Leica Marktgeschehen

Leica entwickelt wieder eigenen Bildsensor

Leica entwickelt nach Jahren mit Sony-Sensoren wieder einen eigenen Bildsensor für die M-Serie, der voraussichtlich 2027 in der M12 debütieren könnte.

Der Wetzlarer Kamerahersteller Leica nimmt die Sensorentwicklung wieder selbst in die Hand. Das gab Dr. Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender und Mehrheitsaktionär der Leica Camera AG, im Podcast “Leica Enthusiast” Anfang Januar 2026 bekannt. “Wir entwickeln wieder unseren eigenen Sensor in einer fortschrittlicheren Version. Ich denke, wir haben dabei erhebliche Fortschritte gemacht”, sagte Kaufmann im Gespräch mit Michel Birnbacher.

Damit vollzieht Leica eine Kehrtwende. Denn mit der Leica M11 hatte das Unternehmen Anfang 2022 nach langer Zeit wieder einen Sony-Sensor in einer M-Kamera verbaut. Der 60-MP-Chip gleicht weitgehend dem Sensor der Sony A7R IV, die zu einem Bruchteil des Preises erhältlich ist. Davor bezog Leica seine Sensoren von AMS in Graz, wo sie entwickelt und anschließend in Grenoble gefertigt wurden. Laut Kaufmann startete die Arbeit am neuen Sensor parallel zum Wechsel auf Sony, läuft also bereits seit etwa vier Jahren.

Maßgeschneidert für die M-Serie

Ziel könnte ein Sensor sein, der exakt auf die Besonderheiten der M-Kameras zugeschnitten ist. Die Messsucherkameras verzichten auf Autofokus und Videofunktion, benötigen also weder PDAF-Pixel noch besonders schnelle Auslesegeschwindigkeiten. Stattdessen kann sich Leica voll auf die Bildqualität konzentrieren. Ein eigener Sensor würde zudem helfen, den Premiumpreis der M-Serie gegenüber der Konkurrenz zu rechtfertigen.

Da Sensorentwicklungen in der Regel rund fünf Jahre dauern, erwarten Branchenbeobachter wie Leicarumors den neuen Chip in der Leica M12, die 2027 auf den Markt kommen könnte. Offen bleibt, was “Eigenentwicklung” konkret bedeutet: Entwickelt Leica den Sensor komplett selbst oder passt das Unternehmen ein bestehendes Design an? Und wer übernimmt die Fertigung?

Leica hat bei Sensoren je nach Kameralinie mit unterschiedlichen Partnern gearbeitet. In der digitalen M-Reihe kamen bis 2012 CCD-Sensoren von Kodak zum Einsatz, darunter in der M8, M9 und M-E. Mit der M Typ 240 wechselte Leica 2012 erstmals in der M-Serie auf CMOS: Den 24-MP-Sensor entwickelte CMOSIS, gefertigt wurde er bei STMicroelectronics in Grenoble. Bei Q2 und SL2 wird in der Branche häufig ein Panasonic-nahes Sensor-Design vermutet, das oft TowerJazz zugeschrieben wird. Leica selbst nennt den Sensorfertiger üblicherweise nicht. Für die SL2-S aus dem Jahr 2020 wird ein Sony-naher 24-MP-BSI-Sensor angenommen.

Ob der neue Sensor auch in anderen Leica-Kameras zum Einsatz kommen wird, ist unklar. Die SL3 und SL3-S teilen sich ihre Technik weitgehend mit Panasonics S1-Serie. Kaufmann kündigte laut Videoaktiv für 2026 “einige neue Produkte” an, ohne Details zu nennen.

Parallel erweitert Leica die M-Familie. Die kürzlich vorgestellte M EV1 ersetzt den klassischen Messsucher durch einen elektronischen Sucher. Künftig dürfte die Serie also in beiden Varianten erhältlich sein.

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Martin Bauer

Bin etwas überrascht, dass obiger Beitrag erst jetzt erscheint, so doch über Leicas geplante „M12“ mit neuem selbstenwickelten Sensor, zumindest bei mir, in letzter Zeit einige sensationelle Rumors und Spekulationen seit Ende Dezember 2025 hereinflattern.
Gut, wenn alles (u.a. Sensor, Global Shutter mit Verbesserungen beim Blitzen, IBIS…)zutreffen sollte, dürfte hier eine Super M entstehen, die die Vorgängermodelle deutlich übertreffen würde und nur noch P. B. Retro Nikon fürchten müsste. Hoffentlich bleibt der Anschaffungspreis für dieses „Wunderwerk aus Wetzlar“ dann noch halbwegs nachvollziehbar, denn wenn sie zu wenige Käufer weltweit findet, wird der Name Leica so elitär, dass er nur noch von den wenigsten Insidern gekannt wird.
Was den neuen Sensor betrifft ist es sicherlich grundsätzlich immer gut, wenn mehrere Hersteller forschen und produzieren. Das belebt die Konkurrenz, beendet den Einheitsbrei und schafft wünschenswerte Unabhängigkeit.

Marlon

Feier ich die Nachricht – obwohl schon fast wieder Schnee von gestern😉.
Persönlich schätze ich es sehr, dass Leica diesen weg geht, es gibt schon ausreichend Kameras die ein farbmischmasch für die Smartphone Generation liefert, das ist nicht mehr feierlich und dann noch die endlosen Bildbearbeitungsprogramme, die die Welt noch Bunter und Schöner machen und uns ohne zu fragen, ihre Welt der Interpretation von der verwendeten Marke und Modell liefern.
Ich halte die Entscheidung für äußerst klug und gehe gern diesen Schritt mit.

Uneternal

Eigene Entwicklung von Grund auf können die sich garnicht leisten.
Es wird 100%ig ein Sony Design ein wenig angepasst, ähnlich wie Fujifilm mit dem X-Trans. Neuer Farbfilter drüber (z.B. RGBW), die Phasendetektoren weg und dann “Huiii schaut her, der Leica-entwickelte Sensor für euere nächste Vitrinenkamera”.

Thorsten

Exakt!

Alfred Proksch

Was manche heute schon zu wissen glauben!

Gute Gewinne machen kann Leica jedenfalls. Die L-Allianz finde ich zukunftsorientiert, Leica hat sich eine Softwareschmiede einverleibt, Diversität ist angesagt und darum glaube ich an den Erfolg zukünftiger Kameragenerationen. Die geforderten Preise kann man kritisieren, abschreckend sind sie hingegen nicht unbedingt.

Die L-Allianz bietet für jeden passende Kamerasysteme plus eine ausreichende Vielfalt an Wechsel-Objektiven. Mal sehen was an verbesserten oder neuen Produkten vorgestellt wird.

O.G.

Was ist in der L-Mount Allianz denn zukunftsorientiert? Das hat man von der MFT Allianz auch behauptet.
Nicht jeder findet im angeblich so umfangreichen L-Mount Objektivsortiment was passendes. Ich bin ein 28mm Mensch, diese wird sowieso schon von vielen Herstellern stiefmütterlich behandelt und da finde ich nichts passendes. Sigma hat ein 28mm mit fast 900g Gewicht, zu groß und zu schwer, sonst hätte ich mir sowas mit einer Lumix S5 vorstellen können. Wenigstens bei Nikon bin ich zur Z6 mit einem 28mm in leicht und kompakt fündig geworden.

Alfred Proksch

Bin ich froh das ich ein 35mm Mensch geworden bin, von dieser Sorte M-Objektive sind VIER Stück mit unterschiedlichem Charakter vorhanden. Vollformat DSLM interessieren mich momentan nicht weil der preisliche Sprung zum Mittelformat minimal geworden ist – wenn schon – denn schon!

Eine Nikon Z6 mit einem 28mm ist jedenfalls nicht verkehrt – viel Vergnügen mit der Kombination.

joe

Alfred, es gibt fast so viele 28mm Optionen wie 35mm Optionen, man muss halt nur mal die Augen aufnachen.

Arne

Das ist überhaupt ein noch ganz anderes Thema: Objektive mit Charakter. Schnellerer AF, mehr Stabi, mehr Mikrokontrast, eh alles sehr schön und wichtig, geht aber alles in Richtung weiter-schneller-höher, zumindest bei Sony, Nikon, Canon, Sigma, Tamron. Wer andere Wege gehen will, muss bei Voigtländer schauen, oder diverseste Retrolinsen anflanschen.

joe

Also bei Canon gibt es ein kleines leichtes Pancake 28/2.8 für 268.-CHF, oder das leichte 28-70/2.8 für rund 1’000.-, bei Nikon gibt es auch mindestens eines, bei der L-Mount Allianz gibt es mindestens 3 Alternativen, z.B. 14-28/2.8 560.-, Laowa 28/1.2 für 749.- oder ein 28/2.8 für schlappe 78.- habe leider den Hersteller vergessen, also ich weiss wirklich nicht wo es da bei irgendeinem Hersteller für 28mm ein Problem geben sollte und schon gar nicht bei der L-Allianz.

Markus S.

Wenn ich es richtig sehe ist das Sigma noch eines für Spiegel mit “alter Rechnung”. Muss nicht schlecht sein, ist halt groß und schwer.
Das Laowa hat keinen AF. Sonst habe ich kein einziges 28mm gefunden (was kein Zoom ist)
Glaube O.G. meinte auch eher Festbrennweiten und keine Zooms.

O.G.

Das Canon kenne ich, ist wirklich gut aber ohne Spritzwasserschutz. Was ich suche ist sowas vom Formfaktor wie das Canon oder Nikon. Kompakt und leicht. Das geht mit keinem Zoom. Das Laowa ist wohl manuell und ohne Spritzwasserschutz, zudem viel zu groß.
Irgendwie macht da kein Hersteller was. Zum 28/2.8 für 78,00€ bin ich nicht fündig geworden.

joe

PolarPro Light Leak 28L 78,90

Mirko

…ist aber kein Objektiv für Leute die Angst haben etwas verpassen zu können. 😉

Thorsten

Die Auswahl an Objektiven ist im L- Mount schon sehr groß, nur das Sony E- Mount bietet eine noch größere Auswahl im KB- Bereich.
Klar wird es immer jemanden geben, dem etwas feht.
Ich bin ein “24er-Mensch” Mit leichtem Crop bin ich bei 28mm und muß nicht noch ein Objektiv mitschleppen.
Es gibt im L- Mount sogar mehrere 24er.
Außerdem verwende ich noch einige Contax- Zeiss Objektive, die ich adaptiere, unter anderem ein 2.8/28 Zeiss.
Ein tolles Objektiv!

Thorsten

Von Laowa gibt es noch ein 1.2/28 für L- Mount allerdings auch rel. groß und schwer.

Mirko

Alfred,
Voigtländer bietet 3 unterschiedliche 28mm Objektive an 😉 Da ICH mit 28mm eh nicht freistellen will würde ich wohl zum ColorSkopar greifen 📷

Alfred Proksch

In meinem Betrieb sind alle Mitarbeiter sorgfältig ausgewählt. Vom operativen Geschäftsführer, den einzelnen Fachabteilungen über den Hausmeister bis hin zur Reinigungsfachkraft sind ALLE am Erfolg beteiligt. Weil wir „feste“ geschäftliche Allianzen gegründet haben profitieren wir beim Faktor Zeit, Verlässlichkeit und können auf die Erfahrungen aller beteiligten Partner zugreifen. Trotzdem bewahrt jeder einzelne seine Eigenständigkeit.

Bei Leica wird es ähnlich laufen. Und ja wenn Vitrinen nötig sind fertigt sie Leica Gewinn bringend. Werden hochwertige fotografische Produkte nicht mehr nachgefragt muss das Angebot verändert werden.

Meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist der Ansatz selbst einen Bild gebenden Sensor zu erzeugen richtig. Warum soll man an einem fremden Produkt herumbasteln? So etwas ist immer ein ungewollter Kompromiss. Vom Wohlwollen eines einzelnen Lieferanten abhängig sein?

Andrus

Leica muss man/frau sich leisten können und wollen. Nix für mich

Alfred Proksch

Ein saublöder Spruch von mir – ist nicht despektierlich und schon gar nicht personalisiert gemeint.

Es gibt keine Geld- sondern höchstens Finanzierungsprobleme!

Richtig ist allerdings das hochpreisige Produkte nur dann interessant sind wenn man damit Einkünfte erzielen kann indem man sie geschäftlich nutzt. Es ist ein Privileg solche Gegenstände ohne Hindernisse privat erwerben zu können. Unanständig ist es sie aus Imagegründen zur Schau zu stellen.

Andrus

Genau das ist ein Punkt. Mit einer Leica steigen die Aufträge trotzdem nicht in die Höhe. Ein Kumpel hat eine Leica. Habe sie mal ausprobieren dürfen. Wurde damit aber nicht warm.

Leonhard

Sehr kluge Entscheidung in Wetzlar, man muss sie loben!

Anscheinend sind die dort auf den Gedanken gekommen, diese ganze globale Vernetzung sei nichts anderes als ein Ammenmärchen, aus welchem wir anscheinend immer noch zu langsam erwachen.

Einen Pass muss man alle 15 Jahre erneuern, Lieferengpässe hingegen gibt es laufend und schon neu, da sind die alten Engpässe noch aktuell.

Allen ein schönes WE, mit oder ohne Leica!

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