS-I-Speicherkarte.

UHS-I-Speicherkarten werden von allen halbwegs aktuellen Kameras unterstützt, im Jahr 2018 oder 2019 präsentierte Kameras unterstützen in der Regel auch UHS-II.

Was bedeutet U1 oder U3?

Wenn man eine UHS-I- bzw. UHS-II-Speicherkarte besitzt, dann weiß man dank der Angaben der Hersteller auf der Verpackung, welche Geschwindigkeiten maximal möglich sind. Zusätzlich braucht es aber natürlich noch eine Angabe, die festlegt, welche minimalen Schreibgeschwindigkeiten wirklich konstant gehalten werden können.

Bei alten SD-Speicherkarten ist das die weiter oben bereits erklärte Class-Angabe, bei UHS-Speicherkarten nennt sich das Ganze „UHS-Speed-Class-Angabe“. Ist im Grunde das gleiche, hat eben nur einen anderen Namen. Die UHS-Speed-Class-Angabe wird normalerweise mit U1 oder U3 abgekürzt. U1 entspricht dabei Class 10. Das heißt:

  • U1: mindestens 10 MB/s Schreiben
  • U3: mindestens 30 MB/s Schreiben

Die U1- bzw. U3-Angabe ersetzt also gewissermaßen die alte Class-Angabe. Warum werden auf den meisten Speicherkarten dennoch beide Werte angegeben? Ganz einfach: Wenn man die UHS-Speicherkarte in eine Kamera einsetzt, die UHS nicht unterstützt, dann kommt die alte Class-Angabe zum Einsatz.

Was bedeutet V10 oder V30?

Bei aktuellen Speicherkarten findet ihr häufig zusätzlich zur alten Class-Angabe und zur U1- oder U3-Angabe noch eine bestimmte „Video Speed Class“. Auch dieser Wert beschreibt eine garantierte Minimalgeschwindigkeit und ist vor allem für Videographen interessant.

Auf den meisten Speicherkarten sind alle drei Angaben zu finden, also die alte Class-Angabe, U1 oder U3 sowie die Video Speed Class. Teilweise beschreiben diese Angaben aber natürlich den gleichen Wert:

  • V10: mindestens 10 MB/s Schreiben (entspricht Class 10 und U1)
  • V30: mindestens 30 MB/s Schreiben (entspricht U3)
  • V60: mindestens 60 MB/s Schreiben
  • V90: mindestens 90 MB/s Schreiben

Was bedeutet die Angabe 633x oder 1000x?

Manche Hersteller geben die Lese- bzw. Übertragungsgeschwindigkeit als Faktor der einfachen CD-Lesegeschwindigkeit an. Diese beträgt 150 Kilobyte pro Sekunde. Die Angabe „633x“ auf einer Speicherkarte bedeutet also zum Beispiel, dass die Lesegeschwindigkeit 633 x 0,15 Megabyte pro Sekunde beträgt (also 95 MB/s).

Unterschied zwischen UHS-I und UHS-1

Manchmal findet man die Angabe UHS-I (mit einer römischen eins) und manchmal die Angabe UHS-1 (mit einer arabischen eins). Die Angabe mit der arabischen eins ist dabei eine Zusammensetzung aus „UHS“ und „U1“. Eine UHS-3-Speicherkarte wäre dementsprechend eine UHS-Speicherkarte mit der UHS-Speed-Class-Angabe U3. Sie kann also konstant 30 MB pro Sekunde schreiben und es handelt sich nicht (wie man vielleicht denken könnte) um den Nachfolger von UHS-I und UHS-II.

UHS-I (römische eins) gibt lediglich an, dass theoretisch eine maximale Geschwindigkeit von 104 MB/s erreicht werden kann.

Zusammenfassung: Alle Abkürzungen in der Übersicht

Fassen wir abschließend nochmal alle Abkürzungen von Speicherkarten anhand eines Beispiels zusammen:

speicherkarte-erklaerung-abkuerzungen

  1. Das hier ist eine SDXC-Speicherkarte.
  2. Die römische „I“ steht für UHS-I. Bei einer UHS-II-Speicherkarte würde hier eine „II“ stehen.
  3. Es handelt sich um eine Class 10 Speicherkarte (= Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MB/s, wenn man die Karte in einer Kamera nutzt, die UHS nicht unterstützt).
  4. Es ist eine U3-Speicherkarte (= Mindestschreibgeschwindigkeit von 30 MB/s, wenn die Kamera UHS untersützt).
  5. Die Karte hat eine Kapazität von 64 GB zu bieten.
  6. Maximale Geschwindigkeit: 90 MB/s. Achtung! Das ist meist die maximale Lesegeschwindigkeit, wichtiger für Fotografen ist jedoch die Schreibgeschwindigkeit, die in der Regel deutlich niedriger ausfällt (deshalb drucken die Hersteller sie nicht groß auf die Speicherkarte).

So findet ihr die richtige SD-Speicherkarte

Wir haben nun also alle wichtigen Begriffe und Abkürzungen rund um Speicherkarten erklärt. Kommen wir zum „praktischen“ Teil unserer Speicherkarten Kaufberatung! Wann sollte man denn nun welche Speicherkarte kaufen? Um das zu beantworten, wollen wir gemeinsam einige Fragen durchgehen, die vor dem Kauf beantwortet werden müssen. Anschließend sprechen wir einige konkrete Kaufempfehlungen aus.

Unterstützt meine Kamera UHS-I oder UHS-II?

Als erstes sollte geprüft werden, ob die eigene Kamera mit UHS-I- oder vielleicht UHS-II-Speicherkarten kompatibel ist. UHS-II wird zum aktuellen Zeitpunkt (Stand Ende 2019) von neueren Kameras zumeist unterstützt, etwas ältere oder günstigere Modelle unterstützen allerdings häufig nur UHS-I.

Möchte ich Videos in 4K aufnehmen können?

4K-Videos erzeugen konstant große Datenmengen, deshalb braucht ihr hier eine Speicherkarte, die eine relativ hohe Mindestschreibgeschwindigkeit vorweisen kann. Wenn die Kamera Videos in 4K aufnehmen kann, dann unterstützt sie auch UHS-Speicherkarten. Stellt sich eben nur die Frage, ob man eine U1- oder eine U3-Speicherkarte benötigt?

Zur Aufnahme von 4K-Videos braucht ihr immer eine U3-Speicherkarte. Selbst bei Full-HD-Videos mit hohen Datenraten (100 Mbit pro Sekunde oder mehr) sollte man eher zu einer U3-Karte greifen. So ist wirklich sichergestellt, dass bei den Aufnahmen keine Fehler auftreten. Wer nur selten mit Videos arbeitet und wenn dann nur einfache Full-HD-Videos aufnimmt, kann bedenkenlos zu einer normalen U1-Speicherkarte greifen.

Was ist wichtiger? Mindestgeschwindigkeit oder Maximalgeschwindigkeit?

Angenommen ihr habt die Wahl zwischen den folgenden beiden Speicherkarten, die beide gleich teuer sind:

  • Karte Nr. 1: UHS-I U1 (= Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MB/s) mit einer maximalen Schreibgeschwindigkeit von 90 MB/s
  • Karte Nr. 2: UHS-I U3 (= Mindestschreibgeschwindigkeit von 30 MB/s) mit einer maximalen Schreibgeschwindigkeit von 60 MB/s

Karte Nr. 1 kann auf eine recht langsame Schreibgeschwindigkeit von 10 MB/s fallen, dafür ist sie allerdings in Bezug auf die Maximalgeschwindigkeit schneller. Karte Nr. 2 hat mit mindestens 30 MB/s eine bessere „Basis“, ist in der Spitze dafür langsamer.

Hier gilt folgende Regel: Wer keine 4K-Videos aufnehmen möchte und den Fokus voll auf die maximale Serienbildgeschwindigkeit bei Fotos legt, sollte zu Karte Nr. 1 greifen. Bei der Serienbildgeschwindigkeit ist es nämlich nicht so schlimm, wenn die Geschwindigkeit der Speicherkarte mal kurz einbricht. Und in der Regel hält man den Auslöser sowieso nur wenige Sekunden gedrückt. Für Videographen hingegen ist eine stabile Basis deutlich wichtiger, vor allem wenn man in 4K filmen möchte. Hier wäre also Karte Nr. 2 die bessere Wahl, da hier unter Garantie konstante 30 MB/s geliefert werden.

Wer keine Kompromisse eingehen möchte, legt einfach noch ein paar Euro drauf und kauft sich Karte Nr.3, die mindestens 30 MB/s und maximal 90 MB/s zu bieten hat 😉

Abschließende Tipps

Abschließend noch drei kleine Tipps:

  • In Sachen Speicherplatz würden wir immer mindestens 32 GB bzw. eher 64 GB empfehlen. Speicherkarten mit einer Kapazität von 16 oder weniger GB sind dann doch recht schnell voll, schon gar wenn man vielleicht in RAW fotografieren möchte.
  • Speicherkarten haben eine begrenzte Lebensdauer. Stellt euch also darauf ein, dass die Speicherkarten irgendwann kaputt gehen können. Aus diesem Grund ist es oftmals sinnvoll, lieber auf zwei normale Speicherkarte zu setzen und nicht auf eine riesige. Nur wer lange 4K-Videos aufnehmen möchte kommt um eine große Speicherkarte mit mindestens 128 GB nicht herum.
  • Nutzt die Möglichkeiten eurer Kamera aus. Wenn eure Kamera UHS-II unterstützt, dann kauft auch UHS-II. Einzige Ausnahme: Ihr wollt nie von der Serienbildfunktion Gebrauch machen, weil ihr zum Beispiel nur Landschaften fotografiert. Dann reicht auch eine langsamere UHS-I-Speicherkarte.

Konkrete Kaufempfehlungen für SD-Speicherkarten

Es gibt zahlreiche gute Speicherkarten auf dem Markt und in einigen Fällen unterscheiden sich die verschiedenen Modelle nicht wirklich voneinander. Manchmal macht es also keinen Unterschied, ob man zu Speicherkarte A oder Speicherkarte B greift. Bei den Speicherkarten, die wir hier empfehlen, macht ihr aber garantiert nichts falsch – ganz im Gegenteil. Wir haben uns dazu entschieden, ausschließlich Speicherkarten von SanDisk und Transcend zu empfehlen. Das liegt schlicht und einfach daran, dass wir mit diesen beiden Herstellern die besten Erfahrungen gesammelt haben. Zudem sind das die beiden großen Namen wenn es um Speichermedien geht und beide Hersteller liefern seit vielen Jahren eine hervorragende Qualität.

Die Links in unseren Produktboxen führen euch direkt zu Amazon, wo die Speicherkarten günstig erworben werden können. Die meisten Speicherkarten gibt es in unterschiedlichen Größen, wenn ihr also nicht die Version mit 64 GB, sondern die mit 32 GB kaufen möchtet, könnt ihr das oftmals direkt bei Amazon auf der jeweiligen Produktseite auswählen.

UHS-I-Speicherkarten

Für Sparfüchse (Mittlere Geschwindigkeit)

Wer nur eine einfache Kamera mit einer vergleichsweise langsamen Serienbildgeschwindigkeit nutzt und so wenig Geld wie möglich für eine Speicherkarte ausgeben möchte, kann zu dieser UHS-I-Speicherkarte mit 64 greifen. Der Preis liegt bei ungefähr 10 Euro, viel günstiger geht es nicht:

Für Profis (Hohe Geschwindigkeit)

90 MB/s Schreibgeschwindigkeit, 170 MB/s Lesegeschwindigkeit – mit der SanDisk Extreme Pro ist man wirklich erstklassig ausgestattet, auch wenn man schnelle Geschwindigkeiten benötigt. Zudem unterstützt diese Speicherkarte U3, womit auch 4K-Videos überhaupt kein Problem darstellen. Der Preis liegt bei ungefähr 20 Euro für 64 GB:

UHS-II-Speicherkarten

Für ambitionierte Anwender (Mittlere Geschwindigkeit)

Wenn ihr eine UHS-II-Kamera besitzt und auch einiges an Geschwindigkeit aus eurer Kamera herausholen wollt, dann empfehlen wir euch die Transcend UHS-II Speicherkarte. Die Schreibgeschwindigkeit beträgt hier 180 MB/s, die Lesegeschwindigkeit 285 MB/s, im Vergleich zu UHS-I ist das also ein deutlicher Sprung nach vorne. Insgesamt handelt es sich hier aber noch nicht um die höchstmögliche Geschwindigkeit von UHS-II, weshalb diese Speicherkarte auch mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu überzeugen weiß:

Für Profis (Keine Kompromisse)

Die SanDisk Extreme Pro legt im Vergleich zur eben vorgestellten UHS-II-Speicherkarte von Transcend nochmal einen drauf  und bietet eine rasante Schreibgeschwindigkeit von 260 MB/s und eine Lesegeschwindigkeit von 300 MB/s. Man könnte es auch anders ausdrücken: Mit dieser Speicherkarte müsst ihr absolut keine Kompromisse in Kauf nehmen und seid für die nächsten Jahre bestens ausgerüstet.

So, damit hätten wir den „SD-Teil“ unserer Speicherkarten Kaufberatung abgeschlossen! Gehen wir nun noch kurz auf die anderen Arten von Speicherkarten ein.

Kameras wie die Canon EOS 5D Mark III haben einen Slot für CF-Speicherkarten zu bieten.
Kameras wie die Canon EOS 5D Mark III haben einen Slot für CF-Speicherkarten zu bieten.

Compact-Flash-Speicherkarten

Compact-Flash-Speicherkarten wurden in den letzten Jahren zu großen Teilen von den deutlich kleineren SD-Speicherkarten verdrängt, doch für einige ältere Kameras braucht man nach wie vor CF-Speicherkarten. Zudem sind auch einige aktuelle Profi-DSLRs mit Slots für Compact-Flash-Speicherkarten ausgestattet, denn CF-Karten sind SD-Speicherkarten in Sachen Geschwindigkeit häufig überlegen.

Unterschiede zwischen Typ I und Typ II

Es gibt Compact-Flash-Speicherkarten des Typs I und des Typs II. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Typ-II-Speicherkarten etwas dicker sind als Typ-I-Speicherkarten. 5 mm beim Typ II stehen 3,3 mm beim Typ I gegenüber. Bei den meisten aktuellen CF-Speicherkarten handelt es sich um Typ-I-Speicherkarten, denn diese lassen sich auch in Typ-II-Slots nutzen. Umgekehrt ist das nicht möglich.

Nicht verwechseln: Compact Flash und CFast

Compact-Flash-Speicherkarten und CFast-Speicherkarten sind zwar gleich groß und gehören in die gleiche „Familie“, doch die neueren (und schnelleren) CFast-Karten arbeiten mit einem anderen Anschluss. Eine CFast-Speicherkarte kann also NICHT in einem Speicherkartenslot für Compact Flash genutzt werden! Wenn man eine CFast-Karte nutzen möchte, dann muss die Kamera auch explizit CFast unterstützen.

Konkrete Kaufempfehlungen für Compact-Flash- und CFast-Speicherkarten

Eher langsam und günstig

Wer mit einer etwas älteren DSLR arbeitet, die keine hohe Serienbildgeschwindigkeit zu bieten hat, der braucht auch keine pfeilschnelle Speicherkarte. Hier empfehlen wir die CF-Karte von SanDisk aus der Serie „Extreme“, da sie ziemlich preiswert ist:

Pfeilschnell in verschiedenen Größen

Wer eine aktuelle Profi-DSLR besitzt, der sollte bei der Speicherkarte natürlich nicht sparen. Eine der besten aktuell erhältlich CF-Karten ist die SanDisk Extreme Pro, die mit bis zu 256 GB erhältlich ist. Die genaue Größe lässt sich auf der Produktseite bei Amazon auswählen. Die Speicherkarte hat eine Schreibgeschwindigkeit von bis zu 150 MB/s zu bieten und ist somit extrem schnell.

CFast-Speicherkarte

CFast-Speicherkarten sind teuer – aber wenn man eine benötigt, dann kommt man um einen Kauf natürlich nicht herum. Wir würden euch auch hier die SanDisk Extreme PRO empfehlen, die Schreibgeschwindigkeiten von 430 MB/s und Lesegeschwindigkeiten von 525 MB/s ermöglicht und etwas günstiger ist als das Sony Pendant. Erhältlich ist sie unter anderem hier bei Calumet Photografic.

XQD-Speicherkarten

Gehen wir abschließend noch kurz auf die XQD-Speicherkarten ein, die quasi ausschließlich für Nutzer von Nikon Kameras interessant sind – zum Beispiel für Besitzer der Nikon Z6, Nikon Z7, Nikon D500 oder Nikon D5. Nikon ist aktuell einer der wenigen Hersteller, der Kameras mit Speicherslots für XQD-Speicherkarten anbietet. Diese spielen in Sachen Geschwindigkeit ganz oben mit und können mit UHS-II oder CFast-Speicherkarten verglichen werden.

Bei der konkreten Produktempfehlung wollen wir dann doch nochmal einen anderen Hersteller ins Boot holen, denn im Bereich der XQD-Speicherkarten hat sich primär Sony einen Namen gemacht, zum Beispiel mit der sogenannten „G-Serie“. Diese könnt ihr zum Beispiel hier bei Foto Koch erwerben.

Habt ihr Fragen?

Wir hoffen, dass wir mit dieser ausführlichen Speicherkarten Kaufberatung alle Fragen rund um Speicherkarten beantworten konnten. Falls doch noch etwas unklar ist: Stellt eure Fragen gerne in den Kommentaren! Wir helfen euch auch gerne dabei herauszufinden, welche Speicherkarte ihr denn nun für eure spezielle Kamera benötigt, wenn ihr nach dem Lesen dieses Artikels noch unsicher seid.

Beitragsbild: © Poprotskiy Alexey / shutterstock.com

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

9 Kommentare

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  • Die neue X-t20 von Fujifilm unterstützt UHS1 , würde ich theoretisch mit einer Uhs2 Karte minimal bessere Schreibgeschwindigkeiten erreichen oder wird die Karte dann auf die maximale Uhs1 Geschwindigkeit gedrosselt ?

    Beste Grüße

    • Hallo Felix! Dein Kommentar ist schon älter, ich antworte aber mal noch für alle, die mitlesen:

      Mit einer UHS-II-Speicherkarte erreichst du keine besseren Werte, wenn deine Kamera nur UHS-I unterstützt. Wie von dir richtig vermutet wird die Speicherkarte dann auf UHS-I gedrosselt und bewegt sich dort im Bereich der Maximalgeschwindigkeit. Ob du eine extrem schnelle UHS-I-Speicherkarte oder eine normale UHS-II-Speicherkarte verwendest, macht also keinen wirklichen Unterschied.

  • Vielen Dank für diese sehr interessante Kaufberatung, die ich leider erst jetzt gesehen habe.

    Ich werde sie aber für die Zukunft im Hinterkopf behalten.

  • Hallo Mark,

    vielen Dank für Deine gute Arbeit in dem Forum hier.
    Wollte gerne noch etwas ergänzen zu dem Thema Speicherkarten. Viele DSLRs/DSLMs können aufgrund der verwendeten Codecbegrenzung des H 264 keine „übergroßen“ Dateien herstellen. Das sollte man vielleicht wissen, wenn man sich dem Thema nähert.
    Die Nikon D 500 kann bei 4 K maximal 150 Mbts erzeugen, also ein Wert, der eine Karte zulässt, die noch im bezahlbaren Rahmen ist und auch von vielen Marken hergestellt wird. Darauf kam ich, als eine „relativ normale“ SD Karte in ihrem Fach „ausversehen “ mithielt bei den Videoaufnahmen. Irgendwo später las ich dann auch zu meinem weiteren Erstaunen, das die Kamera die XQDs ja eigentlich auch eher zur Fotografie benutzt, da sie ja 200 RAWs in Folge schreibt usw. Verrückte Welt, hab ich mir da gedacht.
    Von einer Sony FS 7 weiß ich, das sie den Codec je nach Nachbearbeitungsszenario verändern kann. Das ist dann schon etwas anderes, wenn sie ausschließlich mit den schnellen und eben auch relativ teuren XQD Karten arbeitet.

    • Ja, eine ganz verrückte Welt …

      Hätte jetzt auch nicht gedacht, dass man mit der D500 neben Videos auch noch 200 Raws in Folge fotografieren kann. Wirklich erstaunlich, die Kamera sollte also auch noch für Sport- und Tierfotografie tauglich sein … na so was.

      Nur falls du das auch noch nicht herausgefunden hast: Die D500 hat neben dem XQD- auch noch ein UHS II Fach, und letztere gibt es auch schon in sehr schnellen Ausführungen (mindestens 300 mb/s), aber leider sind auch die fast so teuer wie die XQD Karten. Aber wenn du sparen willst, kannst du natürlich auch eine UHS I Karte einsetzen, vielleicht klappts auch damit.

      Tja, wenn man die falsche Kamera kauft, ist das Leben wirklich interessant, voller Überraschungen …

  • Hallo Mark, perfekte Übersicht!
    Möchte noch was zur Compact Flash hinzufügen. Kann die KINGSTON Canvas Focus CompactFlash Card, 128GB (CFF/128GB) lesen: 150 MB/s, schreiben: 130 MB/s für rund 60.-€ (68.-CHF) bzw. KINGSTON Canvas Focus CompactFlash Card, 256GB (CFF/256GB) lesen: 150 MB/s, schreiben: 130 MB/s für rund 100.-€ (113.-CHF) empfehlen, sind genauso gut wie SanDisk und Co. aber zu einem Drittel des Preises.