Inspiration & Praxis

Unicef-Foto des Jahres 2021: Das sind die Gewinner

Unicef hat zum 22. Mal das Unicef-Foto des Jahres gekürt. Das Gewinnerbild hält Ohnmacht und zugleich Entschlossenheit eines Mädchens fest.

Ein Mal pro Jahr zeichnet Unicef Deutschland im Rahmen des internationalen Fotowettbewerbs „Unicef-Foto des Jahres“ Bilder von professionellen Fotojournalistinnen und Fotojournalisten aus, die die Lebensumstände und Persönlichkeiten von Kindern auf außergewöhnliche Art und Weise dokumentieren. Nun wurden die Gewinner des Jahres 2021 bekanntgegeben, dabei wurden insgesamt drei Gewinnerfotos ausgezeichnet, zudem hob die Jury neun weitere Reportagen mit ehrenvollen Erwähnungen hervor.

Die drei Gewinner

Das Siegerbild: Vom Untergang einer Hoffnung

© Supratim Bhattacharjee, Indien

Der erste Preis für das Unicef-Foto des Jahres 2021 geht an den indischen Fotografen Supratim Bhattacharjee. Sein Foto zeigt die elfjährige Palavi, die durch einen tropischen Wirbelsturm ihr Zuhause, ihren kleinen Teeladen und somit ihre gesamte Existenz verloren hat. Das Foto zeigt sie einen Tag nach der Katastrophe.

2. Preis: Ein kleiner großer Sieg über die Pandemie

© Sourav Das, Indien

Auch der 2. Preis geht an einen Fotografen aus Indien, nämlich an Sourav Das. Sein Foto macht auf ein Problem aufmerksam, mit dem Millionen Mädchen und Jungen während der Coronakrise konfrontiert waren: Sie konnten nicht zur Schule gehen. Der indische Lehrer Deep Narayan Nayak hat deshalb die Schule seines Dorfes kurz entschlossen nach draußen verlegt, dabei wurden die Wände der Häuser zu Tafeln umfunktioniert.

3. Preis: Leben mit der Verletzung

© Younes Mohammad, Irak (Agentur MEI)

Salman Farman Saleh hat im Kampf gegen den Islamischen Staat beide Beine, eine Hand, ein Auge und ein Ohr verloren. Das Foto von Younes Mohammad zeigt ihn mit seinen beiden Kindern, die trotz des Schicksals ihres Vaters und ihrer Familie noch die Kraft besitzen, zu lieben und zu lächeln.

Ehrenvolle Erwähnungen

Auf den Müllhalden des Krieges (Syrien)

© Ali Haj Suleiman, Syrien (Agentur MEI)

Unterwegs in der Tradition (Iran)

© Emily Garthwaite, Großbritannien

Das Glück, lernen zu dürfen (Nigeria)

© Emeke Obanor, Nigeria

 Lockdown-Gedanken (Deutschland, Schweiz, Singapur)

© Feli & Pepita von Ehrenfeld, Deutschland

Zwei Herzen für Clara (Deutschland)

© Gordon Welters, Deutschland (Agentur laif)

Für immer verbunden (Deutschland)

© Jörg Volland, Deutschland (Absolvent der Hochschule Hannover)

Das Haus, das den Kindern Beine schenkt (Philippinen, Äthiopien, Haiti)

© Matilde Simas, USA, für Limb Kind Foundation

Uliana, die aus der Kälte kommt (Russland)

© Natalya Saprunova, Russland/Frankreich

Arm sein in Duisburg (Deutschland)

© Toby Binder, Deutschland
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Frank

All diese Menschen haben Sorgen in ihrem täglichen Leben. Aber wie klein sind doch die Sorgen der Menschen aus den reicheren Regionen des Erdballs gegen die der benachteiligten Menschen in den ärmeren Ländern oder Kriegsgebieten? Vielleicht sollten wir zu Weihnachten einmal etwas in uns gehen und uns die Frage stellen, ob wir mir einem Menschen auf diesen Bildern tauschen möchten. Weihnachten einmal nicht als Fest der Geschenke, sondern als Fest der Liebe, der Freude und des Teilens.

Maratony

Leid ist nicht messbar. Wenn es mir nicht gut geht, dann nützt es nichts zu wissen, dass es anderen auch schlecht geht.
Jeder sollte in Demut leben, unabhängig der anderen. Allerdings ist Bescheidenheit kein Gut der Moderne.

Carsten Klatt

Genau, den Rest der Welt interessiert es auch nicht, wenn es uns gut geht. Die Bilder sind mal wieder politisch korrekt! Das stört mich unabhängig von deren Qualität. Hier geht es um Politik und nicht um Fotografie. Leider sehr, sehr schade und damit wertlos.

mplusm

Sehe ich auch so. Mit der der Qualität der Fotos hat das ganze leider nichts zu tun.

Marcel

@Carsten Klatt: Genau das habe ich auch gedacht. Sehr schade!

Foamberg

wieder diese dümmlichen relativierungen – nicht die fotos sind wertlos sondern die dümmlichen kommentare hier! der punkt ist ja der, ein formal perfektes foto ohne relevanz (ich meine die geschichte dahinter) hat keinen sinn! so wie 97% der bilder auf instagram, mit der die die amateur-community den intellekt der paar halbwegs gebildeten menschen beleidigt die es online gibt! 🙂

Peter Braczko

Mir gefällt das Foto „auf den Müllhalden des Krieges“ besser! Mit dem Duisburg-Bild kann ich nix anfangen….

Maratony

Ich mag es, ist ein Zeit zeugnis der jugendkultur. Einfach und doch vielschichtig.

Alfred Proksch

Klar das Unicef diese Gelegenheit nutzt.

Schon immer leiden die Menschen unter dem Ego mächtiger Organisationen wie Religionen oder Regierungsformen. Daran werden auch Bilder wenig ändern. Not lindern ist in Ordnung, die Ursachen bekämpfen wäre besser.

Chris

Es fängt doch schon bei uns an mit unserem Konsumverhalten.
Daher sollten wir uns fragen, was wir tun könnten und nicht fordern, was andere tun sollten.

Besinnliche Weihnachten!

Frank

Die Bilder ändern natürlich nichts, sie bilden ja nur etwas ab. Ein Bild ist also keine Wirklichkeit, sondern eine Interpretation dieser. In diesem Falle werden sie von Unicef dazu eingesetzt, auf Notstände hinzuweisen.
Jetzt kann man natürlich meckern und sagen, daß die Köpfe solcher Organisationen wie das Rote Kreuz oder auch Unicef gut daran verdienen. Umgekehrt wäre es aber genauso, würden es diese Herrschaften ehrenamtlich machen.
Was bleibt ist die Not der Menschen.
Ursachen zu bekämpfen ist auch wichtig, nur, was willst Du denn machen, wenn die Oberschicht dieser Länder korrupt ist? Würdest Du dann deine Hilfe versagen wollen?
Ich weiß was Du meinst, das ist aber so nicht machbar. Ändern täte sich das nur, wenn man mit diesen Ländern keine Geschäfte mehr macht. Weder wirtschaftlich, noch politisch. Dann gibt es aber immer noch die anderen Staaten, die bereitwillig dazu beitragen, als Ersatz einzuspringen. Ist einfach so.

Alfred Proksch

Frank, genau so ist es. Natürlich hilft man denn die kleinen können nichts dafür.

Peter Braczko

…aber „Frank“ hat`s verstanden! Danke dafür

Maratony

Die Oberschicht jedes Landes ist kurrupt. Die ethische Frage die sich für den Westen stellt ist, wollen wir diese Länder auf einer Stufe haben wie wir es sind.
Leid lindern ist das Gleiche wie zu sagen, das muss reichen. Die Ursache der Armut einiger vieler Länder ist der Reichtum der wenigen mächtigen Länder. Wer Ursachen bekämpfen will muss bei sich selbst anfangen.

Zu sagen, dass Bilder nichts ändern ist nicht richtig. Bilder zeigen ine Realität, die einem verborgen bleiben würde, wenn es mir nicht offenbart worden wäre. Einige Bilder sind legendär und haben die Welt verändert.

Nicola

100% Zustimmung

Cat

Hoffentlich nicht wieder so ein „Foto-Fake“ wie das scheußliche Bild von MacQurry, das einen bis heute leider verfolgt… aber dieses finde ich zumindest fotografisch viel gelungener, selbst mit schrägem Horizont.
Es ist überall Elent, weil einige die Menschen, die Natur und den Planeten ausbeuten und die große Masse zu dumm ist, um auf eine andere Verteilung und mehr Schutz zu dringen.

Peter Braczko

Welches „scheußliche“ Bild? Meinten Sie den Fotografen Steve McCurry?

Robert B.

Alles was nicht passt, wird passend gemacht. Früher wurden missliebig gewordene Personen aus Bildern wegretuschiert oder andere hineinkopiert, was bei einer großformatigen Platte kein Hexenwerk war. Allerdings war das Originalnegativ hinterher „nicht mehr auffindbar“…
Heute sind ein paar Mausklicks.

Peter Braczko

Danke für den Link – sehe ich mir gleich an, denn MacQurry (??) ist mir nicht bekannt.

Cat

Den Namen habe ich absichtlich“verfremdet“ – so wie er wohl „absichtlich“ ein Foto einer jungen Frau gemacht hat, das er so nie hätte machen dürfen und schon gar nicht veröffentlichen dürfen. Selbst nach damaligen Standarts (1984) war es nicht angemessen eine junge Frau aus diesem Kultur- & Religionskreis so abzulichten. Genau genommen durfte sie so nur von männlichen Familienmitgliedern gesehen werden (was nach unserem Glauben eher sehr seltsam ist). Wie auch immer, das berühmte Bild ist keine Mona Lisa und es missfällt mir sehr, sehr.

joe

Die Motive sind alle interessant, einige berührend, und manche machen nachdenklich. Dennoch, Deutschland kann nicht die Welt retten. Solange es lukrativer ist Kriegswaffen in Krisengebiete zu verkaufen und Drogen- und Menschenhandel zu betreiben, wird sich nicht viel ändern.

Fritz

Dieser indische Ftograf sollte lieber mal zeigen wie viele LKW-Ladungen Müll sein Volk täglich einfach im Meer entsorgt. Selbst erlebt! Aber dafür bekommt er ja keine Anerkennung…

Maratony

Vielleicht ist es deutscher Müll…

Mirko

ist Deutschland nicht sogar auf Platz 2 der Müllexport Nationen

maratony

Definitiv sind wir oben mit dabei. #glashaus

Fritz

Ja da hast du bestimmt nicht Unrecht. Große Kinderaugen verkaufen sich aber halt besser,vor allem an Weihnachten.

Fritz

.. außerdem stammen 80% des Mülls im Meer aus asiatischen Ländern und 2% davon aus Europa,was aber immer noch 2% zuviel sind. Bei allen Problemen der Welt immer nur auf Deutschland zu zeigen ist etwas zu einfach,auch wenn es auf höheren Schulen den Kindern heutzutage so gelehrt wird.

Maratony

Das ist das einzig richtige den Kindern genau das zu sagen. Oder soll ich meinen Kindern etwa sagen, dass erstmal die asiatischen Kinder erzogen werden müssen und dann die deutschen?

Ich komme nicht in die Systeme der anderen rein, nur in mein eigenes. Genau da muss ich ansetzen.

Große Kinderaugen funktionieren. Aber das ist auch OK so. Unicef braucht eine Lobby und das ist dann eben ihr Vertreter. Das ist nicht verwerflich sondern vernünftig

Maratony

https://www.instagram.com/reel/CXwQDvmILLM/?utm_medium=copy_link zufällig gefunden, aber passt irgendewie

Fritz

Das ist deine Ansicht,meine nicht.

Maratony

Das ist zwar kaum ein Argument, aber akzeptiere ich dennoch 👍🏻

joe

Deutschland ist nicht an allem Elend dieser Welt schuld. Die einzigen die ihre Gräueltaten aufgearbeitet haben sind die Deutschen.

Achim

Der Horizont ist nicht waagerecht, weil die Erde rund ist, und sich hinter dem Mädchen das Meer befindet.
im übrigen, wenn man etwas ändern will, muss man bei sich selbst anfangen und nicht auf andere zeigen.
Aus Europa werden im Jahr Hunderttausende von Tonnen Müll bzw. Plastik nach Asien exportiert, würde mich nicht wundern, wenn davon ein Teil im Meer landet und daher den Asiaten zugerechnet wird.

joe

Ja, ja, die bösen, bösen Deutschen, die bösen Europäer und die guten, guten Asiaten, ok, wir haben verstanden.
Noch nie in Asien gewesen?

Achim

Die Antwort hat mit meinem Kommentar nicht die Bohne zu tun und ist ausgesprochen unsachlich.

joe

Doch hat es.

Mirko

👍🏻

joe

Fritz da hast du leider Recht, aber das will im politisch korrekten Deutschland niemand hören.

Maratony

Was willst du denn jetzt eigentlich sagen? Hast du auch Argumente oder nur Polemik?
In Asien wird der Müll für Europa produziert. Du bist es doch der den Preiskampf immer wieder postuliert. Immer billiger führt zu ungerechten Maßnahmen.
Wenn Deutschland bei such anfängt, dann fängt auch die EU bei sich an. Und das bedeutet wieder mehr eigene Produktion und weniger Outsourcing des Mülls.

Achim

Sehe ich auch so, aber mit manchen Leuten kann man einfach nicht diskutieren, nur Polemik, keine Argumente.

Ben

Und diesen Schuh soll ich mir nun anziehen? Ich habe den Müll nicht exportiert.

Maratony

Aber importiert schon. Das sollten wir schon überleben wie wir damit umgehen. Zu behaupten D hätte keine Verantwortung ist zu einfach.

Alfred Proksch

Wir die Sorte Mensch sind einfach zu viele auf dem Raumschiff Erde. Weil wir uns als Individuum um uns selbst und den eigenen Nachwuchs kümmern, wissen das wir endlich sind, genau deswegen machen wir Denkfehler ohne Ende.

Missstände aufzählen bräuchte zig Seiten, derentwegen resignieren bringt es auch nicht. @Maratony hat recht, jeder kann bei sich selbst versuchen möglichst wenig allgemeinen Schaden anzurichten.

Jede Änderung hat nur Bestand wenn sie von „innen“ kommt. Jede von „außen“ befohlene wird umgangen oder unterschiedlich interpretiert.

Allgemeine Interessen gibt es viele z.B. religiöse, geschäftliche, politische, oder heikle Staatsinteressen die mit Parteien nur indirekt zu schaffen haben.

Bilder wie die von Unicef ausgezeichneten sollen uns einen Spiegel vor die eigene Nase halten und wenigstens etwas zum nachdenken anregen.

mathias

Fotografie ist doch auch Geschichten erzählen und transportieren, auch ein Stück weit Geschichte dokumentieren, Aussagen treffen und aufrütteln.

Und das kann man aus fotografischer Sicht in sehr unterschiedlicher Qualität machen, Motiv und Perspektiven und Licht so wählen, dass es die Aussage rüber bringt, berührt und zum Verweilen und Nachdenken auf dem Bild führt.

Wenn es politische Themen sind, sind die Bilder wertlos wie weiter oben mal erwähnt?
Was für eine Aussage…

Natürlich ist nie sicher gestellt, dass Fotos auch missbraucht werden von diversen Organisationen.

Und Deutschland kann die Welt nicht allein retten, aber vielleicht doch etwas mehr tun.
Und nicht alle, die nicht auf unserem Level leben, sind daran auch selber schuld.

Ich finde aus meinem einfachen fotografischen Blick die meisten Fotos sehr gut, und weiss wieder, dass gute Fotos auch jenseits meiner Welt gelingen, die sich nur um gute Perspektiven und Farben dreht, bei immer ähnlichen Motiven.

Markus

Unabhängig vom politischen Kontext und dem ganzen Leid finde ich zumindest ein paar der Bilder fotografisch sehr gelungen, insbesondere das Gewinnerfoto „Vom Untergang einer Hoffnung“ sowie die Fotos „Ein kleiner großer Sieg über die Pandemie“, „Unterwegs in der Tradition“ und „Arm sein in Duisburg“… Wertlos finde ich die Bilder in keinem Fall, egal worum es geht… und ja, wir sollten alle in Demut leben!

Leonhard

M.M.n. sind diese Bilder eigentlich nichts anderes als Marketingfotos einer Hilfsorganisation. Wie wurde hier so richtig bemerkt: „Bilder erzählen Geschichten!“ Richtig, und wir lieben Geschichten, wollen Geschichten erzählt bekommen, damit ersparen wir unseren westeuropäischen Magennerven die Plage, sich mit der tatsächlichen Welt außerhalb unseres Lebensbereiches auseinander setzen zu müssen. Der Vater mit dem fehlenden halben Arm und den beiden verstümmelten Beinen zwischen seinen Kindern, dies regt unsere Geberfantasie an, allerdings wollten wir wahrscheinlich ein Bild aus dem Moment, als dieser Mann seine Gliedmaßen verloren hatte und bevor ihn Ärzte in diesen Zustand versetzt haben alle gar nicht sehen, so ein Bild hätte auch nicht gewonnen, weil es eben nicht wirklich werbewirksam ist. Da ich alt und böse bin habe ich für mich leider eine Erkenntnis gewonnen: Was können wir an solchen Zuständen ändern? Genau genommen rein gar nichts, wir können nur versuchen uns vorzumachen, dass wir daran etwas ändern könnten, dann fühlen wir uns wieder besser und der Festtagsbraten schmeckt! Allerdings sollten wir auch endlich aufhören, in unserem erlernten Krämerseelendenken zu glauben, unendliches Leid sei so unbedingt von der finanziellen Situation eines Einzelnen oder dessen Landes abhängig, mit dieser Denke verschließen wir eigentlich nur unseren Blick vor der Tatsache, dass… Weiterlesen »

Maratony

Der Wohlfahrt den Willen, Zweck und den Effekt abzusprechen, dass ist schon hart.
So zynisch möchte ich nicht werden dass ich Bilder als Marketing abtuh. Das sie Werbung machen ist doch klar, dass sie dafür gute Fotos brauchen auch.
Hauptsache eine Neue Kamera liegt unterm Baum…?
#alt #böse

Leonhard

In diesem Falle eher alt und lebenserfahren, aber egal. Bei mir liegt keine Kamera unter dem Baum, was schon daran scheitern würde, da hier gar kein Baum steht. Ich wehre mich eigentlich nur gegen dieses hier oftmals verkündete, ach so einfache Weltbild, klar, wir Industriestaaten beuten andere Staaten aus, dies ändert aber, inklusive aller Sanktionen am Ende rein gar nichts daran, dass die Oberschichten überall auf der Welt im absoluten Überfluss leben, egal ob Sanktionen oder eben auch nicht. Wenn wir Sanktionen gegen Russland beschließen, dann schlürft die Oberschicht dort nicht eine Schale Krim-Sekt weniger, mampft nicht einen Löffel Kaviar weniger, nur das Mütterchen am A…. der Welt kann sich seine dünne Suppe nicht mehr leisten, die kleine Rente und die Inflation eben. Was glauben hier Leute, wie viele Söldnerarmeen aus wie vielen Staaten in der Ukraine vertreten sind? In Afghanistan haben nicht die Taliban die Macht übernommen, dies war eher eine geplante Übergabe an die eher gemäßigten Kräfte unter den Gottes-Kriegern. Nun können wir natürlich nicht mehr mit denen reden, dies wird dazu führen, dass da genug der üblichen Verdächtigen mit den Leuten reden werden, die aus deren Sicht dann radikal genug sind, so sieht die wahre Welt aus.… Weiterlesen »

Knut

Ich halte diese Bilder für wichtig. Sie bilden das ab was wir meinen zu wissen. Da braucht man sich überhaupt nicht über die Darstellung der Bildqualität oder Bildaufbau zu mokieren. Armselig, lächerlich und dumm. Und ja es gibt überall Elend zu sehen. Das heißt aber nicht daß dort Elend herrscht. Man kann das Gefühl von Elend und Abgründen nämlich auch herbeireden. Dieses Herbeireden führt dann zu ebensolchen Störungen wie wirkliches Elend zu erleben. Man kann nämlich nicht nur schönreden sondern auch schlechtreden mit all den Folgen. Deshalb halte ich eine Objektivierung für wichtig und stehe Dramatisierungen ablehnend gegenüber. Vielen Kindern in unseren Breiten würde es in der Coronakriese doch sehr viel besser gehen wenn Eltern und Medien nicht aus allem ein Drama machen würden. Und damit alle beruhigt sind, ich leugne nicht die Krankheit und möchte auf keinen Fall im Krankenhaus arbeiten. Was da abgeht, oh man und jeden Tag stirbt ein Dorf. Aber im Homeoffice sitzen und jammern, nein danke. Wenn ich mich an die Erlebnisse meiner Großeltern erinnere, das waren Erzählungen die den Bildern gleichkommen. Wenn man darum weiß kann daraus psychische Stabilität erwachsen und hilft Dinge richtig einzuordnen. Insofern können diese Bilder helfen wenn man dann sein… Weiterlesen »

joe

Ich finde die meisten Bilder gelungen und gut, aber ich mag nicht dieses moralisieren. Wer erst durch diese oder andere Bilder merkt was schief läuft auf diesem Planeten hat wohl irgendwo im Urwald gelebt (obwohl der wird ja auch abgeholzt) oder hat kein Internetzugang und keine Zeitung. Betroffenheit nützt genauso viel wie klatschen für die Krankenhausangestellten. Es sind Dummheit und Gier die den Planeten zu dem machen was er ist, weder das eine noch das andere werden wir ausroten können. Deutschland hat 16 Jahre Innovation und Fortschritt verloren, ich hoffe, dass Deutschland nun eine Regierung bekommt, die nicht reagiert, sondern agiert! Was nützt es Putin zu verteufeln aber mit den Saudis ins Bett zu liegen? Ich wünsche mir einen Politiker wie Helmut Schmidt zurück! Selbst Kohl war besser. Man stelle sich vor, Frau Merkel wäre 1989 Bundeskanzlerin gewesen, es gäbe noch heute zwei Deutschlands!

Robert B.

„Arm sein in Duisburg“ dürfte als Titel wohl deplatziert sein. Zigaretten, teure Getränkedosen, ordentliche Haarschnitte und saubere Kleidung haben nichts mit Armut zu tun.

Toby

Achso – wer sich Zigaretten leisten kann, ist nicht arm? Mehr als jedes fünfte Kind wächst in Deutschland in Armut auf. Diese für ein reiches Industrieland traurige Tatsache wird ganz nüchtern am Einkommen der Familie, in der es aufwächst bemessen – und nicht an Getränkedosen oder Haarschnitten! Dabei beträgt das Einkommen des Haushalts weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte. Danach lag die Armutsschwelle für eine Familie mit zwei Kindern in Deutschland 2015 bei einem verfügbaren Nettoeinkommen von 1978 Euro pro Monat. Sie können ja gerne einmal im Selbstversuch ausprobieren, wieviel Geld Ihnen dann nach Abzug sämtlicher Fixkosten noch für Dinge wie Klassenfahrten, Freibad- und Kinobesuche oder eben einen Haarschnitt bleibt. Vielleicht würde es auch schon helfen, wenn Sie sich einmal mit von Armut betroffenen Jugendlichen unterhalten, anstatt einen herablassenden Kommentar über deren Lebenswirklichkeit abzugeben.

Leonhard

Erst mal ein Paar Begriffe auseinander halten, gibt ja ein absolutes und ein soziokulturelles Existenzminimum, arm ist aber beim zweiten eine Sache der Definition, die überall anders gesehen wird. Schlimmer als rein materielle Armut ist m.M.n. auch eine Form der zwischenmenschlichen Verarmung, beim Einkaufen passiert es mir immer wieder, dass mir ein altes Mütterchen ein Gespräch aufnötigt, da ich weiß warum nehme ich mir dann ein wenig Zeit. Zu dieser zwischenmenschlichen Armut hatten wir bei uns im Städtchen mal eine lustige Begebenheit: Die Caritas veranstaltete einen Nachmittag für arme Alte, wer teilnehmen wollte musste über seine Rente nachweisen, dass er „arm“ ist! Der Organisator überredete einen unserer Metzger, doch für diesen Nachmittag Spiesbraten kostenlos zu liefern, machte der auch und war stinkesauer, was war passiert? Als er ankam und lieferte saßen dort die armen Alten, allerdings, man kennt sich ja, da saßen etliche dabei, gegen die war der Metzger eher ein armer Hund als die irgendwie bedürftig! Einen dieser Armen stellte er dann als er ihn mal zufällig traf zur Rede und sagte: „So, so, Du bist also neuerdings ein armer Hund?“ Die Antwort war so deftig wie dieser Alte selber: „Mein Freund, ich bin kein armer Hund, aber Du,… Weiterlesen »

Sabrina

Als letztes habe ich mal ein Blick auf die Bilder geworfen.
Es ist einfach widerlich, mit welchen Methoden Unicef hier arbeitet.
Die Fotos sind absolut nichts sagend, zum Teil gestellt, sollen aber wohl Spenden generieren.
Geradeso als wäre es Unicef selbst gewesen, die diesen jungen Mann verstümmelt hatte, um mit diesem Elend Kasse zu machen.

mario kegel

ich bin mir nicht sicher, ob alle verstanden haben, um was es sich bei dem unicef foto des jahres handelt. die fotos entstehen NICHT als marketing-instrument im auftrag von unicef. unicef zeichnet fotos aus, die von unabhaengigen fotojournalistinnen im rahmen ihrer arbeiten entstehen.

https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/foto-des-jahres/infos-zum-wettbewerb

Rolf Carl

Und worin besteht genau der Unterschied, ob die Unicef die Fotos in Auftrag gibt oder sie im Rahmen eines Wettbewerbes auswählt?

„Unabhängige“ Fotografen sind ja auch nicht gerade blöd, die wissen, was für Wettbewerbs-Bilder bei der Unicef besonders ankommen.

mario kegel

ja, wie dumm von mir. sicher steht da eine große verschwoerung dahinter. ziel ist es nur spendengelder zu kassieren, von dem nie ein cent bei beduerftigen kindern ankommt. und natuerlich denken fotojournalistinnen staendig bei ihrer arbeit, bilder moeglichst „unicef-konform“ zu erstellen.