Smartphones & Apps

Shiftcam ProGrip lehrt eurem Handy, eine DSLM zu sein

Der ProGrip von ShiftCam verwandelt Smartphones in DSLMs – zumindest in puncto Haptik. Externe Lichtquellen und Handy-Objektive gibt es optional dazu.

Während Smartphone-Kameras immer bessere Ergebnisse liefern und Software-Riesen wie Adobe innovative Apps entwickeln, ist das Fotografieren mit dem Handy immer ein bisschen fummelig. Die flachen Geräte, deren Oberfläche zum Großteil aus einem empfindlichen Touchscreen besteht, bieten einfach nicht die Stabilität und das Gewicht einer DSLR oder DSLM.

Für Smartphone-Fotografen gibt es daher schon lange optionale Halterungen und spezielle Handyhüllen, mit denen das Handy beim Fotografieren ein wenig umgänglicher wird. Mit dem ProGrip bringt der Hersteller ShiftCam demnächst ein Modell auf den Markt, das neben zusätzlichem Plastik und einem richtigen Griff auch einige Zusatzfunktionen bietet. So bringt der Handgriff Steckplätze für Zubehör und, kein Scherz, eine Plastikwölbung mit sich, die sich wie ein Objektiv auf der Hinterseite des Smartphones umgreifen lässt.

Auslöseknopf und kabelloses Aufladen

ShiftCam schreibt ausgewählte Modelle von Apple, Samsung, Google, Huawei, LG und Xiaomi als kompatibel aus. Ist ein Smartphone aber nicht größer als 173 Millimeter mal 84 Millimeter, lassen sich auch beliebige andere Modelle einsetzen. Diese schiebt ihr links in den ProGrip hinein und drückt die Handyhalterung zusammen. Falls euer Handy kabelloses Laden unterstützt, wird das Handy per QI-Technologie aufgeladen. Das kabellose Laden als Stromquelle zu nutzen, ist durchaus clever. Denn so bleibt der handyeigene Anschluss für externes Zubehör wie Mikrofone frei.

Herkömmliche Handygriffe wie dieser hier kommen meist ohne eingebaute Powerbank aus und sind weitaus weniger ergonomisch als der Shiftcam ProGrip.

Externes Zubehör lässt sich über einen Blitzschuh an der Oberseite der Halterung anbringen. Ähnlich verhält es sich mit Objektiven, die statt an der Oberseite direkt vor der Linse eures Smartphones angebracht werden können. In den Griff integriert ist neben dem zusätzlichen Akku mit 5.200 Milliamperestunden auch ein Auslöseknopf, der per Bluetooth mit dem Handy kommuniziert.

Für Porträtaufnahmen und zum Anschauen der Fotos nach einem ausgedehnten Smartphone-Fotografie-Tag lässt sich das Mobiltelefon innerhalb der Halterung um 90 Grad drehen. Stellt ihr den ProGrip dabei auf einen Tisch, wird das Handy zum Bildschirm und die Halterung fungiert als Stativ. Wie ShiftCam selbst demonstriert, lässt sich der ProGrip so auch als Wecker oder zum Lesen von Rezepten beim Kochen einsetzen.

Kickstarter-Ziel innerhalb einer Stunde erreicht.

Im Handel erhältlich ist der ProGrip aber noch nicht, sondern lediglich per Kickstarter vorbestellbar. Auf der Plattform für Crowdsourcing kommt der Handygriff gut an, denn das ursprüngliche Finanzierungsziel von umgerechnet 44.733 Euro wurde innerhalb einer Stunde eingeholt. Inzwischen haben Interessenten das Ziel um das Fünfeinhalbfache übertroffen.

Der ProGrip lässt sich auch als Halterung für das Smartphone nutzen. | Quelle: © ShiftCam

Im Rahmen der Kickstarter-Kampagne kostet der Griff allein 99 US-Dollar, was umgerechnet in etwa 90 Euro entspricht. Wer alle Funktionen inklusive der zusätzlichen Linsen nutzen will, muss jedoch bis zu 399 US-Dollar (rund 350 Euro) in die Hand nehmen.

Die Finanzierung des Projekts läuft noch bis zum 15. August 2020. Dann versichert der Hersteller ShiftCam, die bestellten Modelle so schnell wie möglich weltweit auszuliefern.

Was sagt ihr zur Profi-Smartphonehalterung von ShiftCam? Nutzt ihr ähnliches Zubehör bereits oder bedient ihr das Handy beim Fotografieren auf herkömmliche Art?

Quelle: ShiftCam Homepage | Kickstarter

Benjamin Lucks

Benjamin Lucks

Freiberuflicher Journalist, der einige Jahre Berufserfahrung aus einer Technik-Redaktion mitbringt. Da er seit seiner Jugend fotografiert, ist Photografix für ihn die lang ersehnte Doppelbelichtung aus Berufs- und Privatleben.

guest
15 Kommentare
älteste
neueste
Feedback
Zeige alle Kommentare
Cat

Das Konzept ist ok.
Doch
Mir fehlt da einiges. Es macht das Smartphone groß und muss ja zusätzlich mit geschleppt werden.
Und dann möchte ich Knöpfe und Drehräder und nicht den „Sucher-Monitor“ betouchen müssen.
Aber der Akku, die Flexibilität für viele Geräte und das Hochformatgelenk sind gute Ideen.
Nur für mich nicht zu Ende gedacht.
Wann kommt endlich Apple mit einer eigenen Idee? Denn die flachen Brettchen sind für Einhandfotografie horizontal für menschliche Hände denkbar ungeeignet.

Mirko

Die Antwort von Apple wird wohl AR Brille heißen, noch in Verbindung mit dem IPhone. Die meist verkaufte Uhr heißt IWatch sogar ohne IPhone total erreichbar. Der Höhepunkt vom Smartphone wurde schon längst überschritten ist nur noch nicht bei Sabrina und Friends vorgedrungen …..

Cat

ARBrillen, können Menschen ihre Augen dann gleich nach der Schulzeit gegen Fotosensoren tauschen? Weil sie durch ständiges befeuern durch Lichtsignale aus kürzester Distanz unbrauchbar geworden sind?
Die IWatch ist ja kaum wirklich Knipsbildtauglich.
Ich sehe noch nicht so bald, das Smartphones als Informationszentrale und Foto/Film/Diktier-Gerät abgelöst werden.

Die Zubehörspezialisten lassen solche „Fotogriffe“ schon vie zu lange vermissen.

Fabian

Hin, oder her, die Bildqualität eines Smartphones ist immer noch schlecht im Vergleich zu einer Kamere mit MFT/Apsc/VF und das wird auf lange Sicht noch so bleiben.

50d

Ich hoffe es, so bleibt einem noch eine Weile die riesige Auswahl an DSLMs/DSLRs
im Bereich bis 1500 Euro erhalten?

...

uuuufff fabian. sabrina incoming

Alfred Proksch

Es geht nicht um die Bildqualität von Smartphones sondern um eine bequemere Handhabung und um zusätzliche Funktionen.
 
Mein SP habe ich sowieso immer dabei, auch wenn ich einen herkömmlichen Fotoapparat eingepackt habe. Der ProGrip hat immer Platz denn wirklich groß ist er nicht.
 
Etwas ähnliches zum Filmen mit dem SP gibt es von DJI heißt Osmo Mobile 3 ist auf drei Achsen stabilisiert. Das Ding ist natürlich größer und für Video gedacht.
 
Der ProGrip ist hauptsächlich für die Fotografie gedacht. Das sind die Artikel die in der breiten Masse zusätzliche Umsätze generieren werden. Ein Smartphone hat sogar meine alte Mutter und sie macht Bilder welche sie mir sendet.
 
So wie das Ding käuflich zu erwerben ist liegt es mit Sicherheit in meinem Handschuhfach oder im Umhängebeutel.

Cat

Alles kehrt irgendwann zurück – vielleicht sogar Tasten und Drehräder am Mobiltelefon.
Oder Träume sind Schäume…
Auch bei Fotokameras ist mir das XF-Fuji-Bedienkonzept 100 x lieber, als das was Canon und Leica die letzten Jahre verbrochen haben.

...

ein traum für sabrina wird wahr

Tom

Naja, damit wird es in der Hosentasche aber auch eng.
Wenn ich es dann eh im Rucksack oder in einer extra Tasche tragen muss, kann ich auch eine MFT oder APS-C mitnehmen.
Z.B. die Fuji X100V, XE3.. oder eine Olympus PEN, OMD10…

50d

Ich sehe da keinerlei Vorteile, zu einer kleinen APS-C / MFT wie Oly Pen oder Canon eos m100.

Mark Göpferich

Es geht da weniger um Vorteile, sondern eher darum, die Nachteile eines Smartphones – das viele sowieso besitzen – im Vergleich zu einer richtigen Kamera zu reduzieren.

50d

Ja, aber so ein Teil muss ich in eine Tasche stecken, in eine Tasche kann ich dann jedoch auch für 140 € weniger eine ähnlich große Systemkamera kaufen.

Alfred Proksch

Ich fotografiere mit APS-C und Mittelformat, also eher am oberen Ende der Fahnenstange!
 
Trotzdem gibt es genügend Gelegenheiten und Motive die wunderbar für die Smartphone Fotografie geeignet sind. Weil ich es genau wissen wollte habe ich mir eine SP Halterung für das Stativ zugelegt um einige Experimente zu machen.
 
Nach Studium der ausführlichen Bedienungsanleitung (leider schlecht übersetzt) und sauberem Arbeiten sind mir erstaunlich gute Bilder gelungen. Sogar der RAW Konverter hat das SP erkannt und so waren saubere Dateien für ein Poster kein Problem.
 
So eine Fotografie Hilfe wie der ProGrip erleichtert die Handhabung mit dem SP sehr. Darum geht es. Welche Ausrüstung die technisch besseren Bilder generiert ist klar. Nur die Mittelformat habe ich selten dabei, dafür ist sie zu groß und zu schwer, APS-C und Smartphone läuft dagegen immer mit.

Robin

Monitore, welche auch bei intensivstem Gegenlicht ausreichende Strukturen erkennen lassen, würden bereits reichen.
Wer mehr will, schaut sich die jüngsten Produkte von Sony und Panasonic für Vlogger an.