Canon Kameras

Canon EOS R: Vollformat-DSLM offiziell präsentiert

Es ist offiziell: Canon stellt mit der Canon EOS R die erste eigene spiegellose Vollformatkamera vor. Wir haben alle Details im Überblick.

Canons erste Vollformat-DSLM

Die Spatzen haben es in den letzten Tagen und Wochen schon von den Dächern gepfiffen, nun ist es offiziell: Canon steigt mit der neu vorgestellten EOS R in den Markt der Vollformat-DSLMs ein und folgt damit den großen Konkurrenten Nikon und Sony.

Wir wollen uns in diesem Artikel alle technischen Details der neuen spiegellosen Vollformatkamera anschauen, weitere Artikel zur EOS R werden dann im Laufe des Tages sowie in den nächsten Tagen hier auf Photografix erscheinen.

Sensor & Auflösung

Die Canon EOS R arbeitet mit einer Auflösung von 30 Megapixeln, dabei kommt ein Vollformat-CMOS-Sensor inklusive Tiefpassfilter zum Einsatz. Die DSLM deckt einen ISO-Bereich von 100 bis 40.000 ab, wobei der ISO-Bereich auch auf ISO 50 bzw. bis hin zu ISO 102.400 erweitert werden kann. Zudem setzt Canon auf den DIGIC 8 Prozessor, der im Februar 2018 zusammen mit der EOS M50 eingeführt wurde.

Den Sensor scheint Canon im Übrigen von der Canon EOS 5D Mark IV zu übernehmen, das schreiben verschiedene Quellen wie beispielsweise Jordan Drake.

Autofokus

Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Der Autofokus der Canon EOS R wird tatsächlich mit unglaublichen 5.655 Messfeldern arbeiten! Ebenfalls beeindruckend ist, dass alle diese 5.655 Messfeldern einzeln angewählt werden können. Zudem handelt es sich natürlich um einen Dual-Pixel-Autofokus, welcher bis -6 EV (f/1.2) seine Arbeit verrichten soll. Canon spricht davon, dass es sich hier um den schnellsten Autofokus der Welt (0,05 Sekunden) handeln soll. Die Messfelder decken 88 Prozent der horizontalen und 100 Prozent der vertikalen Sensorfläche ab.

Des Weiteren scheint die Canon EOS R auch einen Augenautofokus zu besitzen, allerdings nur in Kombination mit dem AF-S Einzelfokus.

Serienbildaufnahmen

In Sachen Serienbildgeschwindigkeit schafft die Canon EOS R acht Bilder pro Sekunde mit One-Shot AF und ca. fünf Bilder pro Sekunde mit Servo AF/AE. Wenn man dann bei der Autofokus-Nachführung noch “tracking priority” auswählt, sind nur noch 3 fps möglich. Die Serienbildgeschwindigkeit von 8 fps kann laut Canon für 100 JPEGs, 47 RAWs oder 78 C-RAWs gehalten werden.

Außerdem stehen Verschlusszeiten von maximal 30 Sekunden bis minimal 1/8.000 Sekunde zur Verfügung.

Display & Sucher

Das 3,1 Zoll große und mit 2,1 Millionen Bildpunkten auflösende Touchdisplay der Canon EOS R kann – und das ist ein kleiner Vorteil im Vergleich zur Konkurrenz – seitlich aus dem Gehäuse herausgeklappt werden und ist damit extrem flexibel. Zudem steht natürlich auch ein erstklassiger elektronischer Sucher mit einer 100-prozentigen Bildfeldabdeckung und einer 0,76-fachen Vergrößerung zur Verfügung. Er arbeitet mit einer Auflösung von 3.69 Millionen Bildpunkten. Und zu guter Letzt verbaut Canon auf der Oberseite auch noch ein kleines Schulterdisplay.

Videos

Videos nimmt Canons erste spiegellose Vollformatkamera in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde und in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Außerdem gehört Canon Log zum Gesamtpaket und es können Videos mit 10bit und 4:2:2 via HDMI ausgegeben werden. Anschlüsse für ein Mikrofon sowie einen Kopfhörer stehen selbstverständlich zur Verfügung, genauso ist Fokus Peaking mit von der Partie.

Bei 4K-Videos wird anscheinend nicht der komplette Sensor ausgelesen, es gibt also einen Crop-Faktor, ganz ähnlich wie bei der EOS 5D Mark IV, so Jordan Drake.

Gehäuse

Das Gehäuse der Canon EOS R besteht aus einer “Magnesiumlegierung und Polykarbonat mit Glasfaserkunststoffteilen”. Es bringt insgesamt 660 Gramm mit Akku und Speicherkarte auf die Waage, misst 135,8 x 98,3 x 84,4 mm und ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. In Sachen Bedienung fällt sofort die kleine “Wippe” auf der Rückseite der Kamera ins Auge, die mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann.

Weitere technische Daten

  • USB 3.1, WLAN, Bluetooth
  • Akkulaufzeit: bis zu 370 Bildern (offizieller Wert von der Canon Webseite, andere schreiben von bis zu 560 Bildern nach CIPA)
  • Laden via USB
  • Akku: LP-E6 bzw. LP-E6N (nur der LP-E6N kann per USB geladen werden)
  • Optionaler Akkugriff BG-E22 (verdoppelt die Akkulaufzeit)
  • Lautloser elektronischer Verschluss
  • Ein SD-Slot (UHS-II kompatibel)
  • Kein IBIS
  • Blitzsynchronzeit: 1/200 Sekunde
  • Dual-Pixel-RAWs & C-RAW

Das neue Bajonett im Detail

“Die revolutionärste Komponente der EOS R ist nicht die Kamera selbst, es ist das Bajonett.” (Canon)

Wie auch die Nikon Z6 und Z7 kommt die EOS R mit einem neuen Bajonett daher, dem sogenannten RF-Bajonett. Der Durchmesser dieses Bajonetts beträgt 54mm und ist somit genauso groß wie der des der EF-Bajonetts, allerdings ist das Auflagemaß geringer, was kompaktere Objektive und eine bessere Bildqualität ermöglichen soll.

Zu Beginn kommt die Canon EOS R mit vier verschiedenen Objektiven auf den Markt:

  • RF 24-105mm F4L IS
  • RF 28-70mm F2L
  • RF 50mm F1.2L
  • RF 35mm F1.8 IS Macro

Zudem wird Canon drei verschiedene Adapter für EF-Objektive anbieten. Dabei wird es eine ganz normale Basis-Version geben, einen Adapter mit einem zusätzlichen Steuerungsring sowie einen dritten Adapter, bei dem Filter zwischen die Kamera und das Objektiv eingesetzt werden können. Die Adapter werden gleichermaßen mit EF, EF-S, TS-E und MP-E Objektiven kompatibel sein. EF-M Objektive können an der EOS R nicht verwendet werden.

Preis und Verfügbarkeit

Die Canon EOS R wird zum Preis von 2.499 Euro bzw. 3.499 Euro zusammen mit dem neuen 24-105mm Objektiv auf den Markt kommen. Verfügbar sein soll die Kamera ab dem 9. Oktober 2018. Wie teuer die neuen RF-Objektive und die Adapter werden, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Canon EOS R vorbestellen

Die Canon EOS R kann schon jetzt in Deutschland vorbestellt werden, beim Fachhändler calumetphoto.de nämlich. Scheinbar gibt es dort den 109 Euro teuren EF-Adapter jeweils kostenlos dazu:

Was haltet ihr von Canons erster spiegelloser Vollformatkamera?

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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