Objektive Canon

Canon-Patent liefert möglicherweise weitere Hinweise auf potenzielles f/1.4-Zoom

Ein neu aufgetauchtes Canon-Patent zeigt ungewöhnliche katadioptrische Zoomobjektive und könnte einen möglichen Hinweis darauf liefern, wie sich ein besonders lichtstarkes f/1.4-Zoom für das RF-System kompakter realisieren ließe.

Wir haben ja vor Kurzem darüber berichtet, dass Canon offenbar an einem f/1.4-Zoom für das RF-System arbeiten soll. Generell scheint der Trend immer stärker in Richtung besonders lichtstarker Objektive zu gehen. Selbst Fujifilm, bei denen ihr derzeit über kommende Objektive abstimmen könnt, stellt mit einem 33mm f/1.0 oder einem 18-50mm f/1.4 gleich zwei sehr lichtstarke Optionen zur Wahl.

Etwas anders scheint man das bei Sigma zu sehen. Dort ist CEO Kazuto Yamaki der Meinung, dass sich Objektive heute nicht mehr allein über eine hohe Lichtstärke verkaufen lassen. Vielmehr müssten sie zusätzliche Eigenschaften oder Funktionen bieten, die über das hinausgehen, was aktuell auf dem Markt verfügbar ist.

Um aber wieder auf das mögliche f/1.4-Zoom von Canon zurückzukommen. Die Frage dürfte natürlich auch sein, wie sich eine solche Konstruktion technisch umsetzen lässt, ohne dass das Objektiv sehr groß und schwer wird. Mark hatte bereits angedeutet, dass es hierzu ein Patent geben könnte, das eventuell damit in Zusammenhang steht. Genauer geht es um das Canon-Patent mit der Nummer 2026-033938. Dabei handelt es sich um ein Patent für katadioptrische Spiegelzoomobjektive mit sehr hoher Lichtstärke.

Kurz zusammengefasst kombinieren katadioptrische Konstruktionen klassische Glaslinsen mit reflektierenden Spiegeln. Die Spiegel falten den Strahlengang, sodass das Licht nicht geradlinig, sondern mehrfach umgelenkt durch das Objektiv läuft. Dadurch kann die Bauform deutlich kürzer ausfallen als bei einem reinen Glasdesign mit vergleichbaren optischen Daten. Canon hat in der Vergangenheit bereits Patente für katadioptrische 400mm f/3.6 und 800mm f/5 veröffentlicht, die allerdings nie als Serienprodukte erschienen sind.

Solche Spiegelobjektive bringen allerdings auch einige Herausforderungen mit sich. Der zentrale Sekundärspiegel führt häufig zu einem ringförmigen Donut-Bokeh in Spitzlichtern. Zudem besitzen viele Spiegelobjektive eine feste Blende und erreichen oft nicht die Schärfe hochwertiger klassischer Glasobjektive. Möglicherweise hat Canon inzwischen Wege gefunden, diese Nachteile optisch oder digital zu kompensieren.

Da hierbei von der L-Reihe die Rede ist, spricht vieles für ein Vollformatobjektiv. Im Patent werden unter anderem die Vollformatzooms 28-45mm f/1.2, 28-55mm f/1.4 und 35-70mm f/1.4 beschrieben. Die letzten beiden würden daher gut zu den aktuellen Gerüchten über ein f/1.4-Zoom passen. Und da eine APS-C-Variante nicht vollständig ausgeschlossen ist, taucht dazu im Patent auch ein 15-35mm f/1.4 auf.

Allerdings handelt es sich bei den genannten Zoomobjektiven um reine Patentskizzen. Ob daraus tatsächlich ein Produkt entsteht, bleibt offen. Der Zeitpunkt und die Gerüchte rund um Canon würden jedoch zumindest zusammenpassen.

via: Digital Camera World | Canonrumors

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joe

Das sind alles Zooms, die man nicht wirklich braucht, wo bleibt das 70-180/2.0?

Joachim

Katadioptische Objektive findet man hauptsächlich bei Astrolinsen. Da gibt es immer eine recht kurze Bauweise. Der Lichtstrahl geht dann aber immer nach dem Spiegel durch Glaslinsen (was nicht besonders ist für die Abbildungsleistung), bevor er auf den Sensor trifft. Z.B. das Tokina 500 mm Spiegelobjektiv ist so ein Teil. Canon zeigt durch die Patente, dass es weitere Ideen dazu hat. Ein Zoom ist ungewöhnlicht und AF und Blenden wären ziemlich bahnbrechend. Spiegellinsen haben de Vorteil, farbecht abzubilden. Allerdings lässt die Schärfe und das Bokeh durch die Konstruktion nach. Ein Schiefspiegler wäre da das non plus ultra. Durch Software und Sensor lässt sich da aber was machen.

N1USER

Zur Ergänzung: Ein Spiegel-Zoom gab es bereits einmal von Asahi Pentax (K 400-600mm f/8-12 Reflex).

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