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Canon & Nikon: Mögliche Wege aus der “Krise”

Auf welche neuen Produkte könnten Canon und Nikon setzen?

Werden wir ein bisschen konkreter und schauen uns an, was Canon und Nikon unternehmen könnten, um den Weg aus der “Krise” zu schaffen. Krise ist hier ganz bewusst in Anführungszeichen gesetzt, dann natürlich befindet sich keiner der Hersteller in einer ernsthaften Krise. Canon ist ja nach wie vor Marktführer und mit der D810 hat Nikon gerade erst eine hervorragende neue Kamera auf den Markt gebracht. Krise bezieht sich lediglich darauf, dass beide was Innovationen (vor allem im DSLM-Bereich) angeht weit abgeschlagen hinter anderen Herstellern liegen. Es muss sich etwas tun und eine durchschnittliche neue EOS M3 und eine neue 1 J5 reichen da nicht.

Im Prinzip haben beide drei Möglichkeiten:

  1. Ein neues spiegelloses System mit neuen Objektiven entwickeln
  2. Eine DSLM bauen, mit der man aber auf vorhandene Objektive zurückgreifen kann
  3. Eine günstige Mittelformatkamera auf den Markt bringen

Möglichkeit 1: Die neue spiegellose Reihe. Würde Nikon eine DSLM auf dem Niveau einer Sony A6000, Fuji X-T1 usw. bauen und diese DSLM in das Gehäuse einer FM2 packen, könnten mit einem Schlag tausende Kameras verkauft werden. Denn noch zieht der Name Nikon, gleiches gilt auch für Canon. Doch man bräuchte eben eine Kamera, die zumindest mit einem APS-C- oder besser einem Vollformatsensor ausgestattet ist. Wenn das Ganze dann noch möglichst kompakt sein soll, bräuchte man natürlich zusätzlich auch neue Objektive, was ziemlich aufwendig wäre. Sowohl für die Hersteller als auch für die Kunden, die sich die Objektive ja neu kaufen müssten. Was also, (womit wir bei Möglichkeit 2 wären), wenn man eine neue Kamera in einem altbewährten Gehäuse baut, den Spiegel entfernt, einige Vorteile der spiegellosen Systemkameras wie den elektronsichen Sucher oder den schnellen Autofokus übernimmt und dem Nutzer dann die Möglichkeit bietet, alle Objektive, die er sich im Laufe der letzten Jahre angeschafft hat, weiterhin zu nutzen. Klar, Vorteile in Sachen Kompaktheit oder Gewicht gäbe es nicht, aber das wird viele nicht stören. Trotzdem hätte man dann eine DSLM, die sich – vielleicht gerade weil sie irgendwie noch eine halbe DSLR wäre – ausgezeichnet verkaufen könnte. Hier ist dann aber natürlich die Frage: Wollen Nikon und Canon das? Wollen sie wirklich ihren eigenen DSLRs Konkurrenz machen? Denn auch wenn sich eine solche neue DSLM wie warme Semmeln verkaufen würde, wie viele Kunden hätten dann noch Interesse an einer klassischen DSLR?

Eine DSLM im Gehäuse der FM2... für viele ein Traum. | © Chandler Chou / Flickr
Eine DSLM im Gehäuse der FM2… für viele ein Traum. | © Chandler Chou / Flickr

Weitere Möglichkeiten & Fazit

Doch vielleicht muss es auch gar keine DSLM sein, vielleicht glauben Canon und Nikon tatsächlich daran, dass die Spiegellosen nur eine Art Modeerscheinung sind. Und theoretisch gibt es auch noch andere Bereiche, in denen es Potenzial für Neuerungen und Innovationen gibt. Eine günstige Mittelformatkamera von Canon (oder auch Nikon) könnte zum Beispiel durchaus in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, wobei “günstig” in diesem Falle nach wie vor schätzungsweise 7.000 Euro bedeuten würde. Hier würde man also auch nur eine kleine Nutzergruppe ansprechen. Und im klassischen DSLR-Vollformat- bzw. APS-C-Bereich könnte man natürlich die Video-Funktionen, die Sensor-Technologie, Low-Light und Rauschen immer weiter verbessern – doch kann man in diesem Bereich noch wirklich “innovativ” sein? Schwer zu sagen.

Nochmal: Es geht nicht darum, dass man als Einzelperson mit seiner D4s oder 5D Mark III (das sind tolle Kameras!) vielleicht sehr zufrieden ist den ganzen Sony A6000, A7 und Fuji X-T1 Kram nicht braucht. Es geht darum, wer in den nächsten Jahren den Kameramarkt dominieren wird. Und wenn Canon und Nikon weiter die beiden “Großen” bleiben wollen, müssen sie etwas tun, vor allem im Bereich der spiegellosen Systemkameras. Falls nicht heißt es vielleicht schon in zehn Jahren: “Weißt du noch, als man 2012 noch mit DSLRs von Canon und Nikon fotografiert hat? Das waren noch Zeiten…”

Wie seht ihr die ganze Situation? Welche Neuheiten von Canon und Nikon würdet ihr euch persönlich wünschen? Und wie glaubt ihr wird sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln?

Quelle Beitragsbild: Jeronimo Gonzalez | Flickr

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 4.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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Lsawesome

Der Curved Sensor könnte der entscheidende Schritt sein. Alte Objektive lassen sich nicht nutzen, also kann man den Punkt getrost vergessen und “ungefesselt” was neues bringen. Außerdem hätte man hiermit einen USP der viele Optionen eröffnet und gegenüber den anderen Herstellern absetzt.

Cheryll

Ich denke nicht, dass der Curved Sensor sich über viele Produkte hinweg durchsetzen wird. Wenn es weiter schlecht mit dem Zoom Linsen ist.
Die RX1s Kamera wird meiner Meinung ein Sonderprodukt werden und dann geht die Reise weiter. Es folgt aber sicher noch eine Curved RX mit 24MP oder 36 MP (Falls die RX1s überhaupt 12 MP hat).
Sollte Sony, das mit dem Zoom Linsen in den Griff bekommen, wird es gut möglich auch noch weitere Kameras, von Sony, geben. Das aber alle Hersteller dann auf den gleichen Zug aufspringen glaube ich nicht. Das wäre unsinnig, denn genau dann sind wir wieder bei dem Thema Innovation. Ich finde es keine Innovation, nur weil Sony jetzt den gebogenen Sensor hat, ebenfalls so eine Kamera zu bauen. Fuji hat den X-Trans Sensor. Canon wird bald auch einen ,eigenen’ Sensor haben.
Es bleibt abzuwarten, wer Innovativ als erster 2015 eine Kamera mit Organischen Sensor auf dem Markt bringen wird….

Cheryll

Es geht ja nicht, nicht nur darum, dass Canon (auch andere) kleine Schritte macht- Canon ist zu langsam. Die G1xmk2 kam gut 2 Jahre zu spät auf dem Markt. Die beiden Camcorder XF 200+ XF 205 waren 1 Jahr zu spät da? Canon hätte den beiden wenigsten einen größeren Sensor verpassen können. Was nützen eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten, die bereits seit Jahren gefehlt haben, wenn das Bild zwar insgesamt ausgeglichener wird, (DR), aber zB. im Lowlight sich nichts geändert hat. Da holt ein größerer Sensor nun mal das bessere Bild heraus. Wo bleibt der Vollformat Camcorder? Der kommt wohl möglich wieder zu spät. Zur G1x-2 wo ist da tatsächlich der Mehrwert- der Touchscreen? Das Bild ist sonst doch nachweislich schlechter. Warum sollte man ein Paar Hundert Euro für ein Downgrade ausgeben? So wichtig ist der Touchscreen sicherlich nicht. Das, was als Foto herauskommt, ist mir jedenfalls wichtiger. Nikon hat wie Sony schon vor Jahren ein Patent für einen gebogenen Sensor gehabt. Wo ist bitte die Kamera dazu? Warum werden Kameras mit mini Updates auf dem Markt gebracht, wenn es sich rein wirtschaftlich überhaupt nicht lohnt? Kleine Schritte, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, sind nur halb… Weiterlesen »

Morpheus

“Wobei Canon durchaus in der Lage ist da ein entsprechendes Produkt zu bauen.” Genau das bezweifle ich – in den letzten 2 Jahren kam zumindest nichts von Canon, was diese These manifestieren würde!

Cheryll

Doch Canon könnte
Canon stellte vor ca. 2 Jahren eine 2 MP Lowlight Prototyp Film-Camera vor die wesentlich! Besser ist, als die a7s. Dieser Sensor auf 12 MP ,hochgerüstet’ wird in etwa ebenfalls die Lowlight Leistung der a7s erreichen. Mit weniger MP aber noch besser sein. Es gibt bei den Sensoren ein Problem, welches auftritt, wenn die Pixelgröße eine gewisse Größe erreicht. Canon hat dieses Problem gelöst und könnte Vollformat Sensoren unter 10 MP mit einer großen einzelnen Pixelfläche herstellen. Dagegen würde die a7s keine Chance haben. Mir persönlich würde so ein Ultra LowLight Monster mit 4 MP vollkommen genügen.

Jürgen Saibic

Das Dilemma der aktuellen Fotografie ist die 1:1-Ansicht in Photoshop!

André

Hallo zusammen Ich denke, Canon wird die EOS M forcieren. Warum sollten sie ein neues Objektiv anbieten (das nur auf eine M passt), wenn sie das System nicht pflegen wollen. Ich wünsche mir eine M mit dem Sensor der 70D, das wäre der Hammer. Ich halte die M übrigens für eine der verkanntesten Kameras, die es gibt. Natürlich ist der AF relativ langsam, aber hat man sich einmal daran gewöhnt und will nicht gerade Agility-Hunde fotografieren, ist man mit dieser super-kleinen APS-C-Kamera sehr gut unterwegs. Ich habe 8 Tage in Wien verbracht und habe (mit Überwindung) die EOS 5 M III und die Nikon D800 zuhause gelassen – und ich war so etwas von froh, dass ich nur dieses Leichtgewicht, das trotzdem eine ansehnliche Qualität bietet, dabei hatte. Dann würde ich natürlich eine EOS 1D xl mit einem hochauflösenden Sensor begrüssen. Wobei das nur Sinn macht, wenn man im Weitwinkelbereich bessere Objetive nachliefert (wie es Nikon auch machen sollte). Viele der angebotenen Objektive sind der hohen Auflösung des Sony 36MP-Sensors nicht gewachsen. Ich benütze die D800 vorwiegend mit dem 85mm 1.8 G, ab Blende 4 eine absolute Traumpaarung. An einer Ausstellung mit 44 Zoll Prins (ca 110x175cm) haben mich Berufskollegen… Weiterlesen »

Mike

Ich bin gespannt wielange Canon es noch durchhält und die gleiche Kamera alle 2 Jahre neu auf den Markt zu bringen (ja, ok, mit gaaanz kleinen Updates) … wer sich heutzutage gut informiert wird eher zu Sony greifen. Auch im Profibereich kenne ich immer mehr die gerade auf die a7 Serie umsteigen – zumal man Canon Objektive üer Adapter gut weiterverwenden kann. Und das war immer die Lebensversicherung für Canon: Die Trägheit das man nihct mal schnell das System wechselt weil Objektive für viele tausend Euros im Schrank liegen…

Cheryll

Top 10 Compact Cameras for Travelers
(von Canon und Nikon keine Spur)

http://travel.nationalgeographic.com/travel/top-10-compact-travel-cameras/#/fujifilm-xt-1_83529_600x450.jpg

Uwe

Eine DSLM in Form einer alten FM2? Wäre ich sofort aufgesprungen, auf diesen “Zug”.

So habe ich mir in diesem Jahr nach und nach mit der Fuji X-T1 ein System parallel zur Nikon D600 aufgebaut. 2 von 6 Nikon-Objektiven habe ich verkauft und diese mit Fuji ersetzt. Gewicht und Qualität der Bilder führen aktuell dazu, dass ich zu 70% die Fuji nutze. Widerstehe ich der nicht Praxis gerechten 100% Ansicht in LR und co., ist der Qualitätsunterschied extrem gering.

Trotzdem mag ich mich noch nicht von meiner D600 trennen. Liegt sicher zum Teil daran, das ich mit Spiegelreflex groß geworden bin. Und daran, dass die D600 meine erste digitale “Vollformatkamera” ist.

Am Ende wird aber das DSLM-System auch bei mir gewinnen, da bin ich sicher. Schade, dass es nicht die “FM2-D” geworden ist.

Philipp Birmes

Guter Artikel, wie schnell aus einem großen Keyplayer eine Randerscheinung auf dem Markt werden kann sollte sich als Beispiel aus dem Sektor der Mobiltelefonie bedienen. Nokia war über fast ein Jahrzent der Keyplayer auf dem Markt. Irgendwie haben Sie es geschafft alle neuen Innovationen zu verschlafen und waren ab dem Zeitpunkt des App Booms ausgelöst vom Apple Iphone, dem sichenden Tod geweiht. Der endgültige Tod konnte nur durch die Übernahme von Microsoft verhindert werden, aber auch dies verhalf der Handyschiede nicht zu alter stärke. Einziger & sinnvoller Grund weshalb die Fotografen noch den den beiden großen Herstellern festhalten ist die schon getätigte Investition in den Objektivpark. Seit der Photokina sollte einem klar geworden sein welche Platzhirsche hier auf den Markt treten. Gerade Samsung sollte man nicht unterschätzen zu groß ist Ihre finanzielle Power: Ihre Möglichkeiten Innovationen zu generieren und alles was kreuscht und fleuscht zu vernetzen sieht man den anderen Marktsegmenten. Könnte mir gut vorstellen dass es bald kein Standardmenü für Kameras gibt, sondern nur noch Apps, mit denen sich die Kunden Ihr maßgenscheidertes System konfigurieren können. Wie lukrativ der App Store Markt zeigt sich an den Umsatzzahlen von Apple & Android. Übrigens auch hier hat Nokia, sowie Mircosoft den… Weiterlesen »

Wolfgang

Ich bin ambitionierter Fotoamateur daher verzeihe man mir die nicht ganz so hohe Sachkenntnis.

Zum Thema

Ich denke das Canon mit der 7D markII ein großer Wurf gelungen ist im APS-C Bereich und mit den 50Mp Kameras ebenso im Vollformat.
Nikon indessen so scheint es will seine Kunden in den Vollformatsektor ziehen und das mit Gewalt.
Seit der D7000 haben sie im APS-C Bereich nichts nennenswert gutes mehr aufgelegt, die D7200 sehe ich persönlich als Flop, aber auch die D610 wäre keine Kamera die ich mir kaufen würde.

Im Bereich DSLM denke ich wird es für beide Zeit eine Kamera sowohl im APS-C wie auch Vollformat auf den Weg zu bringen.
Vor allem Nikon sehe ich hier wenig innovativ, warum zum Beispiel bringen sie nicht endlich die langersehnte D9300 (Ersatz d300s) an den Kunden, der Markt wäre vorhanden.
So aber verlieren sie Kunden an Canon, Sony, Olympus wobei die beiden letztgenannten vor allem gute DSLM am Start haben.
Ich denke sie sägen sich den Ast ab auf dem sie noch sitzen und niemand weiß wie tief sie fallen.

Erich

Du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich bin genau in dieser Situation, die D7200 passt mir nicht, aber Vollformat ist mir zu schwer und zu teuer. Auf eine D9xxx hoffe ich längst nicht mehr. Weder D300 noch D700 Kunden bietet man einen Nachfolger an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese alle zur d810 oder gar zur D4 greifen, das ist dann doch nochmal eine andere Liga. D7200 aber eben auch. D610 ist irgendein Kompromiss, die ich auch nicht haben möchte.
Was ich nicht für möglich hielt, ist nun eingetreten, ich schaue mich bei Olympus, Sony und Co. nach Alternativen um.