Was wäre, wenn ihr je nach Bedarf per Knopfdruck zwischen Global- und Rolling-Shutter wechseln könntet? Genau das hat STMicroelectronics entwickelt.
Der ewige Kompromiss beim Sensor
Wer sich schon einmal intensiver mit Kameratechnik beschäftigt hat, kennt das Dilemma: Global Shutter und Rolling Shutter haben jeweils ihre eigenen Stärken. Während der Global Shutter das gesamte Bild auf einmal belichtet und damit Bewegungsverzerrungen verhindert, liest der Rolling Shutter die Pixel Zeile für Zeile aus. Das geht schnell, kann aber bei sehr schnellen Motiven aber zu typischen Rolling-Shutter-Verzerrungen führen, bei denen sich gerade Linien scheinbar verbiegen. Dafür punktet der Rolling Shutter mit besserem Dynamikumfang und überzeugenderer Bildqualität bei wenig Licht.
Genau diesen Kompromiss wollte STMicroelectronics überwinden. Das Unternehmen hat eine Sensorserie entwickelt, die zwischen beiden Shuttertypen umschalten kann. So können Sie je nach Bedarf entweder die Bewegungsschärfe oder den maximalen Dynamikumfang priorisieren. Die ersten Hybridmodelle dieser Art sind bereits 2022 erschienen, Ende letztes Jahr hat STMicroelectronics die Produktion aktualisierter Versionen, darunter die Modelle VD1943, VD5943, VB1843 und VB5943, gestartet.
So funktioniert die Hybrid-Technik
Das Besondere liegt nicht nur im Umschalten selbst, sondern auch in der dahinterstehenden Bildverarbeitung. Im Rolling-Shutter-Modus kombiniert der Sensor eine kurze und eine lange Belichtung zu einem einzigen HDR-Bild. Im Global-Shutter-Modus wird das Bild dagegen hochskaliert.
Sowohl das HDR-Merging als auch das Upscaling laufen direkt auf dem Sensorchip ab und werden durch ein gestapeltes Chip-Design ermöglicht. Zusätzlich gibt es diese Sensoren auch in RGB-IR-Varianten, die auf demselben Gerät gleichzeitig sichtbares Licht und Infrarot erfassen können.
Wann kommt das in Fotokameras?
Wenn ihr euch jetzt Hoffnungen macht, dass solche Sensoren in absehbarer Zeit für eure Kameras verfügbar sein werden, muss ich euch leider enttäuschen. Die neuen Sensoren sind 5-Megapixel-Chips im 1/2,5-Zoll-Format, die für industrielle Anwendungen wie Automatisierung, Sicherheitstechnik und Einzelhandel ausgelegt sind.
Ein weiterer Grund, warum diese Technik noch nicht für Hochleistungskameras geeignet scheint, ist, dass für den Rolling-Shutter-Modus zwei Aufnahmen benötigt werden und der Global-Shutter-Modus Upscaling erfordert, um die volle Auflösung zu erreichen. Das klingt nach Computational Photography und passt dann wohl eher zu Smartphones. Falls diese Dual-Shutter-Sensoren den Industriebereich irgendwann verlassen, wären sie ein idealerer Kandidat.
Die Idee, den idealen Verschlussmechanismus situativ wählen zu können, ist faszinierend und ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie die Industrietechnik der Fotografie oft um Jahre voraus ist. Zur Einordnung: Die meisten Kameras nutzen nach wie vor das Rolling-Shutter-Verfahren. Global Shutter ist bisher nur in wenigen Spezialfällen zu finden, beispielsweise in der Sony A9 III im Fotobereich sowie in Cinema-Kameras wie der RED V-Raptor X/XL X. Zwar gibt es immer wieder Spekulationen, dass Canon in künftigen Fotokamera-Modellen oder sogar in einem höheren Cinema-Modell mit Global Shutter auf den Markt kommen könnte, bisher hält sich Canon aufgrund der Nachteile dieser Technik jedoch noch etwas zurück.
Wenn ihr wissen möchtet, wie sich der Global Shutter der Sony A9 III so macht, könnte der Artikel von Benjamin interessant für euch sein, wo er die Kamera für euch testet.
via: Digitalcameraworld



Darüber habe ich am 1.April auch gelesen, da ich mich in Sensortechnik nicht auskenne, weiss ich jetzt nicht, ob das tatsächlich eine gute Idee ist oder nur ein guter Aprilscherz.
Tolle Technik, braucht die Welt nicht, mal kurz anhand von Sony erklärt:
Die beiden Topmodelle A1 und A9 setzen auf beide Techniken, die neuste A1 auf einen Rollenschaddada-Sensor, die neuste A9 auf einen Klo-Schisser!
Bei der A1 werden die Auslesezeiten immer mehr optimiert, bei der A9 die Bildqualität verbessert! In spätestens 2 Modellreihen wird man dann wohl das Stadium erreichen, wo es letztendlich Hose wie Jacke sein wird, ob man den einen oder anderen Sensortypen verwendet, oder wie die Chip schreiben würde: “mit dem bloßen Auge nicht erkennbar!” Toller Spruch, mit dem bloßen A…. geht man ja nicht draußen fotografieren, oder?
Als Mft User ist Rolling Shutter praktisch kein Thema.Von daher… 🥱
Bin gespannt darauf, wann STM von einem der grossen Camerahersteller auf gekauft wird. Und wenns kein Aprilscherz war, und die Sensoren in Cameras verbaut werden, würde das viele Probleme lösen, über dei sich Photographen ärgern.
STM aufzukaufen würde vielleicht Sony schaffen, aber kein simpler “Kamerahersteller”.
Man könnte jetzt jede Menge FÜR und WIDER ins Feld führen. Technisch, Software mäßig sind beide mittlerweile so weit und gut das nur der Fachmann tatsächlich sehen kann welche Technik hinter dem Bild/Video verwendet wurde. Das auch nur dann wenn beide Sensortypen in ihren Grenzbereichen arbeiten. Macht der Foto/Videograf jeden Tag Aufnahmen im Grenzbereich? NEIN.
Schön wenn die Entwicklung neuer Technologien voran schreitet, besser, schneller aber leider auch teurer wird. Sehe ich mir meine Bildergebnisse von der technischen Seite an so wüsste ich nicht wo noch gravierendes Potential zu finden wäre. Mehr Pixel? Nein! Noch mehr Dynamikumfang? Es reicht schon jetzt. Wie man Bildrauschen vermeiden kann ist mir bekannt, also warum soll ich mir ständig neues Equipment anschaffen? Warum auf etwas warten das in einigen Jahren eventuell vielleicht in Kameras Verwendung findet?
Nehmt eure Ausrüstung, macht eure Bilder/Videos, freut euch des Lebens. Nützt die freien Tage für die Familie, die freut sich wenn sie die geteilten Bilder/Videos von den Smartphones ansieht, das ist wichtiger als alles andere. Frohe Ostern wünsche ich euch allen!
Danke und ebnfalls frohe Ostertage.Der vorletzte Satz stimmt zu 100%.👍
“Dafür punktet der Rolling Shutter mit besserem Dynamikumfang und überzeugenderer Bildqualität bei wenig Licht.”
Das ist absoluter “Bull Shit”. Ich fotografiere nun seit 5 Jahren mit der A1 und mehr als 2 Jahren mit der A9III in unzähligen “Low Light” Situationen. Ich sehe da keinen Unterschied in der Bildqualität. Ab ISO 800 ist DR der A9III sogar besser, als jener der meisten RS Kameras.
Habe gerade von einem Kumpel bei der NASA einige nicht veröffentlichte Bilder bekommen. Die sind mit der HULC, das ist die Z9, aufgenommen worden. Auf den Fotos sieht die Erde wie ein Ei aus. Wir diskutieren gerade im engeren Kreis, ob das dem Osterfest geschuldet ist oder ob es am Rolling Shutter liegt…:-))
Bei diesen Geschwindigkeiten benötigt man eigentlich den Delta-Gamma- Sensor V.XII
Diesen Sensor besitzt aber nur Leica, das Leben ist echt nicht einfach 👨🏻🚀🚀📸
Die HULC ist eine D5; die Z9 fliegt nur zu nicht photographischen Testzwecken mit. Hab ich auf jeden fall in diversen Zeitungen gelesen (Heise, TS).
Aber die Erde sieht eher wie eine Kartoffel aus, mit all den Hügeln und Tälern.
)(;:-))