Nikon ordnet die Kostenbelastung der Kamerasparte ein. Speicher und Zölle drücken auf die Marge, das Mittelfristziel steht aber.
Nach dem Rekordverlust für das Geschäftsjahr 2026 hat Nikon in der Fragerunde zur Bilanzpressekonferenz weitere Details zu den Belastungsfaktoren für das laufende Geschäftsjahr genannt.
Den Effekt der aktuell hohen Speicherchip-Preise auf das operative Konzernergebnis beziffert der Konzern auf einen mittleren bis hohen einstelligen Milliarden-Yen-Betrag, umgerechnet rund 30 bis 55 Millionen Euro. Den Großteil trägt die Imaging-Sparte, ein kleinerer Anteil entfällt auf das Healthcare-Geschäft.
DRAM-Preise mehrfach über Vorjahr
Die Mengen für das laufende Jahr habe Nikon weitgehend gesichert, so der Konzern. “Auf der Preisseite sind vor allem die DRAM-Notierungen gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um ein Mehrfaches gestiegen”, heißt es in der Fragerunde. Auch für die kommenden Quartale rechnet Nikon mit anhaltend hohen Preisen.
Da Lieferanten die Preise quartalsweise neu festlegen, hält der Konzern zusätzliche Erhöhungen für möglich. “Während wir die Kostensenkungen fortsetzen, besteht je nach Situation auch die Möglichkeit, eine Preisweitergabe [an die Kunden] zu prüfen”, heißt es in der Fragerunde. Eine konkrete Ankündigung ist das nicht.
US-Zölle bleiben auf Vorjahresniveau
Der zweite große Kostenfaktor sind die US-Importzölle. Nikons Prognose unterstellt, dass die aktuellen Sätze von 10 Prozent allgemein und 35 Prozent für Waren aus China weiter gelten. Zwar seien die Zollsätze gesunken, im Vorjahr hatte Nikon aber vorausschauend US-Lager aufgefüllt, bevor zusätzliche Zölle in Kraft traten, was den damaligen Effekt abfederte. Unter dem Strich rechnet der Konzern für das laufende Jahr mit einer Gesamtbelastung in ähnlicher Größenordnung wie im Vorjahr.
Mittelfristziel für Kameras steht
Trotz dieser Belastungen hält Nikon an den Profitabilitätszielen aus dem Mittelfristplan fest. “In den USA und Japan wachsen die Bedürfnisse rund um Aufnahme, Bearbeitung und Anschauen mit dem Smartphone. Wir sehen den Gesamtmarkt nicht pessimistisch”, heißt es in der Fragerunde. Historisch habe die Imaging-Sparte regelmäßig rund 40 Milliarden Yen operativen Gewinn erwirtschaftet, daran wolle Nikon mit einer Stärkung der Videofunktionen und der Erschließung neuer Märkte wieder anknüpfen.
Offen bleibt, ob die Mengensicherung im Speichermarkt auch hält, sollten die Preise weiter steigen, und ob Nikon tatsächlich den Schritt zu höheren Endkundenpreisen geht.
Beitragsbild: Jan Kopriva


Nicht nur Nikon kämpft mit diesen Problemen, die Fragerunde führte in meinen Augen zum „Pfeifen im Walde“. Was soll Nikon anderes machen als die Investoren und Kunden zu beruhigen, beziehungsweise auf steigende Verkaufspreise vorzubereiten.
Denke ich an die Gerüchte das chinesische Hersteller in das System-Kamerageschäft einsteigen möchten dieses im Zusammenhang mit den seltenen Erden (knappe Lieferung aus China) sehe dann kommen bei mir „Verschwörungstheorien“ hoch. Wenn alle Kamera Produzenten schlussendlich ihre Preise erhöhen müssen ist Platz für eine sehr preiswerte Systemkamera aus China. In diesem „Spiel“ hat die chinesische Führung schon immer Erfolge verbucht.
Natürlich wird zurzeit alles teurer und vieles knapper. Ich weiß nicht, was in den Kameras für Speicher verbaut werden bzw. weiß ich ebenfalls nicht, was diese Speicher im Einzelnen kosten und was die Preissteigerung von DRAM für einen Aufschlag pro Kamera bedeuten würde. Zu teuer sollte man herstellerübergreifend allerdings auch nciht werden, da die Rezession natürlich nicht nur die Firmen, sondern auch die Kunden betrifft. Die Preise für Kameras sind in den letzten Jahren sowieso schon ganz gut gestiegen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die allgemeine Teuerung sich in jedem Fall in riesigen Preissprüngen äußern muss. Es könnte schon auch sein, dass so macher Hersteller die allgemeine Teuerung zum Vorwand nimmt, um noch extra mal was draufzuschlagen. Wenn der Markt noch so einigermaßen funktioniert, wird sich das hoffentlich von allein regeln.
Für viele Interessenten von Kameras und Zubehör wird es wohl bedeuten, in Zukunft weniger oft upgraden zu können, was wiederum eine intensivere Beschäftigung mit den bereits vorhandenen Möglichkeiten beinhaltet. Das ist sicher das Beste, was man daraus machen kann.
Als ob mit neuem Equipment automatisch das Endergebnis Bild besser würde!
Ja – vielleicht kann man damit bequemer fotografieren, ja – automatisierte Abläufe sogenannte „Presets“, KI-Text: in Programmen wie Adobe Lightroom oder Photoshop sind Presets vorgefertigte Filter, die Helligkeit, Kontrast und Farben anpassen. Sie bilden oft bestimmte Bildstile (z. B. analogen Filmlook) nach und beschleunigen den Bearbeitungs-Workflow erheblich. Soll der Fotograf wirklich NEU kaufen weil Software seinen eigenen Vorstellungen nahe kommt? Ist nicht der Spaß am SELBER machen das was uns kreative Fotografen immer wieder antreibt?
Und JA die Gefahr das weniger solvente Kunden einfach 1 bis 2 „Entwicklungsstufen“ überspringen ist wahrscheinlich gegeben. Davor fürchten sich Gerätehersteller, deswegen reagieren sie so nervös mit „Fragerunden“ oder ähnlichen Veranstaltungen.
Wieviel Prozent vom Gesamtkamerapreis macht denn der Speicherpreis aus? Kann das jemand evtl. beantworten? Soooo viel wird das doch nicht sein?
Die Käufer von Objektiven dürften davon ausgenommen sein.