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Haben Foldables das perfekte Smartphone-Format für Fotografen?

Ein Smartphonetrend der letzten Jahre setzt sich immer mehr durch: Foldables. Gerade für Fotografen scheinen sie sich anzubieten.

Für den schnellen Edit unterwegs

Bearbeitet ihr Fotos schon unterwegs auf eurem Smartphone? Wenn man einen gewissen ästhetischen Anspruch an seine Fotos auf Social Media hat, kommt man eigentlich kaum darum herum, sie schon mobil zu bearbeiten. Und inzwischen gibt es ja zum Glück auch ganz gute RAW-Konverter, die ihren Pendants auf dem Desktop in Sachen Funktionsumfang in nur wenig nachstehen. Bei aller Kritik an Adobe: Lightroom CC Mobile haben sie meiner Meinung nach richtig gut hinbekommen.

Smartphones sind zwar gewachsen, aber irgendwann ist eine Grenze erreicht

Selbst wenn man sich also die Mühe macht und die Fotos von der SD-Karte aus der Kamera auf das Smartphone zu übertragen, ist man durch den Smartphone-Bildschirm ganz schön begrenzt. Zwar klagen gleichzeitig auch viele darüber, dass Mobiltelefone über die letzten Jahre unhandliche Maße angenommen haben, für vernünftige Foto-Bearbeitung fehlen dann aber doch ein paar Zoll.

Einen guten Kompromiss aus einer großen Bildschirmgröße und einem kompakten Format bieten faltbare Smartphones. Gerade das Book-Format mit vertikaler Faltkante erfreut sich bei Herstellern großer Beliebtheit. Aufgrund des hohen Preisniveaus, die Gerätepreise haben sich bei knapp 1.800 € eingependelt, steht blieb eine wirkliche Durchdringung des Smarpthone-Marktes aber noch aus.

Galaxy Z Fold 5 oder Pixel Fold?

Gerade erst ist mit dem Galaxy Z Fold 5 die neuste Generation von Spartenführer Samsung auf den Markt gekommen. Kurz zuvor hat auch Google mit dem Pixel Fold den ersten Aufschlag in diesem Spielfeld gewagt. Auch Hersteller wie Xiaomi, Honor oder Oppo haben Foldables im Angebot, verkaufen sie aber größtenteils nicht in Europa.

Sind Googles und Samsungs Foldables trotzdem interessante Optionen für Fotografen? Das lassen zumindest Testberichte wie der von The Verge vermuten.


Lightroom auf dem Pixel Fold funktioniert wie ein Traum und wechselt nahtlos zwischen den beiden Formen des Geräts. Und ja, die Bearbeitung auf dem Tablet-ähnlichen Bildschirm im Inneren ist genauso gut, wie ich es mir vorgestellt habe.

Wird das Pixel Fold spürbar warm, wenn man 20 Minuten mit der Bearbeitung einer 40-Megapixel-RAW-Datei beschäftigt ist? Auf jeden Fall, aber Googles Tensor-Chips laufen heiß, wenn man nur auf Reddit surft, also kann ich damit leben, wenn man mehr Platz hat.

Und was die Leistung angeht, gibt es wenig zu meckern: Das Pixel Fold hielt mit meinen Anpassungen Schritt, ohne sich zu verzetteln oder ins Hintertreffen zu geraten.

Chris Welch bei The Verge

Stift nicht unterstützt oder nicht verbaut

Das Pixel Fold bringt allerdings einen fatalen Makel mit: Es unterstützt keine Eingabestifte, was ehrlich gesagt überhaupt nicht nachzuvollziehen ist. Zudem spiegelt der Bildschirm wohl ziemlich doll, wenn ihr euch in direktem Sonnenlicht befindet.

Anders sieht es zumindest in Sachen Stylus-Support beim Samsung Galaxy Z Fold 5 aus. Kritik ist aber dafür angebracht, dass ihr den nicht im Gehäuse versenken könnt. Immerhin gibt es inzwischen Smartphone-Hüllen, die verhindern sollen, dass ihr das kleine Zubehör-Teil ständig aus irgendwelchen Jackentaschen kramen müsst.

Und wie gut sind die Kameras?

Foldables sind schweineteuer und gehören zu den teuersten Smartphones überhaupt, bringen aber nicht in allen Aspekten die stärkste Hardware mit. Gerade bei den Kameras ist noch Luft nach oben. Galaxy Z Fold 5 und Pixel Fold haben recht starke Hauptkameras mit 50 bzw. 48 MP, bei den sekundären Sensoren wurde aber gespart.

Das neuste Samsung-Foldable hat 10 MP für das Objektiv mit Dreifach-Vergrößerung und 12 MP für den Ultraweitwinkel. Das Pixel Fold je 10,8 MP für Tele-Objektiv mit Fünffach-Vergrößerung und Ultraweitwinkel.

Lightroom auf Foldable-Bildschirm angepasst

Abgesehen von der Hardware spielt natürlich auch die Software eine große Rolle. Wie erwähnt hat Lightroom hier gute Arbeit geleistet und sein Bearbeitungsprogramm auf die ungewöhnlichen Bildschirm-Abmaße angepasst. Falls ihr aber verständlicherweise kein Freund von Adobes Abomodell seid, wird die Auswahl an nützlichen Bearbeitungs-Apps eher dünn.

Quelle: u/thehatwearinggoose

Bevor es jemand kommentiert: Natürlich ersetzt ein Smartphone mit noch so großem Display nicht die eingehende Bearbeitung am heimischen Monitor. Für schnelle Anpassungen auf Reisen, auf Wanderschaft oder auch am Set kann ich mir ein Foldable aber durchaus als praktisch vorstellen. Habt ihr schon mit einem Foldable geliebäugelt oder hat euch der Preis bislang davon abgehalten?

Übrigens: Schon meinen aktuellen Rückblick zu den interessantesten Kamera-Smartphones des Jahres gelesen? Vor Kurzem gab es das Update zum zweiten Quartal!

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lichtbetrieb

Ich habe ein iPad mit Lightroom CC drauf. Da man unbegrenzt Smartpreviews sharen kann, ist das für mich die perfekte Möglichkeit unterwegs Bilder zu sichten/ bearbeiten. Kommt aber selten vor. Mit meinen Laptop bin ich mobil genug und kein Foto brauch bei mir sofort fertig sein, was ich unterwegs geschossen habe.

Peter

Bei mir auch Ipad mit Stift, Affinity für Fotos und Lumafusion und Da Vinci für Videos. Da ich das iPad als mobiles Büro und für meine Arbeit eh dabei habe, habe ich lieber kleinere Handys, die nicht dick auftragen und angenehm in die Hosentasche passen.

Aber jemand, der lieber alles in einem Gerät hat, sicher eine Überlegung wert.

Alfred Proksch

Erst einmal grundsätzlich eine feine Sache für den medial vernetzten Freak.

Für mich käme nur ein Gerät mit Stift in Frage. Und nur dann wenn eine KAUF Version der Bildbearbeitungsapp verfügbar wäre. Damit sind meine Gegenargumente vorgebracht.

Positiv gefällt mir die vertikaler Faltkante. Mir ist die „Fläche“ immer noch zu klein. Bildbearbeitung unter wechselnden Lichtbedingungen? Für die angestrebte Zielgruppe trotzdem perfekt.

Transport-technisch in einer Fototasche echt praktisch. Ich dagegen überlege mir zur Zeit ob ein HORIZONTAL faltbares Smartphone in der Hosentasche angenehmer (weil nicht so unbequem) wäre weil ich Bildbearbeitung ausschließlich am heimischen Rechner durchführe. Den Bedarf an sofort verfügbarem Bildmaterial habe ich nicht – und wenn doch sofort „geteilt“ werden muss erledigt diese private Geschichte meine bessere Hälfte mit ihrem Smartphone routiniert und zuverlässig.

Peter

Und nur dann wenn eine KAUF Version der Bildbearbeitungsapp verfügbar wäre. Damit sind meine Gegenargumente vorgebracht.“

Affinity für Foto. Mit Pen sehr komfortabel zu bedienen.
Lumafusion für Video und Da Vinci gibts sogar gratis.
Man glaubt es kaum, aber zumindest auf iPad Bildschirmgrösse kann man, nach kurzer Eingewöhnung, sehr komfortabel kleinere Videos schneiden.

Zumindest für IOS, aber ich denke auch für Android (kenne ich mich nicht aus).

Peter

👍

joe

Die Antwort ist kurz: NEIN

Sabrina

Ich glaube, hier müsste erstmal Ordnung sein, was man mit Foldable, Flip oder was auch immer meint.
Wenn man ein normales Smartphone auf die halbe Länge zusammenklappen kann, dass es besser in die Hosentasche passt, dann finde ich das gut. Allerdings darf es nicht wahnsinnig mehr kosten als das nicht zusammenklappbare Gerät. Und ein Knickfoliendisplay würde ich mir nicht kaufen, weil es zu schnell bricht.

Zum arbeiten wäre vielleicht ein Laptop eine Möglichkeit, aus der Wohnung zu fliehen und im Freien seine Dinge zu erledigen. Das sollte dann aber nicht zu teuer sein, das Gerät, und trotzdem wenigstens sRGB korrekt anzeigenden Monitor haben

Peter

100% sRGB, sehr heller Bildschirm für draussen für Bildbearbeitung, genug Power ohne lange Wartezeiten für Bildbearbeitung, das kostet bei einem Laptop meist schon ein paar Taler.
Ich mache oft im Sommer meine Büroarbeiten draussen, das geht auch mit meinem alten Lenovo prima. Der ist zwar hell, aber weit von 100% sRGB entfernt.
Ich glaube aber für eine ernsthafte Bildbearbeitung, mit richtiger Farbeinschätzung, wird es draussen bei Sonnenschein bei allen Modellen recht schwierig, auch mit 100% sRGB.

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