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10 Gedanken zur Fuji X-E5: Die perfekte Mittelklasse-APS-C-Kamera?

Gedanke 4: Endlich gibt es die X-E-Serie mit IBIS!

Ein Merkmal, das ich und viele andere Nutzer der X-E-Serie lange vermisst haben, ist die integrierte Bildstabilisierung im Gehäuse, kurz IBIS. Mit der X-E5 hat Fujifilm nun genau das nachgereicht und einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Der Hersteller spricht von einer Kompensation von bis zu sieben Blendenstufen. Wie solche Werte in der Theorie entstehen und warum sie in der Praxis selten erreicht werden, könnt ihr in einem eigenen Artikel nachlesen. Aus meiner Erfahrung sind in der Realität rund vier Blendenstufen fast immer drin, und das ist bereits ein großer Gewinn.

Für euch bedeutet das mehr Freiheit bei wenig Licht, ein deutlich geringeres Risiko für Verwackler bei längeren Verschlusszeiten und zusätzlichen kreativen Spielraum. Besonders bei Streetfotos mit leichten Verwischeffekten oder bei Landschaftsaufnahmen mit fließendem Wasser lässt sich dieser Vorteil wunderbar nutzen.

Trotzdem sollte man IBIS nicht als magische Lösung betrachten. Wenn die Kameraführung unsauber ist oder ein Objektiv nicht genügend Auflösung liefert, zeigt das System schnell seine Grenzen. Auch bei sehr kurzen Verschlusszeiten oder bei längeren Brennweiten hatte ich ab und zu ein Ausreißerbild dabei, was sicherlich auch mit dem hochauflösenden 40-Megapixel-Sensor zusammenhängt.

Gedanke 5: Nur eine “Schönwetterkamera”?

In vielen Situationen fällt der fehlende Wetterschutz der Fujifilm X-E5 kaum auf. Wer jedoch viel draußen unterwegs ist oder die Kamera auf Reisen intensiv nutzt, wird diesen Punkt durchaus spüren. Leichte Spritzer oder ein kurzer Schauer sind zwar kein Problem und die Kamera nimmt dabei in der Regel keinen Schaden, dennoch würde ich mich nicht darauf verlassen. Als ich selbst einmal in einem Regenschauer unterwegs war, habe ich die Kamera lieber in der Tasche gelassen.

Gerade weil in der X-E5 derselbe 40-Megapixel-Sensor steckt, der auch in höherwertigen Fujifilm-Modellen verbaut ist, wiegt dieser Aspekt etwas schwerer. Um die hohe Auflösung wirklich voll auszunutzen, greift man oft zu hochwertigen Objektiven mit WR-Kennzeichnung, die ihren Vorteil besonders in anspruchsvollen Umgebungen ausspielen. Mit einem wettergeschützten Gehäuse hätte man hier ein rundes Gesamtpaket, das auch bei Regen, Schnee oder Staub deutlich mehr Sicherheit bieten würde.

Wenn ihr also häufig unter harten Bedingungen fotografiert, ständig im Regen steht oder in staubigen Regionen unterwegs seid, ist die X-E5 wahrscheinlich nicht die ideale Wahl. Ich selbst nutze die Kamera vor allem für Street und (Schönwetter-)Reisen, und daher ist der fehlende Wetterschutz für mich nur selten ein echtes Problem. Trotzdem hätte ich mich über eine Abdichtung gefreut.

Nicht nur, um ohne schlechtes Gewissen im leichten Regen fotografieren zu können, sondern auch, weil man diese Funktion inzwischen bei vielen hochwertigen Kameras einfach erwartet. Die X-E5 ist sehr solide gebaut und preislich keineswegs günstig, daher hätte eine Abdichtung das Gesamtbild schön abgerundet.

Gedanke 6: Solide Sicht durch Sucher und Display

Für meine Zwecke, also Reise, Reportage und Dokumentation, ist der Sucher der X-E5 absolut solide. Ihr bekommt ein sauberes Bild und eine vollständige Abdeckung, was beim Bildaufbau sehr hilft. Wenn ihr jedoch großen Wert auf eine besonders hohe Sucherauflösung, eine riesige Sucheransicht oder eine starke Vergrößerung legt, zum Beispiel für sehr präzise Schärfekontrolle oder lange Brennweiten, dann merkt man, dass er nicht ganz auf dem Niveau der Premiumsucher spielt. Aus meiner Sicht wirkt Auflösung und Größe für eine Kamera mit 40 Megapixeln etwas aus der Zeit gefallen.

Ähnlich sieht es beim Display aus. Es funktioniert gut und für Reportage oder Dokumentarfotografie vollkommen ausreichend. Besonders wenn ihr viel im Live View arbeitet oder unterwegs seid, macht es seinen Job zuverlässig. Auch hier ist die Auflösung nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand, und wer Wert auf eine sehr genaue Kontrolle legt, könnte sich eine feinere Darstellung wünschen.

Was mir persönlich fehlt, ist ein voll schwenkbares Display. Gerade im Hochformat oder wenn man im Bodenbereich fotografiert, wäre das sehr praktisch gewesen. Dass das Display nur nach oben und unten gekippt werden kann, wusste ich zwar vor dem Kauf, aber ein wenig schade finde ich es trotzdem. Immerhin könnt ihre es auch für die Selfie-Funktion nach vorne drehen.

Gedanke 7: Preis, Wert und Rolle im Fujifilm-Universum

Die X-E-Serie bleibt auch mit der X-E5 der kompakteste Einstieg in Fujifilms Systemwelt und orientiert sich weiterhin am klassischen Rangefinder-Design. Im Vergleich zu den SLR-artigen X-T-Modellen oder den professionellen X-H-Kameras wirkt sie leichter, reduzierter und handlicher. Gleichzeitig hat Fujifilm die X-E5 technisch deutlich aufgewertet.

Mit dem 40-Megapixel-Sensor, IBIS, dem aktuellen X Prozessor 5 und einem sehr hochwertig verarbeiteten Gehäuse bewegt sich die Kamera klar aus dem Einstiegssegment hinaus in die Mittelklasse und spricht damit ambitionierte Enthusiasten an. Preislich liegt sie mit 1.549 Euro (UVP) inzwischen über Kameras wie der X-M5 oder X-S20 und positioniert sich unter der X-T5.

Die X-E5 ist damit kein Einsteigergerät mehr, sondern ein kompaktes Enthusiastenmodell für alle unter euch, die ein leichtes Gehäuse mit High-End-Sensor und klassischer Bedienung suchen. Der höhere Preis spiegelt diese neue Position wider und bewegt sich eher im mittleren Segment. In meinen Augen stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis gemessen an der Ausstattung und dem Design sehr gut.

Natürlich werden einige von euch anders urteilen, denn fehlende Merkmale wie eine Wetterabdichtung oder ein besonders hochauflösender Sucher können durchaus ein Ausschlusskriterium sein. Ob ihr diese Funktionen wirklich braucht, hängt stark von eurem Einsatzgebiet ab. Alternativen im Fujifilm-System sind reichlich vorhanden. 

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18 Kommentare
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J.Friedrich

Schöner Artikel zur schön(en) praktischen Fuji – macht Lust auf die Kleine mit 40MP. Wenn jemals 😉 eine Fuji in Betracht käme, dann wohl die.

Jörg

Hätte sie als sie heraus kam auch schon mal kurzfristig im Warenkorb liegen 😂.

Mirko

Danke für den Artikel, also wenn Fuji die Pro4 verkacken sollte dann wäre die XE5 ein Fall für mich.

Thomas Müller

Als Nutzer der X-E3 und X-E4. macht mir der Artikel noch mehr Lust auf die X-E5. Danke für für den interessanten Erfahrungsbericht und die Schilderung der Vor- und Nachteile aus dem Blickwinkel der Praxis.

Lutz Matschke

Es gibt kein objektiv dass die 40 Mpx Auflösung im APS C Format schafft, mit 24 Mpx reicht es vollkommen.

Thomas Müller

Jürgen Wolf spricht von einem in der Praxis spürbaren Unterschied der Auflösung in der Praxis. Auch in anderen Berichten kann man das lesen und zwar selbst bei Objektiven, die nicht auf der Liste von Fuji stehen, die angeblich die 40MP Auflösung unterstützen. Mir persönlich reicht eine “spürbar bessere” Auflösung, ob das dann einer 33 MP, 36 MP oder 40 MP Auflösung entspricht, ist mir nicht so wichtig.

Roman

Ich habe mir die X-E5 vor 3 Wochen gekauft. Sie ist als leichte Alternative zur Nikon Zf gedacht. Leider kam jetzt raus, dass Fujifilm wohl ein Problem mit den Gurtösen hat. Das ist bei einer so teuren Kamera extrem ärgerlich und man hat bei Fujifilm inzwischen das Gefühl, dass Preis und Gegenwert schon lange nicht mehr deckungsgleich sind.
Eigentlich ist auch nicht zu erklären warum die X-E5 keine Wetterfestigkeit besitzt. Aber das wusste ich und habe mich trotzdem für sie entschieden. Das mit den Ösen hat das Vertrauen jetzt aber sehr gebrochen. Bei mir scheinen die Gurtösen zwar nicht lose zu sein, aber ein ungutes Gefühl schwingt jetzt immer mit. Hatte Fujifilm daraufhin auch zwei mal kontaktiert und konkrete Fragen gestellt. Leider waren die Antworten aber eher schwammig. An die unter 0,1 Prozent der Fälle glaube ich nicht. Normalerweise sollte man beim Gurt anbringen merken ob eine Öse nicht ganz fest sitzt. Gehe eher davon aus, daß sich die Ösen aufgrund mangelhafter Sicherung mit der Zeit lösen. Man wird es sehen.

Wolfgang Keppler

Die X-E5 war mein Traum, bis ich sie zum ersten Mal in die Hand nahm. Nicht nur dass der Griff unergonomisch ist. auch die Bedienung des vorderen Einstellrades bedurfte vieler Zeigefingerakrobatik. Ich hab mich des- wegen für die OM System OM5 Mark 2 als kleine Immer-dabei-Kamera entschieden.

Stefan Hornig

Informativer Artikel der alle wesentlichen Punkte beleuchtet. Habe selbst eine X-E5 zu einer X-T5 gekauft und bin begeistert. Einzig unterschiedliche Bedienungen sind gewöhnungsbedürftig …

Jörg

Ich könnte den Erfahrungsbericht auf die OM3 übertragen.
Die Kamera hat mich vollends überzeugt.
Wertig verarbeitet.Wahlräder wertiger vom drehen und Rastgeräusch als die G9II.
Gehäusegröße zu meiner Überraschung in Zusammenhang mit Ausstattung großer Akku und Funktionen perfekt.
High res. funktioniert auf 25 mgpixel immer.Bis dato kein unscharfes Bild.
Ich bin jetzt der Meinung das ich keine Panasonic gx10 mehr benötige.

Die Fuji hätte ich zum Erscheinungstermin auch fast gekauft.
Bin froh das ich nun die OM3 habe und meine guten mft Linsen benutzen kann und nicht in ein neues System investieren muss.

Alfred Proksch

Ein ehrlicher persönlicher „Handtest“ mit der Fuji X-E5 – Danke dafür.

Nun kann jeder Leser für sich selbst entscheiden was ihm wichtiger ist. Meine vom Tapetentisch im „Garagenverkauf“ erworbene Fuji X-E2 mit China-Linsen der ersten Generation macht mir unglaublich viel Spaß. Eine uralte kleine schnuckelige X-10 mit ihrem Zoom und dem Glas-Sucher überzeugt noch immer mit brauchbaren Ergebnissen.

Sollte die X-E2 ihren Dienst quittieren werde ich sie durch eine gebrauchte X-E3 oder X-E4 ersetzen. Beste BQ bietet Fuji im Mittelformat, alles andere dazwischen wäre für mich eine „Notlösung“! Provokant gesagt – eine Mittelformat plus die dazu gehörigen Objektive sind weder größer noch teurer als die Vollformat Boliden mit guten Objektiven, schleppen ist bei beiden Systemen angesagt.

Müsste ich extrem klein und leicht für die Hosentasche dann eine Ricoh GR IIIx HDF oder die Canon PowerShot G7X Mark III mit dem Zoom.

jens

Hallo, da hast du alles richtig gemacht.
Ich fografiere mit einen / meinen Scheunenflohmarkt- Fund und den Kauf habe ich keine Sekunde bereut / Info im Link. Jens

chris XX

Da sind jede menge tolle Photos dabei. Auch wenn die Auflösung bei einem, dem jungen Star nicht besonders hoch ist, gefällt es mir; der Gesichtsausdruck. Meine beiden Cameras, die EOS 6D und 6D II, haben ja auch nur 20 bzw. 26 MP. Und wenn ich hier einige Kommentare lese geht sowas gar nicht!

Gruß
Chris

Torsten

Der Q-Menü Knopf war mein Grund für das zurück schicken. Dann lieber der M-5

Bernd

Den Kuh-Knopf habe ich doch glatt übersehen und mußte ihn erst einmal suchen. Er hat mich die letzten Monate nicht gestört. Mal sehen, was ich damit nun anfange.

Gruss,
Bernd

Hayo Hein

Habe Fuji seit der XE-2 und bin rechtzufrieden. Zur Zeit XE-4 und die XE-5 wird bald kommen. 30 Jahre Nikon aber nachdem ich immer mehr Landschaft und Menschen fotografiere war mir Nikon zu groß schwer und auffällig. Ich habe die Kamera zB. bis zu 10 Stunden am Rad dabei …man spürt jedes Gramm. Olympus fand ich auch schön ..der Autofocus ist genial aber sobald es dunkel wird ist mir der Sensor zu klein/rauschig. Sony geht von der Größe auch noch aber die Optiken sind deutlich scherer wg. Vollformat ..ist ja auch logisch. UND Sony hat das schrecklichste Menü aller Zeiten. Für meine Verwendungszweck ist die Fuji perfekt ..würde ich beruflich Tiere fotografieren währe sie zB. die letzte auf meiner Liste denn da sind Sony Canon Nikon deutlich besser. Nach 8 Stunden mit einem 4/600 am Hals würde ich die Fotgrafie aber beenden. Und wenn ich Qualität will ist Fuji GFX für mich der Maßstab ..warte gerade auf eine großen Auftrag und dann kommt eine ins Haus

Matthias Schlüter

Ich hatte die Fuji auf dem Schirm, habe mich dann aber zum Aufrüsten in meinem mft System entschieden.
A so weit ist der mft Sensor vom aps-c Sensor nicht entfernt
B 25 MP der Gh7 mit einem Leica 10-25/ 25-50 sind schärfer, und mich interessiert die Größe der Kamera nur, wenn sie liefert, bei jedem Wetter. Und meine gh6/ gh7 nutzte ich schon notgedrungen bei Regen & Gewitter, nackt und offen ausgesetzt.

Kozik

Herzlichen Dank für den informativen Artikel.
Ich bin daraufhin auch Besitzer dieses schönen Stücks Technik geworden.
Als Objektiv verwende ich meist das 14er. Mit der echt guten Crop-Möglichkeit ist das für mich beim Wandern für die Landschaftsfotografie ideal.

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