Canon Kameras

Canon EOS R: Vollformat-DSLM offiziell präsentiert

Es ist offiziell: Canon stellt mit der Canon EOS R die erste eigene spiegellose Vollformatkamera vor. Wir haben alle Details im Überblick.

Canons erste Vollformat-DSLM

Die Spatzen haben es in den letzten Tagen und Wochen schon von den Dächern gepfiffen, nun ist es offiziell: Canon steigt mit der neu vorgestellten EOS R in den Markt der Vollformat-DSLMs ein und folgt damit den großen Konkurrenten Nikon und Sony.

Wir wollen uns in diesem Artikel alle technischen Details der neuen spiegellosen Vollformatkamera anschauen, weitere Artikel zur EOS R werden dann im Laufe des Tages sowie in den nächsten Tagen hier auf Photografix erscheinen.

Sensor & Auflösung

Die Canon EOS R arbeitet mit einer Auflösung von 30 Megapixeln, dabei kommt ein Vollformat-CMOS-Sensor inklusive Tiefpassfilter zum Einsatz. Die DSLM deckt einen ISO-Bereich von 100 bis 40.000 ab, wobei der ISO-Bereich auch auf ISO 50 bzw. bis hin zu ISO 102.400 erweitert werden kann. Zudem setzt Canon auf den DIGIC 8 Prozessor, der im Februar 2018 zusammen mit der EOS M50 eingeführt wurde.

Den Sensor scheint Canon im Übrigen von der Canon EOS 5D Mark IV zu übernehmen, das schreiben verschiedene Quellen wie beispielsweise Jordan Drake.

Autofokus

Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Der Autofokus der Canon EOS R wird tatsächlich mit unglaublichen 5.655 Messfeldern arbeiten! Ebenfalls beeindruckend ist, dass alle diese 5.655 Messfeldern einzeln angewählt werden können. Zudem handelt es sich natürlich um einen Dual-Pixel-Autofokus, welcher bis -6 EV (f/1.2) seine Arbeit verrichten soll. Canon spricht davon, dass es sich hier um den schnellsten Autofokus der Welt (0,05 Sekunden) handeln soll. Die Messfelder decken 88 Prozent der horizontalen und 100 Prozent der vertikalen Sensorfläche ab.

Des Weiteren scheint die Canon EOS R auch einen Augenautofokus zu besitzen, allerdings nur in Kombination mit dem AF-S Einzelfokus.

Serienbildaufnahmen

In Sachen Serienbildgeschwindigkeit schafft die Canon EOS R acht Bilder pro Sekunde mit One-Shot AF und ca. fünf Bilder pro Sekunde mit Servo AF/AE. Wenn man dann bei der Autofokus-Nachführung noch „tracking priority“ auswählt, sind nur noch 3 fps möglich. Die Serienbildgeschwindigkeit von 8 fps kann laut Canon für 100 JPEGs, 47 RAWs oder 78 C-RAWs gehalten werden.

Außerdem stehen Verschlusszeiten von maximal 30 Sekunden bis minimal 1/8.000 Sekunde zur Verfügung.

Display & Sucher

Das 3,1 Zoll große und mit 2,1 Millionen Bildpunkten auflösende Touchdisplay der Canon EOS R kann – und das ist ein kleiner Vorteil im Vergleich zur Konkurrenz – seitlich aus dem Gehäuse herausgeklappt werden und ist damit extrem flexibel. Zudem steht natürlich auch ein erstklassiger elektronischer Sucher mit einer 100-prozentigen Bildfeldabdeckung und einer 0,76-fachen Vergrößerung zur Verfügung. Er arbeitet mit einer Auflösung von 3.69 Millionen Bildpunkten. Und zu guter Letzt verbaut Canon auf der Oberseite auch noch ein kleines Schulterdisplay.

Videos

Videos nimmt Canons erste spiegellose Vollformatkamera in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde und in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Außerdem gehört Canon Log zum Gesamtpaket und es können Videos mit 10bit und 4:2:2 via HDMI ausgegeben werden. Anschlüsse für ein Mikrofon sowie einen Kopfhörer stehen selbstverständlich zur Verfügung, genauso ist Fokus Peaking mit von der Partie.

Bei 4K-Videos wird anscheinend nicht der komplette Sensor ausgelesen, es gibt also einen Crop-Faktor, ganz ähnlich wie bei der EOS 5D Mark IV, so Jordan Drake.

Gehäuse

Das Gehäuse der Canon EOS R besteht aus einer „Magnesiumlegierung und Polykarbonat mit Glasfaserkunststoffteilen“. Es bringt insgesamt 660 Gramm mit Akku und Speicherkarte auf die Waage, misst 135,8 x 98,3 x 84,4 mm und ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. In Sachen Bedienung fällt sofort die kleine „Wippe“ auf der Rückseite der Kamera ins Auge, die mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann.

Weitere technische Daten

  • USB 3.1, WLAN, Bluetooth
  • Akkulaufzeit: bis zu 370 Bildern (offizieller Wert von der Canon Webseite, andere schreiben von bis zu 560 Bildern nach CIPA)
  • Laden via USB
  • Akku: LP-E6 bzw. LP-E6N (nur der LP-E6N kann per USB geladen werden)
  • Optionaler Akkugriff BG-E22 (verdoppelt die Akkulaufzeit)
  • Lautloser elektronischer Verschluss
  • Ein SD-Slot (UHS-II kompatibel)
  • Kein IBIS
  • Blitzsynchronzeit: 1/200 Sekunde
  • Dual-Pixel-RAWs & C-RAW

Das neue Bajonett im Detail

„Die revolutionärste Komponente der EOS R ist nicht die Kamera selbst, es ist das Bajonett.“ (Canon)

Wie auch die Nikon Z6 und Z7 kommt die EOS R mit einem neuen Bajonett daher, dem sogenannten RF-Bajonett. Der Durchmesser dieses Bajonetts beträgt 54mm und ist somit genauso groß wie der des der EF-Bajonetts, allerdings ist das Auflagemaß geringer, was kompaktere Objektive und eine bessere Bildqualität ermöglichen soll.

Zu Beginn kommt die Canon EOS R mit vier verschiedenen Objektiven auf den Markt:

  • RF 24-105mm F4L IS
  • RF 28-70mm F2L
  • RF 50mm F1.2L
  • RF 35mm F1.8 IS Macro

Zudem wird Canon drei verschiedene Adapter für EF-Objektive anbieten. Dabei wird es eine ganz normale Basis-Version geben, einen Adapter mit einem zusätzlichen Steuerungsring sowie einen dritten Adapter, bei dem Filter zwischen die Kamera und das Objektiv eingesetzt werden können. Die Adapter werden gleichermaßen mit EF, EF-S, TS-E und MP-E Objektiven kompatibel sein. EF-M Objektive können an der EOS R nicht verwendet werden.

Preis und Verfügbarkeit

Die Canon EOS R wird zum Preis von 2.499 Euro bzw. 3.499 Euro zusammen mit dem neuen 24-105mm Objektiv auf den Markt kommen. Verfügbar sein soll die Kamera ab dem 9. Oktober 2018. Wie teuer die neuen RF-Objektive und die Adapter werden, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Canon EOS R vorbestellen

Die Canon EOS R kann schon jetzt in Deutschland vorbestellt werden, beim Fachhändler calumetphoto.de nämlich. Scheinbar gibt es dort den 109 Euro teuren EF-Adapter jeweils kostenlos dazu:

Was haltet ihr von Canons erster spiegelloser Vollformatkamera?

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.500 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

113 Kommentare

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      • Weil dies das einzige ist was die Konkurrenz „etwas“ übertrifft. Klar sieht auf dem Papier 5.655 riesig aus, sind aber „nur“ Dualpixel-AF. Von der gesamten Sensorabdeckung ist es aber nicht wirklich besser als bei der Konkurrenz. Und 0,05 Sek. sind auch nur 0,01 Sek. schneller als eine APS-C Kamera 2014.

        Ja das ist nur nachgezogen. Und was bring mir der beste AF bei nur 5 B/sek. ?

      • 5.655 Messfelder wären der Traum für Sportfotografen, wenn ich dabei den Kopfball oder den Fallrückzieher scharf einfangen könnte. Aber die Serienbildgeschwindigkeit macht dieses einzige neuartige Feature wieder zunichte. Ich seh das auch so wie Daliali. Canon hätte sich diesen Blödsinn sparen können, bzw wir Käufer können uns das sparen.

    • Also erstens ist Canon hier einen Riesen-Schritt nachgezogen und übertrifft mal wieder die Konkurrenz in einigen Dingen. Die 0,01 Sek schnellerer AF des „nur“ DPAFs sind eine große Sache, denn immerhin hat Sony trotz ihrem ganzen Technik-Schnickschnack und in 5 Jahren Entwicklung seit der ersten A7 weder einen derart schnellen AF hinbekommen, noch kriegen sies gebacken, beim Fokussieren die Blende zu öffnen, so wie die Canon das tut und damit noch den Fokus bei Viertelmond findet.
      30 Megapixel sind für eine Semi-Pro auch ziemlich nett. Immerhin das Level der 5D4.
      Eye-AF und interne Log-Aufzeichnung ist auch an Bord, im Gegensatz zur Z6.
      Kurzum viele für Fotografen relevante Dinge. Bleibt noch abzuwarten wie sich die DR schlägt, aber da gehe ich von mindestens der soliden Performance der 5D4 aus.
      Und einige sind sich immer noch nicht so ganz im Klaren, dass wir hier vom Enthusiasten/Semi-Pro Modell von Canon reden. Wenn das Profi Modell nächstes Jahr erscheint, werden Sonikon Fans vor Neid erblassen.

  • 5655 einzelne AF Felder ohne Joystick anwählen…..hm…nicht zuende gedacht???

    Ich bin mal gespannt ob jemanden einfällt wo 5655 af Punkte einen Benefiz zu 693 af Punkten hat….die 88% horizontale Bildabdeckung ist es sicher nicht 😉

    • Der Dynamikumfang würde mich auch interessieren, allerdings erwarte ich, auch angesichts des immer noch verbauten Tiefpassfilters keine Wunder. Der Sensor erinnert mich an die 5DlV, mal wieder Weiterverwertung?

      • Auf jeden Fall als der der 6D Mark II.
        Wenn es der Gleiche Sensor wie der aus der 5D Mark IV ist, dann ist das schon ok, allerdings halt hinter der Konkurrenz. Finde ich persönlich aber nicht so schlimm.

      • Was hat ein Tiefpassfilter jetzt genau mit der Dynamik zu tun?
        Der Sensor der 5D4 hat schon einen erweiterten Dynamikumfang, da Canon hier u.a. im Gegensatz zu früheren Kameras einen on-chip A/D Converter verwendet.
        Weitere Verbesserungen sind durch Dual Pixel möglich, beispielsweise kann sich der Dynamikumfang steigern lassen, wenn jeweils ein Sensorpaar verschiedene ISO Geschwindigkeiten verwendet und miteinander verrechnet.

  • @Mark
    Im Video steht das im Automatik Modus nur 143 af Punkte anwählbar sind – und wenn man sich das gezeigte af Feld mal ansieht ist dass schon ziemlich groß, niemals haben da 5655 Platz….kann man sie tatsächlich alle einzeln auswählen???

  • Entscheidend wird der Preis sein.
    Inwieweit sich Canon von der ebenfalls vorgestellten Nikon Z abheben kann bzw einen Vorteil bringt.
    Technisch geben sich die beiden Systeme nicht viel und unterscheiden sich (bis auf den IBIS) nur geringfügig.
    Für mich persönlich ist es egal ob nun ein IBIS verbaut ist oder nicht. Ich hatte bisher keinen und was man nicht kennt das vermisst man bekanntlich auch nicht.
    Wichtiger werden die Tests zur Bildqualität und AF Genauigkeit bzw Geschwindigkeit sein.
    Auch geht es um Markenbindung, wer Canon Objektive besitzt wird wohl kaum zu Nikon umsteigen, ebenso wenig wie umgekehrt.
    Canon hat für mich den Vorteil das sie auf massig Objektive aus dem EF Lager zurückgreifen können. Natürlich bringen diese Adapterlösungen keinen Gewichtsvorteil aber man kann zumindest erstmal so weiter fotografieren wie bisher.
    Für mich als APS-C Canon Nutzer kommt daher nur diese Kamera in Frage falls ich auf VF umsteigen möchte.

    • …hat für mich den Vorteil das sie auf massig Objektive…
      hat Nikon den „Vorteil“ mit ihrem Adapter nicht? Habe da eine Zahl von über 130 F-Objektiven im Kopf…

      • Er hat doch klar und deutlich „für mich den Vorteil…..“ geschrieben. Er als Canon-Objektiv Eigentümer sieht also für sich den Vorteil bei Canon und nicht bei Nikon, weil er eben keine Nikon Objektive besitzt. Ausserdem hat Stefan Beusch nur einen Satz zuvor auch Nikon und Eigentümer von Nikon Objektiven angesprochen, nämlich dass diese nicht ohne weiteres ins Canon Lager wechseln werden. Warum sind hier einige immer so empfindlich, wenn man nicht im gleichen Atemzug auch ihre Marke erwähnt?

      • @Thomas Müller
        entschuldige bitte, das „mich“ hatte ich in der Tat überlesen. Sollte auch kein „immer so empfindlich“ Vorwurf sein, habe mich nur über die von mir falsch gelesene Aussage gewundert.

      • Hallo Mimas,

        gut, dass wir das Missverständnis klären konnten 😉 . Damit nehme ich dann auch den Vorwurf der Empfindlichkeit mit dem grössten Ausdruck des Bedauerns zurück.

        VG, Thomas

  • Lassen wir mal den Vollformatsensor außen vor…..ich bin immer wieder erstaunt, welche „Neuerungen“ es so geben soll.
    Wenn ich mir die LUMIX FZ1000 ansehe, die hatte schon vor drei Jahren sehr viel! von dem, was heute als besonders dargestellt wird.

  • Ich war ja noch nie Canon Freund aber das Gehäuse ohne Joystick und auch nur einen Kartenslot …..ohne Worte . Den schnellsten AF hat die Lumix G9 mit 0,04 sek. Ich freue mich schon auf die Fuji X-T3.

      • Wenn du meinst:) Ich kenne kein schlechtes Fujiobjektiv und vermisse aktuell auch keins. Außerdem hoffe ich auf Sigma Art für X-Mount.

      • @David
        Hatte die XT2 mit dem 35mm 1.4 und dem 56mm 1.2
        Habe alles nach kurzer Zeit zurück gegeben, weil die Kamera und vor allem die Objektive nicht mit der D750 und Sigma Art mithalten konnten. Langsamer & lauter Fokus … und dann vergrößert sich das Objektivgehäuse auch noch beim fokussieren. Hat mir nicht gefallen. Low Light war auch sichtbar schlechter. Trotzdem mag ich Fuji sehr und von der GFX träume ich sowieso 🙂

      • David 5. September 2018 um 10:32 Uhr
        „Ich kenne kein schlechtes Fujiobjektiv und vermisse aktuell auch keins. Außerdem hoffe ich auf Sigma Art für X-Mount.“

        Widersprichst du dir nicht gerade selber?

        Wenn du nichts vermisst, was willst du dann mit den Sigmas?

        Oder bist du Sammler?

  • Nur 5 fps mit Nachführung? Sorry, aber das ist Stand der DSLM-Technik von 2012 oder so… *kopfschüttel*

    Ansonsten klingt das Ding recht interessant 👍

  • Bevor ich mich für eins der – wieviele waren das jetzt gleich noch, 5655(?) Fokusfelder entschieden habe, ist das Motiv über alle Berge. Ist also nur im Studio einsetzbar.
    🙂
    Nein, ich glaube Canon ist damit ein grosser Wurf gelungen. Ein Jahr warten und R wird bezahlbar (vorausgesetzt man braucht sowas).

  • Ich freue mich so sehr, dass Canon und Nikon nun auch DSLM Kameras im Angebot haben … Panasonic soll ja auch noch nachziehen. Und noch mehr freue ich mich, dass jetzt sehr viele panisch zum DSLM System wechseln werden … ich denke die Gebrauchtpreise für die DSLR`s werden so krass fallen … ich freue mich schon shoppen zu gehen 🙂

    • Warum sollte jemand panisch zum DSLM System wechseln?
      Sie kann auch nur Fotos machen.
      Oder ist eine DSLM als Staubsauger und als Mobiltelefon nutzbar?

      Die Fotos macht das Objekt hinter der Kamera – völlig unabhängig von der Technik.

      Ich werde das Gefühl nicht los, dass viele hier meinen, wenn sie eine Kamera mit der vermeintlich neuesten Technologie haben, würden sie automatisch gute Bilder machen.
      Weit gefehlt!

      • Naja, wenn Du auf Konzerte Fotos machen willst, mit nem schnellen AF und nen Full Frame Sensor, ist schon besser. Meine erste Kamera war eine Aps-c und der AF war auch nicht der schnellste, und wenn der Sänger dann noch in Low Light hin und her springt puh, i missed a lot of shots. Danke für die Technik die sich so schnell weiter entwickelt

      • gerade die aktuellen DSLRs sind sehr ausgereift. Wer auf einen EVF und andere Spielerein verzichten kann, kann ruhig noch ein paar Jahre der DSLR treu bleiben und stattdessen das breite Objektivangebot genießen.

  • Sehr spannend. Sicher ist noch Luft nach oben. Ob Canon langfristig ohne IBIS auskommen kann, wird sich zeigen. Die Kamera ist von den Daten irgendwo „dazwischen“. Nicht so schnell wie die 7DII, mehr MP als die 5DIV. Dafür nur einen (aber schnellen) Slot. Akkulaufzeit und Serienbildgeschwindigkeit sind sicher steigerungsfähig.
    Nur: wie geht es weiter mit APS-C? Meine alten EF-S-Objektive kann ich weiter nutzen. Sehr gut. Nur werde ich jetzt genau überlegen, ob ich meine betagte EOS M durch einen modernen Nachfolger ersetze, weil dies nun eine Sackgasse zu sein scheint. Ob das klug ist?

  • Es gibt einfach keine perfekte Kamera … manchmal denke ich, die Hersteller sprechen sich ab. Sony scheint alles richtig zu machen, aber dann ist da das schlechte Gehäuse und dieses Menü. Dann kommt Nikon und bringt ein geiles Gehäuse und ein tolles Menü … aber dafür nur einen Kartenslot und langweilige Objektive. Dann kommt Canon und bringt spannende Objektive, einen tollen Bildschirm und ein gutes Gehäuse … aber auch nur einen Kartenslot und nur 5fps 🙁 Maaaaaaaaaaaaaaaan … ich brauche eine Sony mit dem Nikon Gehäuse und den Canon Linsen 😀 Da kann ich ja lange warten 🙂

    • Sicherlich wird ein Fremdhersteller in naher Zukunft einen Adapter herausbringen, damit Canon-Objektive an die Nikon Z-Baureihe passen. Der Bajonett-Durchmesser der Nikon Z6 und Z7 ist ja groß genug, um von den meisten anderen Herstellern Objektive per Adapter anschließen zu können. Sigma und Tamron mit Nikon F-Anschluss passen jetzt schon mit Nikon-Adapter. Da wird Nikon sich nicht gegen sperren können. Die Fremdhersteller wissen schon , wie sie von dem großen Kuchen etwas abbekommen.

      • Das wird ein Chaos: Canon RF nicht kompatibel mit Canon M, dazu wird die Schnittstelle Drittanbieter (wie auch beim Nikon Z-Mount) nicht zugänglich gemacht. Bleibt für Sigma und Tamron reverse engineering mit allen zeitlichen und technischen Limits…wenn Sigma – trotz Zugang zur Schnittstellentechnologie – bei Sony E-Mount (bisher) keine nativen Linsen bringt, was dürfen wir das in Anbetracht dessen für RF- und Z-Mount befürchten. Die Dritthersteller müssen sich jetzt wohl auch erst einmal sortieren und Prioritäten setzen.

      • Hallo Rainer,
        kaum zu erwarten, dass Objektive marken übergreifend verwendet werden können. Dazu müssen die Firmen ihr Datenprotokoll offen legen. Und das werden sie nicht tun. Selbst Sigma und Tamron entwickeln ihre Linsen nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“. Ist nichts anderes als das Protokoll des jeweiligen Herstellers auslesen und danach das Objektiv zu bedaten. Hatte schon Sigmas, die im Fokus an Nikon völlig daneben lagen. Der Aufwand für eine Marke und ein System zu entwickeln, ist hoch und kostet den Fremdherstellern viel Geld. Darum wird das Erscheinen von Fremdobjektiven für die neuen Canons und Nikons noch dauern.

    • Ach weißt Du. Gib nicht Sony fürs Menü die Schuld. Zeig mal mit dem Finger auf Dich. Dann kommt Dein Kopf einfach nicht klar damit. Und nimms bitte nicht persönlich. Ich kann mich nämlich erinnern als ich damals eine DSLR geschenkt bekommen habe. Eine Canon 650D. Ich kannte mich mit den Settings überhaupt nicht aus, damit soll ich gute Fotos machen? Was sind dass alles für Objektive? Belichtung, shutter ? Fremde Sprache:-) Ich wollte sie verkaufen. Gott sei Dank ich habe es nicht getan, fing an mich mit ihr auseinander zu setzen, plus mit allem drum herum und bin seitdem der Fotografie völlig verfallen und bum erschien mein erstes Nightshot an der Wand im „Empire State Building“ ( war einer der Contest Finalisten ) Habe mir jetzt die Sony a7III gekauft, wohlgemerkt Menü ist Englisch, hatte mir vor ein paar Tagen ein You Tube Video geschnappt und bin durchs ganze Menü durch. Und? Wo ist das Problem? Aber jeder ist verschieden. Gib jemanden mal ein Nahrungsmittel was er nicht essen mag. Du kannst es ihm noch so auf zwingen, es wird nciht funktionieren.

  • Mir fehlen hier noch Angaben zum Dynamikumfang, genau wie bei den Nikon Z´s.

    Der Bildstabi wäre schon gut gewesen (Indoor) aber letztlich auch ok, wenn nur die Objektive stabilisiert sind.

    Und zu bedenken gilt, weder die EOS-R noch die Nikons sind für Profis konzipiert, für Amateure sollten die Leistungen daher reichen.

    Zudem ist niemand gezwungen, seine Spiegelreflex gleich zu entsorgen, daher kann man je nach Situation ja zweigleisig fahren (wenn man z.B. mehr fps benötigt).

    Beide Hersteller haben gerade Ihre erste Vollformat auf den Markt geworfen, vieles richtig gemacht, manches wird erst beim Nachfolger besser werden, aber mal ehrlich, beide sind doch absolut ok.

    Die Preise werden binnen 6 Monaten nochmals um 20% fallen, man kann seine alten Objektive nutzen (das Adapter Gejammer nervt, kaum einer wird in Situationen kommen, wo diese Lösung nicht ausreicht).

    Das sich viele, die Sony gekauft haben, ärgern, da die Kosten des Systemwechsels + Wertverlust bei Verkauf der Altausrüstung enorm waren, ist verständlich.

    Canon hat für meinen Geschmack immer die beste Farbwiedergabe hinbekommen, die RAW Dateien lassen sich prima verarbeiten, die Schärfe stimmt auch, mit den neuen Objektiven wird vermutlich die randschäfe noch gesteigert und die Verzeichnung minimiert, alles schön.

    Ansonsten gilt: Wer nicht Gewicht schleppen möchte, nimmt Olympus, Panasonic oder Fuji.

    Wer meint, DSLM sollte den Vorteil der Gewichtsersparnis haben, irrt, das war bestimmt auch nie die Intention der Hersteller bei der Entwicklung, sondern ein System für optimale Ergebnisse zu entwickeln, das aber auch noch bezahlbar bleibt.

    Man kann Vollforrmat Objektive auch mit anderen Materialien kleiner und leichter konzipieren, aber wer legt dann noch das Geld dafür hin?

    • „Das sich viele, die Sony gekauft haben, ärgern, da die Kosten des Systemwechsels + Wertverlust bei Verkauf der Altausrüstung enorm waren, ist verständlich.“

      Habe eine A7 III und sehe wirklich nicht, warum ich mich da ärrgen soll…

      • Wen ich das schon wieder lese, bin eigentlich nur leser hier und weder Fanboy von Nikon, Sony Canon etc. Aber echt mal, in der PK ohne internen Bildstabilisator…. und ein Joystick für die Auswahl der FP….. mmmhhhh. Denke mal das da noch Luft nach oben ist oder ?

      • Hotte, vor allem, weil man beim bevorzugten Einsatzgebiet der EOS-1 Dx Mark II gar keinen Stabi benötigt, denn Sport- oder Reportagemotive bewegen sich meistens. Die allerwenigsten Profis werden mit der EOS-1 Landschaftsfotografie betreiben. Im Gegensatz zu den Kameras, die auch oder vor allem für den Amateurbereich gedacht sind, ist die EOS-1 eine „Spartenkamera“. Für die 5Ds(R) halte ich einen Stabi aber schon für sinnvoll, denn diese richtet sich mit ihrer hohen Auflösung auch, oder vor allem, an Landschafts-, Mode- und Produktfotografen. Gerade die Auswirkungen einer Spiegelerschütterung könnte man ja mit einem IBIS reduzieren.

  • Im Vergleich zur 6D I+II ist das ein würdiger Nachfolger, das soll die Kamera wohl auch sein, und ich sehe hier erhebliche Verbesserungen. Die AF-Punkte sind mit Sicherheit nicht einzeln auswählbar. Ich bin mal auf die €-Preise gespannt. Ich denke das ist ein solides Werkzeug. Warten wir mal ab was die Tests der Gurus so ergeben. Klappdisplay und Touchscreen ist auch nicht zu verachten.

  • Ein Anfang ist gemacht!
    Die Kamera wird wohl die Klasse der EOS 80D repräsentieren.
    Für mich also nur anschauen und ausprobieren aber nicht kaufen.
    Ich warte auf die spiegellosen 1er und 5er. Dann gehen meine 1Dx´en.
    IDs

  • Canon mit Tiefpassfilter
    weshalb eigentlich noch mit, wenn doch ohne noch mehr Schärfe…. wie es bei allen anderen Kameras so angeboten wird
    Canon schafft mit ca 370 Bildchen… ganz wie Nikon ??
    Canon bringt einen Schacht… ganz wie Nikon ??

    Nun Nikon verdient wohl Geld mit:
    XQD Karten, sind teuerer und es fällt mehr ab
    neue Gläser, sind teuerer und fällt mehr ab
    kündigt gleich mehrere Spiegellose an, bringt ebenso wieder neues Geld in Kasse

    Canon verdient Geld mit:
    neuer DLSM mit 2. Schacht – wird nachgereicht
    neuer Akku für mehr Bildchen – wird nachgereicht
    neue DSLM ohne Tiefpassfilter – wird nachgereicht
    also Salamitaktik bei Canon

    Ist doch von der Marketingabt. in Ordnung, aber wie sehen es die Kunden ??

    Und ich Blödmann habe doch im Ernst gedacht,
    DSLM wird leichter und Quirliger
    Es gibt hochwertigen Kunststoff auch bei Linsen Bsp Optiker
    Es gibt PF Linsen zumindest bei Nikon
    hier wäre eine Gewichtsersparnis von locker 50% drin
    Also Kamera statt 1000Gr nur noch 550 Gr, 24-105 statt 770 Gr nur noch 450 Gr usw usw…
    Das wäre ein Erfolg.
    Diese KG hightec Kamera kann sich jeder locker über die Schulter werfen und locker durch den Hafen bummeln….
    So würde zumindest bei mir DSLM Freude machen

    • Hallo Volker
      diese hochwertigen Kunststoffe, als Brillenglas, funktionieren gut als Einzelglas.
      Im Linsensystem, wie einem Objektiv kommt es stärker zu Dispersionen.
      Die Wölbungen sind stärker, um die refraktive Eigenschaften zu erzeugen. (Größerer Tubus)
      Mineralische Gläser lassen sich deutlich besser vergüten (Anti-Reflextion etc.)
      und zum Schluss müsste man die Frontgläser so oder so mit mineralischen Gläsern verarbeiten wegen der Kratzbeständigkeit.

      Viele Grüße

      Dein Optiker

    • Bei Canon sind die Objektive zu gut, um die Funktion des Tiefpassfilters zu übernehmen.

      Das ist eben der Unterschied zu sony oder fuji und wie sie alle heißen, die alles besser können als Canon und Nikon und Jahre Vorsprung haben.

      Hier sieht man aber wieder, dass Sony und Fuji-Fans nicht ansatzweise ahnen, was gute Objektive heutzutage leisten.

  • Laut 43rumors haben die Linsen einen konfigurierbaren Zusatzring, genaueres wird nicht erwähnt.
    Aber die Preise sind gesalzen, das 50 1.2 soll 2300USD und das 28-70 gar 3000USD kosten.

    Rolling shutter wird wie bei der 5Div wohl auch ein Thema sein.

    • Vermutlich wird bzw ist bei allen aktuellen DSLMs aller Hersteller Rolling shutter ein Thema (sein), oder bei welcher ist dieser Schwachpunkt bisher schon gelöst? Mir ist jedenfalls keine bekannt, die dies vermeiden kann. Der ein oder andere Hersteller kann im Vergleich zu anderen Herstellern den Effekt etwas reduzieren, aber tatsächlich gelöst hat ihn bisher noch keiner.

      • Stimmt schon, die Tests die ich von der A9 gesehen habe, zeigen deutlich bessere Resultate als beispielsweise bei der A6500. Trotzdem, vor allem bei 4K Filmaufnahmen ist er bei schnellen Bewegungen immer noch vorhanden, wenn auch hier schon deutlich reduziert. Aber genau das meinte ich damit, dass der ein oder andere Hersteller diesen Effekt schon reduzieren konnte, aber eben nicht vollkommen. Ausserdem reden wir bei der A9 über eine Kamera, die selbst im Strassenpreis über 4000,00 Euro kostet, also vermutlich doppelt so viel wie der sich bald einstellende Strassenpreis der Canon.

  • sicher keine schlechte kamera, aber einen hype wird sie wohl nicht ausloesen. wenn der sensor tatsaechlich von der 5div kommt schon gar nicht. prinzipiell hat die 5div sicher keinen schlechten sensor, aber eigentlich haette schon eine weiterentwicklung stattfinden sollen. wahrscheinlich war der ansatz nur nicht mit eigenen kameras in konkurrenz zu treten. bei mir loest sie in jedem falle kein „habenwollengefuehl“ aus. vielleicht sollte canon ihre marketing-mannschaft erneuern.

  • Der Einstieg ist meines Erachtens nach gelungen. Solide Kamera für ein DSLM VF Debut, halt nichts Weltbewegendes aber auch nix Enttäuschendes.
    Die 5655 AF Felder werden sicherlich so „Pi mal Daumen“ über das Touchdisplay per Tippen angewählt. Ich denke niemand wird hier in der Praxis wirklich genau eines der Felder gezielt anwählen wollen/müssen. Interessant wird es da mMn eher bei der automatischen AF Nachführung. Bei einer derart hohen Anzahl an AF Feldern wird die Nachführung bestimmt eine Stärke.
    Würden denn auf der Präsentation auch Details zu den Adaptern genannt (Filter/Polfilteroptinen etc) oder wurde nur die EOS R vorgestellt?

    • Das stimmt, das sehe ich auch so, beim kontinuierlichen AF kann die hohe Zahl an AF Feldern tatsächlich von Vorteil sein, auch und erst recht, wenn der AF wirklich so schnell sein soll, wie von Canon behauptet und erst recht dann, wenn es Canon gelungen sein sollte, dass der AF bei der Nachführung nicht „pumpt“. Auch in der Makrofotografie könnte diese irre hohe Zahl an AF Feldern von Vorteil sein. Aber bisher ist alles nur Theorie, ich bin auf die ersten Testberichte gespannt, ob sich nämlich das, was man sich in der Theorie von diesem AF versprechen kann, auch tatsächlich eingehalten wird. Gleiches gilt für den DR.

  • Ein SD-Slot ist zu wenig, die Kamera soll für den gewerblichen Anwender sein. Da ist Datenspiegelung ein MUß.
    Wenn Canon doch zumindest einen Slot für CF oder XQD eingerichtet hätte. Auch damit kann man im Feld nichts anfangen, denn Daten weg bedeutet Auftrag weg und vielleicht Konventionalstrafe. Auch zwischen sichern per Notebook kann man eigentlich vergessen, denn Events, wo auch immer, sind hektische Ereignisse und man muß das Notebook immer mit schleppen. Deswegen ist es eine hochwertige Kamera für den anspruchsvollen Amateur, aber nur die Zielgruppe reicht nicht. Fuji hingegen macht mit der x-T 3, die auch bald kommt, die bessere Fotografenkamera. Auch die großen DSLR von Canon erlauben Datenspiegelung, warum nicht hier?

  • Man fasst es nicht. Ich habe jahrelang mit einer Canon 5D Mark II / III gearbeitet und immer auf eine FF DSLM von Canon gehofft. Mittlerweile bin ich bei Sony und habe die Ankündigung heute interessiert gelesen…

    Diese EOS R soll 2299 Euro kosten – genauso viel wie eine Sony A7III – nur mit vergleichsweise alter Technik. Augenautofokus nur im AF-S Modus (nicht im AF-C wie bei Sony), kein 2er Kartenslot und das gute alte RAD wurde gegen eine Wippe auf der Rückseite ersetzt. Der Sensor scheint derselbe der 5D Mark IV zu sein – und ist damit ebenfalls nicht mehr konkurrenzfähig. IBIS findet man heute durch die Bank bei neuen Kameras von Sony, Olympus und Panasonic – und Canon verbaut selbigen nicht. Bitte ???

    Mit anderen Worten – diese Kamera ist aus meiner Sicht genauso wenig konkurrenzfähig wie die beiden neuen Nikon-Systeme. Und das nach 4,5 Jahren Sony Dominanz. Ich bereue den Wechsel von Canon zu Sony kein bisschen …

    • Naja, ich denke schon, dass die Kamera konkurrenzfähig ist. Das kümerliche Display zum Neigen überzeugt mich bei der Sony nicht. Ich nutze die 5 DSR und 5 D Mark IV und von Sony die RX 100 V. Was mich bei Sony wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hat, ist die übertriebene Kantenbetonung und die Farben. Canon schafft es einfach, die Hauttöne am besten abzubildern. Vom Farbmanagement bei Sony bin ich wenig überzeugt.

      Natürlich wäre ein IBIS eigentlich Pflicht gewesen und der Crop bei 4 K und der Dynamikumfang von 12 sind natürlich Mist. Aber damit kann ich besser leben als mit der Farbdarstellung von Sony; in der Postproduktion ist man da länger beschäftig als bei Canon.

      Wer es sehr gut auf den Punkt bringt ist Sonyalpharumors:

      Hier sind die Pros und Cons gut dargestellt:

      Canon PROS:
      – World’s fastest autofocus
      – Full compatibility with existing EF lenses
      – A cool adapter with drop-in filter (see this cool video by Caleb Pike)
      – The new EOS-R lenses are focus by wire and have an extra customizable ring
      – The new EOS-R lenses are stunning (50mm f/1.2 and 28-70mm f/2.0)
      – It has 10 bit 4:2:2 output just like the Nikon Z
      –$2299* for the body only. It will also be sold as a body-and-lens kit with the new RF 24-105mm F4 L IS USM lens for $3399*.

      Canon CONS:
      – lack of IBIS
      – single slot card
      – Low battery life: 350 shots
      – The EOS R does have eye-AF but only S-AF. (info via Jordan Drake)
      – It uses the same “Old” 30MP sensor from the 5D IV (with more phase detection pixels added)
      – The cool lenses are expensive: RF 50mm f/1.2L at $2,299, the RF 28-70mm f/2L at $2,999
      – Roadmap doesn’t disclose what lenses we can expect
      – The dial on the left is just an ON-OFF button
      – Canon will not be opening up the RF mount specs to third parties (info via Jordan Drake)
      – No AF-C in continuous high drive (slower FPS compared to Sony cameras)
      – Still a huge ass crop in 4K recording (1.6 crop). Looks the same as 5D IV. Heavy rolling shutter as well. (info via Jordan Drake)
      – 1080p does 60fps and not 120fps
      – no compatibility with their EOS-M lenses

      Bedenklich finde ich aber langsam die aufgerufenen Preise bei den Objektiven. Da geht man anscheinend den bescheurten Weg von Sony. Die Preise sind einfach zu hoch.

      • Ich glaube auch das Canon damit alleine nicht konkurrenzfähig ist – Sony zeigt aktuell einfach, was technisch für den Preis zu haben ist. Aber Canon hat den riesigen Vorteil des großen Objektivangebots. Aber sehen wir es vielleicht einfach mal so: Ein Nutzer, der schon einige vollformattaugliche Objektive hat, wird vermutlich deutlich weniger wahrscheinlich die nötigen ca. 10.000 EUR in die Hand nehmen, um auf Sony umzusteigen. Wenn ich aber als Einsteiger (beispielsweise weil ich bislang nur mit einer Kompaktkamera unterwegs war) oder weil ich ohnehin neue Objektive kaufen muss (weil bislang nur EF-S Objektive und ich nicht Vollformat zahlen will, um dann APS-C Crop zu fotografieren), würde ich (ob ich es BRAUCHE sei mal dahingestellt) für mein Geld mit einer Sony aktuell mehr technische Leistung bekommen. Und wenn ich als Einsteiger ohnehin eines der Systeme (Menü usw.) erlernen muss, kann ich mich auch auf Sony stürzen.

        Unter dem Strich ist Menüführung von Canon schon Benchmark, da wird der Nutzer verwöhnt, keine Frage. Ich würde aber, wenn ich schon nicht die eierlegende Wollmilchsau bekomme, lieber mit einem weniger ergonomischen Menü auskommen wollen, als mit nicht zeitgemäßer Bildqualität.

      • Zitat;
        „die übertriebene Kantenbetonung“

        Die gibt es nur beim JPEG.
        Üblicherweise fotografiert man aber in RAW.
        Aber auch in JPG kann man bei vielen Kameras die Schärfeeinstellung für das spätere Foto und anderes ändern.

        Sony versucht mit der Kantenschärfung die Schwächen der Objektive auszugleichen.
        Aber Sony-Fans fällt das eben nicht auf, dass zwar die Kanten sehr scharf sind, aber die feine Textur, beispielsweise an verputzten Wänden, eher glattgebügelt wirkt.

    • Aus Sicht von Sony kann die ernstzunehmende Konkurrenz nur schlecht sein.
      Deshalb auch Ihre Intensiven Bemühungen hier in mehreren Strängen, Canon und auch Nikon schlecht zu reden.

      Ich lese es sehr amüsiert, wie die Onkels von Sony und Fuji zur Höchstform auflaufen.

  • Ich muss zugeben, ich bin zumindest im Anbetracht der bislang verfügbaren Informationen irgendwo zwischen Ernüchterung und Enttäuschung angekommen.

    Ein zweiter Kartenslot wäre aus meiner Sicht dringend geboten gewesen und hätte für wenig Mehraufwand nochmal eine weitere Käufergruppe erschlossen. Das die Kamera den Sensor der 5D Mk IV recycelt, ist eigentlich die größte Enttäuschung. Sofern die hier erwähnten Weiterentwicklungen nicht deutliche Sprünge zum Sensor der 5D IV hervorbringen, ist das für mich der Dealbreaker. Versteht mich nicht falsch, der Sendor der 5D IV ist keineswegs schlecht – aber Sony zeigt mit seinen Sensoren (sowohl in eigenen als auch in Kameras von Nikon) was aktuell technisch möglich ist. Der Sensor der 5d IV konnte schon gegen die der Alpha 7II nicht mithalten, vom Sensor der 7III brauchen gar nicht erst zu reden.

    Das IBIS nicht mit an Bord ist, stört mich gar nicht mal so. Ich hätte es begrüßt, bin aber mit den Ergebnissen des IS bislang zufrieden, wie die technische Lösung dann aussieht, steht für mich daher nicht im Vordergrund. Zudem bietet ein im Objektiv befindlicher IS die Chance, mit einer neuen Objektivgeneration auch die Fortschritte beim IS mit zu nehmen, ohne gleich den ganzen Body tauschen zu müssen.

    Ich hätte mir allerdings einen rückseitig belichteten Sensor gewünscht (mit mehr Auflösung), denn die Testergebnisse der Alpha 7III und Nikon D850 legen ja nahe, dass ein BIS Sensor ohne Tiefpassfilter zu besseren Ergebnissen führt. Vielleicht ist das mit DPAF inkompatibel!? Das mit der Sensorauflösung natürlich unter dem Vorbehalt, dass es nicht noch eine höher ausgestattete DSLM geben wird, die auf dem Level der A7RIII / Z7 spielt.

    Bezüglich der AF Punkte hat Canon mal eine Marke gesetzt – jedoch (für mich) ohne wirklichen Mehrwert. Für den Marketingeffekt hätten es auch (z.B.) 1200 AF-Punkte getan.

    Die Lösung mit den Adaptern finde ich gut, spätestens mit einem Funktionsrad. Das erleichtert den Übergang von EF auf RF.

    Letztendlich wird die Kamera (vorausgesetzt die Bildqualität bestätigt sich oder übertrifft die auf Basis der Datenblätter zu erwartende) der ohnehin preislich stark unter Druck geratenen 5D IV und der 6D II einige Käufer abjagen. Vielleicht von Profis mal abgesehen, die auf den 2. Kartenslot bestehen.

    Müsste ich eine 5D III ersetzen und hätte ich einen entsprechenden Objektivpark, würde ich die EOS R vermutlich der 5D IV vorziehen. So aber gibt es aus meiner Sicht (bis jetzt) leider keinen Fortschritt dort, wo ich ihn am meisten erwartet hätte: der Sensor- / Bildqualität. Eine Kamera auf Basis eines Sensors auf den Markt zu bringen, der bereits jetzt 2 Jahre alt ist und schon zu Beginn kein Benchmark war, ist traurig.

    Aber: Canon versteht es, gerade so viel zu liefern, dass sich die Kamera gut genug verkauft, die Kunden nicht scharenweise zur Konkurrenz läuft und die Produkte ein komplettes Desaster werden (und nochmal: Diskussion auf hohem Niveau). Aber wirkliche Begeisterung hat Canon schon sehr lange nicht mehr ausgelöst.

    Ich persönlich werde auf eine „EOS R Pro“ und / oder eine EOS 5DsR Mark II warten, aber parallel den Sparstrumpf für den Wechsel zu Sony füllen.

    • Hi,
      du vergisst meiner Meinung nach, dass die EOS R als Einsteiger-VF Modell der DSLM Reihe gedacht ist und dann eher mit der 6DII als mit der 5DIV konkurrieren soll.
      Die „Profi“ DSLM ist noch nicht vorgestellt und IMHO stehen die Chancen nicht schlecht, dass dann einige deiner Kritikpunkte nicht mehr zutreffen sollten.

      • Hallo Jens,

        das stimmt schon. Mir ist auch klar, dass Canon die 5D IV stark torpediert hätte, wären die technische Daten der EOS R höher als die der 5D IV.

        Aber eine EOS R „künstlich“ schlecht zu halten, um einem 2 Jahre alten Modell (das zum Erscheinungsdatum schon kein Zeichen gesetzt hat) gebührenden Abstand zu gönnen, kann auch nicht Sinn der Sache sein. Aus Sicht der Positionierung ist das Lineup schlüssig. Aber absolut gesehen haben wir 2018 eine Kamera mit technischem Stand „Mitte 2016“ mit verbessertem Autofokus.

    • Versteh das Gejammere herstellerübergreifend wegen dem 2. Slot nicht. Ich hab über die letzten Jahre Hundertausende Bilder auf Hochzeiten und Events gemacht und noch nie einen Ausfall der Karte gehabt. Seit Anbeginn der Digitalfotografie ist mir noch keine einzige Karte abgesoffen. Auch bei Nikon wurde hier als Kritik geäußert, dass dies ein Nichtkauf-Argument ist. Völlig überzogener Nonsens 😉 bei wichtigen Daten sichert man halt mal kurz runter, wenn man solche Bedenken hat. Da find ich den Trend weg vom Mikrofonanschluss bei vielen Kompakten 100 x schlimmer…

  • Auf youtube sind von Canon USA schon Videos zur Bedienung. Aus meiner Sicht der Wahnsinn. Die Funktionen rund um den Autofocus sind einfach Klasse. Der Steuerring an den RF Objektiven ist auch gut. Ich denke der eine Adapter hat den Steuering für die alten EF – Objektive auch an Board!? In den Bereichen hat Canon auf jeden Fall Akzente gesetzt. Die Videofunktionen machen auch einen guten Eindruck. Ich glaube ich fange mal an zu sparen. Die Frage des Joystick sind auch geklärt, das kann auch mit den bestehenden Bedienelemeten abgedeckt werden. Ich fange schon mal an zu sparen.

  • Ganz nett aber, diese Kamera hat Features, die 2016 sicherlich großartig wären. Außer dem sicherlich guten AF, sehe ich überhaupt keine Highlights. Im Gegenteil, in vielen Punkten ist die Kamera der Konkurrenz einiges hinterher. Der optionale Adapter mit Filteraufnahme ist ganz praktisch und eine gute Idee.

    Die Konkurrenz kann beruhigt sein!

  • In diesem Video von Canon USA wird extra deutlich unterstrichen (ab ca. 45s Laufzeit), dass die EOS R die erste einer Reihe von unterschiedlichen spiegellosen Kameras ist und auf das „Mittelfeld“ abzielt bzw. „Aufsteiger“, die erstmalig auf Vollformat upgraden müssen:

    https://www.youtube.com/watch?v=Jwwf9YWnSZI

    Sie ist damit also „offiziell“ ein Äquivalent zur 6D II und explizit als Ergänzung zu anderen EOS Kameras gedacht, nicht als Ersatz.

  • Hallo Leute,

    kann jemand einschätzen was so eine Canon R für eine Low-Light Performance besitzt ??

    🦇 Beste Grüße an alle Kamerafans ☁️🌙🌟

    Christian

    • Die Frage ist doch einfach, wer braucht so etwas. Ich brauche es nicht. Ein gutes Foto entsteht hinter der Kamera. Die Kamera ist doch nur Hilfsmittel um das was ich sehe zu binden in Form eines Fotos
      Ein guter Fotograf zeichnet sich dadurch aus auch mit einer Mittelklasse Kamera oder weniger gute Fotos zu erzeugen.
      Was bringt eine solche Kamera an unterschieden gegenüber den bis jetzt erhältlichen, eigentlich nichts
      .

      • Das war aber nicht meine Frage.

        ///

        Ich teile auch deine Meinung „Gerd kurz“,
        dass das Foto hinter der Kamera entsteht.

        Das du die Worte :
        Spaß, Freude, Herz, Entdeckergeist und Erfahrung,
        sowie einige andere nicht verwendest,
        bei deiner Beschreibung was einen guten Fotografen ausmacht, spricht für sich.

        Mir sagte letzten einer wirklich ähnliches :
        Was bringen denn
        die ganzen Kameras die es zu kaufen gibt,
        gegenüber den Kameras die bald erscheinen,
        nichts.

        Wie langweilig : )

    • Autofokus Empfindlichkeint – 6 LW laut Canon
      Bei Low Light Kamera auf das Stativ mit ISO 100

      Zum Fotografieren von Landschaft und Architektur hervorragend.

      • …einfach mal das „Kleingedruckte“ lesen (-6EV bei f1.2) und da (in deinen Worten) lichtstarke Objektive eine Art „Penisverlängerung“ sind und lichtstarke Objektive sowieso überflüssig sind wirst DU bestimmt NIE in den Genuss von -6EV kommen 😉

      • @ Mirko
        „…einfach mal das „Kleingedruckte“ lesen (-6EV bei f1.2) und da (in deinen Worten) lichtstarke Objektive eine Art „Penisverlängerung“ sind und lichtstarke Objektive sowieso überflüssig sind wirst DU bestimmt NIE in den Genuss von -6EV kommen“
        .
        Unser Mitglied des Experten-Gremiums wieder mit einem Volltreffer – ins eigene Tor.
        .
        Die minus 6 LW ist das Licht, was die Fokussensoren brauchen.
        Die Sony A7 braucht 0 LW – das ist das 64-fache
        .
        So und jetzt weiter schimpfen wie schlecht Canon ist.

      • Sabrina,
        lese einfach noch mal die Orginal Canon Bedienungsanleitung UND beachte dabei was in Klammern steht..

        „Schimpfen wie Canon schlecht ist“ diese Worte aus deinem Munde, irgendwie Unglaubwürdig

  • Ich finde die Kamera gut.
    Gerade für Architektur- und Landschafts-Fotografie ist eine Autofokus-Empfindlichkeit von – 6 LW doch mal eine Ansage.

    Allerdings ist mir Kleinbild-Format zu untransportabel und zu schwer auf dem Stativ (zu großes (Packmaß > 38 cm) Stativ erforderlich).
    Andernfalls würde ich sie kaufen (ins Budget passender Preis vorausgesetz).

      • Canon EOS R Beispielbilder 8/22 ist schon stark. Canon EOS R | ER 24-105mm f/4L USM IS | 97 mm | ISO 12.800 | f/4.0 | 1/25 s. Das sind unbearbeitet JPEG’s. Das geht also ohne IBIS. Man könnte auch zu dem Schluß kommen – Canon braucht kein IBIS. Für die Nachfolgerin der 6DII ohne Spiegel finde ich die Kamera beachtlich.

  • Nachdem das allgemeine (und mittlerweile übliche) „Gebashe“ gegen Canons neue Schöpfung wohltuend nachlässt, scheint man sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, und das sind für mich eine angenehme Handhabung, intuitive Bedienung und – natürlich – eine hervorragende Bildqualität. Ich oute mich also, dass ich mit der EOS R – als Ergänzung meiner 5D Mark IV und Ersatz für meine Canon 6D – liebäugele!

    Die einzige Unsicherheit, die mich nach wie vor bewegt, ist zugegebenermaßen der fehlende 2. Kartenslot. Folgt man den überwiegenden Stimmen im Netz, muss man sich als Hochzeitsfotograf ja schon als gewissensloser Hasadeur vorkommen, wenn man mit nur 1 SD-Karte in die Schlacht zieht. Auf der anderen Seite: Wie konnte ich dann jemals (ruhigen Gewissens) mit einer 6D (in der Regel für Weitwinkelaufnahmen) arbeiten? Wie oft passiert es tatsächlich, dass eine SD-Karte ihren Dienst verweigert?

    Versteht mich jemand? Wie ist Eure Einstellung dazu?

    • Ich habe immer noch eine 6D als 3. Body für Uww aufnahmen mit dem 16-35 2.8 im einsatz und mache seit 5 Jahren im schnitt ca. 450 Fotos mit der 6D und die beiden 5D4 s laufen auch wie ein Uhrwerk. Ich hatte auch noch nie Probleme mit einer defekten SD Karte…und selbst wenn? Es gibt inzwischen Firmen die Stelleb Daten noch 3x Formatieren wieder her…Wenn es nach dem ginge…Puh dann dürften ja alle immer nur mit 1D‘s Hochzeiten fotografiert worden sein…2 Slots gab es ja sonst erst ab der 5D3….Einfach sein Ding machen und die Leute reden lassen 🙂 Die R ist vorbestellt und mitte 2019 kommt da bestimmt noch was schönes 🙂 Hab ich so munkeln hören 😬

  • 06.11.2018
    Da sind sie also nun, die spiegellosen Vollformater von Nikon und Canon, mit denen man dem Platzhirsch Sony Paroli bieten will.
    In den Zeitschriften gab es bisher an Informationen nur das, was man aus den Ankündigungen der Hersteller abschreiben konnte. Das liest sich alles ganz gut und heißt, technisch sind die Kameras auf dem Stand, den man von neuen Kameras mindestens erwarten kann. Der bisher in verschiedenen Kristallkugeln beschworene technologische Durchbruch war rein spekulativ und wurde von keinem der herausgebrachten Modelle realisiert. Das stimmt phantasiebegabte Menschen jetzt traurig, aber als Realist hatte ich eigentlich nichts anderes erwartet. – Obwohl, Hoffnungen kann man ja immer haben.
    Also, zu kaufen bekommt man jetzt ungefähr die bisherigen Topmodelle – nur ohne Spiegel und in Volumen, Gewicht und Auflagemaß etwas geschrumpft. Dazu kommen ein paar mehr oder weniger sinnvolle Neuerungen bei der Bedienung. Und natürlich musste auch ein neues Bajonett her.
    Neugier!
    Da ich bisher mit Canon gearbeitet habe (7D und 5D3), wollte ich die EOS-R jetzt einmal in die Hand nehmen und ein bisschen damit herumspielen. Also zu Saturn – keine EOS-R. Ein resignierender Produktberater: Das wird noch ein Weilchen dauern, bis wir die hier haben.
    Also zum Fotohändler meines Vertrauens. Die Kollegin dort machte eine verschwörerische Mine. Ja, wir haben eine bekommen, das Kit mit 24-105 und dem einfachen EF-RF-Adapter. Sie griff hinter sich ins Regal und förderte einen schwarzen Karton hervor. Wollen Sie sie mal in der Hand haben? – Natürlich wollte ich. … Daraus entwickelte sich dann, dass ich mittels der EC-Karte mein Konto plünderte und mit dem schwarzen Karton nach Hause ging.
    Entpacken
    Da habe ich es nun, das Kit EOS-R mit RF 24-105mm/f:4.0 und Adapter EF-EOS-R, gut verpackt in einem Karton mit drei entsprechend der Teile ausgeformten Einlegeböden aus Plastik.
    Außer dem Kameragehäuse und dem Objektiv mit Streulichtblende enthielt der Karton noch einen Akku LP-E6N, ein Akkuladegerät mit Netzkabel, ein USB 3.1 auf USB 3.1 Kabel, ein Formteil aus Plastik, das mittels einer Schraube USB- und HDMI-Kabel an der Kamera zu befestigen erlaubt, ein Canon EOS-R-Umhängeriemen und zu guter Letzt noch ein Büchlein mit der Beschreibung der wirklich aller ersten Schritte zur Inbetriebnahme in gefühlt tausend Sprachen und mit ausgiebigen Sicherheitshinweisen gespickt. (Das ausführliche Handbuch kann als PDF-Datei aus dem Internet heruntergeladen werden. Das vollständige Ausdrucken sollte man gut überlegen, denn es umfasst 644 Seiten.)
    Der Adapter EF-RF war in einem gesonderten Karton verpackt, der außerdem noch eine hübsche kleine Klettverschlusstasche zur Aufbewahrung des Adapters enthielt.

    Erste Eindrücke mit der EOS-R und dem RF 24 -105mm / f:4.0
    Objektiv
    Das RF 24-105mm/f:4.0 macht einen außerordentlich wertigen Eindruck. Recht voluminös und auch schwer liegt es in der Hand. Bei 11cm Länge und 8cm Durchmesser bringt es 780 Gramm auf die Waage. Es klappert und wackelt nichts.
    Die aufgedruckte mögliche Mindesteinstellentfernung beträgt 45cm.
    Alle im Weiteren benutzten Angaben für rechts und links beziehen sich auf die wie zum Fotografieren gehaltene Kamera, also Objektiv zeigt nach vorn und man schaut von hinten auf die Kamera.
    An der linken Seite des Objektives befinden sich zwei Schiebeschalter: der eine zum Umschalten von AF/MF und der andere für Stabilizer ON/OFF.
    Auf der rechten Seite findet sich ein Lock-Schiebeschalter, der das Objektiv (ausschließlich) in der 24mm-Stellung festlegt. Allerdings lief der Zoomring, obwohl schön geschmeidig, so doch genügend straff, dass das Zoom nicht zum selbständigen Ausfahren neigt, jedenfalls vorläufig.
    Das Objektiv besitzt drei Einstellringe: der zum Gehäuse liegende ist der Zoomring, in der Mitte der Fokusring und vorn ein dritter, für unterschiedliche Funktionen konfigurierbarer Einstellring. (Ich fand es brauchbar, den dritten Ring auf die Belichtungskorrektur zu programmieren, aber das ist sicher Geschmackssache).
    Die Gegenlichtblende wird über ein rastendes Bajonett angebracht und ist zum Entriegeln mit einer kleinen Taste ausgerüstet, sehr ordentlich.
    Kameragehäuse
    Das Kameragehäuse der EOS-R ist dagegen recht zierlich geraten. Es misst (ca.) 13,4cm x 9,8cm und ist, am Boden gemessen 4cm, über die Augenmuschel gemessen 6cm und am Griffstück 6,5cm stark. Obwohl zierlich, ist das Gehäuse solide verarbeitet. Mit Akku wiegt es 670 Gramm. Es ist also etwa 100 Gramm leichter als das Objektiv. Entsprechend kopflastig fällt dann die Kombi aus.
    Beim Anbringen des Objektives bemerkt man positiv, dass die Kamera den Sensor mit einem geschlossenen Verschluss vor Verschmutzung abschottet, man schaut durch das geöffnete Bajonett also auf die Verschlusslamellen und nicht auf den Sensor.
    Auf der linken Kameraseite befinden sich hinter Gummiverschlüssen („Gummilappen“) folgende Anschlüsse: 1) Fernbedienung, 2) Mikrofon- und Kopfhörer-Klinkenbuchse, beide mit 3,5mm Durchmesser und 3) USB-3.1 und HDMI Anschlüsse.
    Auf der Kamerafront unmittelbar links des Bajonetts ist die Objektiventriegelungstaste gut zu erreichen und zu bedienen.
    Auf der rechten Kameraseite findet sich die verriegelnde Klappe, hinter der sich der Einschubschlitz für eine SDXC-II-Karte verbirgt. (SDXC-II, das sind die Karten mit den zwei Kontaktreihen.) Ob die Klappe die versprochene Abdichtung leisten kann, wird sich noch erweisen müssen. Mit einer Lexar SDXC-II, 64GB, 150MB/s arbeitete alles problemlos und die Datenübertragung war gefühlt schön schnell, gemessen hab ich das nicht.
    Auf der Unterseite links befindet sich ein Kontaktterminal für den Batteriegriff, das durch einen Gummiverschluss abgedeckt ist. Das Stativgewinde wurde praxisgerecht in der Achse des Objektives angeordnet. Rechts unter dem Griff findet sich die Klappe für das Batteriefach. Der Akku befindet sich im Griffwulst. Es ist erfreulicherweise der altbekannte LP-E6 bzw. die aufgefrischte Variante LP-E6N mit etwas mehr Kapazität (1865mAh zu 1800mAh). Das Aufladen des Akkus in der Kamera mittels des USB-Anschlusses soll nur für den neuen LP-E6N möglich sein. Nach dem ersten Experimentieren mit der Kamera zeigte sich, dass sie den Akku doch rascher leert als die 5D3. Der exzellente EVF (elektronische Sucher) und das großzügig bemessene Display fordern ihren Tribut.
    Auf der Oberseite des Gehäuses findet sich links des Sucherhöckers ein waagerecht eingebautes geriffeltes Rad, das sich mit dem linken Daumen gut betätigen lässt und zum Ein- bzw. Ausschalten der Kamera dient. Allerdings ist zum Einschalten die linke Hand erforderlich. Ein einhändiges Einschalten, wie z.B. mit einem ringförmig um den Auslöser angebrachten Schalter, ist nicht möglich. Zudem erscheint mir die Belegung des gut bedienbaren Rädchens mit nur einer einzigen Funktion als unklug, angesichts des sehr begrenzten Platzes, der für ergonomische Bedienelemente an dem kleinen Kameragehäuse zur Verfügung steht.
    Schräg links vor dem Rädchen findet man die Markierung für die optische Sensorebene.
    Schräg rechts vor dem Ein/Ausschalter sieht man 5 kleine Löcher in Kreuzform, hinter denen sich der kleine Lautsprecher für die Kameratöne verbirgt.
    Auf dem Sucherhöcker befindet sich die Aufnahme für ein externes Aufsteckblitzgerät mit den entsprechenden Kontakten. Ein kleiner Hilfsblitz ist jedoch (leider) nicht eingebaut.
    Erste kurze Tests mit dem Canon Speedlite 600EX, dem Canon Speedlite 430EX-II, dem Nissin Di700 und dem Yongnuo YN568EX-II ergaben keine Probleme. Die Blitzer wurden erkannt und arbeiteten sehr gut mit der Kamera zusammen, soweit das bei den kurzen Test feststellbar war. Auch das drahtlose Blitzauslösesystem Yongnuo YN622C-TX mit drei Empfängern YN622C ließ sich problemlos betreiben.
    Unmittelbar rechts neben dem Sucherhöcker befindet sich das kleine (2,3cm x 2,3cm) schwarz-weiß Schulterdisplay, das allerdings den zur Verfügung stehenden Platz vollständig ausnützt. Größer geht eigentlich nicht. Es zeigt helle Zeichen auf dunklem Hintergrund, was der Ablesbarkeit meiner Ansicht nach nicht dienlich ist. Aber der Betriebsmodus (PSAM, LAN, BT) ist auch im ausgeschalteten Zustand ablesbar, was sicher eine Referenz an das fehlende mechanische Moduswahlrad ist.
    Das Display gibt im eingeschalteten Zustand der Kamera Auskunft über den eingestellten Betriebsmodus (PSAM etc.), den Batterieladezustand (Piktogramm, keine Prozentangabe), Lock (Sperrung von Bedienelementen), die Verschlusszeit, die Blende, die eingestellte Belichtungskorrektur als Balkenanzeige: (-3 … 0 … +3), Blitzbelichtungskorrektur, ISO-Einstellung, und es zeigt ggf. Piktogramme für aktives Bluetooth und WLAN. Leider ist NFC im Gegensatz zur 5D4 nicht an Bord.
    Rechts neben dem Schulterdisplay befindet sich ein Knöpfchen, mit dem einerseits durch kurzes Drücken das Display umgeschaltet werden kann, es zeigt dann Piktogramme für AF-Feldwahl, Serienbildfunktion, Weißabgleich, AF-Modus, Belichtungsmessmodus, Bildstil, Speicherungs-Modus (RAW oder JPEG oder beides), Restkapazität der Karte (Zahl der verbleibenden Bilder) und die Einstellungen des Videomodus an.
    Durch längeren Tastendruck wird mit diesem Knopf zudem die Displaybeleuchtung eingeschaltet. Das Display zeigt dann für einige Sekunden dunkle Zeichen auf hellem Grund.
    Die Verbindung über Bluetooth und WLAN konnte über das Kameramenü mit einem SONY Xperia XZ hergestellt werden, was erfreulich ist, denn es vertragen sich z.B. Samsung NX-Kameras so gar nicht mit Sony-Smartphonen. (Eigene Schuld! Warum hat man kein Galaxy gekauft.) Auf dem Smartphon wurde zu diesem Zweck die kostenlos erhältliche App „Canon Camera Connect“ installiert. Ich brauchte zwar (noch ohne Handbuch) drei Versuche bis alles klappte. Danach funktionierten die Übertragung von Standortdaten mit Bluetooth, die Fernsteuerung der Kamera durch das Handy und die Ansicht und Übertragung von Fotos von der Kamera auf das Handy über WLAN recht gut. Die Datenübertragung könnte etwas flüssiger ablaufen, ab und an hakelt es doch merklich. Und das ständige Blinken der orangefarbenen LED an der Kamera während die Datenübertragung zeigt mir zwar die Funktion dauernd an, stört aber dennoch, irgendwie. Wurden die Drahtlosverbindungen erst einmal initialisiert, finden sich die Geräte beim erneuten Verbinden schneller wieder. Die Verbindung zur Übertragung von Ortsinformationen kann man, im Menü einstellbar, auch im ausgeschalteten Zustand der Kamera aufrecht erhalten. Wie sich das auf die Akkus in Handy und Kamera auswirkt, wird die Praxis erweisen.
    Auch auf der rechten Seite des Suchers findet sich ein weiteres geriffeltes Rädchen, das sich mit dem rechten Daumen von der Rückseite gut erreichen und drehen lässt. Das Rädchen umschließt konzentrisch den Mode-Knopf, der im Zusammenwirken mit dem Daumenrädchen und dem Schulterdisplay die Funktion des Moduswahlrades übernimmt. D.h.: Mode-Knopf drücken, auf dem Display erscheinen die Betriebsarten-Symbole, durch Drehen des Rädchens kann jetzt der Modus gewechselt werden. Nach meinem Geschmack ist das nicht sehr ergonomisch, da man zum Drücken des Knopfes deutlich umgreifen und die Kamera somit aus der Aufnahmeposition nehmen muss. Ich bemerke bei mir, dass ich den Mode-Knopf meistens nicht mit dem Zeigefinger sondern mit dem rechten Daumen betätige, da ich den Daumen danach ohnehin an dem Rädchen brauche, um den Modus zu ändern.
    Etwas weiter schräg rechts vor dem Mode-Rädchen findet sich der Lock-Knopf, mit dem man einstellbare Funktionen der Bedienelemente temporär sperren kann, um ein unbeabsichtigtes Betätigen oder Verstellen zu vermeiden.
    Noch weiter vorn vor dem Moduswahlrad findet sich auf einem kleinen Hügel der rote Knopf zum direkten Starten einer Videoaufnahme. Dessen Funktion lässt sich umprogrammieren, – da ich selten filme, habe ich die Einstellungen für den Blitzer draufgelegt. Will man doch öfter filmen, kann das im Menü auch schnell wieder zurückgesetzt werden.
    Oben auf dem Griffwulst findet sich ein vertikal eingebautes Rändelrad, das sogenannte Hauptwahlrad, das für den (Auslöse-) Zeigefinger relativ gut erreichbar ist. Nach meinem Geschmack könnte dieses Hauptwahlrad besser etwas nach vorn geneigt eingebaut werden, so wie der Auslöseknopf, der Finger müsste dann nicht ganz so weit umgreifen.
    Schräg links vor dem Rändelrad befindet sich ein winziges Knöpfchen (M-fn), das man, so klein es ist, mit dem Zeigefinger gut ertasten kann, da es relativ spitz hervorsteht. Dem Knöpfchen können verschiedene Funktionen zugewiesen werden. Standardeinstellung ist das Aufrufen eines Schnellmenüs, in dem man mit den beiden Drehrädern folgende Funktionen verändern kann: ISO, Serienbildmodus, AF-Modus, Weißabgleich und Belichtungskorrektur. So klein diese M-fn Taste auch ist, so wichtig ist sie mir für die Bedienung der Kamera.
    Abgeschrägt vorn auf dem Griffwulst befindet sich, so wie bei Canon üblich, der Auslöseknopf. Er ist ergonomisch mit dem Zeigefinger sehr gut zu erreichen, allerdings liegt mir persönlich das etwas voluminösere Gehäuse einer EOS 5D3 besser in der Hand.
    Auf der Oberseite außen links und rechts oben sind die beiden Bügelchen zum Anbringen des Trageriemens angebracht.
    Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich sehr prominent das ausgezeichnete, große und helle berührungsempfindliche Klapp-Display. Es ist auf der linken Seite angeschlagen und lässt sich, nach links ausgeklappt, stufenlos um 90° nach hinten drehen, sodass das Display nach unten zeigt, oder um 180° nach vorn – die Selfie-Stellung. Die Konstruktion ist von anderen EOS-Kameras bekannt und erscheint sehr nützlich für manche praktische Anwendung. Eingeklappt werden kann es entweder mit sichtbarem oder mit zum Gehäuse zeigenden Display. Auf diese Weise ist die empfindliche Oberfläche des Displays beim Transport besser geschützt und eine schnelle Aufnahme ist auch ohne Aufklappen des Displays mittels des EVF immer möglich. Man hat dann nur keinen Touch-Zugriff auf Bildschirmtasten oder zum Positionieren des AF-Feldes durch Wischen auf dem Bildschirm.
    In der oberen linken Ecke der Rückseite befindet sich der Menü-Knopf, der zum Konfigurations-Menü der Kamera führt. Dieses Menü ähnelt in gewissem Maße den üblichen Canon-Menüs, allerdings ist es doch irgendwie anders und, von den Canon-Spiegelreflexen kommend, ist doch Eingewöhnung erforderlich (zu mindestens bei mir).
    Auf der Rückseite rechts oben, unterhalb des Schulterdisplays, befindet sich die sogenannte „M-fn-Multifunktionsleiste“. Das ist ein konfigurierbares Finger-Tipp- und Streich-Feld zur Bedienung von verschiedenen dorthin konfigurierbaren Kamerafunktionen. Der Nutzen wird leider dadurch geschmälert, dass man die Funktion nur zu schnell unbeabsichtigt und unbemerkt auslösen kann.
    Das Touchfeld befindet sich in sehr exponierte Lage, mein rechter Daumen liegt in der Fotografierposition bereits auf dem rechten Rand des Touch-Feldes. In Verbindung mit der sehr mühelosen Betätigung des Bedienelementes ohne darüber eine akkustische oder haptische Rückmeldung zu erhalten, führte das anfänglich dazu, dass der von mir auf die Touchleiste gelegte ISO-Wert ständig ungewollt verstellt wurde.
    Konfiguriert man das Feld als nur temporär verfügbar, um unbeabsichtigtes Verstellen zu vermeiden, so muss man, um die Funktion wieder zu aktivieren, das Feld lange gedrückt halten (> 1 sek), dieses macht die Anwendung der Multifunktionsleiste auch nicht gerade zur Freude.
    So tendierte ich fast dazu, das Feld ganz zu deaktivieren. Aber Bedienelemente, insbesondere sehr gut erreichbare, sind knapp auf dem kleinen Kamerakörper. So habe ich doch wieder den ISO-Wert auf die Touchleiste gelegt, mit folgender Konfiguration: ISO-Einstellung durch Wischen ändern, Tippen auf den linken Rand – sofort ISO auto wählen. (ISO auto lässt sich durch Wischen nur schlecht einstellen, man kommt sehr gut von hohen ISO-Werten rechts bis zu der Marke ISO 100 links, noch weiter links daneben liegt die Marke für ISO auto, dazwischen befindet sich so etwas wie eine Barriere, man wischt und wischt und bleibt meistens doch bei ISO 100 stecken.) Den Tipp auf den rechten Rand (wo mein Daumen liegt) habe ich ohne Funktion gelassen. (Für Tippen auf den rechten Rand wäre z.B. auch die sofortige Einstellung von ISO 100 oder von ISO auto konfigurierbar.)
    Im View habe ich das Blättern auf die Multifunktionsleiste gelegt. Blättern kann man zwar auch durch Wischen auf dem Display. Dann allerdings mit Fingerspuren auf dessen Oberfläche. Das relativiert sich dadurch, dass man Fingerspuren beim Touchscreen systembedingt ohnehin erdulden muss, und die Fettschmierer durch Nasenkontakt auf dem Display einer EOS 5DIII sehen auch nicht appetitlich aus. Das Touchbar hat beim Blättern zudem den Vorteil, dass durch längeren Druck auf einen Rand ein schnelles Vorwärts- oder Rückwärtsblättern erreicht werden kann.
    Am Ende muss jeder für sich herausfinden, was mit dieser Multifunktionsleiste gut funktioniert. Natürlich kann man die Multifunktionsleiste auch gänzlich deaktivieren, wenn sie zu sehr nervt. Dann hat man allerdings eines der wertvollen Bedienelement verloren.
    Auf der Rückseite des Griffes oben rechts finden sich über Eck drei Knöpfe, die individuell konfigurierbar sind, aber standardmäßig belegt sind mit 1) AF-on, 2) * Belichtungsspeicherung, 3) AF-Felder und 3) im Review: Lupe anschalten.
    Die Lage in der oberen Ecke ist m.E. ungünstig gewählt, da man insbesondere um die Knöpfe *AEL bzw. AF-Felder mit dem Daumen zu erreichen, die Kamera deutlich aus der Auslöseposition nehmen muss. Viel besser erreichbar ist die Position der Multifunktionsleiste, was aber durch deren „leichtgängige“ Charakteristik zu dem Problem mit der unbeabsichtigten Verstellung führt. Knöpfe wären an der Stelle viel unkritischer zu positionieren, da zu ihrer Betätigung mehr Kraftaufwand erforderlich ist als bei der Leiste,.
    Die Touch-Leiste könnte im Zusammenspiel mit Tasten ein Rändelrad ersetzen. Das Drücken des Knopfes bestimmt temporär die Funktion der Touchleiste. Nach dem Einstellvorgang wird diese wieder inaktiv. Das würde einen viel kontrollierteren Einsatz der Leiste ermöglichen, hätte allerdings den Nachteil, dass immer wieder auch ein Knopf betätigt werden muss. Was ebenfalls für das Touch-Feld spräche, es wäre vermutlich besser gegen Wasser und Staub abzudichten als ein Rädchen. Ein Rädchen lässt sich jedoch, wegen der haptische Rückmeldung und dem etwas größeren Kraftaufwand zu seiner Betätigung, besser kontrolliert bedienen.
    Zwei der drei Tasten habe ich umkonfiguriert. Die AF-On-Taste schaltet jetzt den Autofokus zwischen One-Shot und kontinuierlicher AF hin und her. Die AF-Felder-Taste macht jetzt was drauf steht, sie klickt die spezifizierten unterschiedlichen AF-Bereiche im Zirkel durch, z.B. ganzer Bildschirm, Spot, erweiterter Spot, kleines Viereck, großes Viereck vertikal, großes Viereck horizontal.
    Wir sind auf der Rückseite der Kamera, rechte Seite, unmittelbar neben dem Display, etwa in der Mitte befindet sich der Knopf INFO, mit dem die im Display anzuzeigenden Elemente aufgerufen werden können. Diese speichert man in bis zu 5 konfigurierbaren Bildschirmansichten für den Bildschirm und in drei Ansichten für den EVF. Man kann beispielsweise eine Bildschirmsicht mit Touch-Bildschirmknöpfen, mit Wasserwaage und mit Histogramm-Fenster konfigurieren, oder eine Ansicht ohne alle Zusatzinformationen, oder nur Knöpfe, u.s.w. Diese Bildschirmansichten kann man dann mit der INFO-Taste im Zirkel nacheinander abrufen.
    Leider verschwindet die Wasserwaage aus dem Display, wenn man den AF-Modus „Ganzer Bildschirm mit Gesichts-/Augenerkennung“ anwählt, wahrscheinlich ein Softwarefehler. Das lässt hoffen, der Bug könnte beim nächsten Upgrade der Kamera-Firmware einfach verschwunden sein.
    Eine andere über die Infotaste abrufbare Bildschirmansicht ist aufgebaut wie das Quickmenü, das bei den Spiegelreflex-EOS durch die Q-Taste aufgerufen wird. Allerdings kann man bei den Spiegelreflexkameras über das Quickmenü die angezeigten Funktionen auch sofort anwählen und verändern. Das geht bei dem Info-Bildschirm der EOS-R nicht direkt. Erst wenn man die Q-/Set-Taste drückt, während der Info-Bildschirm angezeigt wird, verwandelt sich bei der EOS-R der Info-Bildschirm in das gewohnte Quickmenü, das die Veränderung von Parametern erlaubt.
    Im unteren Drittel rechts des Displays befindet sich ein Vierwege-Schalter (kein Daumenrad) mit dem Q- (Quickmenü)- / Set-Knopf im Zentrum. Drückt man den Q-/ Set-Knopf während das Display als Sucher arbeitet (im Gegensatz zu der o.g. Info-Anzeige von Parametern), so blendet man diverse Bildschirmtasten in das Sucherbild ein, mit denen man dann auch arbeiten kann.
    Am unteren Rand des Gehäuses unterhalb des Vierwegeschalters finden sich nebeneinander die Review-Taste und die Lösch-Taste.
    Das war es dann schon mit den Bedienelementen. Für die Fokuspunktverlagerung wurde in Berichten oft ein Joystick gewünscht. Aber ich würde einschätzen, der Fokusbereich lässt sich bei der EOS-R mit der Kamera am Auge durch Wischen auf dem Touch-Display recht gut positionieren. Man kann sogar konfigurieren ob man mit dem rechten oder mit dem linken Daumen wischen möchte. Der Joystick würde wahrscheinlich aufgrund der Größe (der Kleinheit) des Gehäuses der EOS-R auch eher so ein kleines Knubbelchen wie bei den Fujis sein und nicht ein ausgewachsener wie an der EOS 5D4. Und an der Position des Multifunktions-Touch-Feldes würde ich mir lieber ein paar Knöpfe wünschen – aber: so what!
    Praktische Eindrücke mit dem FR 24-105 / f:4.0
    Das Kitobjektiv zeigt sich auf den ersten Blick als guten Allrounder mit sehr ordentlicher Bildqualität zu einem noch erträglichen Preis, im Kit 1000 €. Das ist gut so, denn es ist vorerst das einzige verfügbare native Objektiv für die EOS-R.
    Allerdings verliert man aufgrund von Größe und Gewicht des Objektivs doch weitgehend zwei der proklamierten Vorteile einer spiegellosen Kamera, geringe Größe und geringes Gewicht. (Wenn man allerdings kritisch darüber nachdenkt, kann das auch nicht anders sein. Wenn der Bildkreis des Objektives bei ordentlicher Lichtstärke die Fläche des 24x36er Sensors in guter optischer Qualität ausleuchten soll, (die klassische Lösung), dann braucht man dafür Glas, Glas und nochmal Glas, und das wiegt dann auch entsprechend.)
    RF Objektiv Roadmap – angekündigte Objektive und Spekulationen
    Ende 2018 wird sicher noch das 35mm / 1.8 Macro IS STM für 549 € herauskommen, das ist erschwinglich, klein und leicht, – also ein Muss. Was für demnächst noch von Canon zugesagt wurde: Blende 1.2 mit 50mm und Blende 2.0 mit 28 – 70mm Brennweite hört sich super an, nicht mehr so super klingen dann 2499 € bzw. 3249 €. Da würde nur ein größerer Lottogewinn noch helfen können. Außerdem konterkarieren diese Trumme ebenfalls den Gedanken: spiegellos ist gleich klein und leicht. Doch Lichtstärke fordert eben Glas, wie ich schon oben erwähnte.
    Alle anderen Informationen über evtl. geplante Objektive sind mehr oder weniger spekulativ:
    • RF 50mm / f:1.8 IS STM (* 150 €)
    • RF 14 – 24mm / f:2.8 L USM (* 2450 €)
    • RF 24 – 70mm / f:2.8 L IS USM (* 2100 €)
    • RF 70 – 200mm / f:2.8 L IS USM (* 2650 €)
    • RF 24 – 300mm / f:4 – 5.6 L IS USM (* 2300 €)
    • RF 70 – 135mm / f:2.0 L USM (* 3250 €) (* meine Schätzungen)
    Mal sehen, ob diese Objektive so herauskommen und ob die von mir geschätzten Preise so eintreffen. Ich vermute, Canon wird mit dem neuen Bajonett, bei dem vorerst keine preiswerten Mitwettbewerber etwas anbieten können, versuchen, die Entwicklungskosten rasch wieder einzuspielen. Bei Sony waren und sind die Objektive, besonders die von Zeiss, auch recht teuer. Allerdings kann man die Preise nicht völlig überziehen, eben gerade wegen des jetzt aufkeimenden Wettbewerbs im spiegellosen Vollformatbereich. Es ist ja noch Nikon im Spiel und Panasonic kommt, so die Ankündigung, auch bald mit der Lumix S Serie heraus.
    Ich glaube, weder Canon noch Nikon können es sich längere Zeit leisten, nebeneinander zwei gleichartige Vollformatsysteme zu halten und zu entwickeln, also zweigleisig zu fahren. Dazu ist der Markt viel zu eng, siehe die generellen Umsatzrückgänge der letzten Jahre. Man wird sich also auf eines der nunmehr bestehenden Systeme beschränken müssen – man kann raten auf welches. Panasonic hat es einfacher, die S Serie kommt ja neu heraus und nicht zusätzlich.
    Bei den Fremdanbietern wird man sich den neuen Markt erschließen wollen und müssen. Tamron ist sicher dran, hier demnächst auch etwas anzubieten. Bei Sigma wird man möglicherweise erst mal Panasonic bedienen (müssen), wegen der L-Mount-Alliance. Aber auch Sigma wird sich die anderen Bajonette vornehmen. Und dann kommen auch immer stärker die chinesischen Hersteller ins Spiel. Die haben ebenfalls schon gutes Glas im Angebot.
    Test: Adaption von Canon EF-Objektiven
    Der mitgelieferte EF-FR-Adapter ist von sehr guter mechanischer Qualität, fühlt sich robust und wertig an und rastet satt im FR-Bajonett der Kamera ein. Soweit sehr gut.
    Nun als erstes das Canon EF 16-35mm / f:4.0 angeschlossen und alles funktioniert super. Der AF arbeitet flink und treffsicher. Da das Objektiv an sich schon recht lang ist, fallen die ca. 2,5cm, um die es der Adapter länger macht, nicht wirklich auf, und das Ganze sieht auch optisch ganz gut aus.
    Das EF 70-300mm / f:4.5-5.6 DO funktionierte auch gut, wenn auch der AF am langen Ende recht behäbig arbeitete. (Das ist allerdings ohne Adapter an der EOS 5D III auch nicht viel anders.)
    Das EF 35mm / 2.0 funktionierte ohne Probleme. Leider tragen die 2.5cm des Adapters hier doch unangenehm auf, aus dem kleinen Knubbelchen macht er eine vergleichsweise lange Flinte. Am Ende kann man damit leben, – und es kommt ja bald das native 35mm / f:1.8
    Test: Adaption von älteren Tamron Objektiven für das EF-Bajonett
    Jetzt ging es an meine TAMRON-Glassammlung, und somit zu dem Teil der Erprobung, der sich für mich zum totalen Desaster entwickelte. Es betrifft die Objektive:
    • 150-600mm / f:5.6-6.3,
    • 90mm / f:2.8 Macro,
    • 28-300 / f:3.5-6.3
    Alle wurden an dem Adapter mit der EOS-R zu MF-Objektiven kastriert. Doch noch nicht schlimm genug, es stimmte auch die Funktion nicht. Manchmal löste die Kamera nicht aus oder erst nach einer längeren Zeit. Darüber hinaus kam es zu Fehlermeldungen seitens der Kamera, verbunden mit der Forderung, die Kamera aus- und wieder einzuschalten, was das Ganze danach nicht besserte. Sinnvolles Arbeiten war damit nicht möglich.
    Nun noch das Tamron SP 35mm / f:1.8 ausprobieren, mein Lieblingsobjektiv, super Bildqualität, super Immerdrauf. Mit dem Adapter sieht das recht gedrungene Objektiv (kurz und dick) erstmal, sagen wir, nicht sehr vorteilhaft aus. Gut, damit kann man leben. Dann der AF. – Immerhin, das Objektiv wird als autofokusfähig erkannt und der AF arbeitet sogar recht zügig. Aber was ist das? Im Bild zeigt sich am Rand ein grauer Ring, leider zeigte sich der auch im aufgezeichneten Bild. Sch…ade. Das Schlimme daran ist, dass Canon hier nichts tun wird, da es Fremdobjektive betrifft und TAMRON wird für seine alten Optiken auch keine Räder mehr in Bewegung setzen, um sie zukunftsfähig, d.h. RF-fähig zu machen. Anderes würde mich jedenfalls wundern.
    Zusammenfassen kann man, der Canon-Adapter funktioniert für Canon EF-Objektive sehr gut und die Funktion bleibt an der EOS-R erhalten. Wie die Kombi dann aussieht, das liegt im Auge des Betrachters. Für Fremdobjektive ist höchste Vorsicht geboten, man kann eigentlich davon ausgehen, dass sie nicht an der EOS-R betrieben werden können. Wenn es in Einzelfällen doch funktioniert, hat man Glück gehabt.
    EOS-R Ergebnisse
    Die Dateien, die man mit der EOS-R erhält, sind als Jpeg mit höchster Auflösung ca. 10 MB groß, als unkomprimierte Raws (nicht Dual-Pixel-Raw) sind sie 30 bis 40 MB groß. Leider hat Canon seit der EOS M50 mit ‚.cr3‘ ein neues Format für die RAWs eingeführt, das von keinem meiner Konverter derzeit erkannt oder verarbeitet wird. Das ist allerdings ein Umstand, der sich beim nächsten Update der Konverter sicher zum Positiven ändern sollte. Die Bildqualität, die das 24-105mm-Objektiv im jpeg-Format abliefert, ist für den alltagstauglich großen Zoombereich des Objektives sehr gut. Dem Augenschein nach, – Linien pro Millimeter habe ich nicht gezählt.
    EOS-R Autofokus
    Der Autofokus der EOS R macht nicht nur auf dem Papier eine gute Figur. Mehr als 5600 AF-Felder, die über annähernd das ganze Bildfeld verteilt und anwählbar sind, das ist eine Ansage. Man kann den ganzen Bildbereich mit Augen- bzw. Gesichtserkennung abdecken lassen. Darüber hinaus geht Spotmessung (ein Messfeld), oder man wählt ein kleines Messfeld mit den umgebenden Feldern, oder einen großen quadratischen oder einen großen vertikalen rechteckigen bzw. einen großen horizontalen rechteckigen AF-Bereich. Die AF-Bereiche bzw. Spots lassen sich mit dem Touchscreen auf dem Bildfeld beliebig platzieren. Das gelingt auch mit der Kamera am Auge sehr gut – ade Joystick. Die größeren AF-Bereiche dienen als Eingrenzung der von der Kamera wählbaren AF-Felder. D.h. die Kamera wählt dann AF-Felder zum Scharfstellen nur aus dem eingestellten Rahmen. Bei Spot-AF und den kleinen Messbereichen wird logischerweise nur dort scharf gestellt. Insgesamt erscheint das Ganze sehr praxistauglich. Im Menü kann man den AF ähnlich wie bei der EOS 5DIII oder 5DIV weiter abstimmen, z.B. die Art der Motivverfolgung – oder, dass Störmotive nicht beachtet werden sollen. Der One-Shot-AF wird im Display dadurch angezeigt, dass die gewählten AF-Felder grün aufleuchten, bei Servo-AF blinken die Felder blau auf. Insgesamt macht der AF der EOS-R richtig Spaß und ist ein Grund, warum ich es nicht bereue, die Kamera angeschafft zu haben.
    Fazit
    Die EOS R ist eine interessante Kamera mit vielen guten und sehr guten Eigenschaften, allerdings auch einigen Kinderkrankheiten und einigen Lösungen für ihre Bedienung, die nicht sehr vorteilhaft erscheinen. Das im Kit angebotene Objektiv RF 24-105/f:4.0 ist sehr wertig verarbeitet und liefert top Bildqualität. Für mich ist schmerzlich, dass ich meine sämtlichen TAMRON Objektive nicht an dem Adapter nutzen kann (das wird sich leider nicht ändern lassen). Zudem erkennen meine RAW-Konverter das neue Format noch nicht. So ist die Arbeit derzeit nur mit Jpegs möglich (das wird sich voraussichtlich bessern). Wer neu ins Vollformat einsteigt oder wer plant, Objektive ohnehin zu ersetzen, für den ist die EOS-R jede Überlegung wert.