Kaufberatung

Systemkamera oder Spiegelreflex kaufen?

DSLR oder DSLM? Wo liegen die entscheidenden Unterschiede, welches sind die Vor- und Nachteile der beiden Systeme? Wir stellen gegenüber.

Systemkamera oder Spiegelreflex?

Vor rund zehn Jahren waren Spiegelreflexkameras (kurz: DSLRs) noch das A und O. Wer auf hohem Niveau fotografieren wollte, der kam um den Kauf einer DSLR nicht herum. Doch seit einigen Jahren haben die Spiegelreflexkameras ernsthaft Konkurrenz bekommen, durch die spiegellosen Systemkameras (kurz: DSLMs) nämlich. Diese hatten in den ersten Jahren rund um 2010 zwar noch mit diversen Kinderkrankheiten zu kämpfen, haben zuletzt aber kräftig aufgeholt und sind den DSLRs inzwischen sogar teilweise überlegen.

Aus diesem Grund stellen sich viele Kunden vor dem Kauf einer neuen Kamera die Frage: Systemkamera oder Spiegelreflex, DSLM oder DSLR? Welche Art von Kamera soll ich kaufen, was sind die Vor- und Nachteile? Und welches System passt besser zu mir und den Anforderungen, die ich an eine Kamera stelle?

Wir wollen euch mit dem folgenden Artikel bei der Beantwortung dieser Fragen helfen. Wir haben jede Menge Herzblut und Zeit in die Erstellung dieses Artikels gesteckt, damit alle wichtigen Unterschiede beleuchtet und so verständlich wie möglich erklärt werden. Außerdem überarbeiten wir den Artikel in regelmäßigen Abständen, damit er immer auf dem neusten Stand ist.

Also, legen wir los!

Der entscheidende Unterschied zwischen DSLR und DSLM

Wir wollen zunächst einmal auf DEN entscheidenden Unterschied zwischen einer DSLR und einer DSLM eingehen. Dieser Unterschied ist im Grunde ziemlich schnell auf den Punkt gebracht: Spiegelreflexkameras verfügen über eine Spiegelkonstruktion im Inneren, spiegellose Systemkameras – wie der Name schon sagt – nicht.

Ihr versteht nicht, was genau das bedeutet? Kein Problem, das erklären wir euch im Laufe des Artikels noch genauer. Auch werden wir im Folgenden natürlich erläutern, was genau das alles für eine Spiegelreflex bzw. Systemkamera bedeutet und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Bauarten mit sich bringen.

Eines können wir aber vorab schon mal festhalten: Sowohl bei einer Spiegelreflexkamera als auch bei einer Systemkamera habt ihr die Möglichkeit, unterschiedliche Objektive anzubringen und diese zu wechseln. Das ist ein riesiger Vorteil im Vergleich zum Smartphone oder einer Kompaktkamera, da sich mit unterschiedlichen Objektiven ganz neue kreative Möglichkeiten eröffnen und sich nicht nur interessantere, sondern auch bessere Bilder schießen lassen.

  Egal ob DSLR oder DSLM: Bei beiden Systemen lassen sich die Objektive wechseln.

Spiegellose sind kleiner und handlicher

Beginnen wir mit einem Unterschied, der bei der Frage ob Spiegelreflexkamera oder Systemkamera und beim Betrachten verschiedener Kameramodelle vermutlich ziemlich schnell ins Auge fällt: Eine spiegellose Systemkamera ist im Normalfall kleiner als eine Spiegelreflexkamera und dementsprechend auch leichter. Auch die Objektive sind in der Regel etwas kompakter. Der Grund dafür liegt auf der Hand: DSLMs verzichten wie oben bereits angedeutet auf die aufwendige Spiegelkonstruktion im Inneren, wodurch eine kompaktere Bauweise möglich ist.

Schauen wir uns doch mal zwei Vergleichsbilder an. Auf der linken Seite seht ihr jeweils eine klassische DSLR, auf der rechten Seite eine DSLM. Ihr werdet merken – die DSLMs sind etwas kompakter:

Canon EOS 5D Mark IV links, Sony A7 III rechts.
Canon EOS-1D X Mark II links, Panasonic GM1 rechts.

Okay, beim letzten Bild mit der Canon EOS-1D X Mark II und der Panasonic GM1 haben wir ein bisschen geschummelt. Denn hier hinkt der Vergleich natürlich, die Canon will überhaupt nicht kompakt sein und ist für Sportfotografen entwickelt worden, die ein richtiges Werkzeug in der Hand brauchen. Die Panasonic GM1 hingegen ist eine der kleinsten DSLMs auf dem Markt und arbeitet auch mit einem deutlich kleineren Bildsensor als die Canon. Trotzdem wollten wir hier einfach mal aufzeigen, wie groß die Unterschiede im Extremfall ausfallen können.

Die Größe sämtlicher Kameras könnt ihr übrigens wunderbar auf camerasize.com miteinander vergleichen. Das ist praktisch, wenn man einen schnellen Eindruck erhalten will, wie groß oder klein bestimmte Kameras im Vergleich sind.

Kompakte Bauweise oft (aber nicht immer) vorteilhaft

Die geringere Größe der Systemkameras ist in vielen Fällen ein großer Vorteil. Wer den ganzen Tag mit seiner Kamera unterwegs ist, freut sich über das geringere Gewicht und die kompakteren Abmessungen der Kamera, die damit mobiler ist und auch in eine kleinere Tasche passt.

Doch es gibt Ausnahmen: Menschen mit sehr großen Händen beispielsweise empfinden DSLMs hin und wieder als zu klein und fummelig. Auch bevorzugen manche einen großen und massiven Griff an der Kamera, damit man diese richtig „anpacken“ kann. Zudem kann ein schweres Kameragehäuse für eine bessere Balance sorgen, wenn man häufig mit langen Telebrennweiten arbeitet. Die braucht man beispielsweise bei der Wildlife-Fotografie, wenn man nicht nah genug an bestimmte Tiere herankommt.

Das haben in den letzten Jahren aber auch die Hersteller von Systemkameras gemerkt, weshalb sie inzwischen auch DSLMs im Angebot haben, die etwas größer sind und vom Gehäuse her eher einer klassischen Spiegelreflexkamera ähneln. Die Fujifilm X-H1 oder die Panasonic S1 wären hier als Beispiele zu nennen. Diese sind teilweise sogar größer als eine DSLR:

Canon EOS 250D links, Fujifilm X-H1 rechts. In diesem Vergleich ist die DSLM größer.

Eine DSLM kann also kleiner sein als eine DSLR, muss es aber nicht zwingend. Auch gibt es Systemkameras, die zwar mit einem kompakten Gehäuse, aber trotzdem mit einem vergleichsweise großen Griff daherkommen, damit die Kamera gut in der Hand liegt.

  Systemkameras sind in der Regel leichter und kompakter als Spiegelreflexkameras.

Die unterschiedlichen Bauweisen im Detail erklärt

Kommen wir nochmal auf den eingangs erwähnten „entscheidenden Unterschied“ zwischen Systemkamera und Spiegelreflex zu sprechen: die unterschiedliche Bauweise. Welchen Sinn und Zweck erfüllt die Spiegelkonstruktion im Inneren einer DSLR eigentlich? Und wie sieht das Innenleben einer DSLM im Vergleich aus?

Schauen wir uns doch einfach mal eine Grafik an, die verdeutlicht, wie sich eine DSLR und eine DSLM von der Bauart her unterscheiden:

Zunächst einmal wird anhand dieser Grafik nochmal sehr schön der erste Unterschied deutlich, den wir im vorherigen Absatz schon beschrieben haben: Eine Systemkamera ist oftmals kleiner und kompakter als eine Spiegelreflexkamera. Die Grafik erklärt auch, warum das so ist. Im Inneren einer DSLR steckt nämlich noch jede Menge „Zeug“, ganz im Gegensatz zu einer DSLM. Was genau es mit diesem Zeug auf sich hat und warum die DSLM mit so wenigen Bauteilen auskommt, das wollen wir euch jetzt genauer erklären.

Bauweise einer DSLR

Wenn man es ganz vereinfacht ausdrücken möchte, dann fällt das Licht beim Benutzen einer Spiegelreflexkamera durch das Objektiv und trifft dann im Inneren auf eine Spiegelkonstruktion (Farbe grün im linken Teil der Grafik), welche das Licht und somit das „Bild“ reflektiert und über ein Pentaprisma (gelb) in den optischen Sucher leitet. Wenn wir durch den Sucher schauen, sehen wir also das „echte“ Bild des Geschehens vor der Linse, über einen Spiegel.

Wenn man nun den Auslöser betätigt, klappt der Spiegel kurz hoch und das Licht fällt nicht mehr über Spiegel und Pentaprisma in den optischen Sucher (dieser wird kurz schwarz), sondern auf den Sensor (rot), wo das Bild von der Kamera erfasst und gespeichert wird.

Zu den Bauteilen im Inneren einer DSLR gehören auch noch ein Autofokus-Sensor (blau) sowie ein kleiner Nebenspiegel (hellgrün). Was es mit diesen beiden Teilen auf sich hat, darauf kommen wir etwas später zu sprechen.

Bauweise einer DSLM

Bei einer Systemkamera fehlt diese ganze Spiegelkonstruktion. Aber trotzdem haben die meisten spiegellosen Systemkameras einen Sucher zu bieten, durch den man das Motiv beobachten kann – wie kann das sein?

Ganz einfach, es handelt sich beim Sucher einer Systemkamera nicht um einen optischen Sucher (kurz: OVF), der ein „echtes“ Bild über einen Spiegel zeigt, sondern um einen elektronischen Sucher (kurz: EVF). Dieser elektronische Sucher ist im Grunde nichts anderes als ein kleines Display. Bei einer DSLM fällt das Licht nicht auf einen Spiegel, sondern direkt auf den Sensor, wo das Bild vereinfacht ausgedrückt verarbeitet und dann wieder in digitaler Form auf dem Display des EVF ausgegeben wird. Es ist also ein künstlich erzeugtes und kein echtes Bild.

Auch bei einer Spiegelreflexkamera ist es im Übrigen möglich, ein künstlich erzeugtes Bild zu erhalten. Nämlich in dem Moment, wenn man den Live-View-Modus benutzt (also das Geschehen vor der Linse live auf dem großen Display anzeigen lässt und nicht durch den Sucher schaut). Dann benutzt man gewissermaßen auch eine „spiegellose“ Kamera, da im Live-View-Modus einer DSLR  die Spiegelbox hochgeklappt und nicht mehr eingesetzt wird. Es wird wie bei einer DSLM auch das Bild dauerhaft auf dem Sensor verarbeitet und dann „künstlich“ auf dem Display ausgegeben.

  DSLMs und DSLRs arbeiten mit unterschiedlichen Suchern. Auf der Seite der DSLM steht ein der elektronische Sucher, der im Grunde nichts anderes als ein kleines Display ist, auf der Seite der DSLR ein optischer Sucher, der dank der Spiegelkonstruktion im Inneren der Kamera ein „echtes Bild“ anzeigt.

Elektronischer Sucher vs. optischer Sucher

Über die verschiedenen Bauweisen von DSLR und DSLM haben wir nun also gesprochen, gleichzeitig sind wir jetzt auf einen extrem wichtigen Unterschied zwischen den beiden Kameraarten gestoßen – den Sucher nämlich.

Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Art von Sucher beim Kauf einer neuen Kamera denn die bessere Wahl ist. Der elektronische Sucher einer Systemkamera? Oder doch lieber der optischer Sucher einer Spiegelreflexkamera?

So ganz allgemein kann man das nicht beantworten, denn beide Sucher haben Vor- und Nachteilen zu bieten.

Bei einer DSLM stehen sozusagen zwei Displays zur Verfügung – großer Bildschirm plus elektronischer Sucher.

EVF: Merkmale und Stärken

In einem elektronischen Sucher sieht man das Bild in der Form, in der man es später auch auf seiner Speicherkarte wiederfinden wird. Das heißt: Wenn man Einstellungen wie zum Beispiel die Blende, die Verschlusszeit oder die ISO-Empfindlichkeit an der Kamera verändert, dann sieht man im Sucher auch gleich, wie sich diese Veränderungen auf das Bild auswirken werden. Bei einem optischen Sucher ist das nicht der Fall – logisch, hier schauen wir ja sozusagen nur in einen Spiegel und nehmen das Motiv vor der Linse so wahr, wie wir es mit unserem menschlichen Auge eben erfassen.

Das ist in den allermeisten Fällen ein klarer Vorteil für die elektronischen Sucher. Das Fotografieren geht hier schneller und natürlicher von der Hand, da die ganze Vorbereitung vor dem eigentlichen Fotografieren, wie man sie von einer DSLR kennt, entfällt.

Wie diese Vorbereitung aussieht? Oftmals ungefähr so: Bild schießen, Kamera vom Auge weg nehmen, Bild auf dem Bildschirm betrachten, Bild zu dunkel, Korrekturen an den Einstellungen vornehmen; zweites Bild schießen, zweites Bild auf dem Bildschirm betrachten, immer noch zu dunkel, erneute Korrekturen vornehmen; drittes Bild schießen, drittes Bild auf dem Bildschirm betrachten, Helligkeit jetzt okay, zufrieden sein, anfangen zu fotografieren.

Bei einer DSLM sieht das anders aus. Man kann einfach die ganze Zeit durch den Sucher schauen und währenddessen die Einstellungen verändern. Jede Veränderung wird sofort im Sucher angezeigt und man sieht, wie sich die neuen Einstellungen auf das fertige Bild auswirken werden. Das ist wie bereits erwähnt in den meisten Fällen ein großer Vorteil einer DSLM, gerade Einsteigern fällt es so leichter, ein Gefühl für die richtigen Einstellungen zu bekommen.

  Ein elektronischer Sucher zeigt das Bild immer sofort so an, wie es auch auf die Speicherkarte geschrieben wird.

Weiterer Vorteil eines elektronischen Suchers: Mit einem EVF hat man technisch gesehen mehr Möglichkeiten. Wir geben euch mal ein paar Beispiele, was das für Möglichkeiten sein können:

  • Schwarzweiß-Fotografie: Wenn man die Kamera in den Schwarzweiß-Modus versetzt, dann sieht man auch im elektronischen Sucher die Welt vor der Linse in Schwarzweiß. Man kann sich also besser in die Stimmung hineinversetzen und Schwarzweiß-Fotografie stärker „erleben“.
  • Fotografieren bei Dunkelheit: Es ist ziemlich dunkel und man kann mit bloßem Auge nicht mehr viel erkennen? Dann kann ein EVF (die entsprechenden Kameraeinstellungen vorausgesetzt) das Geschehen vor der Kamera heller anzeigen, als es eigentlich ist.
  • Hilfsmittel einblenden: Focus Peaking für manuelles Fokussieren, Histogramme, Lupen, Raster, Wasserwaagen – auf dem Display des elektronischen Suchers können diverse Hilfsmittel und Informationen angezeigt werden, die in einigen Situationen wirklich nützlich sein können.

OVF: Merkmale und Stärken

Manche Fotografen bevorzugen nach wie vor die echten Bilder eines optischen Suchers und entscheiden sich deshalb bei der Frage ob Spiegelreflex oder Systemkamera für eine klassische DSLR. Das Bild wirkt bei einem OVF einfach natürlicher, zudem wird es von manchen als schonender für die Augen empfunden.

Des Weiteren hat der optische Sucher generell einen Geschwindigkeits-Vorteil auf seiner Seite. Denn bei einem elektronischen Sucher muss das Bild wie weiter oben erklärt erst verarbeitet und auf dem kleinen Display ausgegeben werden – das kostet Zeit und kann bei manchen Suchern zu minimalen Verzögerungen, sogenannten Lags führen. Allerdings haben sich vor allem die EVFs von teureren spiegellosen Systemkameras inzwischen so stark verbessert, dass keine Lags mehr sichtbar sind. Lags sind also vor allem ein Problem von etwas älteren und günstigeren DSLMs.

Trotzdem gilt aber: Fotografen, die primär im Sports-, Action- oder Wildlife-Bereich fotografieren und ihre Kamera oftmals schnell bewegen, die bevorzugen auch heute noch häufig eine Spiegelreflexkamera. Allerdings nicht nur wegen des optischen Suchers, sondern beispielsweise auch wegen der größeren Auswahl an passenden Objektiven.

Spiegelreflexkameras haben immer einen optischen Sucher sowie ein Display inklusive Live-View zu bieten.

Natürlich muss man aber stets die einzelnen Kameramodelle beurteilen und vergleichen. Wie gesagt, es gibt inzwischen auch extrem schnelle und verzögerungsfreie elektronische Sucher, wie zum Beispiel den der Sony A9, der zudem völlig ohne sogenannte Blackouts arbeitet. Das bedeutet, dass der Sucher hier niemals schwarz wird, was bei einer Spiegelreflexkamera technisch gesehen gar nicht möglich ist. Denn sobald der Spiegel hochklappt, kann ja kein Licht mehr durch den Sucher fallen.

Einen Vorteil werden die optischen Sucher allerdings immer auf ihrer Seite haben: Sie verbrauchen keinen Strom. Das führt dazu, dass die Akkulaufzeiten von DSLRs teilweise erheblich länger sind als die von DSLMs. Somit ist man als Besitzer einer spiegellosen Systemkamera gezwungen, einen oder zwei zusätzliche Akkus zu kaufen, um die Akkulaufzeit einer DSLR zu erreichen. Alternativ muss der Akku einer DSLM zwischendurch aufgeladen werden, zum Beispiel mit einer Powerbank – so die Kamera diese Lademethode denn unterstützt.

Die Kosten von einem oder zwei zusätzlichen Akkus müssen beim Kauf einer DSLM also eingeplant werden. Es sei denn man kann sich mit einer kürzeren Akkulaufzeit arrangieren und ist bereit, den Akku häufiger aufzuladen.

Fassen wir abschließend die Stärken von elektronischen und optischen Suchern nochmal zusammen:

Fazit: EVF oder OVF?

Elektronischer Sucher
  • Sucher zeigt sofort, wie das fertige Bild aussehen wird
  • Prozess der Bildkontrolle entfällt
  • Im Sucher können „Hilfsmittel“ angezeigt werden (nützlich z.B. für manuelles Fokussieren)
  • In dunklen Umgebungen zeigt der Sucher ein helleres Bild
  • Bei teuren EVFs entfallen unter Umständen die sogenannten Blackouts
Optischer Sucher
  • Zeigt ein natürliches und unverfälschtes Bild
  • Verbraucht keinen Strom, somit Akkulaufzeit der Kamera länger
  • Keinerlei Lags oder Verzögerungen bei schnellen Schwenks
  • Manche empfinden OVFs als angenehmer für die Augen

Ob man einen OVF oder einen EVF und damit eine DSLR oder DSLM bevorzugt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Geht am besten in ein Fotogeschäft und probiert beide Varianten aus, dann werdet ihr schnell merken, welche Art von Sucher euch mehr zusagt.

Unsere Meinung: 

In der günstigsten Preisklasse bis 500 Euro haben die Spiegelreflexkameras die Nase vorne, schon alleine deshalb, weil viele DSLMs in dieser Preisklasse überhaupt keinen Sucher besitzen. In etwas höheren Preisklassen ist unserer Meinung nach inzwischen der elektronische Sucher mit all seinen Einblendungen und der Möglichkeit, das fertige Bild mit Berücksichtigung der Einstellungen anzeigen zu lassen, in der Regel die bessere Wahl – vor allem für Einsteiger. Hier muss man aber stets den Sucher jedes einzelnen Kameramodells betrachten. Achtet bei EVFs zum Beispiel auf die Auflösung. Diese sollte mindestens 2,3 Millionen Bildpunkte betragen.

Keine Unterschiede bei der Bildqualität

Für viele Fotografen ist eine ausgezeichnete Bildqualität ein äußerst wichtiges Kriterium, über das wir natürlich auch im Vergleich DSLR vs. DSLM sprechen müssen. Und es ist ein Punkt, den wir erstaunlich schnell abwickeln können.

Egal ob Spiegelreflexkamera oder Systemkamera, Unterschiede in Sachen Bildqualität gibt es ganz grundlegend nicht. Die Bildqualität hängt nämlich in erster Linie von der Größe des Sensors und der Anzahl der Megapixel ab. Und sowohl DSLRs als auch DSLMs können mit großen oder kleinen Sensoren und einer unterschiedlichen Anzahl an Megapixeln arbeiten. In puncto Bildqualität gibt es also keinerlei Vor- oder Nachteile bei einem der beiden Systeme.

Autofokus von DSLR und DSLM im Vergleich

Größere Unterschiede bei der Beantwortung der Frage, ob eine Systemkamera oder Spiegelreflex die richtige Wahl für euch ist, gibt es dann aber wieder beim Autofokus (kurz: AF). Der Autofokus ist dafür verantwortlich, dass auf das gewünschte Motiv scharfgestellt wird. Das stellt für die Kameras teilweise eine große Herausforderung dar, wenn der Autofokus beispielsweise einem Motiv folgen soll, das sich schnell bewegt oder wenn die Lichtverhältnisse außergewöhnlich sind.

Es gibt grundlegend zwei verschiedene Autofokus-Technologien:

  1. Phasendetektions-Autofokus
  2. Kontrast-Autofokus

Ein Phasendetektions-AF arbeitet häufig schneller als ein Kontrast-AF, hat dafür aber Probleme in bestimmten Situationen, in denen der langsamere Kontrast-AF zuverlässiger arbeitet und so seine Stärke ausspielen kann.

Wenn ein sich schnell bewegendes Motiv immer im Fokus sein soll, braucht es eine Kamera mit erstklassigem Autofokus.

Keine Sorge, ihr müsst nicht genau verstehen, wie die unterschiedlichen Autofokus-Technologien funktionieren, das würde auch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wir wollen trotzdem versuchen, euch mit ein bisschen einfach verständlichem Hintergrundwissen zu versorgen.

So funktioniert der Autofokus einer DSLR

Werfen wir nochmal einen Blick auf unsere Abbildung von weiter oben, denn wir hatten ja versprochen euch noch zu erklären, was es mit dem Autofokus-Sensor einer DSLR auf sich hat:

Ihr seht auf der linken Seite, dass Spiegelreflexkameras mit einem separaten Autofokus-Sensor (blau) ausgestattet sind. Dieser wird über einen kleinen Nebenspiegel (hellgrün) mit Licht versorgt und stellt so auf das Motiv scharf. Es handelt sich hierbei um einen Phasendetektions-AF.

Wenn man nun den Auslöser der Kamera betätigt, dann klappt die gesamte Spiegelkonstruktion (inklusive Nebenspiegel) nach oben, damit das Licht auf den Sensor fällt und das Bild aufgenommen werden kann. Hier wird eine kleine Schwachstelle der Spiegelreflexkameras deutlich, denn wenn der Spiegel nach oben geklappt wird, funktioniert der Autofokus für einen kurzen Moment nicht mehr, da er nicht mehr mit Licht versorgt wird und sozusagen „nichts mehr sieht“.

Moment mal, ist beim Live-View-Modus der Spiegel nicht dauerhaft nach oben geklappt, damit der Sensor durchgängig das Bild aufnehmen und auf dem Display wieder ausgeben kann? Richtig! Deshalb arbeiten Spiegelreflexkameras im Live-View-Modus auch mit einem anderen Autofokus, dem zusätzlichen Kontrast-AF, der direkt auf dem Sensor untergebracht ist. Dieser kommt dann während des Live-Views zum Einsatz – und ist wie gesagt in der Regel langsamer und träger als der Phasendetektions-AF des separaten Autofokusmoduls.

Das ist häufig auch ein Nachteil der DSLRs bei der Aufnahme von Videos, denn dort ist die Spiegelbox ja ebenfalls dauerhaft hochgeklappt. Der schnelle Phasen-AF kann dann also nicht genutzt werden.

So funktioniert der Autofokus einer DSLM

Als die ersten spiegellosen Systemkameras auf den Markt kamen, waren diese in Sachen Autofokus einer Spiegelreflexkamera hoffnungslos unterlegen. Der Grund liegt auf der Hand und wird erneut auf der Abbildung sichtbar.

Systemkameras haben kein separates Autofokusmodul mit Phasendetektions-AF wie die DSLRs. Ihnen stand ausschließlich ein langsamer Kontrast-AF direkt auf dem Sensor zur Verfügung.

Inzwischen hat sich das aber geändert, da es den Herstellern gelungen ist, einen Phasendetektions-AF direkt auf dem Sensor zu integrieren – ohne separates AF-Modul. Und da sowohl ein Phasendetektions-AF als auch ein Kontrast-AF Vorteile mit sich bringen, sind viele Hersteller vor einigen Jahren dazu übergegangen, ihre DSLMs mit einem sogenannten „Hybrid-Autofokus“ auszustatten. Dieser kombiniert einen Phasendetektions-AF mit einem Kontrast-AF, sodass man das Beste aus beiden Welten erhält. Der Hybrid-Autofokus ist ebenfalls komplett auf dem Sensor untergebracht.

Auch Spiegelreflexkameras sind inzwischen teilweise mit einem Phasendetektions-AF auf dem Sensor ausgestattet, Canons Dual-Pixel-Autofokus ist hier ein Beispiel. Deshalb können Spiegelreflexkameras heutzutage teilweise auch mit einem tollen Videoautofokus überzeugen, was normalerweise eine klare Stärke von DSLMs ist.

Fazit: Welcher Autofokus ist besser?

Wie gesagt, vor einigen Jahren hatten Spiegelreflexkameras beim Autofokus klar die Nase vorne, heute sind beide Systeme ungefähr auf Augenhöhe. Es kommt in vielen Fällen auf das einzelne Kameramodell an, mal ist eine bestimmte DSLR die bessere Wahl, mal eine bestimmte DSLM.

Unsere Meinung:

Müssten wir uns ganz allgemein festlegen, welche Art von Kamera in Bezug auf den Autofokus die bessere Wahl ist, würden wir inzwischen wahrscheinlich eher den DSLMs den Zuschlag geben. Das liegt nicht nur daran, dass bei DSLMs grundsätzlich noch mehr Spielraum für Verbesserungen ist als bei DSLRs, sondern auch daran, dass viele Systemkameras inzwischen mit einem tollen Augen-Autofokus aufwarten, der bei Porträt-Shootings eine nützliche Ergänzung darstellt, vor allem für Einsteiger. Auch überzeugen DSLMs häufig mit mehr Autofokus-Messfeldern, die einen größeren Bildbereich abdecken. Das bedeutet, dass auch in den Randbereichen des Bilds noch zuverlässig fokussiert werden kann. Zudem funktioniert das manuelle Fokussieren mit einer Systemkamera dank Fokus-Peaking und den Einblendungsmöglichkeiten im elektronischen Sucher deutlich besser und zuverlässiger.

Videoaufnahmen: Lieber Systemkamera oder Spiegelreflex?

Prinzipiell lassen sich sowohl mit DSLRs als auch mit DSLMs erstklassige Videos aufzeichnen. Trotzdem würden wir ganz allgemein in vielen Fällen einer DSLM den Vorzug geben, wenn es um das Erstellen von Videos geht.

Das liegt zunächst einmal am Autofokus. Hier haben wir euch ja gerade erklärt, dass bei einer DSLR der separate Autofokus-Sensor nicht mehr funktioniert, sobald Videos aufgezeichnet werden. Denn dabei muss die Spiegelbox dauerhaft noch oben geklappt werden, damit der Sensor durchgehend ein Bild erfassen kann. Dann steht also nur noch der Autofokus auf dem Sensor selbst zur Verfügung, der manchmal (aber nicht immer, siehe z.B. Dual-Pixel-AF von Canon) nicht so wirklich zu überzeugen weiß.

Bei einer DSLM ist man in Bezug auf Videos mit dem Hybrid-Autofokus häufig besser bedient, denn eine DSLM ist es ja sozusagen gewohnt, dass nur der Autofokus auf dem Sensor genutzt wird. Zudem steht bei den neusten Systemkameras teilweise auch der bereits angesprochene Augen-Autofokus bei Videos zur Verfügung. Dieser stellt immer automatisch auf das Auge scharf, auch wenn man sich bewegt. Das ist perfekt für Vlogs oder für Videos, bei denen Menschen vor der Linse stehen sollen. Darüber hinaus punkten DSLMs häufig auch mit etwas mehr Einstellungsmöglichkeiten.

Wenn man bei Videos ausschließlich manuell fokussieren möchte – was zum Beispiel Profis gerne machen – dann relativieren sich die Vorteile des Autofokus natürlich wieder. Doch gerade Einsteiger werden in den allermeisten Fällen sicherlich auf den Autofokus zurückgreifen wollen. Deshalb würden wir für Videoaufzeichnungen ganz allgemein eine DSLM empfehlen. Bei den DSLRs wissen dank des Dual-Pixel-Autofokus vor allem die Modelle von Canon zu überzeugen.

Wenn man sich selbst filmen möchte ist ein Display von Vorteil, das sich seitlich neben die Kamera klappen lässt.

Serienbildgeschwindigkeit: Welche Kameras sind schneller?

Der Begriff der „Serienbildgeschwindigkeit“ beschreibt, wie viele Bilder eine Kamera maximal pro Sekunde schießen kann, wenn man den Auslöser einfach durchgedrückt hält.

Bei einer Spiegelreflexkamera muss vor jedem einzelnen Bild der Spiegel hochgeklappt werden, bei einer Spiegellosen nicht. Ihr ahnt es sicherlich schon: So ergibt sich allgemein ein Geschwindigkeitsvorteil für die DSLMs. Die Serienbildgeschwindigkeit der DSLMs fällt in ähnlichen Preiskategorien oftmals höher aus als die Serienbildgeschwindigkeit der DSLRs. Was natürlich nicht heißt, dass einzelne DSLRs nicht schneller als bestimmte DSLMs sein können.

Trotzdem ist das ein Vorteil für Systemkameras. Wer also hin und wieder ein bisschen Sport oder Action fotografieren möchte und dort mit hoher Wahrscheinlichkeit den einen richtigen Moment erwischen möchte, der ist mit einer DSLM grundsätzlich gut beraten. Wobei hier natürlich auch der Autofokus eine wichtige Rolle spielt. Denn wenn das Motiv nicht scharf ist, dann bringt auch die höchste Serienbildgeschwindigkeit nichts.

Objektive und Zubehör bei DSLRs und DSLMs

Spiegellose Systemkameras sind, auch wenn die ersten Modelle bereits vor 2010 auf den Markt gekommen sind, nach wie vor vergleichsweise neu. So haben Canon und Nikon beispielsweise erst im Jahr 2018 eigene Systemkameras mit Vollformatsensoren (das sind besonders große Bildsensoren, die eine erstklassige Bildqualität ermöglichen) vorgestellt. Diese haben auch einen neuen Objektivanschluss, man kann also nicht einfach ein altes DSLR-Objektiv an eine neue DSLM schrauben. Auch dann nicht, wenn die Produkte alle vom gleichen Hersteller stammen. Die neuen DSLMs brauchen neue Objektive – und die müssen die Hersteller erstmal bauen. So etwas braucht Zeit, da die Entwicklung und Fertigstellung eines neuen Objektivs unter Umständen Jahre dauern kann.

Das heißt: Für Spiegelreflexkameras stehen aktuell noch deutlich mehr Objektive zur Verfügung, auch auf dem Gebrauchtmarkt, wo man hin und wieder ein echtes Schnäppchen schlagen kann. Zudem gibt es ganz allgemein deutlich mehr Zubehör für DSLRs, ebenfalls zu vergleichsweise erschwinglichen Preisen.

Objektive und Zubehör? Hier haben viele DSLRs aktuell noch die Nase vorne.

Die meisten Hersteller bieten sogenannte Objektivadapter an, sodass man seine alten DSLR-Objektive auch an den neueren DSLMs verwenden kann. Ein Adapter ist gewissermaßen ein kleines Zwischenstück, was zwischen Objektiv und Kamera angebracht wird. Das funktioniert grundsätzlich sehr gut, ist aber mit kleineren Einschränkungen verbunden. So ist beispielsweise der Autofokus oftmals nicht ganz so flott wie mit einem „richtigen“ Objektiv, welches speziell für die DSLMs gebaut wurde. Auch wird die Kamera durch den Adapter natürlich etwas größer und schwerer, wodurch sich der grundsätzliche Vorteil der kompakteren Bauweise wieder etwas relativiert.

Insgesamt stehen für Spiegelreflexkameras also mehr Objektive zur Verfügung, was ein großer Vorteil ist. Allerdings sollte hinzugefügt werden, dass viele spiegellose Systemkameras inzwischen auf ein mehr als ausreichend großes Sortiment an Objektiven zurückgreifen können. Der Ruf ist hier oftmals schlechter als das eigentliche Angebot. Viele haben noch den Stand von vor ein paar Jahren im Kopf, gerade in den letzten ein bis zwei Jahren hat sich bei manchen Herstellern (wie zum Beispiel bei Sony) aber viel getan.

Wichtig zu wissen ist auch, dass das Objektiv-Angebot der verschiedenen Hersteller teilweise sehr unterschiedlich ausfällt. Die Canon EOS R und die Nikon Z6 und Z7 sind wie bereits erwähnt erst seit 2018 erhältlich, hier gibt es noch vergleichsweise wenige Objektive, die auch alle sehr teuer sind. Diese Kameras sind also nicht für Einsteiger mit einem begrenzten Budget geeignet. Sony und Fujifilm hingegen sind schon länger im Segment der Systemkameras aktiv, gleiches gilt für die Micro-Four-Thirds-Kameras von Panasonic und Olympus. Hier stehen inzwischen deutlich mehr Objektive zur Verfügung, teilweise auch zu günstigen Preisen. Der Unterschied zu den DSLRs wird also immer kleiner und ist teilweise schon zu vernachlässigen.

  Für DSLRs stehen insgesamt mehr Objektive zur Verfügung, die teilweise auch günstiger sind. Viele DSLMs punkten inzwischen aber ebenfalls mit einem ausreichenden Angebot an Objektiven. Außerdem kann man mit einem Adapter seine alten DSLR-Objektive auch an einer neuen DSLM nutzen.

DSLMs können lautlos fotografieren

Wenn ihr gerne lautlos fotografieren möchtet, dann sollte eure Wahl bei der Frage ob Spiegelreflex oder Systemkamera ganz klar auf eine Systemkamera fallen, da diese einen elektronischen Verschluss zu bieten hat.

Was genau ein „Verschluss“ ist, müsst ihr an dieser Stelle eigentlich gar nicht unbedingt verstehen. Wichtig zu wissen ist nur, dass bei spiegellosen Systemkameras zusätzlich zum mechanischen Verschluss auch ein elektronischer Verschluss genutzt wird. So sind noch kürzere Verschlusszeiten möglich (bis zu 1/32.000 Sekunde), auch ist das Auslösegeräusch deutlich leiser bzw. sogar absolut lautlos. Das bedeutet, dass mit aktuellen DSLMs lautloses Fotografieren möglich ist! Für Hochzeits- oder Konzertfotografen, die nicht auffallen und der Veranstaltung unauffällig beiwohnen wollen, ist diese Funktion Gold wert. Denn das klassische „Klack Klack Klack Klack Klack“ einer Spiegelreflexkamera entfällt hier einfach.

Wie sich ein mechanischer und ein elektronischer Verschluss von der Lautstärke her unterscheiden, das wird nochmal schön in diesem Video von Fotograf Gordon Laing deutlich. Zuerst wird im Video der mechanische Verschluss vorgeführt (Minute 0:35), dann schaltet Gordon auf den elektronischen und absolut lautlosen Verschluss um (Minute 1:05). Hier hört man überhaupt nicht mehr, dass gerade fotografiert wird:

Ein deutlicher Unterschied, oder? Das lautlose Fotografieren ist wie schon gesagt ein großer Vorteil von DSLMs, allerdings hat der elektronische Verschluss auch Nachteile. So kann man zum Beispiel mit dem sogenannten Rolling-Shutter-Effekt Probleme bekommen. Dabei treten unerwünschte Verzerrungen im Bild auf, wenn sich Objekte schnell bewegen. Neuere Systemkameras haben dieses Problem aber schon deutlich besser im Griff als ältere. Außerdem hat man ja jederzeit die Möglichkeit, doch wieder auf den mechanischen Verschluss zu wechseln.

Auch DSLRs bieten inzwischen oftmals so etwas Ähnliches wie einen elektronischen Verschluss an, wobei es sich dabei zumeist lediglich um einen sogenannten elektronischen Verschlussvorhang handelt. Damit sind ebenfalls kürzere Verschlusszeiten und auch etwas leiseres Fotografieren möglich, an einen echten elektronischen Verschluss kommen die Spiegelreflexkameras allerdings nicht heran.

Welches Gehäuse ist robuster und hochwertiger?

Wenn man den unwissenden Kunden fragt, ob das Gehäuse von einer Spiegelreflexkamera oder Systemkamera wohl hochwertiger ist, werden sich viele vermutlich instinktiv für die DSLR entscheiden. Das liegt einfach daran, dass sie größer und somit robuster erscheint. Die Betonung liegt hier aber auf „erscheint“, denn Spiegellose können genauso robust und hochwertig verarbeitet sein wie Spiegelreflexkameras. Auch wetterfeste Modelle, die gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet sind, findet man in beiden Lagern.

Somit bleibt es eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man nun das etwas größere und schwerere Gehäuse einer DSLR oder das leichtere und kompaktere Gehäuse einer DSLM bevorzugt. Bedenkt aber auch hier, dass es teilweise große Unterschiede zwischen einzelnen Kameramodellen gibt. Eine Fuji X-H1 oder eine Panasonic S1 ist wie bereits erwähnt fast so groß wie klassische Spiegelreflexkameras, Einsteiger-DSLRs wie die Canon EOS 250D hingegen sind sehr leicht und kompakt.

DSLR? DSLM? Oder vielleicht doch gleich ganz klassisch und analog, mit der Pentax K1000 zum Beispiel?

Großes Fazit: DSLR oder DSLM?

Spiegelreflexkamera oder Systemkamera kaufen? Ganz so einfach kann man diese Frage nicht beantworten. Beide Systeme haben Vorteile auf ihrer Seite und wir sind überzeugt davon, dass beide Systeme noch viele Jahre nebeneinander existieren werden, auch wenn die DSLMs gerade mächtig auf dem Vormarsch sind.

Die 7 wichtigsten Unterschiede

Fassen wir nochmal kurz und knackig die sieben wichtigsten Unterschiede zwischen Systemkamera und Spiegelreflexkamera zusammen:

  1. DSLMs können kompakter und leichter sein (müssen es aber nicht)
  2. DSLMs arbeiten mit einem elektronischen Sucher, DSLRs mit einem optischen Sucher
  3. DSLMs sind häufig besser für Videoaufnahmen geeignet
  4. DSLMs haben oft eine schnellere Serienbildgeschwindigkeit zu bieten
  5. DSLMs können lautlos fotografieren
  6. Für Spiegelreflexkameras gibt es mehr Objektive und mehr Zubehör
  7. Spiegelreflexkameras punkten mit einer längeren Akkulaufzeit

Die Spiegellosen haben in den letzten Jahren deutlich aufgeholt und haben inzwischen in vielen Punkten die Nase vorne. Die Gehäuse sind zumeist kompakter und leichter, der elektronische Sucher bietet einige Vorteile, außerdem sind viele DSLMs den DSLRs auch bei Videos und beim Autofokus überlegen. Doch auch die DSLRs können nach wie vor ihre Stärken ausspielen: Optischer Sucher, große Auswahl an Objektiven, gutes Handling durch das große und robuste Gehäuse, lange Akkulaufzeit.

Stellt euch diese Fragen vor dem Kauf

Jeder Fotograf sollte sich vor dem Kauf einer neuen Kamera also überlegen, welches die für ihn persönlich wichtigen Merkmale sind. Stellt euch zum Beispiel vor dem Kauf einer DSLR oder DSLM diese Fragen:

  • Bevorzuge ich einen elektronischen oder einen optischen Sucher? Ausprobieren!
  • Ist ein kompaktes und leichtes Gehäuse für mich wichtig? DSLM
  • Habe ich große Hände und brauche etwas, was man richtig anpacken kann?  eher Spiegelreflex
  • Brauche ich die größtmögliche Auswahl an Objektiven? Spiegelreflex
  • Will ich das modernere und zukunftssichere System nutzen? DSLM
  • Fotografiere ich professionell im Wildlife- bzw. Sport-Bereich? (noch) Spiegelreflex
  • Lege ich Wert auf die Video-Funktionen?  eher DSLM
  • Will ich lautlos fotografieren können? DSLM
  • Ist eine möglichst lange Akkulaufzeit für mich wichtig? Spiegelreflex

Unsere Meinung:

Es ist keine einfache Entscheidung, ob eine DSLR oder DSLM im Jahr 2019 die bessere Wahl ist. In den meisten Fällen würden wir uns aber inzwischen für eine DSLM entscheiden. Ein großer Vorteil ist in unseren Augen der elektronische Sucher, gerade für Einsteiger. Auch die kompakte und leichte Bauweise, der immer besser werdende Autofokus, die Möglichkeit des lautlosen Fotografierens und die schnellere Serienbildgeschwindigkeit sind Vorteile, die ganz klar für die Systemkameras sprechen.

Was für uns außerdem eine Rolle spielt ist die Tatsache, dass Systemkameras neuer und vielleicht auch ein bisschen zukunftssicherer sind. Ja, DSLRs wird es auch weiterhin geben, da sind wir uns absolut sicher. Trotzdem setzen Hersteller wie Sony, Fujifilm, Panasonic und Olympus inzwischen ausschließlich auf DSLMs und auch Canon und Nikon konzentrieren sich aktuell viel stärker auf den spiegellosen Bereich als auf den Bereich der Spiegelrelfexkameras. Das bedeutet, dass es hier in den nächsten Jahren mehr Neuheiten und hoffentlich auch aufregende neue Kameras und Objektive geben wird. Den DSLR-Bereich werden Canon und Nikon sicherlich weiterhin pflegen, doch im DSLM-Bereich gibt es einfach mehr Spielraum für Verbesserungen und Neuentwicklungen.

Wenn euch moderne Technik nicht so sehr begeistert wie uns und euch egal ist, ob eure Kamera nun ein bisschen neuer oder älter ist, dann könnt ihr diesen Punkt natürlich getrost ignorieren. Und bei einer DSLR weiß man einfach was man hat, gerade wenn man vielleicht schon seit vielen Jahren oder Jahrzehnten fotografiert.

Die Entscheidung ob Systemkamera oder Spiegelreflex ist auch ein bisschen eine Gefühlssache und nichts, was sich immer komplett rational belegen und begründen lassen muss. Am Ende soll das Fotografieren und das Nutzen der neuen Kamera ja vor allem eines machen – Spaß nämlich! Und Spaß kann man sowohl mit einer DSLR als auch mit einer DSLM haben. Hört einfach auf euer Bauchgefühl, dann werdet ihr euch richtig entscheiden.

Weiterführende Artikel: Kaufberatung für DSLRs & DSLMs

Ihr habt euch entschieden, ob ihr lieber mit Spiegelreflexkamera oder Systemkamera fotografieren möchtet? Super! Dann würden wir euch als nächstes unsere ausführlichen Kaufberatungsartikel ans Herz legen, in denen wir die aktuellen besten Spiegelreflexkameras und Systemkameras für Einsteiger empfehlen:


Was ist eure Meinung? DSLR oder DSLM? Wir freuen uns über viele Meinungen und Anregungen!

Dieser Artikel ist erstmals 2015 erschienen und wurde zuletzt im Januar 2020 komplett überarbeitet und auf den neusten Stand gebracht. Achtet bei den Kommentaren immer auf das Datum, manche sind schon einige Jahre alt und dementsprechend nicht mehr ganz aktuell.

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

27 Kommentare

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  • Hallo Mark,

    ich konnte den Artikel leider nur schnelllesen, zumal ich für mich persönlich mit der Fuji X-T1 bereits eine Entscheidung gegen meine frühere EOS 50D getroffen habe. Daher habe ich jetzt hoffentlich nichts überlesen. 😉

    Jedoch finde ich, dass in einem Punkt ein erhebliches Manko im Artikel ist: die Bildqualität hängt ganz erheblich vom verwendeten Objektiv ab! Selbst der beste 50MP-Sensor kann nichts vernünftig liefern, wenn eine Glasscherbe mit minderer Qualität davorhängt. Das klassischste Beispiel ist hier natürlich LEICA oder Zeiss, deren Objektive weltberühmt sind. Erst dann kann ich den Schatz der 50MP überhaupt richtig ausnutzen.

    Womit sich ein weiteres Thema schließt: nicht die Menge an verfügbaren Objektiven ist absolut gesehen relevant, sondern deren Abbildungsleistung. Das ist z.B. ein Haupterfolg bei Fuji, da die X-Series-Objektive nicht billig, aber sehr gut in der Leistung sind.

    Nein, ich arbeit nicht für Fuji (siehe Social Media Profile), aber meine Begeisterung für ein kundenorientieres Unternehmen wie Fuji (oder in Grenzen auch Apple oder Lexus, etc.) ist weiterhin sehr hoch. Und die Anpassung der Firmwares ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

    Vermutlich verlieren die großen Platzhirsche der Fotoindustrie genau aus den oben und in deinem Artikel genannten Gründen vermehrt ihre früheren Kunden.

    Aber letztlich liegt es immer im Auge des Betrachters und des Fotografens, wie und welche Fotos entstehen oder zu Ikonen werden. Ob mit 6.000-EUR-Digitalfotoboliden oder einer analogen Wegwerfkamera. ;-))

    Herzlichen Dank für den Artikel, Photografix gefällt mir immer noch sehr gut,
    Marc Mertens

    • Hallo Marc! Danke für deine Anmerkungen und das Kompliment 🙂 Du hast absolut Recht – die Bildqualität hängt zu großen Teilen auch vom verwendeten Objektiv ab. Aber das ist doch grundsätzlich weder für DSLRs noch für DSLMs ein Vorteil, oder? 😉 Schließlich gibt es in beiden Lagern erstklassige Objektive. Deshalb bin ich darauf nicht explizit eingegangen, da es in diesem Artikel ja vor allem um die Unterschiede zwischen beiden Systemen gehen sollte.

  • Der Hauptvorteil der spiegellosen Kameras liegt m.E. in der Bildkontrolle nach der Aufnahme, die nicht auf dem Display, sondern im EVF erfolgen kann. Dadurch erübrigt sich die Lesebrille, die beim Betrachten eines Displays womöglich erforderlich wird. Außerdem ist die Auflösung des EVF erheblich höher als jedes Display, so dass eine bessere und zudem von Fremdlicht unbeeinträchtigte Sicht auf das Bildergebnis möglich ist.

  • Hallo Mark

    Ich tendiere ganz klar zur DSLR weil ich Natur und Tierfotograf bin (ambitionierter Hobbyfotograf).
    Mein nächstes Objektiv wird das 150-600mm f5-6,3 Sports von Sigma sein, zeige mir das mal an einer DSLM.
    Zudem ist der Sucher heller und klarer.
    Zudem fotografiere ich mit dem Nikonsystem und da gibt es zur Zeit auch keine DSLM die für mich in Frage käme weil die Sensoren zu klein sind.

    • Gerade bei Tierfotografie finde ich das laute Umklappen des Spiegels bei DSLRs fürchterlich.
      Man hat ein Tier 60cm vor sich, drückt den Auslöser, es kommt ein lautes *KLACK* von der Kamera und ehe man sich versieht ist das Tier über alle Berge. Glückwunsch.

      Wobei ich keine Erfahrung mit neueren Kameramodellen habe, die sollen angeblich eine „silent“ Option haben, wo der Spiegel langsamer umgeklappt wird und es dadurch etwas leiser wird.

    • „zur Zeit auch keine DSLM die für mich in Frage käme weil die Sensoren zu klein sind“
      Häää? Das wäre mir neu, dass die Sensoren in den dslm’s von Nikon kleiner sind als die von dslr.

  • Hallo Wolfgang,

    da ist sicher etwas dran, was die Verwendung von schwergewichtigen Objektiven angeht; da fehlt bei den Spiegellosen auch oft die Gewichtsbalance zwischen Gehäuse und Optik. Ebenso scheint die Klarheit eines guten DSLR Suchers bei hellen Motiven und lichtstarker Optik nach wie vor besser als der EVF. Der größte Vorteil der DSLR dürfte jedoch der Autofokus sein (sofern man einen schnellen Autofokus braucht). Doch auch hier scheinen die Spiegellosen aufzuholen.

    Die Sucherhelligkeit müsste in der Praxis einmal verglichen werden. Der EVF wird bei wenig Motivlicht jedoch heller abbilden. Und wenn das Objektiv zur Ermittlung der Schärfentiefe auf Arbeitsblende abgeblendet wird, steuert die Elektronik die Sucherhelligkeit hoch, was auch für relativ lichtschwache Objektive gilt. Da hat der EVF schon jetzt erhebliche Vorteile.

    Ramon

  • Schöner Artikel, der sehr ausführlich die Vor- und Nachteile von DSLR und DSLM-Kameras aufzählt.
    Was mir persönlich bei Kamerakauf immer sehr wichtig ist, ist die Haptik und Bedienungsfreundlichkeit.
    Deswegen bin ich nach wie vor Fan der DSLR-Kameras.
    Die liegen meistens besser in der Hand, der Optische-Sucher ist mir angenehmer und ich fotografiere lieber mit dem was ich gewohnt bin.

    Vermutlich stehe ich mit der Einstellung etwas alleine das, da der Trend stark in Richtung DSLM geht.
    Den einzigen wirklichen Vorteil den eine Spiegellose für mich hat ist, das sie kleiner und leichter ist.

    Ich bin mal gespannt was die nächste Photokina in der Hinsicht an „Neuheiten“ liefert.

    Beste Grüße
    Stephan

  • Hey,

    ich bin relativ neu in der Welt der Fotografie und deswegen ein großes Lob an den ausführlich ausgearbeiteten und mit sehr guten Erklärungen ausgestatteten Artikel.
    Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass du die Leser mehr für die DSLM begeistern möchtest, aber trotz alle dem hast du alle Vor- und Nachteile beider Systeme mehr oder weniger unparteiisch rüber gebracht.

    Danke für deine Mühen!

    Mit freundlichen Grüßen
    Julian

  • Ich stand letztes Jahr vor der Entscheidung: DSLR oder Systemkamera. Meine bis dato benutzte D200 hatte einen Bildfehler und so musste eine neue Kamera her. Die Wahl fiel auf die OMD-EM5. Eine kleine und kompakte Kamera, die jedoch schnell groß wird wenn man entsprechendes Zubehör dranschraubt. (Blitz, Objektiv, usw.)
    Anfangs war ich begeistert von der Kamera, doch schnell kam die Ernüchterung. Ich war auf der IAA und habe mit dem mitgelieferten Blitz Fotografiert. Soviel Ausschuss hatte ich noch nie: Die Kamera hatte Probleme mit dem Autofokus, die Bilder wurden einfach nicht scharf – was auf einer gutbesuchten Automesse eher kontraproduktiv ist, denn ständig springt dir einer ins Bild usw. Wenn ich auf irgendetwas gleichmäßiges Fokusieren wollte klappte das nicht, musste den AF-Punkt ständig verschieben. Hatte 30% Ausschuss,
    Auch zuhause unter Lightroom stellte sich schnell Ernüchterung ein: Beim vergrößern wurde es schnell Pixelig, der kleine Sensor schafft einfach nicht mehr.
    So stand ich dann vor der Wahl: Neues Zubehör kaufen (Blitz, Weitwinkelobejktiv) oder Systemwechsel. Habe mich dann für letzteres entschieden. Bin wieder zurück zu Nikon gewechselt (hatte das System ja nicht verkauft) und günstig eine D7100 ersteigert. Dazu noch ein 10-20mm von Sigma und ein 16-85 von Nikon und ich kann einfach wieder sagen: Ich bin wieder zuhause angekommen!
    Meiner Meinung nach ist die Sache mit den Spiegellosen Systemkameras ein großer Hype. Nicht wirklich Handlich, alles musst du neu kaufen, und wenn richtiges Zubehör drankommt wird die Kamera auch schwer.
    Ich bleibe bei meiner DSLR!

    • Hallo Heiko! Danke dir für deine Meinung und deine Erfahrungen, die du hier mit uns teilst. Ich freue mich, dass du nach einem kleinen Ausflug wieder „zuhause“ angekommen bist und dich mit der neuen DSLR wohl fühlst! Lass mich trotzdem eine Sachen ergänzen – auch und vor allem für andere noch unentschlossene Nutzer, die hier mitlesen: Der Autofokus ist vermutlich die größte Schwäche von DSLMs [Edit: Diese Aussage stammt von 2016 und ist heute nicht mehr gültig, da sich der Autofokus bei DSLMs in den letzten vier Jahren stark verbessert hat].

      Aber: Die Olympus E-M5 ist 4 1/2 Jahre alt! Die Hersteller haben inzwischen deutlich nachgebessert und du kannst den Autofokus einer E-M5 beispielsweise nicht mehr mit dem einer neuen Fuji X-T2 vergleichen. Neuere DSLMs sind in Sachen Autofokus also viel näher an einer DSLR dran als die E-M5 es war bzw. ist. Trotzdem sollten DSLRs nach wie vor leicht die Nase vorne haben. Auch wenn die DSLMs deutlich aufgeholt haben.

      Liebe Grüße
      Mark

      • Vielen Dank für die ausführliche Erklärung, endlich ein verständlicher Artikel, der auch Nichtprofis wertvolle Beurteilungen gibt.

  • Ja, ich finde den Beitrag auch gut. Allerdings muss ich sagen, dass bei Vollformat-DSLM die Objektive so groß und schwer sind, dass sich die Gewichtsersparnis des Systembodys fast nicht bemerkbar macht.

  • Habe gerade diesen Beitrag gelesen und auch wenn er schon etwas älter ist, so würde ich gern auch noch meine Meinung dazu schreiben.

    Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit digitaler Fotografie und habe in dieser Zeit einige DSLRs (Nikon APS-C und Vollformat) und in den letzten drei Jahren auch DSLMs (Olympus MFT und Fuji APS-C) besessen und ausprobiert. Hieraus habe ich für mich folgende Erkenntnis abgeleitet:

    1.) Meine schönsten Fotos sind nicht mit den teuersten Kameras/Objektiven entstanden. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass man mit neuer Hardware automatisch bessere Bilder macht.

    2.) Die meisten DSLR und DSLM Kameras der grossen Marken (Nikon, Canon, Olympus, Fuji, Sony, Leica, Panasonic) kann man bedenkenlos kaufen. Es gibt keine wirklich schlechten Kameras. Fast alle Kameras decken 90% der privaten Belange ab.

    3.) Vollformat wird überwertet. Die Kosten für Kameras und Objektive steigen und die Grösse der Objektive auch. Die wenigsten Privatanwender brauchen aber Auflösungen von 36 Megapixeln und mehr. Das ist weder am Monitor oder Tablet darstellbar, noch auf dem 10×15 Foto zu sehen. Daher ist das Preis-Leistungsverhältnis bei Vollformat grundsätzlich schlechter und man sollte sich gut überlegen, ob und wofür man es braucht.

    4.) Die neuen Modelle der meisten Hersteller bringen oft nur Updates. Meist lohnt sich der Umstieg auf ein Folgemodell nicht. Das gilt sowohl für Nikon, als auch für Olympus, Fuji, Sony etc. Man sollte sich auch hier immer fragen, was man von einem Umstieg erwartet und was es bringt. Meistens ist es besser das Geld für den neuen Body zu sparen oder vielleicht die Vorgängerversion zu kaufen und in gute Objektive zu investieren.

    5.) DSLMs sind DSLRs in vielen Belangen ebenbürtig, aber die Fokusgeschwindigkeit der DSLRs erreichen sie immer noch nicht ganz. Wer Sportfotografie betreibt, sollte sich eher im DSLR Lager umschauen, falls ihm die Kamera nicht zu schwer ist.

    Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Jeder hat andere Ansprüche. Man sollte verschiedene Kameras testen und dann entscheiden. Vor allem sollte man Kaufempfehlungen im Internet immer kritisch lesen. Oft werden neue Modelle hochgejubelt, aber die Vorteile für den Kunden sind gering.
    Jeder muss individuell für sich entscheiden, was wichtig ist: Grösse, Gewicht, Objektivsortiment, Bedienkonzept, Akkulaufzeit oder Fokusgeschwindigkeit und natürlich auch welches Budget er zur Verfügung hat.

    Ich bin inzwischen auf eine DSLM umgestiegen, weil ich meine Kamera immer dabei haben wollte. Grösse und Gewicht haben mich überzeugt. Dafür nehme ich eine kürzere Akkulaufzeit und einen langsameren, aber ausreichenden Autofokus in Kauf. Dennoch mache ich keine besseren Bilder als früher;)

  • Danke für den aufschlussreichen Artikel. Ich habe mittlerweile Tage mit der Frage verbracht und war in verschiedenen Geschäften. Aber einen gemeinsamen Nenner habe ich nicht finden können. Vielmehr tendieren die traditionellen Fotofachgeschäfte noch immer sehr einseitig zur DSLR – m.E. oft, um sich mit dem Neuen nicht auseinander setzen zu müssen und aus Gewohnheit. Mich interessiert jedoch die neue Technik, nicht zuletzt auch wegen der viel besseren Videofunktionen, die bei den DSLR doch eher rudimentär ausfallen – zumindest im Amateurbereich in der Klasse bis 1.000 Euro. Auch habe ich das Gefühl, dass die Modellpflege bei den DSLR eher einer Preispflege gleichkommt. Weiterentwicklungen stagnieren eher. Bei den DSLM kann man von Modell zu Modell erkennen, dass hier Potential für Innovationen vorhanden ist. Seit dem Erscheinen des Artikels sind nun auch schon wieder 2 Jahre vergangen, was ja im Bereich Elektronik eine Ewigkeit bedeutet. Ich tendiere aus o.g. Gründen nun also doch zu einer DSLM. Zudem sind die Objektive handlicher und preiswerter. Allerdings schwanke ich zwischen den Modellen G70/G81 von Panasonic und X-T20 von Fujifilm. Vielleicht erhalte ich hier ein Feedback oder ein entscheidendes Kaufargument. Vielen Dank nochmal!

    • Rico,
      mein Tip (falls noch nicht geschehen) besuche ein Fotogeschäft und nehme beide Kameras in die Hand (ist wichtiger als nur Datenblätter zu vergleichen) Du musst sie gerne in die Hand nehmen und sie muß für DICH verständlich sein. Findest Du im System die Objektive die Du vielleicht schon im Kopf hast, gute oder schlechte Bilder kannst Du letztendlich mit beiden Kameras machen 😉

  • Danke für den Artikel. Ich habe das Problem, dass ich mittlerweile viel ’nebenbei‘ fotografiere: da stört mich das Mitnehmen und tragen meiner D90 schon so, dass ich oft drauf verzichte sie mitzunehmen.
    Auf der anderen Hand ist meine Kompaktcoolpix, die ich wegen der Grösse öfters einfach mal dabei habe, oft limitiert. DSLM scheint mir eine Art ‚best of both worlds‘ zu sein.

  • Auch hier nochmal kurz der Hinweis: Dieser Artikel ist erstmals 2015 erschienen, einige Kommentare hier sind dementsprechend schon etwas älter und nicht mehr ganz aktuell.

  • In dem Artikel wird immer wieder darauf hingewiesen: „gerade für Anfänger…“
    Diese Aussage spricht für sich. Scheinbar fallen die „Vorteile“ der DSLM für alte Hasen nicht so sehr ins Gewicht. Dies erklärt auch meine Beobachtung, dass im professionellen Bereicht die DSLR deutlich überwiegt um es vorsichtig auszudrücken.

    • Auch ältere Kommentare können noch hilfreiche Hinweise enthalten. Habe gestern da schon einiges aussortiert, was heute überhaupt nicht mehr aktuell ist. Im Laufe der Zeit werde ich immer mal wieder ausmisten.

      • Okay, einverstanden. Ist einfach etwas komisch, wenn man dann auf solche Kommentare antwortet, wie das Mirko gemacht hat, und dann feststellen muss, dass der total veraltet ist.

        Aber gut, hat sich ja jetzt herumgesprochen und es rasselt vermutlich keiner mehr rein.