Ein Canon-Patent beschreibt ein 70-200mm-Zoom mit durchgehend f/2 für den RF-Anschluss. Ob daraus ein Objektiv wird, ist offen.
Canon hat in Japan die Patentanmeldung JP 2026-168807 veröffentlicht, die Canonrumors zuerst entdeckt hat. Sie enthält elf Beispiele für lichtstarke Zoomobjektive. Acht davon sind Zooms mit f/1,46 im Bereich zwischen 36 und 83 Millimetern. Interessanter für viele von euch dürfte Beispiel 9 sein: ein Zoom von rund 72 bis 194 Millimeter mit durchgehend f/2.06. Ein Telezoom mit dieser Lichtstärke hat Canon bisher in keinem Anschluss verkauft.
Das Objektiv besteht in diesem Entwurf aus 23 Linsen, die in acht Gruppen (L1 bis L8) angeordnet sind. Gezoomt wird intern, die Länge bleibt also immer gleich: L1 vorn, L3 mit der Blende in der Mitte und L8 hinten stehen still, die Gruppen dazwischen wandern.
Zum Fokussieren verschieben sich drei einzelne Linsen (F1 bis F3) nach vorn, dadurch bleibt laut Patent die Abbildungsqualität beim Fokussieren stabil. Die Frontlinse misst gut 94 Millimeter im Durchmesser. Die Beispiele 10 und 11 decken denselben Brennweitenbereich mit f/2.5 und f/2.3 ab.

Groß, schwer und teuer, falls es überhaupt kommt
Vom Frontelement bis zum Sensor misst das Design gut 240 Millimeter. Weil der RF-Anschluss rund 20 Millimeter vor dem Sensor sitzt, würde ein solches Objektiv mindestens 220 Millimeter lang. Zum Vergleich: Das RF 70-200mm f/2.8L IS USM Z bringt es auf etwa 199 Millimeter und 1.115 Gramm.
Das letzte Canon-Objektiv mit f/2 bei 200 Millimetern war das EF 200mm f/2L IS USM, eine Festbrennweite mit gut 2,5 Kilogramm. Ein Gewicht für das Zoom nennt das Patent nicht, es dürfte aber deutlich über dem f/2.8-Modell liegen.
Canon veröffentlicht weit mehr Entwürfe, als später in den Handel kommen. Canonrumors hält ein Erscheinen für sehr unwahrscheinlich und schätzt den Preis im Fall der Fälle auf 6.000 bis 8.000 US-Dollar, umgerechnet rund 5.400 bis 7.100 Euro.
Das Patent passt trotzdem zu den zuletzt gezeigten Entwürfen. Erst im September hatten wir über mehrere neue f/2-Zooms und ein Tele-Zoom bis 600mm berichtet, kurz darauf über ein Patent für einen Fingerabdrucksensor im Kameragriff.
Wäre euch ein f/2-Telezoom diesen Preis und dieses Gewicht wert, oder reicht euch das 70-200mm f/2.8?


Nicht wirklich; der abstand zwischen 2,8 und 2,0 ist nicht so groß das ich dazu bereit wäre 4.000€ mehr zu zahlen. Ich bin aber auch nach wievor mit dem EF-Bajonett unterwegs und müßte mir erst ein R-Camera kaufen.
Mit Brennweiten so zwischen 130 und 200 mm kann ich wenig anfangen. Für mich ist das weder Fisch noch Fleisch. Beim Weitwinkel kann ich nah ran, mit Größenverhältnissen spielen und die Umgebung einbeziehen. Bei richtig langen Brennweiten kann ich mir kleine Ausschnitte aus der Ferne herausholen und Dinge im Bild zusammenrücken lassen, die eigentlich weit auseinanderliegen.
Bei 130 bis 200 mm fehlt mir oft beides. Für die eine Bildwirkung schon zu eng, für die andere noch nicht lang genug. Häufig bleibt einfach ein freigestelltes Motiv mit unscharfem Hintergrund. Es halt ein recht einfacher, gutmütiger Brennweitenbereich, mit dem man ohne großen Aufwand Bilder machen kann. Aber auch ziemlich langweilig.
Ich weiß, dass viele genau diesen Brennweitenbereich unbedingt haben möchten. Mich langweilen viele Fotos damit aber wirklich. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich über die Jahrzehnte einfach zu viele (08/15) Sportfotos in Zeitungen und Nachrichten gesehen habe. Immer und immer wieder ähnliche Ausschnitte und Perspektiven. Keine Ahnung, vielleicht hat sich diese Art von Bildern bei mir einfach abgenutzt.
Deshalb finde ich das Sony FE 50–150 mm F2 GM für den Alltag deutlich interessanter. Schade Canon. Aber zum Glück bin ich bei Team Sony 🙂
Servus Stefan
Endlich jemand der seine nachvollziehbaren Eindrücke zu Bildern schildert. Genau deshalb verwende ich Zooms nur bei familiären Festlichkeiten weil es meistens schnell gehen muss.
Ansonsten sind mir „eindeutige“ Festbrennweiten mit ihren Charakteren viel lieber. Egal was ich vorhabe, das „richtige“ Objektiv vor dem Aufnahmesensor macht den Unterschied aus. Sowie z.B. unbewusst weil es so bequem ist am Zoom-Ring gedreht wird statt einen Schritt nach vorne oder hinten zu machen verändert sich nicht nur der Ausschnitt sondern viel wichtiger die „Bildanmutung“! Dieser Fakt scheint in vielen Fotografen-Köpfen noch nicht angekommen zu sein. Wer hingegen unsere fliegenden Freunde als Motiv liebt der kommt um ordentliche lange sowie teure Zoomobjektive nicht herum.
Meine Mädels sagten immer „sie könnten nie genug Schuhe haben“, bei mir sind es eben die Objektive.
Moin moin Alfred,
der legendäre Fußzoom 🙂
Seit über 30 Jahren zuverlässig im Einsatz, und man entdeckt immer noch neue Funktionen. Mein persönliches Highlight, der Seitwärtsgang 🙂
Ein Schritt nach links und schon wandern ganze Berge durchs Bild. Ganz ohne Photoshop oder Abo. Verrückte Technik! 😉
Aber bloß nicht den Influencern verraten. Sonst gibt’s morgen ein 40 minütiges YouTube Tutorial über den „revolutionären Perspektiv-Hack“ – einen Schritt zur Seite. 😂