Die nächste Leica M soll anders abbilden als ihre Vorgängerin. Dafür könnte sich der Hersteller an einem Klassiker orientieren.
Aufnahmen aus der nächsten Messsucher-Leica könnten anders aussehen als aus der M11, obwohl beide Kameras denselben 60-MP-Sensor und Bildprozessor nutzen sollen. Die M12 soll einen höheren Dynamikumfang und eine andere Farbwiedergabe bieten. Eine Bildstabilisierung im Gehäuse ist dagegen offenbar nicht vorgesehen.
Das geht aus einer aktualisierten Gerüchteliste von Leicarumors hervor, die auch ein neues Einstellungsmenü nennt. Hinter den neuen Farben könnte eine Simulation des CCD-Sensors der M9 stecken, mutmaßt die Seite.
Die M9 von 2009 gehört zu den M-Modellen mit Kodak-CCD, bevor Leica 2012 auf CMOS wechselte. In Leica-Foren streiten Nutzer bis heute darüber, was ihre Bildwirkung ausmacht.
Bei gleicher Hardware müssten die Verbesserungen aus der Bildverarbeitung kommen. Das setzt Grenzen, denn welchen Helligkeitsumfang eine Aufnahme maximal abdeckt, bestimmt vor allem der Sensor. Leica gibt ihn bei der M11 mit bis zu 15 Blendenstufen an. Software kann aber das Rauschen in dunklen Bildbereichen senken und Tonwerte anders verteilen. Entscheidend ist deshalb, ob die Änderungen nur JPEGs betreffen oder auch die DNG-Dateien, mit denen viele M-Fotografen arbeiten dürften.
Bei den DNG-Dateien hat Leica zumindest an den Farben schon nachträglich gearbeitet. Für die Q3-Familie aktualisierte der Hersteller im Mai per Firmware die hinterlegten Farbmatrizen, damit Fremdsoftware Farben besser wiedergibt. Ob die M11 neue Farben per Update bekommen könnte, ist nicht bekannt.
Bildstabilisierung und neuer Sensor fallen wohl aus
Im September 2025 hieß es noch, Leica habe eine Bildstabilisierung für die M12 getestet, das Ergebnis blieb aber unbekannt. Der Platz im Gehäuse ist dabei schon länger das Problem. Leica-Manager Stefan Daniel nannte die Funktion 2020 zwar wünschenswert, sie würde die Kamera aber dicker machen. Auch 2022 verwies er als Vorstand für Technik und Betrieb noch auf die Größe des M-Gehäuses.
Auf den Sensor, den Leica im April zusammen mit dem chinesischen Hersteller Gpixel angekündigt hat, müsst ihr laut der Liste über die M12 hinaus warten. Einen Termin für die erste Kamera damit gibt es bisher nicht.
Sichtbar neu wären laut bisherigen Gerüchten ein größerer Bildschirm und Tasten rechts statt links neben dem Display. Im Mai nannte Leicarumors noch 3,9 statt 2,95 Zoll, in der aktuellen Liste fehlt eine Größe. Wie das neue Menü aussieht, ist ebenfalls unklar. Die M11 orientierte sich noch an der Menüstruktur von SL2 und Q2.
Vorstellung womöglich schon im Dezember
Die Kamera soll bereits in Produktion sein. Neben Anfang 2027 bringt Leicarumors mit Fragezeichen auch Dezember ins Spiel. Für diesen Monat erwartet die Seite bereits die Q3 43 Monochrom. Ende September sah es noch so aus, als käme zuerst eine M11-R mit neuem Sensor.
Zum Preis gibt es keine Angaben, die M11 startete 2022 bei 8.350 Euro – da können wir angesichts allgemeiner Preiserhöhungen meinem Gefühl nach sicherlich 1.000 Euro drauflegen. Die M12 fällt in eine Zeit, in der Leica neue Impulse gut gebrauchen kann: Im Geschäftsjahr 2025/2026 setzte das Unternehmen erstmals nach vier Rekordjahren weniger um, ein Anteilsverkauf an einen chinesischen Finanzinvestor ist offenbar geplatzt, und Technikvorstand Ronny Fritsche hat seinen Rückzug angekündigt.
Beitragsbild: bfishadow


Zur M9 meldet sich bestimmt gleich Leica Experte Pottsklo mit einer ausführlichen Analyse zu Wort 👍 Dort erfahren wir wieder etwas über die magischen 0,7 Meter 🤫
Mit der M9 habe ich viel fotografieren dürfen. Der Bildlook war wirklich schön, wobei mir die Farben bei der M10 deutlich besser gefallen haben.
Und…10 000€ ? 12 000€ dafür dass noch mehr weggelassen wird?
Ach der Herr P. wird sie wieder ganz toll finden weil es beim knipsen seine Seele so schön beruhigt 😁