Nikon Marktgeschehen

Nikon gewinnt Architekturpreis für seine neuste Zentrale

Nikons Hauptquartier räumt einen besonderen Preis ab. Damit zieht der Hersteller mit zwei Konkurrenten gleich.

Nikons Hauptquartier in Tokio hat den 67. BCS-Preis erhalten, wie Nikon mitteilt. Es ist nicht die erste Auszeichnung für das Global Headquarters / Innovation Center, das Gebäude sammelt seit seiner Fertigstellung 2024 Preise ein. Einen Einblick in Bewegtbild bekommt ihr in diesem Video von PetaPixel:

Das Kürzel BCS steht für Building Contractors Society, die englische Bezeichnung eines japanischen Bauunternehmerverbands, der den Preis 1960 stiftete. Seit dessen Fusion 2011 vergibt ihn der Dachverband Nikkenren, seither trägt er auch offiziell diesen Namen. Ausgezeichnet werden immer drei Parteien gemeinsam: Bauherr, Planer und ausführendes Bauunternehmen. Neben Nikon gehen die Urkunden deshalb an das Büro Mitsubishi Jisho Design und den Baukonzern Hazama Ando.

Der erste Preisträger überhaupt war 1960 der Tokyo Tower. In diesem Jahr wurden 15 Projekte ausgezeichnet.

Zuvor hatte das Gebäude den iF Design Award 2026 in der Kategorie Public Architecture gewonnen, vergeben von iF International Forum Design in Hannover. Dazu kommt der japanische Good Design Award 2025. Das Architekturbüro führt außerdem einen German Design Award 2026, einen Platz in der Werkauswahl des Architektenverbands AIJ sowie Fachpreise für Tragwerk, Erdbebenschutz, Beleuchtung und Außenanlagen auf.

Energetisch ist der Bau als ZEB Ready (Zero Energy Building) eingestuft, der eine hohe Energieeffizienz durch optimierte Isolierung und sparsame Technik auszeichnet, ohne direkt erneuerbare Energien zu verwenden.

Sechs Geschosse und ein bisschen Objektivglas

Wir hatten die Zentrale schon vor dem Umzug vorgestellt. Gut 42.400 Quadratmeter Fläche auf einem knapp 18.100 Quadratmeter großen Grundstück, dazu eine Basisisolierung gegen Erdbeben. Der Grundriss misst rund 150×60 Meter, die Bürozonen sind 16 Meter tief, damit Tageslicht bis in die Mitte reicht.

Ein Detail stammt direkt aus dem Kerngeschäft. In einigen Böden steckt zerkleinertes Glas, das für Objektive gedacht war, die Produktionsstandards aber verfehlt hatte.

Canon und Sony haben den Preis auch

Nikon ist nicht der erste Kamerahersteller mit einem BCS-Preis. Canons Hauptgebäude in Tokio wurde 2003 ausgezeichnet, das von Sony errichtete Bürohaus in Osaki 2014. Sony hatte das Gebäude da schon verkauft.

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10 Kommentare
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J.Friedrich

Ich bin begeistert: 42.000m2 Verwaltungs- und F&E-Fläche – die Vorplanung, Planung & Realisierung hat sicher 8-10 Jahre in Anspruch genommen und horrende Summen verschluckt im Land der Erdbeben – und an Homeoffice und KI hat damals sicher auch noch niemand gedacht – hoffe es trägt sich, sinnvoll ist es bei der Dynamik sicher nur bedingt …

Finny

Jeder Krankenkassen Neubau ist nur bedingt sinnvoll… wie die meisten „wir machen einfach mal alles neu“ Gebäude.
Letztlich sind das ja alles im Wesentlichen Prestigeobjekte, die nach außen eine bestimmte Botschaft vermitteln wollen

Patrick > Original Gangsta Dawg

„Canons Hauptgebäude in Tokio wurde 2003 ausgezeichnet, das von Sony errichtete Bürohaus in Osaki 2014.“

Nikon hechelt der Konkurrenz aber auch wirklich in allen Bereichen verzweifelt hinterher. 🤣

joe

Also ein Preis für die innovativste Kamera wäre wohl sinnvoller, aber gut, dass wir darüber geredet haben. Aber natürlich ist das Gebäude toll, zeigt aber mal wieder sehr deutlich, warum Nikon hinterherhinkt: Falsche Prioritäten!

chris xx

… ich kenn da jede Menge viel schönere Häuser. Z.B. so komische KRANHÄUSER oder nicht weit davon entfernt nen Westwallbunker und und und … auf jeden Fall wenn ich mir die Photos anschaue ist da, m.M.n. nix besonderes dran …

joe

Also die Kranhäuser sind speziell, aber grottenhässlich und unproportioniert. Als Canonianer und Sohn eines Bauingenieurs sage ich, natürlich ist Nikon oft zu spät, aber das Gebäude hat innen und aussen eine feine, fast filigrane und hochwertige Ästhetik und Ausführung, die man bei Büro und Verwaltungsgebäuden selten sieht. Würden die Kameras so aussehen, könnte Leica einpacken.

chris xx

Also ich finde, nach den Photos zu berurteilen, das das Ganze etwas steriel wirkt. Für die Photos hätten sie abwarten sollen bis alles in gebrauch ist: hier und da mal eine Blümchenvase, einen Ficus oder ne Palme, und natürlich die Belegschaft nicht vergessen.

joe

Ich sag mal so, über die kleinen Details kann man streiten, aber insgesamt finde ich, ist es ein grosser Wurf. Ich gehöre übrigens eher der Fraktion an, Pflanzen gehören in den Garten, Tiere in den Wald! 😉😁❤️ Ich mag diese Klarheit und die hochwertigen Materialien. Wären es Privaträume, würde ich Dir zwar nicht voll und ganz zustimmen, aber sehe es da entspannter mit Dekoration, halte es da aber eher mit echten Gemälden oder plastischer Kunst.

Alfred Proksch

Ist echt nett das Nikon die Auszeichnung eines japanischen Bauunternehmerverbands bekommen hat. Aber leider wird dieser auch an zwei andere beim Bau beteiligte überreicht (Mitsubishi Jisho Design und den Baukonzern Hazama Ando).

Immerhin ist der Name Nikon in Japan noch ein Bergriff so das er sich als „Image Kunde“ für den ausführenden Baukonzern sowie das Planungsbüro eignet.

Infantino hat doch an US-Präsident Donald Trump einen extra dafür erfundenen Friedenspreis übergeben. Das sich Nikon nun selbst mit diesem Architekturpreis schmückt der eigentlich zwei anderen Gewerken galt – erfreulich finde ich das nicht sondern eher seltsam das Nikon so etwas nötig hat.

joe

Mein Vater hat immer gesagt, das grösste Problem sind nicht die Handwerker, sondern der Bauherr. Es ist doch toll, wenn ein Bauherr den Büros frei Hand lässt und ich finde guter Geschmack gehört belohnt, es gibt genügend schlechte Architekten und Gebäude.

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