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Nikon D850: Autofokus schlechter als erwartet?

Der Autofokus der Nikon D850 könnte etwas schwächer sein als gedacht. Das zeigt ein neuer Test von Matt Granger.

Viel Lob für die Nikon D850

In den letzten Wochen gab es viel Lob für die Nikon D850 – sehr viel Lob sogar. Und natürlich ist die Community nicht grundlos begeistert von Nikons neuem Flaggschiff, denn die D850 ist derzeit die vermutlich beste Allround-DSLR auf dem Markt.

Doch bei all der Begeisterung übersieht man vielleicht die ein oder andere kleine Schwäche der D850. So scheint sich nun beispielsweise abzuzeichnen, dass der Autofokus der neuen Kamera minimal schwächer ist, als von vielen erwartet.

Autofokus im Vergleich mit der Nikon D5

Grundsätzlich kommt die Nikon D850 mit genau dem Autofokus-System daher, welches auch in der D500 und der D5 verbaut wird. Dementsprechend konnte man anhand des Datenblatts davon ausgehen, dass der Autofokus auch genauso schnell und zuverlässig arbeitet wie der der Nikon D5.

Das scheint allerdings nicht ganz der Fall zu sein, wie Matt Granger in einem neuen Testvideo herausgefunden hat. Eines gleich vorweg: Der Autofokus der Nikon D850 ist laut Granger fantastisch und macht einen sehr guten Job. Aber an den Autofokus der D5 kommt er wohl nicht ganz heran.

Matt Granger hat vor allem das Autofokus-Tracking bzw. den kontinuierlichen Autofokus der D850 genauer getestet und in identischen Testumgebungen mit dem Autofokus der D5 verglichen. Vor allem bei schlechtem Licht offenbart die D850 kleine Schwächen im Vergleich zur D5, diese trifft einfach ein paar Bilder mehr, wenn sich das Motiv schnell bewegt.

Wer also damit gerechnet hat, dass der Autofokus der D850 genauso fantastisch arbeitet wie der der D5, muss seine Erwartungen anscheinend ein wenig zurückschrauben. Doch wie schon gesagt: Der D850 Autofokus ist hervorragend, nur eben nicht ganz so gut wie der der D5, was möglicherweise für Sportfotografen relevant sein wird.

Hier das komplette Video von Matt Granger, sein Fazit beginnt bei Minute 6:54, vorher gibt es die Real-World-Tests zu sehen:

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.500 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

28 Kommentare

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  • Was ich toll finde ist,die Canon 6dm2 wurde von Anfang an zerissen in der „Fachpresse“ . Jetzt stellt sich durch Benutzer heraus,dass die Kamera doch sehr gut ist. Die Nikon D850 hingegen wurde hoch gejubelt,obwohl noch keine einzige im Umlauf war. Jetzt wollen wir doch mal abwarten,was unsere Pixel-Nerds in den nächsten Wochen und Monaten an der Nikon noch negatives finden werden…

    • Ich halte es ja für sehr relevant für eine Produktbewertung ob das Produkt einer Erwartung entspricht oder nicht. Die einzig sinnvolle und weit verbreitete Erwartung zu Neuerscheinungen ist, dass das Produkt in den relevanten Bereichen besser ist als der Vorgänger. Je länger der Abstand zwischen Vorgänger und Nachfolger ist, desto höher sind dann auch die Erwartungen. Bei vier Jahren Entwicklungszeit reichen da nunmal nicht ein paar Fokuspunkte mehr und ein Klappdisplay (so sehr ich diese Art Display auch liebe). Eine weitere Erwartung ist dann noch das Mithalten mit der Konkurrenz; und der ist in den Entwicklungsintensiven Bereichen wie Sensor nunmal bei Nikon, Sony und Co. besser. Darauf muss man in der Fachpresse den potenziellen Käufer aufmerksam machen. Offensichtlich hat es die D850 geschafft, die Erwartungen in diesen beiden Hinsichten zu erfüllen, was ich Nikon gerne neidlos anerkenne.
      Ich kann es überhaupt nicht verstehen, dass so viele Canonuser (ich gehöre noch dazu) so eine Eifersucht an den Tag legen, wenn die Konkurrenz gelobt wird, und Canon nicht. Warum nimmt man das Persönlich? So lange man negative Berichte über den Hersteller seiner Wahl ignoriert, darf man nicht erwarten, dass der Hersteller aufwacht und mal endlich versucht, einen Vorsprung zu bekommen. Ich habe hier in keinem Bericht gelesen, dass die 6d II eine schlechte Kamera ist, sondern nur, dass sie schlechter ist als erwartet und diesen Titel hat sie sich wohl mehr als verdient, weil Canon eindeutig mehr kann und die Konkurrenz offensichtlich auch. Deshalb: Wenn ihr wollt, dass der Hersteller eures Objektivparks wieder auf Platz 1 ist; unterstützt das „Bashing“, denn nur so besteht die Chance, dass die wieder den A**** hoch kriegen und Kameras auf den Markt bringen, die sowohl im Labor als auch im Alltag top sind. Alles andere ist meiner Meinung nach blauäugig und kontraproduktiv.

      • Bashing ist das Letzte – egal gegen wen! Sachliche Kritik ist angebracht und zum Teil auch berechtigt. Dennoch, eine Kamera besteht nicht nur aus einem Body, sondern aus Objektiven, weiterem Zubehör und Service und da ist Canon führend. Wenn Sie bei Canon ein Problem mit der Kamera oder einem Objektiv haben, kriegen Sie innerhalb von 24Stunden eine Antwort. Profis erhalten sogar kurzfristigen Ersatz. Ich persönlich halte die Nikon D850 für die momentan attraktivste Kamera, dennoch würde ich jetzt noch nicht wechseln, warten wir ab wie sie sich im realen Leben schlägt und was in den nächsten 1 bis 2 Jahren von Canon kommt.

      • Genau deshalb steht Bashing in Anführungszeichen! Ich habe auf dieser Seite nie den Eindruck von Bashing gehabt. Beleidigte Canonuser nennen es aber zum Teil so und diese Definition von Bashing ist dann aus meiner Sicht sehr Konstruktiv. Mit den Objektiven sprichst du das an, was mich Canon hinterhertrauern lässt und ich würde (das schrieb ich bereits in einem anderen Beitrag) Freudenspringend zum nächsten Elektronikmarkt rennen, und zuschlagen, wenn Canon eine wirklich Zeitgemäß konkurrenzfähige, für meine Bedürfnisse nicht zu abgespeckte Kamera herausbringen würde. Die 1dx ii hat begeistert (nicht mein Bereich: zu Teuer) die 5div anfänglich auch: dann die Ernüchterung: 4k Video ist nicht händelbar und somit total schlecht umgesetzt. Bei der 6D ii kam die Ernüchterung dann schon in den Gerüchten vor Präsentation und betraf dann nachträglich auch noch etwas essentielles wie DR. Wenn das so weitergeht muss doch irgendwann auch der Letzte Canonier aufwachen, für den die Begeisterung für Technik ein wenig zur Fotografie dazugehört.

      • @Simon – Sie schreiben „Bashing“ meinen aber angeblich etwas anderes? Nur beleidigte Canonanuser würden es als solches verstehen? Weshalb schreiben sie dann „bashing“? Warum sollen Canonuser beleidigt sein? Ich wäre nicht Canonuser, wenn die 5D Mark IV – bis auf kleine Schwächen im Video – nicht perfekt für mich wäre. Canon baut gute Kameras, andere Hersteller sind in manchen Bereichen jetzt besser. Und das ist gut so! Canon ändert nichts in seiner Marketingphilosophie, weil sie wild um sich schlagen. Die reagieren auf die Konkurrenz und schauen auf ihre Verkaufszahlen. Werden die schlechter, werden sie reagieren. Wenn nicht, dann werden sie irgendwann vom Markt verschwinden. Bei mir muss übrigens keine Kamera im Labor gut sein (da sind sogar VW Diesel sehr gut), sondern nur in der Praxis!

  • Das nicht alles so wunderbar ist… wie es gerne die Firmen-Werbung einem verspricht… ist ja oft so – alles andere wäre ja auch ziemlich blauäugig.

    Dieser Vergleich zwischen der D850 und der D5 – gerade in Teilen wie hier der Autofocus – muss/kann doch nur für die D5 sprechen… schließlich muss ja auch der Preisunterschied seine Bestätigung finden.

    Sonst lässt sich doch irgendwann der D5-Preis nicht mehr berechtigen. Außerdem benötigen selbst D5-Käufer im nachhinein ihre positive Kaufbestätigung.

    • Ich will damit auch nur zum Ausdruck bringen,dass die D850 mit Sicherheit eine super Kamera ist und die Canon 6dm2 mit Sicherheit auch. Lassen wir uns doch trotzdem mal überraschen was unsere „Profis“ hier noch alles zu Tage bringen. Wird spannend…!

  • Matt Granger ist mir einfach sympathischer als diese DxOMark-Leute. Das sind sinnvolle Tests und jetzt kann jeder entscheiden brauche ich eher die insgesamt sehr gute Performance einer D850 für 3’600.- CHF (3’130.-€) oder die in Einzelnen Bereichen besseren Leistungen einer D5 für 5’300.-CHF (4600.-€).

    Schade, hätte gerne noch den Vergleich D850 vs 5D MK IV und D5 vs 1D gesehen.

    • Genau diese Vergleiche mit Blick auf den Autofokus verschiedener Hersteller, mit praktischen Motiven, wünschen sich sicherlich auch andere Sportfotografen. Beim DXO-score wird „nur“ die Auflösung und der sicher auch wichtige Dynamikumfang der Kameras getestet. Außerdem werden dort Fuji Kameras mit dem x-Tran-Sensor nicht getestet. Auch das ist sehr schade. Als Canon und Fuji Besitzer würde mich das sehr interessieren. Auf jeden Fall erwarte ich, dass Canon nun reagiert. Die Art und die Sportserie der Sigma Objektive lassen sich übrigens sehr einfach auf das Nikon Bajonett umrüsten.

  • Matt Granger macht immer gute „real world“ Tests, sein youtube Kanal ist wirklich gut…….jedoch hätte er diesmal auch die neuesten E FL ( 2,8) Nikon Objektive für den Test verwenden sollen 😉 …dann wäre der Fokus auch top, denn das Objektiv ist ein wichtiger teil beim tracking wie wir alle wissen 🙂 …..

    • Hallo Joe! Ich habe deinen Namen mal in „Joe K.“ geändert, weil wir hier schon einen „Joe“ in der Community haben. Damit man euch besser auseinanderhalten kann. Liebe Grüße 🙂

  • Was soll ein derartiger Bericht aussagen?
    Der gute Mann hat in diesem Video den selben AF-Sensor einer Kamera mit 21MP/6,45mü Pixelgröße und einer Kamera mit 46MP/4,35mü Pixelgröße verglichen.
    Hat die Auflösung und Pixelgröße einen Einfluss auf den AF einer Kamera?
    Hat er für die 46MP Kamera ein falsches (z.B. zu wenig lichtstarkes) Objektiv verwendet und deshalb war der AF ein ganz klein wenig schlechter?
    Wäre der AF der D850 mit einem höherwertigen Objektiv sogar besser gewesen als der AF der D5?
    Kann man die Qualität des AF einer derartigen Kamera wirklich messen, wenn man ein hübsches Mädchen davor herumhüpfen lässt oder ist das Ganze doch ein weinig komplexer?

    Fragen über Fragen tun sich bei mir da auf, wenn ich diesen Bericht lese.

    • Bei mir hingegen ergeben sich lediglich Antworten und zwar genau die, die Matt Granger am Ende seines Videos gibt: Nach seiner Erfahrung ist der AF der D850 ganz hervorragend, aber trotzdem nicht ganz so gut wie der AF der überragenden D5. Was interessiert mich persönlich in diesem Zusammenhang die Pixelgrösse der Sensoren oder ob das Mädchen hübsch ist oder nicht??? Ändert das für mich als Anwender etwas??? Genauso wenig muss mich auch nicht interessiert, ob er ein „zu wenig lichtstarkes Objektiv“ verwendet hat, denn wie es aussieht, hat er die 70-200, 2.8 Linse von Nikon benutzt, die er in einem anderen Video auch schon mit der entsprechenden Canon und Tamron Linse verglichen hatte. Mit 2.8 ein ganz bestimmt ausreichend lichtstarkes Objektiv. Unter den Bedingungen, die in seinem Outdoor Test herrschten, kam es auch ganz sicher nicht auf die grösste Blende des Objektivs an.

      Schade, dass manche lieber als allererstes die Testbedingungen anzweifeln, als zu versuchen zu akzeptieren, dass hier ein bekannter Fotograf über seine unter absolut realistischen Umgebungsbedingungen gemachten PERSÖNLICHEN Erfahrung berichtet und diese reell sind. Ich finde auch, dass die Qualität der D850 durch diesen Test in keiner Weise in Frage gestellt wird, Matt Granger betont ja, dass man ohne Kenntnis der Qualität des AF der D5, die wohl den derzeit besten AF auf dem Markt hat, von dem AF der D850 begeistert wäre.

      • „Schade, dass manche lieber als allererstes die Testbedingungen anzweifeln, als zu versuchen zu akzeptieren, dass hier ein bekannter Fotograf über seine unter absolut realistischen Umgebungsbedingungen………“

        – Vergleiche im Video mal den AF-Punkt bei den indoor Aufnahmen der beiden Kameras.
        – Wenn jemand mit einem 70-200 Objektiv und einer 46MP Kamera Freihandaufnahmen von einem Beweglichen Objekt macht und dann mit einer 20MP Kamera vergleicht …..
        Wenn das für dich „realistitische Bedingungen“ sind, lass ich dich jetzt mal in dem Glauben.
        Für mich sind Vergleiche zwischen zwei so unterschiedlichen Kameras absoluter Unsinn, auch wenn sie von einem bekannten Fotografen stammen.
        Man versucht halt ein Haar in der Suppe zu finden.

      • Mit anderen Worten, 46 MP Kameras sind also ab sofort nicht geeignet, um damit Freihandaufnahmen mit einem lichtstarken Objektiv im leichten bis mittleren Telebereich von sich bewegenden Objekten zu machen? Warum eigentlich, ist das Dein Ernst? Wenn man sich die Fotos anschaut, scheinen sie ja scharf zu sein, nur eben nicht immer in der richtigen Bildebene. Letzteres hat also nichts Grundsätzliches mit den 46 MP und der Möglichkeit zu tun, unter diesen realistischen Bedingungen die D850 einzusetzen, sondern hat nur etwas mit dem AF zu tun. Aber selbst wenn es etwas mit den unterschiedlichen Sensoren zu tun hätte, dann wäre eben das Ergebnis, dass AF-Systeme zumindest von Nikon bei höherer Sensorauflösung nicht so top-zuverlässig arbeiten, wie bei geringerer Sensorauflösung. Wo genau ist das Problem dabei? Etwa eine Heiligsprechung der D850?

        Wenn Du recht hättest, wäre die D850 ausser für Landschafts/Architektur/Studio-Fotografie unbrauchbar und das ist sie ganz sicher nicht, wie der Test von Matt Granger bereits zeigt. Man kann die D850 problemlos für die Zwecke einsetzen, wie im Test von Granger. Die Bedingungen sind aber auch schon alleine deshalb realistisch, weil es sich um zwei aktuell von Nikon angebotene Kameras handelt.

      • Thomas Müller, um mit solchen Auflösungen tatsächlich die max. erreichbare Auflösung und Schärfe zu erreichen muss man extrem genau, Vibrationsfrei oder mit Zeiten die ca. Brennweite x 4 entsprechen fotografieren. Dann kommt aber wieder die höhere ISO ins Spiel…. Und egal wie gut das Rauschverhalten der D850 ist, der Dynamikumfang und auch die Details gehen in den Keller bei höherer ISO, das ist eine physikalische Konstante an der kein Hersteller was ändern kann.
        Heißt, wenn ich die max. mögliche Auflösung möchte muss ich mich zwischen ISO 64 und 100 bewegen, keinerlei Vibrationen oder Wackler ins Bild bringen…. Das eine schließt das andere aus, es gibt keine eierlegende Wollmilchsau…. Nicht wenn man das max. möchte, das wahrscheinlich der Grund ist wenn man sich ca. 47mp kauft ☺️

      • Hallo Rene, das ist mir doch alles klar. Wie aus dem Video hervorgeht, hat Granger übrigens zwei der drei Testsituation unter Benutzung eines Stativs durchgeführt, das nur nebenbei, denn es trägt eigentlich nichts zur Sache bei. Es geht hier nämlich ausschliesslich um den AF der beiden Kameras und nicht um das Auflösungsvermögen des Sensors und der daraus resultierenden Schärfe des Bildes. Matt Granger hat ausschliesslich die „Tracking-Eigenschaften“ der AF-Systeme der D5 mit der D850 verglichen, also wie gut kann der jeweilige AF ein bewegtes Objekt verfolgen und scharf stellen, oder verliert der AF das Objekt eventuell sogar. Dazu trifft Granger eine Aussage, nämlich dass beide Systeme ganz hervorragend sind, das der D5 aber noch eine Spur besser, nicht mehr und nicht weniger.

      • Thomas Müller, was ich sagen möchte ist, yep, die D850 hat ihre Stärken absolut“nur“ bei Landschafts/Architektur/Studio-Fotografie, für alles andere stehen ihr die Megapixel nur im Weg.
        Es würde auch jemand auf die Idee kommen mit einer 5DsR Sport Shooten zu wollen und das liegt nicht nur an den nur 5fps 😉

      • Hallo Rene, ich habe schon verstanden, was Sie sagen, Sie drücken sich ja klar und verständlich aus :-).

        Nur, Nikon selbst sieht das zumindest für die D850 offensichtlich etwas anders als Du. Nikon wirbt explizit mit der Eignung der Kamera zur Aktionfotografie, wie man hier dem Produktvideo entnehmen kann:
        https://www.nikon.de/de_DE/product/digital-cameras/slr/professional/d850/camera-overview

        Solche explizite Angaben zur Aktionfotografie und der D850 findet man auch bei der Produktbeschreibung zur D850 bei grossen Händlern, wie Calumet, Foto Koch oder digitec.ch. Eine Steigerung der Serienbildgeschwindigkeit, wie bei der D850, würde ja auch wenig Sinn ergeben, wenn man mit der Kamera nur Häuser und Landschaften fotografieren können soll. Das gilt erst recht für einen AF, der laut Aussage bei Foto Koch folgende Eigenschaft hat:
        „Ein spezieller AF-Prozessor sorgt für eine phänomenale Motiverkennung bei schnellen Aufnahmeserien: Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen können Sie sogar sich schnell bewegende kleine Motive mit einer bemerkenswerten Präzision verfolgen. “
        https://www.fotokoch.de/Nikon-D850_80148.html?prepage=nikon-dslr.html

        Wenn also die Kamera schon für diesen Zweck angeboten wird, dann ist es meiner Ansicht nach völlig legitim, sie in genau in diesem Anwendungsbereich mit anderen Kameras zu vergleichen.

        Aber nochmals und zur Vermeidung von Missverständnissen, mir geht es in keinster Weise darum die D850 schlecht zu machen, kann ich ja auch gar nicht, ich habe keine D850. Mir geht es einzig darum den Ansatz von Matt Granger zu verteidigen, ich finde, sein Test zu einer bestimmten Eigenschaft der D850 findet praxisnah statt und hat seine Berechtigung.

  • Der Test ist doch schon sehr praxisfremd!

    Der setzt das 3D-Fokustracking als „Radarfalle“ ein… 🙂
    Ich arbeite seit Jahren im Sportbereich mit der D5 und seit 4 Wochen auch mit der D850. Weder ich noch meine Kollegen arbeiten mit fixierten Kameras 😉
    Wir verfolgen das Objekt mit der Kamera damit überhaupt eine Bildgestaltung möglich ist. Bei Matt Grangers Beispiel mit fixiertem Body wäre das Objekt am Bildrand und das Bild damit nicht verkaufbar.
    Verfolgt man das Objekt aktiv mit der Kamera sind diese „Sprünge“ des AF-Feldes nie in der gezeigten Form notwendig! Ausser der Fotograf hat keine Ahnung von der Bewegungsart und Bewegungsrichtung dieser Sportart. Dann sollte er diese erstmal studieren…. 😉 Daher ist der Test für mich praxisfremd und ein Vergleich ohne die genauen Detail-Konfigurationen (D5 und D850) zu nennen, nicht aussagekräftig.

    Ich habe zu Beginn mit der D5 viel mit dem 3D-Fokustracking gearbeitet. Das funktioniert in vielen Bereich gut.
    Für mich ist jedoch die „Messfeldgruppensteuerung“ noch wesentlich effizienter und erlaubt sogar bei schnellsten Objekten eine bessere Bildgestaltung (und Steuerung der genutzen AF-Felder). Innerhalb dieser Gruppe arbeitet der AF-C ja mit der „prädikativen Schärfenachführung“ was bei meinen Einsätzen zu einer noch höheren Trefferquote als bei der 3D-Funktion führt.
    Mit dem Joystick lässt sich dieses Feld sehr schnell verschieben um die optimale Bildgestaltung je nach zu erwartenden Bewegungsrichtung anzupassen.
    Mittlerweile habe ich D850 in mehreren Einsätzen paralell zur D5 genutzt. Meine Erfahrungen zeigen keinen Unterschied im AF. Die taktile Haptik des Auslöse-Knopfes und damit die Präzision der Auslösung ist bei der D5 ein kleines bisschen besser.
    Wer die D5 aber nicht kennt, wird das kaum bemerken…
    Ein grosser Nachteil der D850 ist für mich, dass die Fokusfelder nicht ständig beleuchtet sind. Auf dunklen Objekten ist das sehr hilfreich! Bei der D5 lässt sich die Beleuchtung sogar regeln.

    Was auffällt:
    Bei allen Vergleichen von dynamischen AF-Systemen für den Sportbereich, ob Sony, Canon oder Nikon, wird immer die riesige Anzahl von Fokuspunkten und die möglichst breite Verteilung über das ganze Sucherfeld als „optimal“ oder sogar als Bedingung verkündet.
    In der Praxis sind jedoch die Finessen der AF-Feldsteuerung viel entscheidender! Diese erlauben das System auf die verschiedensten Anforderungen abzustimmen.

    • Zum Test von Matt Granger: Er hat drei Testanordnungen verwendet, zuerst zwei auf einem Stativ und dann eine dritte Freihand und mit Verfolgung des Mädchens. Ihre Kritik trifft also zumindest für die dritte Testanordnungen nicht zu, dort ist er genau so wie von Ihnen beschrieben vorgegangen. Aber auch sonst fällt es mir schwer Ihre Kritik als zutreffend anzuerkennen. Ob man nun die Kamera dem Objekt nachführt oder die Kamera ortsfest ist, spielt doch für die Aussagekraft, ob der AF das Objekt verfolgen kann keine entscheidende Rolle, solange man für beide Vergleichskameras gleiche Bedingungen einhält. Eine ortsfeste Kamera stellt höchstens verschärfte Bedingungen dar, da das Objekt gegenüber der Kamera eine höhere Relativgeschwindigkeit hat.

    • Danke an Reinhard für die treffenden Worte über die Treffsicherheit von Autofokussystemen. Endlich schreibt mal ein Sportfotograf, worauf es wirklich ankommt, um eine hohe Ausbeute an Bildern zu erzielen. Und es ist eben nicht die komplette Abdeckung der AF-Felder über den gesamten Bildbereich wichtig oder notwendig, um schnelle Motive einzufangen. Wenn ich an meiner Canon oder an meiner Fuji den Autofokus speziell auf die Sportart bzw. den Einsatz anpassen kann, um die Reaktionszeit zu verändern oder plötzlich ins Bild eintretende Motive ignorieren möchte, erhalte ich eine höhere Ausbeute. Außerdem hat Reinhard Recht, dass von einem Bild nicht viel übrig bleibt, wenn der letzte Fokuspunkt in der oberen oder unteren Ecke greift.

      Wer versucht bei einem Eishockeyspiel oder einem Basketballspiel zwischen einer Gruppe von Spielern den Puck oder Ball führenden Spieler zu erhaschen, wird schnell feststellen, dass dies nur mit einem kleinen Autofokuspunkt funktionieren kann. Für diese extremen Situationen sind derartige Systeme, wie sie in der Nikon D850, D500 oder der D5 vorkommen verbaut und gedacht. Dass Nikon, Sony und Olympus die zur Zeit attraktivsten Autofokussysteme verbauen spielt an dieser Stelle mal keine Rolle.
      99 Prozent aller fotografierenden Menschen (ob mit Kamera oder Handy) kommen nie in die Situation, derartig schnelle Motive einfangen zu wollen, diskutieren aber darüber. Außerdem gefällt mir nicht, wenn sich Kamerabsitzer wie Fußballans verhalten und so tun als wenn sie die Marke oder den Verein um jeden Preis verteidigen müssen, als wenn er ihnen gehört. Ich freue mich wenn es bessere Autofokussysteme als die meiner Kamera gibt, damit mein Hersteller gefordert wird nachzulegen.

      In Punkto Autofokus zählt für mich die jahrelangen Erfahrung und die Hinweise von Reinhard mehr als der kleine Test von Granger.

      • Danke für dein Feedback, Ronald.

        Erwähnen muss man auch, dass die Serien-Bildgeschwindigkeit (Anzahl Bilder/Sekunde) in vielen Sportarten überbewertet wird.
        Im Motorsport, Radsport, oder bei anderen Objekte mit dynamischer, fast gleichbleibender Bewegung kann der Einsatz des Highspeed-Modus sinnvoll sein.
        Bei vielen anderen Sportarten, die auf einem Sprung-Impuls oder Rhythmus basieren, wie Turnsport, Sportgymnastik, Leichtathletik (ausser 100m), Tanzsport usw. arbeitet man effizienter mit Einzel-Auslösung. Mit der D5 oder D850 lassen sich sogar bis 3 Bilder/Sekunde in Einzelauslösung erzielen, falls überhaupt notwendig, dann aber gezielt…
        Grundlage ist jedoch, dass man sich eine gute Bewegungserfahrung erarbeitet hat und somit eine Bewegungsform und -richtung antizipieren kann. So wird zBsp. jeder Sprung des Athleten wird mit einer vorherigen Bewegung nach Unten ausgelöst (oder mit einer Ausholbewegung). Mit dem richtigen Gefühl für den nun folgenden Bewegungsrhythmus trifft man danach den gewünschten Punkt in der Bewegung optimal. Das braucht ein bisschen Übung, ist aber schlussendlich ein „Handwerk“ das man sich aneignen muss.

        Natürlich kann man auch im Highspeed-Modus „rattern“ lassen. Die Gewähr, dass man den „richtigen“ Punkt erwischt, ist jedoch damit noch nicht vorhanden…
        Zudem erstellt man ein riesiges Volumen von Bildern, die alle zuerst mal gesichtet und sortiert werden müssen! Bei tausenden von Bildern, aus einem einzigen Wettkampf, ist dies ein riesiger zeitlicher Aufwand, den weder der Fotograf noch die Bild-Redaktion sich leisten kann. Wenn man nicht schnell abliefern kann, geht man unter.
        Deshalb muss man von Beginn weg zielgerichtet arbeiten und nicht „auf Halde“ produzieren… 😉

        Daher bringt mich die übliche Protzerei „..meine schafft 7 Bilder/Sekunde!“ jeweils zum Schmunzeln.

        Die aktuellen DSLR sind tolle Maschinen! Aber man muss lernen das Werkzeug korrekt zu gebrauchen.
        Oftmals würde man besser ins Handwerk investieren als in einen neuen Body 🙂
        … doch auch ich habe mich für die D850 sehr schnell hinreissen lassen… und bin nach den ersten Einsätzen begeistert!

      • Also ich finde sowohl die Argumentation von Thomas Müller als auch die von Reinhard/Roland interessant und richtig, tendiere aber, leicht zu Thomas Müller, die Testbedingungen waren identisch und wenn ich nicht weiss wie sich jemand bewegt dann verfolge ich nicht. Allerdings gebe ich zu, dass das in der Praxis weniger relavant ist und die D850 trotzdem eine Super Kamera ist.

      • Danke Joe. Hätte ich gewusst, was für dogmatische Sichtweisen hier zur Diskussion kommen, hätte ich letztere erst gar nicht begonnen. Ich finde es schade, dass sich einige lieber auf eine Kritik an Matt Granger und seine Versuchsanordnung versteifen, als auch nur ein Wort darüber zu verlieren, ob der von Granger festgestellte Unterschied zwischen den beiden Nikons nicht doch vorhanden sein könnte. Das erinnert mich an das berühmte Todesurteil über den Überbringer einer schlechten Nachricht.

    • Hallo Reinhard, deine Aussagen kann ich nur bestätigen. Ich komme aus der Landschaftsfotografie und seit 2 Jahren mache ich nun auch Wildlife, und zwar vor allem Vögel in Bewegung oder Flug. Allerdings bin ich kein Profi und habe mir meine Techniken selber angeeignet.

      Mit 3D habe ich auch schon experimentiert und habe die Erfahrung gemacht, dass die Ausbeute ziemlich bescheiden ist. Am besten klappt noch Vögel im Flug vor blauem Himmel, da dann der Kontrast grösser ist. Aber in solchen Situationen greifen alle anderen Autofokusarten auch ziemlich gut.

      Auch mit allen oder vielen Fokusfeldern in Betrieb habe ich herausgefunden, dass dann die Schärfe meistens irgendwo ist, aber nicht unbedingt dort, wo man sie möchte, nämlich auf dem Auge des Vogels/Tieres. Mit dem Einzelfeld oder den 4 zentralen Autofokusfeldern, die man schnell verschieben kann, habe ich die besten Erfahrungen gemacht und die Ausbeute an scharfen Bildern (100 % Ansicht) ist ziemlich hoch.

      Trotz nur ca 6 Bildern pro sec. hatte ich nie das Gefühl, dass meine Kamera zu langsam ist (D750 mit Nikkor 200-500 VR). Ich mache es inzwischen wie du; bei sich langsam bewegenden Motiven Einzelauslösung und bei Aktion kurze Serien im richtigen Moment. Am Anfang habe ich natürlich auch drauflos geknipst, aber die Sortiererei ging mir ziemlich schnell auf den Keks.

      Eine Frage hätte ich noch an dich. Du schreibst, dass du nicht mit fixierten Kameras fotografierst. Was heisst das genau? Arbeitest du mit Einbeinstativ, Gimbalhead oder Freihand? Das würde mich noch echt interessieren. Ich arbeite bei Vögeln im Flug am liebsten Freihand, das aber im Gegensatz zu meinen Kollegen. Ich fühle mich einfach freier so.

      • Ich mache alles freihand. Ansonsten wäre ich viel zu langsam und eingeschränkt.
        Da ich oft in sehr kurzer Entfernung zum Objekt arbeite, ist der Bewegungswinkel sehr gross.