Ein verdächtiges Cola-Etikett brachte den Stein ins Rollen. Jetzt hat Hasselblad reagiert und einen Finalisten ausgetauscht.
Hasselblad hat einen Finalisten der Hasselblad Masters 2026 nachträglich disqualifiziert. Das in der Kategorie Street eingereichte Bild stand seit Wochen unter dem Verdacht, mit generativer KI erzeugt worden zu sein. Wir hatten den Fall bereits zusammen mit einem ähnlichen Vorgang bei Tokina geschildert. Nun ist die angekündigte Prüfung abgeschlossen und der Beitrag aus dem Rennen.
Nachrücker startet mit gleichen Chancen
Anstelle des entfernten Bildes rückt ein neuer Finalist in die Street-Kategorie nach. Gegenüber PetaPixel bestätigte Hasselblad den Austausch und betonte, man halte an der Authentizität der Fotografie fest. Eine offizielle öffentliche Stellungnahme gibt es bislang nicht.
Wichtig für die Einordnung: Die 70 Finalisten wurden in einem internen Auswahlverfahren bei Hasselblad bestimmt, nicht von der prominent besetzten Hauptjury. Diese externe Jury hat bisher noch kein einziges Bild bewertet. Der Nachrücker ist zwar formal der elftplatzierte Beitrag aus dem internen Voting, geht damit aber mit denselben Siegchancen ins Rennen wie die übrigen neun Finalisten der Kategorie.
Laut den Wettbewerbsregeln führt der Einsatz von KI-Synthese zur Disqualifikation. Bilder, die in die engere Wahl kommen, müssen ihre RAW-Dateien zur Überprüfung einreichen. Genau dieses Verfahren hatte Hasselblad nach dem öffentlichen Verdacht eingeleitet und zugesichert, bei einem bestätigten Verstoß die Nominierung sofort zurückzuziehen.
Hasselblad will die Prüfung nachschärfen
Schon in der Verdachtsphase kündigte Hasselblad Konsequenzen für das Verfahren an. “Künftig werden wir die technischen Verifikations- und Prüfmechanismen im Auswahl- und Preisvergabeprozess weiter optimieren”, teilte das Unternehmen PetaPixel mit. Damit reagiert Hasselblad ähnlich wie Tokina, das nach seinem eigenen Fall zusätzliche Prüfschritte versprochen hatte.
Es ist die erste Masters-Ausgabe seit 2023, und sie zog rund 108.000 Einreichungen an. Wer gewinnt, erhält den Titel “Hasselblad Master”, eine X2D II 100C (allein die kostet über 7.000 Euro) samt zwei XCD-Objektiven sowie einen Kreativ-Fonds über 5.000 Euro.
Die Sieger werden am 30. Juni bekanntgegeben. Bis zum 1. Juni könnt ihr mit einem kostenlosen Hasselblad-Konto noch öffentlich für eure Favoriten abstimmen, das nachgerückte Bild habe ich aus urheberrechtlichen Gründen mal vorsichtshalber nicht eingebunden.


Ja, da kommt noch was auf uns zu. Authentische Fotografie, digital bearbeitet wird ja schon in der Kamera.
Und ich provoziere mal etwas:
Alle leiben Photoshop.
Nicht alle, ich habe nur DxO PL.
Was muss das für ein Volldepp sein? Hat eine Hasselblad und braucht KI um gute Bilder zu kreieren. Dümmer geht nimmer🙈
Wer sagt, dass er eine Hasselblad hat? Niemand.
Wo steht, dass es keine Hasselblad ist?
So geht das aber nicht !
Wenn Du wie oben schreibst bzw. behauptest, dass der eine Hasselblad hat bzw. verwendet hat und dies aber nirgends im Artikel zu lesen ist, ist der Einwand bzw. die Frage von WRDS an Dich völlig korrekt!
Und die musst Du zuerst beantworten bzw. den Nachweis Deiner Aussage führen und nicht mit einer plumpen Gegenfrage daherkommen.
Das war und ist in der Wissenschaft immer so, welcher eine These aufstellt muss sie beweisen können und nicht andere müssen den Gegenbeweis führen, dass die These nicht stimmt.
“Onus probandi”
Gelle
😁
Hasselblad bestimmt die 70 Finalbilder, und die Jury kommt erst nachher zum Einsatz????
So einen Blödsinn habe ich noch nie gehört, da muss man auch erst darauf kommen. Wer an so einem Wald- und Wiesen-Wettbewerb teilnimmt, dem kann wirklich nicht mehr geholfen werden.
Und auf die Idee, die RAW-Dateien anzufordern und zu überprüfen, kommen sie erst nach diesem Betrugsversuch? Das machen seriöse Ausrichter schon lange, man hätte sich nur erkundigen müssen.
👍 – Alles auf den Punkt, Rolf Carl – man kommt aus dem irritierten Kopfschütteln garnicht mehr heraus!
Rolf Carl hat recht, das Foto sagt mir überhaupt nix, da sitzt ein Paar an einem Tisch, dazwischen eine Cola-Pulle. Ist das “Kunst?” So ein Gurkenfoto könnte hier sogar ein Photografix-Dauerplapperer mit seiner Leica hinbekommen.
Hier noch ein Beispiel was möglich ist, wenn man auf KI verzichtet. Aktuell aus der Tagespresse, aufgenommen von einer französischen Fotografin. Das beste Astrofoto, das ich je gesehen habe, und wohl auch das seltenste:
https://www.20min.ch/story/fotografin-angel-fux-spektakulaere-aufnahme-der-doppelten-milchstrasse-ueber-der-schweiz-103568643
👍
Woher willst du wissen, das die nicht auch KI verwendet hat für die doppelt Milchstraße? Das Foto kommt nicht so aus der Kamera sondern wird Mühsam in mehren Prozessen Entwickelt. Und in der Astroszene sind einige KI Tools sehr beliebt, wenn es um entrauschen geht.
Hast du den Artikel überhaupt gelesen? Entrauschen ist ein normaler Entwicklungsschritt und hat nichts mit einem mit KI erstellten Foto zu tun.
In dem Artikel steht nichts über Entrauschen. Die Frage ist auch, ob nicht bereits Entrauschen mittels KI eine Manipulation darstellt, die unterbleiben sollte.
Raychan hat das Entrauschen im Kontext mit KI gebracht, nicht ich. Es ist auch keine Frage, ob Entrauschen eine Manipulation ist, es ist keine, sondern ein normaler Entwicklungsschritt. Ausserdem hat das nichts mit KI zu tun, sondern ist reine Mathematik.
Für das Astrofoto wurden 260 Einzelaufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen zusammengerechnet. Und da soll keine KI involviert gewesen sein? Das bezweifle ich aber stark.
Ja, genau, du kennst aber schon den Unterschied zwischen unterschiedlichen Belichtungen und einem mit KI erstellten Foto, oder? Die Bearbeitungsprogramme benützen zwar KI für die Entwicklung des Fotos, aber sie erstellen sie nicht selber. Die NASA wird zudem schon wissen, ob eine doppelte Milchstrasse möglich ist oder nicht, und auch sonst sind die Beschreibung und das Vorgehen für mich stimmig. Es ist kein mit KI erstelltes Foto wie das oben beim Wettbewerb.
Rolf, inspiriert von diesen Milchstraßenfoto musste ich gleich mal unsere Milchstraße in München fotografieren. Ich hätte auch eine doppelte Milchstraße fotografieren können, nur was würden dann die Nachbarn über mich denken 😄
Danke für den Link 📷
https://i.ibb.co/TMLw3f2v/DSCF2716anton-1.jpg
Auch nicht schlecht deine Milchstrasse, Mirko, wenn auch nicht werbefrei. Kannst auch einfach ein Bier zuviel trinken, dann ist sie auch doppelt. Geht das auch schon unter KI?
Das ist eine sehr gute Frage 🤔 Die Polizei sieht es ziemlich eindeutig und drückt dabei kein Auge zu. Ob es in der Fotografie auch so gehandhabt wird ❓Ich muss mal Google fragen …
😁
Ist die Milch Laktose frei? Für die fette doppelte Milchstraße ist sie zu mager,da muss Sahne dazu.
…sie ist nicht nur Laktose frei, sie ist auch CO2 Neutral, Bio, Regional, Vegan, Glutenfrei, aus 100% EU und wird Klimaneutral ausgeliefert. Habe ich etwas vergessen? Stimmt, sie ist auch noch frei von Zucker 🫣
Ich hätte es wissen müssen … 😂🥛-y-way a la Milky-Mirko 😂 – also EINE echte Aufnahme, anstatt 260 zusammen-gefrickelte irreale Stacking Realitäten – “unendliche Weiten, die niemals zuvor ein Mensch gesehen hat …” Captain Mirko an Landliebe-Scotty: bitte beamen!
😂😂 während der “Wessi” beeindruckt von der Werbung ist, fertigt der “Ossi” ganz einfach seine eigene Milchstrasse
Seid bereit, Immer bereit ✊😂
“Der Saarländer in Dir” gibt einfach keine Ruhe – Vorwärts immer, Rückwärts nimmer … ✊️😇😂 LG
Nun ich bin mit einer 503 oder RZ67 analog unterwegs. Ich kann die Authentizität meiner Fotos stets nachweisen!
Das wird in Zukunft auch bei der digitalen Fotografie möglich sein. Die ETH (Schweiz) ist schon seit Jahren daran, einen Chip mit Krypto Code zu entwickeln, der direkt in den Sensor eingebaut wird. Um das System auszuhebeln, müsste man den Chip aus dem Sensor ausbauen, was aber viel zu aufwändig wäre und deshalb keinen Nutzen für Fälscher bringen würde. Einen Prototyp hat die ETH übrigens schon hergestellt, jetzt fehlen nur noch die Kamerahersteller, die Interesse daran haben.
Mag sein, aber es gibt ja schon einen offenen Standard eines digitale Echtheitszertifikat (Content Credentials / C2PA) welcher heute schon von mehreren Herstellern unterstützt wird.
Darüber würde auch hier schon mehrfach berichtet.
Ja, ich frage mich aber, ob das Echtheitszertifkat C2PA nicht ohne grossen Aufwand gefälscht werden kann. Die Forscher der ETH halten einen in den Sensor implementierten Krypto Code für einiges sicherer. Weil sie das Problem schon vor 8 Jahren erkannt haben, haben sie sich an eine praktisch unfälschbare Lösung gemacht. Erst vor ein paar Wochen kam ein Artikel, wo es genau beschrieben war, aber ich weiss nicht mehr wo.
Habe hier etwas von der ETH selber gefunden, da ist es genau beschrieben. Kannst ja mal einen Blick darauf werfen:
https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2026/03/neue-chips-gegen-deepfakes.html
… ohne großen Aufwand eher nicht… Der Kern des Kryptozertifikats basiert auf dem wohlbekannten Public Key Verfahren was heute quasi überall eingesetzt wird wo es auf hohe Sicherheit ankommt. Die Sicherheit basiert nicht auf einem Algorithmus oder Kryptocode oder so… Überhaupt nicht, das wäre absolut sträflich, sondern auf den Private Key und Public Key. Der Public Key ist öffentlich und wird für die Verifizierung benötigt, das kann dann sozusagen jeder…. Der Private Key muss aber absolut sicher verwahrt werden, hierzu ist spezielle HW z.B. ein Kryptochip notwendig. Wer diesen versucht in SW z.B. der Firmware zu verpacken macht sich prinzipiell schon angreifbar. Mal unabhängig wie aufwendig das wirklich wäre. Sony speichert den in der A9iii und A1ii nicht auslesbar in einem HW-Chipsatz. Bei der Konkurrenz wird das wohl ähnlich sein. Ich hab mir Deinen Link unten gelesen. Der Artikel geht hier nicht so wirklich in die technische Tiefe, aber das Prinzip ist ganz sicher auch ein Public Key Verfahren. Im Prinzip müssen sie einfach den offenen C2PA Standard unterstützen dann könnte ein Schuh draus werden. Aber letztendlich reicht das ja alles überhaupt nicht aus! Das ist nur die eine Seite der Wahrheit. Nehmen wir z.B. das obige “Sieger Bild”. Wenn… Weiterlesen »
Ja, gut, egal, welches Verfahren angewendet wird, es betrifft uns ja eher am Rande, die Presse hat da ein grösseres Interesse daran, gefakte Fotos und Filme als solche zu erkennen. Anscheinend hast du ja Erfahrung mit Krypto Codes und kannst das sicher besser einschätzen als wir Laien, wie das am besten funktionieren würde. Das Projekt der ETH klingt für mich jedenfalls auch stimmtig.
Zum obigen Siegerbild: Wie schon öfters geschrieben, werden auch heute noch von seriösen Wettbewerbsanbietern technisch manipulierte Fotos ausnahmslos erkannt. Ein spezialisiertes Labor (in Europa in Holland) gleicht die eingereichten JPGs mit den nachgeforderten RAWs ab. Da müsste jemand schon ein absoluter Experte sein, um diesem Labor ein manipuliertes RAW unterzujubeln. Ich denke, das ist momentan ausgeschlossen. Die grossen Wettbewerbe machen das ja schon seit langem und verlangen auch eine Teilnahmegebühr, denn so ein Labor ist vermutlich auch nicht gerade günstig. Kleine Anbieter können sich das natürllich nicht leisten, aber was sich Hasselblad da leistet, ist sicher ganz schlecht für das Image dieses Unternehmens. Gut, sowas spricht sich ja schnell herum und die besten Fotografen werden sich hüten, an so einem Wettbewerb überhaupt teilzunehmen.
Hallo Rolf,
ich hab oben in meinem Post darauf verwiesen dass solch eine Manipulation schon vor dem Fotografieren stattfinden kann….
Dann kann kein Labor der Welt da Ungereimtheiten zwischen RAW und daraus entstandenen JPGs feststellen …
Hallo Conny, ja, das stimmt, in der Naturfotografie betrifft das jeweils aber vor allem die Tierfotografie. Einmal wurde ein ausgestopfter Ameisenbär verwendet, ein anderes Mal ein gezähmter Wolf aus einem Tierheim ohne Deklaration. Beide Fälle wurden aufgedeckt durch andere Fotografen, die ortskundig sind und die Veranstalter darauf aufmerksam gemacht haben. Dann wurden die Fälle nochmals überprüft und die “Sieger” darauf hin disqualifiziert.
Nachsatz: ich denke auch nicht, dass ein abfotografiertes Foto funktioniert, das hat nie die Qualität eines echten RAWs. Spezialisten werden das sicher feststellen können. Mit einem Druck bringt man nie die Auslösung hin wie mit einem echten RAW.
Mag vielleicht so sein, sollte ja nur sensibilisieren dass ein Betrug schon vor der Aufnahme stattfinden kann.
Klar, Betrüger gibt es überall, man muss es ihnen einfach so schwierig wie möglich machen, vermeiden lässt es sich nicht.
Der Name des Einsenders gehört öffentlich gemacht – er hat ja auch öffentlich betrogen – und von allen Wettbewerben und Fotogruppen ausgeschlossen. Wenn nicht bald strenge Maßnahmen gegen solche KI Betrüger erfolgen, wird die Fotografie bzw ihr Ansehen leiden.