Kameras

Polaroid, Kodak und Yashica kehren auf die große Bühne zurück!

Es ist die Woche der Comebacks: Polaroid, Kodak und Yashica kündigen ihre Rückkehr auf die große Bühne der Fotografie an.

Polaroid, Kodak, Yashica. Es sind die Namen von drei einstigen Größen in der Welt der Fotografie, die man zuletzt allerdings ausschließlich mit vergangenen Zeiten in Verbindung bringen konnte. Keines der Unternehmen hat in den letzten Jahren noch eine wichtige Rolle gespielt, da sie alle den Aufsprung auf den digitalen Zug verpasst hatten und somit in Vergessenheit geraten waren.

Doch nun wird es eine Rückkehr auf die große Bühne geben. Und zwar nicht nur von einem der genannten Unternehmen, sondern gleich von allen drei!

Polaroid

Im Jahr 2008 hatte Polaroid das finale Insolvenzverfahren beantragt und war dementsprechend von der Bildfläche verschwunden – allerdings nicht komplett, denn ein paar Enthusiasten gelang es im Zuge des „Impossible Projects“ weiterhin Polaroid Filme zu produzieren. Auch sollten nach einiger Zeit eine neue Sofortbildkamera auf den Markt kommen.

Nun hat ein polnischer Investor, der zuvor schon das Impossible Project unterstützt hatte, die gesamte Marke Polaroid inklusive aller Lizenzrechte gekauft. Das Impossible Project wird jetzt in „Polaroid Originals“ umbenannt und es wird zu Beginn direkt eine neue Kamera geben, die OneStep 2. Sie soll an die originale OneStep angelehnt sein, im Oktober 2017 auf den Markt kommen und rund 120 Euro kosten. Auch einen neuen Film wird es geben. Mehr Informationen zur OneStep 2 findet ihr auf der offiziellen Webseite von Polaroid Originals.

Kodak

Im Jahr 2012 wurde die Produktion des legendären Kodak Ektachrome Diafilms eingestellt, im Januar 2017 hatte Kodak dann jedoch angekündigt, eine neue Version des Films für Kleinbild und Super 8 auf den Markt bringen zu wollen. Außerdem war schon ein Jahr zuvor eine neue Super-8-Kamera in Aussicht gestellt worden.

In den letzten Monaten war es dann aber wieder ziemlich ruhig geworden um Kodak und Ektachrome, bis das Unternehmen kürzlich angekündigt hat, dass der Ektachrome-Film Ende 2017 fertig sein und ab 2018 dann verfügbar sein wird:

„We’re working towards having limited supply of Ektachrome film available for market testing by year end with availability in 2018.“ [Quelle: Kodak Twitter]

Hoffentlich kann Kodak den Zeitplan diesmal wie geplant einhalten. So oder so ist es aber schön, den Namen „Kodak“ wieder in aktuellen News zu lesen.

Yashica

Yashica war ein japanischer Kamerahersteller, der 1983 von Kyocera übernommen wurde. Seit 2003 ist es komplett ruhig um Yashica geworden, bis vor wenigen Tagen eine neue offizielle Webseite sowie einige kurze Teaser-Videos aufgetaucht sind, die die Produktion einer neuen Kamera andeuten. Um welche Art von Kamera es sich dabei handeln wird, ist noch völlig unklar. In den Videos ist lediglich eine Frau zu sehen, die unterschiedliche Kameras benutzt – von einer alten Yashica Kamera bis hin zu einem iPhone mit externem Objektiv:

Mit Polaroid, Kodak, Yashica und im Übrigen auch Zenit (Zenit hatte kürzlich eine neue spiegellose Vollformatkamera angekündigt) kehren also insgesamt vier traditionsreiche Unternehmen zumindest zu Teilen ins Rampenlicht zurück. Good news!

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.500 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

14 Kommentare

Hier klicken zum kommentieren

  • Schon die etablierten Anbieter kämpfen am Markt seit dem Siegeszug der Smartphones und nun wollen neue-alte Anbieter zurück in einen schrumpfenden Markt? Dazu Konzepte für Nischen wie Sofortbild, die es am Markt bereits gibt?

    Selbst grosse Konzerne wie Samsung haben sich vom Kameramarkt wieder zurück gezogen und Androidkameras gab’s ausser ein paar Versuche auch nicht weiter.

    Diese Firmen sind schon vor dem Neustart dem Untergang geweiht, da es bei den etablierten von Nikon über Olympus bis zu Sony genug Konkurrenz gibt, mit Innovation Ideen.

  • Die Liebhaber sterben aus…..
    Die Fotografen, die noch analog unterwegs waren, wird`s freuen…
    Allerdings, wie schon mehrmals gesagt, die Jugend kann kaum noch einen Fotoapparat bedienen, dann noch die mit Film ?? Mit dem Smartfone können sie fast alles, aber hiermit ??

    Dennoch wünsche ich den Herstellern viel Glück.

    • Was wollen Sie denen noch Glück wünschen, wo sie ihre Inkompetenz bereits schon einmal vor 5 bis 10 Jahren bewiesen haben und das ohne radikal neue Ideen? Das wäre so als wenn sie ankündigen wieder einen Saab zu bauen, der aussieht wie ein Golf und einen Diesel Motor hat und noch teurer ist als das Original.

      Das sind Flops die bald wieder verschwinden. Und was soll ich mit einer Polaroid? Da bietet Canon mit dem Selphy 1200 und 1300 das bessere Konzept für den Sofortdruck unterwegs und das in beachtlicher Qualität.

      • Gut daß Sie schon wissen, was die Firmen anbieten. Ich freue mich über jedes neue Angebot, daß meine Wahlmöglichkeiten vergrößert und bin schon gespannt, was die neues bringen.

      • Das sehe ich anders, Karlchen. Von Yashica ist gar nicht bekannt, was die anbieten wollen, folglich kann man auch deren Marktchancen für ein nicht bekanntes Produkt doch gar nicht beurteilen oder abschätzen. Revivals von alten Produkten sind immer wieder sehr erfolgreich. Aktuelles Beispiel: Vinylschallplatten, die von CDs erst komplett verdrängt wurden und seit einigen Jahren wieder im Kommen sind. Das ganze dann zu einer Zeit sogar, in der Streaming- und Downloadangebote die CDs zum Ladenhüter gemacht haben. Wer hätte vor 20 Jahren auch nur einen Pfifferling auf Schallplatten gegeben? Trotzdem hat sich wieder ein richtiger Markt für Vinylplatten entwickelt einschliesslich neuer bzw. wieder produzierter alter Schallplattenspieler. Warum sollte das nicht auch bei Analogfilmen und bei Sofortbildkameras möglich sein? Zumal es sich bei Polaroid ja nicht um den Originalhersteller sondern um ein Unternehmen handelt, das lediglich die Rechte für Polaroid erworben hat, man also diesem Unternehmen nicht unterstellen kann, es hätte seine Inkompetenz bereits früher einmal bewiesen. Die Selphy Produkte halte ich auch nicht für das bessere Konzept, denn wer bitte, schleppt sowohl eine Kamera als auch einen Drucker mit sich herum, um Unterwegs Fotos auszudrucken? Wenn das Foto direkt und sofort nach dem Auslösen aus der Kamera kommt, halte ich das für praktibler und für besser. Warum soll man eigentlich Unternehmen mit neuen/alten Produkten keinen Erfolg wünschen? Verstehe ich nun wirklich nicht?

  • Wer hätte das gedacht. Fotografie boomt, und das trotz/wegen der Smartphones. Und das lässt alte Kamerafirmen wieder Hoffnung schöpfen und auferstehen 😉
    Bin mal gespannt, wer auf dieser Welle noch alles reitet.

  • Neue Mitspieler auf dem kleiner werdenden hart umkämpften Markt.

    Die Neugründer werden lange und ausgiebig das Marktsegment beobachtet und analysiert haben. Sie werden eine rechnerisch lukrative Nische, vielleicht ein neues Produkt kreieren in das sich eine Investition lohnt.

    Ich sehe da drei Möglichkeiten. Das bereits vorhandene Smartphone wird als Befehlszentrale, bewegliches Display, als Betriebssystem in ein neuartiges Kamera System per WLAN integriert. Warum zwei Rechner wenn man sowieso immer einen in Form eines Smartphones dabei hat.

    Die zweite Möglichkeit ist als Smartphone Zulieferer zu sehen, wenig Erfolgversprechend.

    Die dritte Variante, für mich die schönste Spekulation. Das zum Beispiel ein preiswertes Spiegelloses reines Schwarz/Weiß System auf den Markt kommen könnte.

  • Vor 30 Jahren hatte ich mit einer Yashica 230 AF mit der Fotografie angefangen. Als ich auf digital umgestiegen bin, habe ich nicht schlecht gestaunt; als ich abwechslungsweise durch die Sucher der Nikon D7000 und der Yashica geschaut habe, ging mir förmlich ein Licht auf – das Sucherbild der Analogkamera war so hell und klar, dass ich fast eine Krise hatte. Nebenbei habe ich noch bemerkt, dass die beiden Kitobjektive durchgehend Lichtstärke 4 hatten! Wo gibt es dann sowas heute noch? Allerdings möchte ich nicht mehr zurück. Früher hat man sich zweimal überlegt, ob man das Bild machen soll, denn ein Dia kostete jedesmal einen halben Schweizer Franken. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich von Reisen mit etwa 200 Bildern zurückkam und das Gefühl hatte, ich habe viel fotografiert. Heute mache ich das in einem Tag!
    Aber etwas hatte die gute alte Zeit, man lernte das Handwerk des Fotografierens wirklich. Denn bei Dias musste man äusserst präzise sein, vor allem bei der Belichtung. Spotmessung war fast Pflicht! Heutzutage ertappe ich mich auch oft dabei, dass ich einfach mal ein Bild mache und dann die Einstellungen korrigiere.
    Den neuen Alten gebe ich allerdings kaum eine Chance, die haben den Postabgang definitiv verpasst.

    • Richtig! Aber: wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen, wo wir uns vom „hauptsache irgendwie digital“ (auf Grund des Stands der Technik) lösen können und uns auf die ausgefeilte Technik des optischen Bereichs aus Zeiten der Analogen zurückbesinnen können.
      Und jetzt wird’s richtig spannend und gut!
      Ich hoffe jedenfalls, dass wir endlich wieder bei den Spitzenkameras der Analogzeit landen werden, nur, dass statt eines Films jetzt eben ein KB hip drinnen steckt! 🙂

  • also, bei den ganzen schwarzmalern möchte ich auch gerne mal eine andere seite darstellen. für den schnappschuss und einfache schöne photographien ist eine digitale systemkamera eine tolle sache. für verschiedene objekte fehlte mir aber noch der kleine schliff. eine digitale kleinbildkamera war mir aber viel zu teuer, ganz abgesehen von den objektiven. also kramte ich die alte, aus den 80er jahren stammende spiegelreflex raus mit einem 50mm 1,4er objektiv raus und machte ein paar photos. ganz ehrlich, ich war wirklich überrascht was dabei raus kam. eine gute spiegelreflex mit einem 28mm, 50mm und 135mm bekommt man schon für 150 bis 200 €. ok, die die ich hier habe hat keinen autofokus,… aber für die bilder die ich damit machen will brauche ich das auch nicht. das knipsen damit hat mir so viel spaß gemacht, daß ich mir jetzt noch eine kompaktkamera mit autofokus aus den 90ern kaufte und dazu noch eine halbformat aus den 60ern und ich war überrascht, was für bilder dabei herauskommen. diese farben und kraft mit der tiefenwirkung ist wirklich beeindruckend. und das waren noch die billigen filme. jetzt kommen dias dran.

    was ich damit sagen will ist; es würde mich nicht wundern wenn der eine oder andere hersteller mit einer analogen spiegelreflexkamera wieder auf den markt kommen würde. ich bin tatsächlich nicht der einzige der wieder analog photographiert. nein ich stelle die digitale ganz sicher nicht in den schrank. es sind andere bilder die man damit macht. ich jedenfalls freue mich auf den neuen Ektachrome.

    ein freund von mir photographiert viel mit seiner alten polaroid. und wenn jetzt yashica eine analoge spiegelreflex herausbringt,…

    ich freue mich drauf. 😉

    • Die analoge Fotografie war nie ausgestorben, ich besitze noch 7 analoge Canon EOS Gehäuse, die alle noch funktionieren, auch die Displays, obwohl man damals meinte, die würden nicht länger als 5 Jahre halten. Seit 2014 fotografiere ich auch mit einer digitalen EOS, aber es macht mir immer noch Freude, unbeschwert durch die Natur zu streifen und Bilder zu machen, auf die man gespannt sein kann, wie sie geworden sind. Allerdings mache ich keine Dias mehr , sondern nur noch SW und Farbfilme.
      Ich habe auch noch Super 8 Filme, die ich aber mittlerweile digitalisiert habe. Wenn Kodak da was neues bringt, bräuchte es auch einen neuen S8 Projektor. Ich habe keinen mehr, wenn da was günstiges neu auf den Markt käme. Aber das analoge Thema betrifft wohl wirklich überwiegend die „alte Fotografengeneration wie mich“, obwohl ich kürzlich gelesen habe, das auch der eine oder andere Jüngere die von den Eltern her noch vorhandenen analoge Kamera ausprobiert. Aber überwiegend ist die junge Generation wohl an das Smartphone verloren, das sehe ich im eigenen Familien und Bekanntenkreis.

  • Polaroid war nicht ganz verschwunden. Die stellen auch externe Stromversorgungen her. Zum Teil handelt es sich offensichtlich, um NoName Produkte aus China, wo dann der Name Polaroid drauf kommt.