Kameras

Phase One IQ4: Kamera mit unglaublichen 150 Megapixeln vorgestellt

Unglaubliche 150 Megapixel hat die neuste Kamera von Phase One zu bieten. Dafür muss man als Kunde aber auch tief in die Tasche greifen, rund 50.000 Dollar werden fällig.

Neue Mittelformatkameras mit 150 Megapixel

150 Megapixel, was für eine absurd hohe Zahl! Doch gleichzeitig eben eine Auflösung, mit deren Hilfe der Hersteller Phase One neue Maßstäbe in Sachen Bildqualität setzen möchte. Vorgestellt wurde kürzlich nämlich das neue Mittelformatsystem IQ4, welches in drei verschiedenen Varianten erhältlich sein soll.

Das kleinste Rückteil des neuen IQ4 Systems bietet eine Auflösung von 101 Megapixeln und entspricht damit dem Top-Modell der Vorgängerserie. Neu sind die beiden Versionen, die jeweils 150 Megapixel zu bieten haben. Zum einen das Modell IQ4 150MP und zum anderen das Modell IQ4 150MP Achromatic, welches ausschließlich für die Aufnahme von Schwarz-Weiß-Aufnahmen gedacht ist. Gefertigt werden die verbauten 150-Megapixel-Mittelformatsensoren von Sony.

Capture One teilweise integriert

Wie man das von Phase One kennt sind die IQ4 Kameras modular aufgebaut, das heißt sie bestehen aus dem Gehäuse, dem Rückteil inklusive Sensor, dem Sucher sowie Wechselobjektiven. Neu bei dem IQ4 System ist, dass die Bildverarbeitungs-Software Capture One teilweise in die Kameras integriert wurde. Zudem bieten die Kameras gleich drei Möglichkeiten, wie eine Verbindung mit dem Computer hergestellt werden kann. Das macht Sinn, schließlich werden die IQ4 Kameras auch primär im Studio eingesetzt werden. Dort können sie dann via Funk, Ethernet oder USB-C mit dem Rechner verbunden werden.

Mächtige Kameras, für die aber auch mächtige Preise aufgerufen werden. So kostet das günstigste Modell nämlich schon 48.000 Dollar. Kleiner Trost: Da darf man sich dann immerhin kostenlos eine Schneider-Kreuznach-Optik nach Wahl aussuchen. Wer die Version mit 150 Megapixel sein Eigen nennen möchte, muss 52.000 Dollar bzw. 55.000 Dollar für das IQ4 150 MP Achromatic System einplanen.

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.500 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

26 Kommentare

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  • Ach verdammt,
    da muss ich als Bildbearbeiter bald schon wieder in einen Leistungsstärkeren Rechner investieren.
    Die PSDs mit den 100er Daten sind schon echt enorm und lassen die Kiste glühen.
    Jetzt noch 150er 🙁
    Und schön ist es wenn man dann die Bilder in Din A4 in der Zeitung sieht und sich fragt, was das Pixelwettrüsten alles soll.
    Na ja, jedenfalls wieder viel Fleisch zum Croppen in den Daten…

  • Ich habe 20 Jahre analog mit 6×6 und Hasselblad fotografiert. Ich würde gern ins Mittelformat Digital investieren. Aber nur echtes 6×6 Format. Und dann genügen mir 50 MP und dazu eine Serienbildrate von mindestens 5 Bildern in der Sekunde. Für alle anderen Späße bleibe ich beim Nikon Kleinbild Digital.

    • Ja 50Mp reicht für die meisten Fälle.
      Mich stört eher das die meisten MF Linsen recht Lichtschwach sind.
      So schöne Freistelleffekte wie mit 1.4 oder gar 1.0 Linsen im KB gelingen mit den 2.8 Linsen des MF nicht ganz so schön.
      Wenn es für PhaseOne ein schönes 2.0 WW und 2.0/135mm gäbe würde ich mir mal im Rent so einen Spaß für ein Wochenende gönnen…

      • Sorry Georg aber das ist falsch! Freistellung hängt mit Brennweite und Blende zusammen.
        Damit eine MFT Optik das gleiche Bokeh erzielen könnte, müsste se um eine Blende Lichtstärker sein. Somit hat eine Mittelformat Optik mit Blende 2.8 ein ähnliches Potential wie ein 1.4er für Kleinbild.

      • @Racebenz:
        Jain. Ich habe beim analogen MF eher bei Blende 2.0 das Gefühl einer ähnlichen Tiefenschärfe wie ø1.4 bei KB gehabt. Mit 2.8 (2 Blendenstufen von 1.4 Entfernt) fand ich, das immer noch ein bischen zu viel Tiefenschärfe war. Es gibt aber kaum schöne Optiken mit Blende 2.0 für das digitale MF..

      • Der Cropfaktor vom VF zum MF der IQ4 (53.4mm x 40mm) liegt bei 1,55. Ein 50er 1.4 bei VF entspräche dann für die IQ4 in etwa einem 78er 2.2 und ein 100er 2.0 einem 155er 3.1.

      • „So schöne Freistelleffekte wie mit 1.4 oder gar 1.0 Linsen im KB gelingen mit den 2.8 Linsen des MF nicht ganz so schön.“

        Mich würde da einmal interessieren, was da der sichtbare Unterschied wäre.

      • Hallo Georg II
        Das siehst du eher wenn du mit vergleichbarer Brennweite auf einen Vordergrund fokussierst. Bei 1.0 oder 1.4 im KB wirst du einen unschärferen HG haben als bei 2.8 oder gar 4.0 im MF.
        Bei Deinen, sehr schönen, Beispielen sind ja fast alle Bilder auf unendlich fokussiert und haben keiner markanten Vordergrund wo man die Schärfedifferenz gut sehen kann.
        Am besten sieht man es natürlich wenn man das gleiche Motiv zum Vergleich beider Systeme herzieht.

    • Mittelformat erfordert grundsätzlich kurze Verschlusszeiten. IBIS hat u.U. auch negative Auswirkungen auf die Randschärfe. Wer 100 % will, sollte auf IBIS verzichten. Meine Dias, 6×6 mit Hasselblad 203 FE Schlitzverschluss und 1000/1 Sekunde oder kürzer sind heute auch noch erste Wahl. Trommelscanner und ab geht die Luzi…

      (Auch vor der Zeit der ganzen elektronischen Helfer konnten erstklassige Aufnahmen entstehen. Es kam auf den Fotografen an…. Ich habe über 200.000 Dias im Archiv (da ist der Ausschuss schon abgezogen), davon etwa 10.000 veröffentlicht.)

      • Bodo,
        du erzählst es gerade jemanden der auf IBIS gut verzichten kann 😉 Ich hoffe nur das Du nicht gerade eine Diskussionwelle hier ausgelöst hast, bin froh das Fuji dieses Ding nicht in die XT Serie reinbekommt 😉

  • Das Schöne am Mittelformat

    ist die gelieferte Bildqualität, das entspannte Arbeiten und eine eingängige Menüführung. Meine Spiegellose MF hat nur 50 Megapixel einen herrlichen beweglichen Sucher, mir reicht das obwohl in Köln die Variante mit 100 Megapixel vorgestellt wird. Falls ich mir ein Gerät mit 100 und mehr kaufen würde müsste ich mir einen neuen Rechner zulegen weil sonst eine flüssige Bildbearbeitung nicht mehr möglich ist. Zum Jahresende schließe ich nach Jahrzehnten meinen Betrieb, also kann alles so bleiben wie es ist. Fast, denn jetzt benötige ich was kleines, leichtes mit Topp BQ zum mitnehmen.

    • Mal sehen was Fuji (davon schreibst du sicher oder? 😉 an Objektiven für das MF zur Photokina herausbringt.
      Vielleicht sogar ein Update des Gehäuses?
      Ist ja bald soweit….