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Samsung: Weichen gestellt für 450-MP-Kamera im Smartphone?

Wo soll das enden? Smartphone-Kameras steht ein gewaltiger Sprung der Auflösung bevor. Und es wird wohl auch nicht der letzte gewesen sein.

200 MP galten bisher als Ziel

Und ihr dachtet, das vielleicht etwas sinnlos anmutende Wettrennen der Hersteller um die höchste Zahl der Megapixel in einer Smartphone-Kamera hätte schon ein Ende? Den letzten Berichten zufolge können wir noch in diesem Sommer mit dem ersten Smartphone mit 200-MP-Kamera rechnen, doch damit ist die Technik offenbar längst nicht an ihre Grenzen gestoßen.

Markenrechte an „Hexa2Pixel“ gesichert

Die Gerüchteküche spricht derzeit nämlich von 450 MP, die in den Fabriken von Samsung theoretisch schon in nicht allzu entfernter Zukunft sein sollen. Bei dieser Thematik fällt das Stichwort „Hexa2Pixel-Technologie“, die dafür die mathematische Grundlage liefern würde. Zumindest die Markenrechte haben sich die Südkoreaner wohl schon bei ihren und den europäischen Behörden gesichert.

Um das Verfahren in ganz groben Zügen zu umreißen: Der aktuelle ISOCELL-HP1-Sensor hat eine Auflösung von 200 MP. Dabei besteht die Wahl aus einem 50-MP-Modus mit 2×2- oder 4×4-Pixel-Binning (Tetra2Pixel), womit mehrere Bildpunkte zu einem zusammengefasst werden. Das erhöht die Lichtaufnahme, verringert allerdings die Auflösung. Übersetzt man Hexa2Pixel nun, spräche Vieles dafür, dass 32 Pixel, also 6×6 Pixel, zu einem einzigen zusammenfasst. Das würde wiederum bedeuten, dass der Sensor eine theoretisch mögliche Auflösung von 450 MP hat.

Was kommt nach dem MP-Rennen?

Sonderlich viel mehr ist an der Geschichte auch schon gar nicht mehr dran. Es gibt keine weiteren Anhaltspunkte, dass Samsung wirklich an einer Veröffentlichung dieser Technologie, falls sie überhaupt existiert, arbeitet – und auch nicht, ob das schon bald der Fall sein könnte. Es verdeutlicht aber, dass Smartphone-Kameras noch eine spannende Entwicklung bevorsteht, egal, in welche Richtung sie geht. Ich freue mich aber auch darauf, wenn Herstellern noch etwas anderes einfällt, als nur an der Pixelschraube zu drehen.

via: SamMobile | Beitragsbild: TechieTech Tech

Smartphone-Kameras: Unsere Übersicht zur Halbzeit 2022
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Rüdiger

Gibt’s denn irgendwo einen halbwegs objektiven Vergleich der schon existierenden Varianten mit 2×2 und 3×3 Subpixeln? Mit dem Ergebnis könnten wir dann abschätzen, wieviel besser die Bildqualität beim Einsatz von 4×4 und 6×6 Subpixeln wird.

Meine Vermutung: Schon der Unterschied zwischen 2×2 und 3×3 ist in der Praxis so marginal, dass das niemand am Endergebnis unterscheiden kann. Immerhin gibt es außer Samsung keinen Hersteller, der bei den Spitzen-Smartphones mit 3×3 Subpixeln arbeitet. Apple und Sony verzichten sogar komplett auf Subpixel.

Bei DXOMark landen diese Samsung Kameras in der Rangliste auch erst hinter den Top 10.

Es verdeutlicht aber, dass Smartphone-Kameras noch eine spannende Entwicklung bevorsteht, egal, in welche Richtung sie geht.

Das sehe ich anders. Seit einiger Zeit stagniert die Entwicklung und es bräuchte wahrscheinlich erstmal eine große Innovation im optischen Teil um bessere Sensoren sinnvoll nutzen zu können. Da ist aber nichts greifbares in Sicht.

joe

Welchen Vorteil bieten 450MP gegenüber zum Beispiel 12MP bei herkömmlichen Smartphones? Ich sehe da nur einen Punkt, croppen als Teleersatz, wenn die Auflösung tatsächlich hält was sie verspricht!

Rüdiger

Das ist ein Punkt, wobei man immer sehen muss, dass die Farbauflösung bei 12MP bleibt. Die Skalierung ist also nicht ganz trivial und man hat nicht die volle Bildinformation.

Hauptvorteil der Subpixel ist die Möglichkeit, HDR Aufnahmen bei gutem Licht zu machen. Ein paar Pixel werden „normal“ belichtet, ein paar kürzer und ein paar länger. Damit erweitert man die Dynamik, ohne mehrere Aufnahmen mit großem Zeitabstand machen zu müssen.

Die Frage ist, ob man das Bildergebnis noch bedeutend verbessern kann, wenn man statt der ersten Stufe mit 2×2 Subpixeln noch höher auflöst mit 3×3, 4×4 oder wie hier angedacht 6×6. Ich glaube nicht.

joe

Also wenn es gar nichts bringen würde, dann würden die das (hoffentlich) doch nicht weiterentwickeln? Und nur für Marketing Zwecke denke ich ist so eine Entwicklung zu teuer. Aber unabhängig davon, wieviel Speicherplatz braucht dann ein einziges Bild? Ist dann nach 7 Bildern der Speicher auf dem SP voll?

Rüdiger

Auch bei den 108MP Sensoren werden normalerweise 12MP JPEGs abgespeichert. Will man wirklich die volle Auflösung speichern, muss man das explizit angeben. Dann merkt man in der Regel schnell, dass das nicht allzu viel bringt. Selbst bei optimalen Bedingungen sind die Bilder in der 100% Ansicht unscharf und/oder verrauscht.

Außerdem kann man in dem Modus in der Regel kein HDR oder Portrait-Modus nutzen.

Carsten Klatt

So etwas kaufe ich mir nicht mehr. Ich warte bis die Auflösung bei 1TB ist, vermutlich im nächsten Jahr…

joe

Das ist absolut vernünftig 👍

Leonhard

Also diese 450MP, die muss ich unbedingt haben, wie komme ich nur mit diesen popeligen 108MP oder weiß der Teufel, wie viel die sich bei meinem Sensor in die Tasche lügen, aus?

Alles, was ich mit dem Laberknochen knipse landet erst auf meinem Bildschirm dieses Wunderwerks, dann auf den Bildschirmen der Familie, die die Männer in Aktion sehen wollen. Auf diesem komischen Display werde ich dann statt sagen wir 70% der Bildpunkte sicherlich 90% der selbigen nicht nicht sehen, aber man muss immer noch Reserve haben.

Umsatz muss sein, so funktioniert die Welt, im Prinzip ist der Unterschied zwischen einem SP und einem Tampon ja bekannt, das SP ist für den Arsch und hat keine Schnur, aber wir brauchen dieses Feeling, diesen Look, den entspannten Moment, wenn wir anlegen, auf den Auslöser, den es ausser bei wenigen ja nicht wirklich gibt, drücken wollen und in diesem Augenblick größter Entspannung das Eheweib anruft und fragt: „Wenn Du mit knipsen fertig bist, kannst Du noch zwei Essen vom Metzger besorgen, ich fotografiere gerade mit meinem 450MP-SP den ausgebrannten Backofen und schicke die Bilder an die Hausratversicherung.

lumin

Der Pixelwahn wird langsam ermüdend, was müssen die sich denn noch einfallen lassen, um den Aktionären zu gefallen. Wie war das mit Nachhaltigkeit und CO2 sparen auf der Welt? Auch so ist ja nur Aluhutgerede, so können wir zumindest den Untergang der Menscheit wie es sich gehört „up to date“ in 20K Extra Large HD aufnehmen und für die Nachwelt in die Cloud laden 😉

450 MP Telefon, Sachen gibts.

Sabrina

Mir gefällt folgender Satz von Rüdiger am besten:

„Hauptvorteil der Subpixel ist die Möglichkeit, HDR Aufnahmen bei gutem Licht zu machen. Ein paar Pixel werden „normal“ belichtet, ein paar kürzer und ein paar länger. Damit erweitert man die Dynamik, ohne mehrere Aufnahmen mit großem Zeitabstand machen zu müssen.“

Damit würde man auch das Deghosting, die Geisterbildrausrechnung sparen.