Inspiration & Praxis

GDT kürt Naturfotografen des Jahres 2024

Die Gesellschaft der Naturfotografie zeichnet jedes Jahr beeindruckende Natur- und Tieraufnahmen aus. Hier sind die Gewinner der verschiedenen Kategorien.

Siegerfoto zeigt winterlichen Hartholzauwald

Die Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) hat die Sieger ihres jährlichen Mitgliederwettbewerbs „GDT Naturfotograf des Jahres 2024“ bekanntgegeben. Gesamtsieger wurde Dieter Damschen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg mit seiner Aufnahme „Winterhochwasser im Auwald“.

Bild: Dieter Damschen

Das Siegerbild zeigt einen Hartholzauwald im Deichvorland der Elbe, den Damschen häufig zum Fotografieren aufsucht. Obwohl er die Location sehr gut zu kennen glaubt, überrascht es ihn immer wieder, wie unterschiedlich sich der Ort präsentieren kann. Im Januar 2024 bot sich ihm ein besonderer Anblick: Nach starkem Schneefall und Wind waren die Stämme und Äste der Bäume einseitig mit Schnee überzogen, was eine einzigartige graphische Wirkung erzeugte.

Der Winter ist meine Lieblingsjahreszeit und eines meiner Lieblingsmotive ist die Landschaft des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe. Diesen Hartholzauwald im Deichvorland suche ich recht häufig zum Fotografieren auf und habe bereits feste Punkte und Sichtachsen, die eine Bildkomposition meiner Wahl bieten. Obwohl ich behaupte, diese Location sehr gut zu kennen und sich auch schon mal das Gefühl einstellt, hier alles x-mal gesehen und fotografiert zu haben, überrascht es mich immer wieder, wie unterschiedlich sich der vermeintlich bekannte Ort zeigen kann.

Nach vielen Jahren mit teilweise extrem niedrigen Wasserständen war es im Januar 2024 endlich wieder so weit, dass das Winterhochwasser höher ausfiel und die alten Eichen umspülte. An diesem Morgen hatte der Schneefall der vorangegangenen Nacht in Verbindung mit kräftigem Wind die Stämme und Äste der Bäume einseitig mit Schnee überzogen. Die dadurch entstandenen kontrastierenden Linien betonen noch einmal die charaktervollen Strukturen der mächtigen Bäume und erschaffen so eine besondere graphische Wirkung dieses flüchtigen Moments.
Dieter Damschen

Geschossen wurde das Foto übrigens mit der Mittelformatkamera Fujifilm GFX100S von 2021 und dem schon etwas betagten GF 100-200mm f/5.6 von 2019 bei 150 mm, f/16, ISO 100 und einer Belichtungszeit von 6,5 Sekunden.

Damschen, geboren 1970 in Moers, interessierte sich schon früh für die Natur und fasste 1988 den Entschluss, Naturfotograf zu werden. Nach Jahren in einer Druckerei zog er schließlich an die Elbe, um sich ganz der Naturfotografie zu widmen.

481 Teilnehmer reichten fast 8.000 Fotos ein

Am diesjährigen GDT-Wettbewerb nahmen 481 Mitglieder aus 13 Ländern teil, die insgesamt knapp 8.000 Bilder einreichten. Das sind etwas mehr als im letzten Jahr. In sieben Kategorien standen je zehn Bilder zur Wahl, darunter Vögel, Säugetiere, Landschaften und die Sonderkategorie „Alles im Fluss – Deutschlands Flusslandschaften“, die Damschen gewann.

Zu den weiteren Siegern zählen Levi Fitze (Kategorie Vögel) mit einem surfenden Eselspinguin auf den Falkland-Inseln, Scott Portelli (Kategorie Säugetiere) mit Krill fressenden Buckelwalen in der Antarktis und Dr. Gerald Haas (Kategorie Andere Tiere) mit der Nachtaufnahme eines Fadenhafts in Namibia.

In der Kategorie Pflanzen und Pilze gewann Heike Odermatt mit einem Gewöhnlichen Pfeilkraut, während Felix Wesch die Kategorie Landschaften mit Birken im Herbst für sich entschied. Marte Engelbrecht siegte in der Kategorie Atelier Natur mit einem windgeprägten Baum auf Baltrum. In der Vögel-Kategorie „nur“ auf den neunten Platz schaffte es die Einreichung von Jan Sohler, konnte aber die besondere Auszeichnung der Jury einsammeln.

Die GDT zeichnet mit diesem Wettbewerb jedes Jahr herausragende Naturfotografien ihrer Mitglieder aus. Die Erst- und Zweitplatzierten sowie der Gesamtsieger erhalten Preise von AC-Foto, dem langjährigen Partner der GDT.

Vögel

Bild: Levi Fitze

Säugetiere

Bild: Scott Portelli

Andere Tiere

Bild: Gerald Haas

Pflanzen und Pilze

Bild: Heike Odermatt

Landschaften

Bild: Felix Wesch

Atelier Natur

Bild: Marte Engelbrecht

Preis der Jury

Bild: Jan Sohler

Noch mehr Fotos der verschiedenen Kategorien findet ihr auf der Webseite der GDT.

Beitragsbild: Scott Portelli/Heike Odermatt/Gerald Haas

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Viva

Sehr schöne Fotos, jedes auf seine Art speziell oder auch originell. Werde mir morgen die Seite genauer ansehen.

Viva

…also müsste ich wählen, würde ich den Kategorien 4 wie der Sonderkategorie“Alles im Fluss“ den meisten Zuspruch geben. Dort verschwimmen Grenzen zwischen gewöhnlicher „nur“ Abbildung und Kunst am schönsten, wobei die Unterschiede aber gering bleiben.

100carat

Vergleiche ich die Fotoauswahl auf der GDT-Seite mit der einiger anderer wichtiger Tier- und Naturfotografie-Wettbewerbe muss ich konstatieren: qualitativ liegen viele Finalisten der einzelnen Kategorien bestenfalls im Mittelfeld, wenn überhaupt. Allerdings habe ich den Verdacht, dass die diesjährigen Juroren nicht unbedingt ein glückliches Händchen hatten. Warum? Bei über 8.000 eingereichten Motiven würde ich doch ein paar Highlights mehr erwarten.

Dennoch, es gibt auch unter den gezeigten Motiven einige wunderbare Perlen, allen voran „Windflüchter“, „Bubblenet“, „Frozen Bell(e)“ und „Gewöhnliche Pfeilkraut“. Allesamt erstklassig umgesetzt und als Motiv herausragend. Als Juror wäre meine Wahl für den Gesamtsieger auf „Windflüchter“ gefolgt von „Bubblenet“ gefallen.

Joschuar

Da möchte ich Dir leider rechtgeben oder offensichtlich mache ich ALLES FALSCH oder habe kein fotografisches Auge.
Gerade das Siegerfoto und Landschaft sind so typische Bilder die ich am SO nachmittag beim Spaziergang mache und kaum in eine engere auswahl zum Drucken kommen !! SORRY, bin sonst nicht jemand der Bilder so kritisiert aber bei 8K Bilderauswahl finde es komisch das dies die Besten sein sollen !!

Hans

Ja, ich denke du machst alles falsch wenn du sowas am Sonntagnachmittag beim Spaziergang machst oder glaubst zu machen und noch nichts gerissen hast bei Wettbewerben. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass du solche Fotos vielleicht doch nicht einfach mal so beim Sonntagspaziergang machst und deine Fähigkeit zur Selbstkritik noch optimierungswürdig ist.

Micha

Solche Bilder nachmittags beim Spaziergang zu machen, das muss man erst mal hinbekommen. Du hast offensichtlich ein außergewönliches Talent. Und dann bist du auch noch so bescheiden wie die legendäre Vivian Maier und machst diese grandiosen Bilder nur für dich selbst, ohne deine Meisterwerke mit der Welt zu teilen? Bewundernswert.

Rolf Carl

Ich hatte beim Betrachten den gleichen Eindruck: Die Fotos haben nicht die Qualität z.B. eines BBC- oder Glanzlichter-Wettbewerbs. Es sind beim GDT-Wettbewerb auch auch nur etwa halb so viele Fotografen und Bilder dabei. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass der Wettbewerb bis vor ein paar Jahren noch nur Mitgliedern vorbehalten war.

Allerdings hat es unter den Fotografen schon einige Topshots, z.B. der Schweizer Levi Fitze, der hier die Kategorie Vögel gewonnen hat. Er war auch schon Gesamtsieger des prestigeträchtigen Vogel-Wettbewerbs der Vogelwarte Sempach, bei dem regelmässig die weltbesten am Start sind.

Joschuar

Du verstehst mich 😉

Rolf Carl

Nur teilweise, solche Fotos mache ich nicht auf einem Sonntags-Spaziergang, im Gegenteil, ich habe kein einziges Foto, das da mithalten könnte, obwohl ich einen ziemlichen Aufwand betreibe.

Trotzdem sehe ich einen Unterschied zwischen den verschiedenen Wettbewerben, wobei natürlich die Jüry jedes Mal eine andere ist. Das Foto des Gesamtsiegers finde ich grundsätzlich sehr gut, aber mich stört es, dass es auf der linken Seite aussieht, als wäre an einem Baum ein Vogelhaus oder eine Kamera montiert. Der Blick wird immer wieder an diesen Ort gezogen, und das stört die Harmonie.

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