Apple erneuert fast sein gesamtes Produktsortiment auf einen Schlag. Das Spektrum reicht vom 699-Euro-Einsteiger-Laptop bis zum professionellen Mini-LED-Monitor.
Apple hat diese Woche gleich sechs neue Produkte vorgestellt: das iPhone 17e, das iPad Air M4, das MacBook Neo, das MacBook Air M5, das MacBook Pro mit M5 Pro und M5 Max sowie das Studio Display XDR. Alle Geräte können ab sofort vorbestellt werden, die Auslieferung beginnt am 11. März. Wir fassen zusammen, was für Fotografen und Videografen relevant ist und wo sich der Blick lohnt.
iPhone 17e: Wieder nur ein 48-MP-Sensor
Das iPhone 17e bildet den Einstieg in die aktuelle iPhone-17-Familie. Trotz dieser Positionierung verbaut Apple eine 48-Megapixel-Fusion-Kamera, die sich auch im Standard-Modus mit 24 Megapixel nutzen lässt. Per Pixel-Binning liefert der Sensor zwei Brennweiten aus einem einzigen Objektiv: eine Hauptbrennweite und einen 2x-Telefoto-Crop. Ein zweites Objektiv gibt es nicht.
Die Porträt-Pipeline vom iPhone 15 zieht jetzt auch ins iPhone 17e ein. Das iPhone erkennt automatisch Menschen, Hunde und Katzen und speichert dabei Tiefeninformationen mit jedem Foto. In der Fotos-App könnt ihr den Fokuspunkt nachträglich verschieben und die Hintergrundunschärfe anpassen. Das funktioniert auch bei Aufnahmen, die ihr ursprünglich nicht im Porträtmodus gemacht habt, sofern ein Porträt-Motiv erkannt wurde.


Dazu kommt Smart HDR der neuesten Generation mit verbesserter Hauttonwiedergabe sowie ein Nachtmodus für schwierige Lichtverhältnisse. Bei Video stehen 4K Dolby Vision mit bis zu 60 fps, Spatial Audio und ein Audio-Mix-Feature zur Verfügung, mit dem ihr die Klangbalance nachträglich anpassen könnt. Windgeräusche reduziert das System per maschinellem Lernen.
Im Vergleich zu den Pro-Modellen fehlen aber einige fotografische Funktionen: Das iPhone 17e hat nur eine Hauptkamera, also kein Ultraweitwinkel-Objektiv. Die optische Bildstabilisierung fällt einfacher aus, und Features wie Dual Capture oder die neueste Generation der Photographic Styles bleiben den teureren Modellen vorbehalten. Mit 256 GB Basisspeicher, dem Doppelten des Vorgängers, gibt es aber immerhin mehr Platz für 4K-Clips.

Das iPhone 17e startet in Deutschland bei 699 Euro mit 256 GB. Die 512-GB-Variante kostet 949 Euro. Erhältlich ist es in Schwarz, Weiß und Hellrosa.
Studio Display (XDR): Mini-LED, 120 Hz und Adobe RGB
Neben dem iPhone hat Apple zwei neue Monitore angekündigt: ein aktualisiertes Studio Display und das neue Studio Display XDR. Letzteres zielt auf professionelle Anwender in den Bereichen Video-Editing, 3D-Rendering und medizinische Bildgebung und ersetzt das bisherige Pro Display XDR.
Das Studio Display XDR setzt auf ein 27-Zoll-5K-Retina-Panel (5120 × 2880 Pixel) mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung und 2304 lokalen Dimming-Zonen. Apple gibt bis zu 1000 Nits SDR-Helligkeit an, 2000 Nits Peak-Helligkeit bei HDR-Inhalten und ein Kontrastverhältnis von 1.000.000:1.

Das Display unterstützt sowohl P3 als auch Adobe RGB, wobei sich beide Farbräume aus demselben Preset abrufen lassen sollen. Für den Wechsel zwischen Druck- und Webprojekten könnte das den Arbeitsalltag vereinfachen. Die Abdeckung von über 80 Prozent des Rec.-2020-Farbraums macht das Display grundsätzlich auch für HDR-Video-Grading nutzbar. Wie gut das in der Praxis funktioniert, muss sich aber erst noch zeigen.
Die 120-Hz-Bildwiederholrate mit Adaptive Sync (47–120 Hz) soll für flüssige Bildwechsel ohne Tearing sorgen, etwa beim Scrubbing durch Timelines. Bei der weiteren Ausstattung setzt Apple auf eine 12-Megapixel-Center-Stage-Kamera mit Desk View, ein Mikrofon-Array mit drei Mikrofonen und ein Sechs-Lautsprecher-System. Die Anschlüsse bestehen aus zwei Thunderbolt-5-Ports (bis 120 Gbit/s). Einer dient als Upstream-Port mit 140 Watt Power Delivery, der andere ermöglicht Daisy-Chaining mit weiteren Displays oder Zubehör.
Im Vergleich zum Vorgänger Pro Display XDR fällt die Bildschirmdiagonale von 32 auf 27 Zoll und die Auflösung von 6K auf 5K. Dafür sind nun Lautsprecher, Mikrofone und eine Webcam integriert, die dem alten Modell fehlten. Auch der berüchtigte Standfuß-Aufpreis entfällt: Der höhenverstellbare Standfuß ist beim Studio Display XDR im Preis enthalten.
Das Studio Display XDR kostet in Deutschland ab 3.499 Euro. Mit Nanotexturglas werden 3.799 Euro fällig. Das reguläre Studio Display liegt bei 1.699 Euro und bietet 60 Hz, 600 Nits sowie kein Mini-LED.
MacBook Pro M5 Pro und M5 Max: Für anspruchsvolle Workflows
Für Foto- und Videoprofis dürfte das MacBook Pro mit M5 Pro und M5 Max am interessantesten sein. Apple setzt erstmals auf eine sogenannte Fusion Architecture, bei der zwei 3nm-Dies miteinander verbunden werden. Die 18-Core-CPU teilt sich in sechs “Super Cores” für maximale Single-Thread-Leistung und zwölf Performance-Kerne.
Bei den Displays setzt Apple auf das bekannte Liquid Retina XDR-Panel mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Das 14-Zoll-Modell löst mit 3.024 x 1.964 Pixeln bei 254 ppi auf, das 16-Zoll-Modell mit 3.456 x 2.234 Pixeln. Die Helligkeit liegt bei 1000 Nits im SDR-Betrieb und bis zu 1600 Nits im HDR-Peak, das Kontrastverhältnis bei 1.000.000:1. Dank ProMotion (bis 120 Hz), P3-Farbraum und True Tone eignen sich die Pro-Displays besser für farbkritische Arbeit als das Air, wobei die Serie auch mit guter Farbwiedergabe glänzt.

Der M5 Pro unterstützt bis zu 64 GB Unified Memory, der M5 Max bis zu 128 GB. Die SSD-Geschwindigkeit hat Apple laut eigener Angabe auf bis zu 14,5 GB/s verdoppelt. In der Basiskonfiguration starten die M5-Pro-Modelle jetzt mit 1 TB Speicher, die M5-Max-Varianten mit 2 TB. Für den Import und Export großer RAW-Bibliotheken oder 4K/8K-Projekte ist das ein deutliches Plus.
Alle USB-C-Ports sind jetzt Thunderbolt 5 mit eigenen Controllern, dazu kommen HDMI (bis 8K), ein SDXC-Kartenslot und MagSafe 3. Neu ist auch hier der N1-Funkchip mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Die Akkulaufzeit gibt Apple mit bis zu 24 Stunden an.
Das 14-Zoll-MacBook-Pro mit M5 Pro startet bei 2.499 Euro, das 16-Zoll-Modell bei 2.999 Euro. Mit M5 Max werden mindestens 4.199 Euro (14 Zoll) bzw. 4.499 Euro (16 Zoll) fällig. Das 14-Zoll-Basismodell mit regulärem M5 und 1 TB gibt es weiterhin ab 1.899 Euro. Ein Netzteil liegt in Europa nicht mehr bei.
MacBook Air M5: Mehr Speicher, schnellere SSD
Das MacBook Air mit M5-Chip verdoppelt den Basisspeicher auf 512 GB, optional sind erstmals bis zu 4 TB konfigurierbar. Die SSD soll laut Apple doppelt so schnell arbeiten wie im Vorgänger. Der M5-Chip bringt schnellere CPU- und GPU-Kerne mit Raytracing der dritten Generation sowie eine Neural Engine für lokale KI-Aufgaben. Auch hier ist der N1-Funkchip mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 erstmals an Bord.
Beim Display bleibt alles beim Alten: Das MacBook Air setzt weiterhin auf ein Liquid-Retina-Display mit 500 Nits Helligkeit und Unterstützung für eine Milliarde Farben im P3-Farbraum. Das 13-Zoll-Modell löst mit 2560 × 1664 Pixeln auf, das 15-Zoll-Modell entsprechend höher. Es handelt sich um ein IPS-Panel mit LED-Hintergrundbeleuchtung, also kein Mini-LED und kein XDR. Auch ProMotion fehlt, die Bildwiederholrate bleibt bei 60 Hz. Für die Fotobearbeitung ist der P3-Farbraum solide, wer allerdings HDR-Grading oder farbkritische Druckvorstufe betreiben will, stößt hier an Grenzen.

Auch am Gehäuse ändert sich wenig. Das MacBook Air behält sein Aluminiumdesign, das Liquid-Retina-Display, bis zu 18 Stunden Akkulaufzeit und zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse. Auch beim Air liegt in Europa kein Netzteil mehr bei.
Das 13-Zoll-Modell startet bei 1.199 Euro, das 15-Zoll-Modell bei 1.499 Euro. Das sind jeweils rund 100 bzw. 50 Euro mehr als beim Vorgänger, allerdings mit doppeltem Speicher in der Basiskonfiguration. Wer das 13-Zoll-Einstiegsmodell wählt, sollte wissen: Die günstigste Variante hat einen beschnittenen M5-Chip mit nur acht statt zehn GPU-Kernen.
MacBook Neo: Apples Einstieg in die Budget-Klasse
Komplett neu im Sortiment ist das MacBook Neo. Apple positioniert es als günstigen Einstieg in die Mac-Welt und zielt damit auf Studierende, Schüler und alle, die bislang eher zu Chromebooks oder günstigen Windows-Laptops gegriffen haben.
Statt eines M-Chips kommt der A18 Pro zum Einsatz, den Apple bereits im iPhone 16 Pro verbaut hat. Der Prozessor bietet sechs CPU-Kerne und eine 5-Core-GPU. Beim Arbeitsspeicher müsst ihr euch mit 8 GB RAM begnügen, die sich auch nicht aufrüsten lassen. Für rechenintensive Bildbearbeitung oder Videoschnitt ist das MacBook Neo also nicht gedacht.

Das 13-Zoll-Liquid-Retina-Display löst mit 2.408 x 1.506 Pixeln auf und erreicht 500 Nits. Erhältlich ist das Gerät in vier Farben: Rosa, Indigo, Silber und dem neuen Gelb-Ton Citrus. Bei den Anschlüssen gibt es zwei USB-C-Ports, kein MagSafe.
In Deutschland kostet das MacBook Neo ab 699 Euro mit 256 GB Speicher. Für 799 Euro gibt es 512 GB und ein Keyboard mit Touch ID.
iPad Air M4: Solides Update zum gleichen Preis
Das iPad Air bekommt den M4-Chip, den Apple bisher dem iPad Pro vorbehalten hatte. Im Vergleich zum M3-Vorgänger soll die Leistung um bis zu 30 Prozent steigen. Apple erhöht zudem den Arbeitsspeicher von 8 auf 12 GB und bringt erstmals Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 über die hauseigenen Chips N1 und C1X ins iPad Air.

Am Design und Display ändert sich nichts: Es bleibt bei einem LCD-Panel ohne ProMotion (60 Hz) in 11 und 13 Zoll. Wer 120 Hz und OLED will, muss weiterhin zum iPad Pro greifen.
Das 11-Zoll-Modell startet bei 649 Euro für die 128-GB-Variante, das 13-Zoll-Modell bei 849 Euro. Die Cellular-Varianten kosten ab 819 Euro (11 Zoll) bzw. 1.019 Euro (13 Zoll). Die Preise bleiben damit gegenüber dem Vorgänger stabil.
Die neuen Macs und iPads dürften auch für alle interessant sein, die Apples eigene Kreativ-Tools nutzen. Seit Ende Januar bietet Apple mit dem Creator Studio ein Abo-Paket für 12,99 Euro im Monat an, das unter anderem Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro bündelt. Letzteres ist seit dem Start auch als iPad-Version verfügbar. Gerade in Kombination mit dem neuen iPad Air M4 oder dem MacBook Air M5 ergibt sich damit ein vergleichsweise günstiger Einstieg in Apples Kreativ-Ökosystem, ohne gleich ein Adobe-Abo abschließen zu müssen. Eine echte Lightroom-Alternative fehlt im Creator Studio allerdings weiterhin.

