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Panne bei DxO: Testergebnisse der Canon EOS-1D X Mark III waren fehlerhaft

Peinliche Panne bei DxOMark: Die Testergebnisse der Canon EOS-1D X Mark III waren falsch, der Sensor wurde deutlich zu schlecht bewertet.

DxOMark Test zur Canon EOS-1D X Mark III

In letzter Zeit wurde an verschiedensten Stellen im Netz über die DxOMark Testergebnisse zur Canon EOS-1D X Mark III diskutiert. Die brachte es im ursprünglichen Test nämlich gerade mal auf 83 Punkte, womit der Sensor nicht nur weit hinter der Konkurrenz, sondern auch hinter dem eigenen Vorgängermodell zurückblieb. Die im Jahr 2016 vorgestellte Canon EOS-1D X Mark II erreichte bei DxOMark nämlich 88 Punkte als Gesamtwertung.

Ursprünglicher Test enthielt „fehlerhafte Daten“

Doch nun hat DxOMark ein Statement veröffentlicht und eingestanden, dass die Testergebnisse der Canon EOS-1D X Mark III falsch waren. Damit sind auch die nachträglichen Erklärungsversuche von DxOMark zu dem schlechten Ergebnis hinfällig.

Der ursprüngliche Test hätte „fehlerhafte Daten“ enthalten, die zu dem schlechten Ergebnis geführt haben. Die Tests am Sensor der 1D X Mark III wurden inzwischen neu durchgeführt und siehe da, der Sensor erreicht gar nicht 83, sondern starke 91 Punkte.

Damit ordnet sich die Canon EOS-1D X Mark III nun knapp hinter der Sony A9 II im Gesamtranking ein, diese erreichte im Test 93 Punkte:

Der Sensor der Flaggschiff-DSLR ist also besser, als es die ursprünglichen Testergebnisse von DxOMark hatten vermuten lassen – und das ist im Übrigen auch eine gute Nachricht für Interessenten der Canon EOS R6. Canons neue DSLM arbeitet nämlich mit dem gleichen 20-Megapixel-Sensor, der auch in der 1D X Mark III zu finden ist.

Insgesamt natürlich eine peinliche Panne für DxOMark, die den Ruf des Unternehmens und der Testergebnisse sicherlich nachhaltig schädigen wird. Immerhin sollte Canon keinen allzu großen Schaden aus dem ursprünglichen Ergebnis gezogen haben, denn ein Fotograf, der sich für die EOS-1D X Mark III interessiert, dürfte sich wohl kaum wegen schlechter DxOMark Testergebnisse für eine andere Kamera entschieden haben.

Quelle: DxOMark

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Carsten Klatt

Mein Gott, ob 83 oder 91 Punkte. Signifikante Qualitätsunterschiede sind bei den Sensoren sowieso kaum mehr sichtbar. Das sind inzwischen technische Spiegelfechtereien, die in der Praxis nur selten Relevanz haben. Wer ein aktuelles Kameramodell erwirbt kann sicher sein, das er damit hervorragende Bilder macht. Und darum geht es schließlich und nicht um irgendwelche Tests.

Friedrich Kelm

Ein Produkt „schlecht zu testen“ ist keine Bagatelle. Zumal aller Augen auf das Sensoren-Duell zwischen Sony und Canon gerichtet sind.

Jürgen Saibic

Sage ich ja immer, wer diese Kamera nutzt, interessiert sich nicht für DxO!

Herrbert

Fehler eingestehen ist cool. Da muss man wohl am QM arbeiten ;-). „…denn ein Fotograf, der sich für die EOS-1D X Mark III interessiert, dürfte sich wohl kaum wegen schlechter DxOMark Testergebnisse für eine andere Kamera entschieden haben.“ Wenn dem so ist, muss man diese Tests ja hier auch nicht thematisieren. Wenn ich mir die Testergebnisse in den Kategorien Porträt, Landschaft und Sport ansehe kann ich nur den Kopf schütteln. Da stellt sich doch die Frage wie sich DxO finanziert.

Ingo

Na, schön, daß DXO ihre Testergebnisse nochmal überprüft hat.
Klar, bei so einer Kamera geht es nicht um DXO Testergebnisse, sondern um die anderen Werte wie Geschwindigkeit.
Die Bezeichnung der Testkategorien ärgert mich allerdings immer noch. Ich finde es Anmaßend, einen ISO Test als Sport zu bezeichnen, da spielen viel zu viele andere Faktoren eine Rolle, als die Wertung wirklich auf eine Kamera beziehen zu können.
Sagen wir es mal so. Eine realistische Wertung wäre in der Kategorie Sport:
Panasonic S1R 45 Punkte.
Nikon D850 89 Punkte.
Sony A7R IV 82 Punkte
Sony A9 100 Punkte,
Nikon D5 98 Punkte,
Canon EOS 1DX Mark II 95 Punkte,
Canon EOS 1DX Mark III 100 Punkte
Von der Sportseite her gesehen würde mich so ein Ergebnis eher überzeugen können, wobei ein Test natürlich immer auch subjektiv.

Klaus

Genau genommen testet DXO keine Kameras sondern nur die Sensoren. Dinge wie Autofokus, Geschwindigkeit usw. spielen da keine Rolle.
Die Kategorien sind in der Tat etwas merkwürdig gewählt. Eigentlich sind nur Rauschen und Dynamik relevant.

Ingo

Das meine ich. Schreibt einfach eine vernünftige Kategorie und die Leser können das Ergebnis besser einschätzen.

Rolf Carl

Hey, Ingo,
 
die Leistung des AF und insbesondere des AF-C ist in den Tests kaum je berücksichtigt. Aber das ist es ja gerade, worauf es ankommt. Deshalb lege ich in diesem Bereich den Fokus lieber auf Praxistests von ausgewiesenen Sport- und Wildlifefotografen.

Ingo

Hi Rolf Carl,
und das zu recht.
Ohne Praxiserfahrung läuft so etwas nicht, am besten noch eigene Erfahrung.
AF-C dürfte wohl überhaupt kein Problem bei der Kamera sein. Die EOS 1D Mark III dürfte Canon gelehrt haben, nie wieder eine Kamera mit einem fehlerhaften Autofokus auf den Markt zu bringen und dann den Fotografen ein halbes Jahr lang vorzuwerfen, sie könnten nicht mit der Kamera umgehen.

Robert

Offenbar hat Canon am Ende doch die geforderte Summe bezahlt

lichtbetrieb

Nach der Logik könnte man den anderen Herstellern unterstellen, immer brav ihr Sümmchen zu überweisen.

Tom

Ok, das ist schon etwas peinlich, v.a. dann auch noch der Erklärungsversuch danach.

Aber immerhin haben sie es zugegeben.

Klaus

Sieht so aus, als wäre ein Praktikant beim Kopieren der Messwerte in die Datenbank um eine Zeile verrutscht. Spätestens beim Erklärungsversuch hätten sie es aber merken müssen.

Archie

Wer weiß, bei welchen anderen Tests denen auch Messfehler unterlaufen sind…

Subcom

Das ist die richtige Frage.?

Joschuar

Damit wird die R6 Ähnlich GUT abschneiden, YYYEEEESSSS!!!

Alfred Proksch

Noch besser weil sie einen neuen Tiefpassfilter mit feinerer Struktur davor gesetzt haben. Das bedeutet feinere Detailwiedergabe! Für mich ist die R6 als etwas Besonderes zu betrachten. Wenn die ersten selbst gemachten RAW Dateien auf dem Rechner sind wird der Profi anerkennend nicken und die Pixelzähler blass werden!

Ingo

Hi Alfred Proksch,
ich würde wenn dann eher eine Kamera ohne Tiefpassfilter nehmen. Und dann eine höhere Auflösung um Moiré zu vermeiden.
Klar, eine Kamera mit 20 Megapixeln braucht einen Filter.

Tom

Hast du nicht die GFX 100?

Alfred Proksch

GFX100 und X-T3 um genau zu sein. Davor habe ich beruflich Jahrzehnte mit diversen Canon Boliden und digitalen Rückteilen an der Fachkamera mein Geld verdient. Die Fujis sind meine „Rentner“ Kameras. Als Canon einen Systemwechsel durch die Hintertüre gemacht hat habe ich mich für den Schritt ins Mittelformat und kleines leichtes APS-C entschieden. Wenn schon, denn schon! Deswegen mein Interesse an Canon Produkten.
 

Tom

Weil du in deinem Kommentar etwas von Pixelzählern schreibst 😀
 

Rolf Carl

Der Alfred Proksch ist eben der klassische Pixelzähler. Als die GFX 100 auf den Markt kam, hat er sogleich seine GFX 50 verscherbelt und den Nachfolger besorgt. Selber sagt er es ja nicht so gerne, aber hinter seinem Vorhang im Studio hat er eine ganze Sammlung von ausrangierten Kameras am Verstauben, insbesondere von Canon. Seit er pensioniert ist, fotografiert er kaum noch, sondern sammelt Kameras und schreibt hier Kommentare.
 
Meiner Einschätzung nach predigt er Wasser und trinkt Wein.

Thomas Müller

…….. sagt ein blass gewordener Profi, der selbst mit 102MP fotografiert. Sorry, Alfred, Dein Steilpass für diese Anmerkung war einfach zu steil 😉
 

Alfred Proksch

Hallo ihr Lieben,
 
das wirklich schöne am Rentnerdasein ist die freie Zeiteinteilung! Es stimmt das ich von der Stückzahl meiner Bilder stark „abgebaut“ habe. Es sind in meinem „Zukünftigen Aufnahme Datei Ordner“ Themen hinterlegt die ich mir vornehme. Ohne Termin Stress überlege ich wie ich an das jeweilige Thema heran gehe und taste mich an die besten Bilder heran.
 
Dazu verleitet mich der Spieltrieb des öfteren dazu mit dem verstaubten Altglas hinter dem Vorhang zu experimentieren. Weil ich durch und durch Bildermacher bin interessiert mich die Foto/Video Technik immer, Gerüchte um dieses Thema sowieso. Deswegen verbrauche ich so viel Zeit mit euch.
 
Effizient, dynamisch, schnell und belastbar muss ich nicht mehr, kreativ hingegen ist immer noch angesagt, Nachdenken braucht Zeit die ich mir nehme.
 
Pixel sind immer eine wichtige Sache. Ihr wisst doch alle das Sensoren für unterschiedliche Zecke konfiguriert werden. Deswegen benutze ich 26 und 100 Megapixel. Das Motiv und der Verwendungszweck sind entscheidend welches von beiden Systemen zum Einsatz kommt.
 
 

Ingo

Hallo Alfred Proksch,
komisch, bei mir ist es genau anders herum. Je länger ich mir Zeit zum Nachdenken vor der Aufnahme nehme, desto nervöser werde ich. Und meistens ist es der erste Gedanke, der dann auch zielführend ist.
Beim Fotografieren ist es dann bei mir so, daß ich spontan auf neue Gedanken komme.
So ist jeder anders gestrickt.

joe

Das macht es auch nicht besser. Die Panasonic ist die beste im Sport!!! Hat irgendjemand auf diesem Planeten einen Fotografen gesehen der für Sport eine Panasonic verwendet? Gott, Schuster bleib bei deinen Leisten! Rat an DXO schreibt einfach hin „Rauschen“ X und „Dynamik“ Y, das sagt der Test aus, alles andere ist vollkommener Blödsinn.

Rolf Carl

Na, mach mal halblang, joe,
 
DxO sagt eigentlich nur, dass der Sensor der beste für Sport ist. Wie es mit dem AF im Allgemeinen und dem AF-C im Besonderen steht, geht aus der Punktzahl nicht hervor. Die Nikon D500, anerkannterweise einer der besten Kameras für Sport und Wildlife, kommt bei DxO ebenso schlecht weg, aber engagierte Amateure und Profis mögen sie gleichermassen.
 
Was aber DxO sehr gut macht im RAW-Konverter DxO PL, sind die Objektivkorrekturen, die sind einfach perfekt. Da leisten sie ganze Arbeit!

joe

@Rolf
Rolf, das sagst ausgerechnet Du? Mit der Panasonic wirst du keine 10% scharfe Bilder bei schnellen Bewegungen bekommen. Die Aussage von DXO impliziert aber, dass diese Kamera am besten für Sport geeignet ist. Und genau deswegen sollten sie die Eigenschaften des Sensors – und das sind nun mal vor allem Rauschen und Dynamik – beurteilen und nicht die Eignung für irgendeine spezifische Tätigkeit! Du weisst doch als Wildlife Fotograf genau, dass diese Aussage vollkommener Blödsinn ist! Oder wechselst du jetzt nach diesem Ergebnis von deiner D5 auf die Pana?

Rolf Carl

Du hast recht, ich gebe nicht viel auf solche Tests, sie sind nur ein Anhaltspunkt. Bei der Pana müsste ich schon mal einen Praxisbericht eines Top-Fotografen lesen, um sie überhaupt in Erwägung zu ziehen. Bei der G9 passt der AF-C nämlich überhaupt nicht, der ist zu wenig schnell. Da sind gewisse Zweifel auch bei der VF angebracht.
 
Aber wie gesagt, die Objektivkorrekturen des DxO PL sind genial, das haben sie total im Griff, besser als Nikon selber.

Ingo

Hi Rolf Carl,
genau deshalb sind solche Tests ja so lächerlich.
Das ist ja so, als ob ich Formel-1-Reifen an eine Ente montiere und sie aufgrund der Straßenlage dann als besten Wagen in der Kategorie Sport küre.
Eine Kamera ist immer und grundsätzlich ein Paket, solange der Sensor nicht wechselbar ist. Das regt mich ja so auf bei DXO, daß sie so tun, als ob es Sinn macht, einen Sensor einzeln in den unterschiedlichen Kategorien zu testen.
Selbst die Objektivpalette inclusive Spezialisten wie das 17mm TS von Canon oder dedizierte und schnelle Tele-Objektive sind maßgeblich für eine Sport- oder auch Architekturkamera.
Demnächst bestelle ich einen Sensor von Panasonic, einen Body von Canon, ein Objektiv von Nikon und die Bedienlogik einer Fuji. Dann kann ich die einzelnen Komponenten auch guten Gewissens testen.

Rolf Carl

Hi Ingo,
 
aufregen tue ich mich nicht deswegen. Es ist wie beim Wein: Jeder Tester hat seine eigenen Präferenzen, Parker mag pfeffrige, dichte Weine, Wine Spectator elegante, ausgewogene, Decanter ist eine Mischung aus beiden, und Luca Marroni mag pomadige, fruchtige Weine. Wenn man nun die verschiedenen Testberichte über einen bestimmten Wein liest, kann man sich ein sehr gutes Bild davon machen.
 
Genau so ist es bei den Kamera-Testern.

Ingo

@ Rolf Carl
Da bin ich ganz bei Luca.
Aber wenn wir schon bei Weinen sind, würde ich DXO folgendermassen einschätzen.
Da gibt es einen Weintester, der Barit-Weine, Tokajer, Eiswein und Grauburgunder über seine Testergebnisse schreibt.Dann nimmt er eine Weintraube, testet sie und schreibt z.B. 10 Punkte als Barit-Wein, 45 Punkte als Tokajer, 90 Punkte als Eiswein und 85 Punkte als Grauburgunder.Er testet also nur die Traube, ignoriert aber vollständig die Verarbeitung.
Das ist so ungefähr das, was DXO mit den Sensoren einer Fotokamera macht.

Ingo

@ joe
Exakt das ist, was DXO tun sollte. Ganz genau formuliert.

canik

wer einmal mit der 1D X Mark III gearbeitet hat, weiß das es im Moment keine andere Kamera gibt, die ihr das Wasser reichen kann
obwohl sie nur 20 Mio Pix, sind selbst in den JPGs sehr viele Details zu sehen
wahrscheinlich liegt das an dem „alten“ Sensor
 
ob nun bei DxOMark fehlerhafte Daten verwendet worden sind oder vielleicht ein anderer Kamera-Hersteller einen Briefumschlag dort verloren hat, die 1D X Mark III ist in der Praxis absolute Spitze

Ingo

@ canik
Die ist sicher eine Spitzen-Kamera. Aber wenn ich DPReview glauben schenken kann, ist sie weder beim Rauschverhalten noch beim Autofokus Best-in-Class.
Was die Kamera so besonders macht, ist, daß sie als Hybride ist zwischen DSLR und DSLM konzipiert ist.
 

Rabe

Jetzt stellt sich für mich aber die Frage, ob DxO so einen Fehler bei anderen Tests schon mal vertuscht hat ?