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Canon EOS R5 vs. R6: Das sind die 5 wichtigsten Unterschiede

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen der Canon EOS R5 und der Canon EOS R6? Und für wen ist welche Kamera besser geeignet?

Canon EOS R5 vs. R6: Unterschiede

Mit der Canon EOS R5 und der Canon EOS R6 hat Canon zwei äußerst interessante spiegellose Vollformatkameras auf den Markt gebracht. Die Neuheiten können problemlos als die bisher spannendsten und ausgereiftesten Vollformat-DSLMs des Marktführers bezeichnet werden und das Interesse vieler Kunden an Canons RF-System dürfte mit der R5 und R6 sicherlich gestiegen sein.

Die Canon EOS R6 kostet rund 2.630 Euro, die Canon EOS R5 rund 4.385 Euro. Der Preisunterschied zwischen beiden Kameras beträgt also 1.755 Euro – das ist eine ganze Menge Geld. Da stellt sich dem ein oder anderen potenziellen Käufer vermutlich die Frage: Brauche ich die Canon EOS R5 überhaupt? Oder reicht mir vielleicht auch die Canon EOS R6?

Um diese Frage beantworten zu können, wollen wir hier auf die fünf wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Kameras eingehen.

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1. Sensor und Auflösung

  • Canon EOS R5: 45 Megapixel, ISO 100 – 51.200
  • Canon EOS R6: 20 Megapixel, ISO 100 – 102.400

Der größte Unterschied zwischen der Canon EOS R5 und der Canon EOS R6 ist der Sensor. Die Canon EOS R5 arbeitet mit 45 Megapixeln und verspricht jede Menge Details und eine tolle Bildqualität, während die Canon EOS R6 mit einem 20-Megapixel-Sensor arbeitet, der auf dem der Canon EOS-1D X Mark III zu basieren scheint.

Canon spricht mit den verschiedenen Auflösungen also zwei unterschiedliche Zielgruppen an und trennt die beiden Kameras klar voneinander. Wer eine hohe Auflösung benötigt und häufig mit Bildausschnitten arbeiten will, muss zur Canon EOS R5 greifen, da hat man quasi keine Wahl.

Doch auch die 20 Megapixel der Canon EOS R6 haben ihre Vorteile. So sind zum Beispiel die Dateien kleiner, was nicht nur im täglichen Workflow angenehm ist, sondern auch für den Zwischenspeicher förderlich ist. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit (die bei beiden Kameras identisch ist) kann bei der R6 nämlich länger gehalten werden. Mehr als 1.000 JPEGs mit 20 fps sind für die Canon EOS R6 kein Problem, bei der Canon EOS R5 hingegen ist nach 350 JPEGs Schluss. Bei RAWs fallen die Unterschiede geringer aus.

Außerdem punktet die Canon EOS R6 mit höheren ISO-Werten und sollte in Sachen Low-Light im Vergleich zur Canon EOS R5 generell die Nase vorne haben.

2. Videos

  • Canon EOS R5: 8K mit 30 fps, 4K mit 120 fps, RAW-Videos
  • Canon EOS R6: 4K mit 60 fps, nur IPB, kein ALL-I, keine RAW-Videos

Die Canon EOS R5 schafft 8K-Videos mit 30 fps und 4K-Videos mit 120 fps, bei der Canon EOS R6 sind maximal 4K mit 60 fps möglich. Hier kann man es insgesamt also kurz machen: Wer die höheren Auflösungen benötigt, muss zur Canon EOS R5 greifen. Wem 4K mit 60 fps ausreicht (was Kameras wie die Nikon Z6 oder Sony A7 III beispielsweise nicht zu bieten haben, hier von “ausreichen” zu sprechen ist also eigentlich nicht ganz richtig), der erhält auch mit der Canon EOS R6 eine leistungsfähige Videokamera.

3. Sucher und Display

  • Canon EOS R5: EVF mit 5,76 Millionen Bildpunkten und 120 fps | 3,2-Zoll-Display mit 2,1 Millionen Bildpunkten
  • Canon EOS R6: EVF mit 3,69 Millionen Bildpunkten und 120 fps | 3-Zoll-Display mit 1,62 Millionen Bildpunkten

Auch in Sachen Sucher und Display lassen sich die Canon EOS R5 vs. R6 Unterschiede recht schnell auf den Punkt bringen. Die Auflösungen des EVFs und des Displays sind bei der Canon EOS R5 schlichtweg etwas höher. Ansonsten sind beide Displays komplett flexibel und können seitlich aus dem Gehäuse herausgeklappt werden, zudem arbeiten die elektronischen Sucher beide mit einer Bildwiederholrate von 120 fps.

4. Gehäuse

  • Canon EOS R5: Schulterdisplay, CFexpress + SD, 738 Gramm
  • Canon EOS R6: Klassisches Moduswahlrad, 2x SD, 680 Gramm

Beim Gehäuse gibt es einige kleine Unterschiede zwischen den beiden Vollformat-DSLMs. Interessant ist zunächst einmal, dass die Canon EOS R6 3mm breiter ist als die Canon EOS R5. Das ist zwar nur ein Detail, aber normalerweise würde man wahrscheinlich vermuten, dass die R6 die etwas kompaktere der beiden Kameras ist. Leichter ist die EOS R6 trotzdem, 680 Gramm stehen 738 Gramm der EOS R5 gegenüber.

Der größte Unterschied ist, dass die Canon EOS R5 auf der Oberseite ein kleines Schulterdisplay zu bieten hat. Bei der EOS R6 ist dort ein klassisches Moduswahlrad zu finden. Außerdem setzt die Canon EOS R5 auf eine CFexpress- und eine SD-Speicherkarte, während bei der Canon EOS R6 zwei SD-Slots verbaut sind.

5. Preis

  • Canon EOS R5: 4.385 Euro
  • Canon EOS R6: 2.630 Euro

Wir wollten in diesem Artikel die fünf wichtigsten Unterschiede zwischen der Canon EOS R5 und R6 herausarbeiten. Und auf Platz 5 ist unserer Meinung nach – auch wenn es simpel klingt – der eingangs erwähnte Preisunterschied von 1.755 Euro zu nennen.

Klar, es gibt noch einige weitere Unterschiede zwischen den beiden Kameras. Die Canon EOS R6 schafft nach offiziellen Angaben (die in der Praxis aber nicht so wirklich releavant sind) 510 Bilder mit einer Akkuladung bei Benutzung des Displays, die Canon EOS R5 “nur” 490 Bilder. Die Canon EOS R6 hat 6.072 manuell auswählbaren AF-Positionen, die EOS R5 5.940. Der Autofokus der Canon EOS R6 arbeitet im Extremfall bis -6,5 LW, der Autofokus der R5 bis -6 LW. Ja, das sind alles kleine Unterschiede. Aber mal ehrlich, fällt davon irgendwas in der Praxis wirklich groß ins Gewicht?

Interessant könnte höchstens noch der überarbeitete Dual-Pixel-RAW-Modus der Canon EOS R5 sein. Erstmals eingeführt wurde dieser in der Canon EOS 5D Mark IV, damals konnte man damit den gewählten Fokuspunkt nachträglich minimal verschieben. Das war eine nette Spielerei, mehr aber eigentlich auch nicht. Mal sehen, wie sich diese Funktion bei der Canon EOS R5 in der überarbeiteten Version schlagen wird. Da sollte man erste Erfahrungsberichte abwarten.

Gemeinsamkeiten zwischen EOS R5 und R6

Abschließend ist es interessant nochmal einen kurzen Blick darauf zu werfen, welche Gemeinsamkeiten es denn zwischen der Canon EOS R5 und R6 eigentlich gibt. Das sind nämlich so einige:

  • 5-Achsen-Bildstabilisator, der zusammen mit bestimmten RF-Objektiven bis zu 8 Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglicht
  • Dual-Pixel-Autofokus-Technologie der 2. Generation inklusive Deep-Learning-Technologie
  • 20 fps Serienbildgeschwindigkeit mit elektronischem Verschluss, 12 fps mit mechanischem Verschluss
  • Leistungsstarker Digic X Prozessor
  • Komplett bewegliches Display, das seitlich aus dem Gehäuse geklappt werden kann
  • Platz für zwei Speicherkarten
  • USB-C, Mikrofonanschluss, Kopfhöreranschluss, wetterfestes Gehäuse

Für wen ist welche Kamera besser geeignet?

Für wen die Canon EOS R5 geeignet ist, ist im Prinzip klar: Für Kunden, die sich eine hohe Auflösung, bahnbrechende Videofunktionen und eine Kamera mit sehr wenigen Kompromissen wünschen. Die Canon EOS R5 ist das klare Flaggschiff von Canon und darf auch vollkommen zurecht als solches bezeichnet werden. Bei der Canon EOS R – dem bisherigen Top-Modell im spiegellosen Bereich – konnte man sich mit der Bezeichnung “Flaggschiffs” manchmal ein bisschen schwer tun.

Das wichtigste Merkmal der Canon EOS R6 ist im Grunde die Auflösung von 20 Megapixeln. Das ist relativ wenig in der heutigen Zeit und damit positioniert Canon die R6 fast schon ein wenig als Sportkamera, denn der Autofokus und die Serienbildgeschwindigkeit sehen auf dem Papier erstklassig aus. Manche bezeichnen die R6 auch schon als eine kleine EOS-1D X Mark III oder im weitesten Sinne einen indirekten Nachfolger für die Canon EOS 7D Mark II. Wer sich mit den 20 Megapixeln anfreunden kann, der erhält mit der Canon EOS R6 in jedem Fall eine hervorragende Allround-Kamera.

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Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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