Ein Hüftsucher für eine 39-Gramm-Kamera: Insta360 setzt mit dem Retro-Bundle der GO 3S auf bewusstes statt schnelles Fotografieren.
Insta360 hat das GO 3S Retro-Bundle vorgestellt, eine Sonderedition der winzigen POV-Kamera GO 3S. Statt des sonst üblichen Action Pods kombiniert das Set die 39 Gramm leichte Standalone-Kamera mit einem aufsteckbaren optischen Sucher, drei neuen Filmfiltern und Stoff-Accessoires.
Sucher auf Hüfthöhe statt Display
Herzstück des Bundles ist der Retro-Sucher, der auf die Kamera aufgesteckt wird und einen groben optischen Bildausschnitt auf Hüfthöhe liefert. Den Ausschnitt seht ihr nur näherungsweise, dafür müsst ihr nicht ständig aufs Smartphone schauen. Für Selbstporträts sitzt zusätzlich ein kleiner Spiegel im Sucher.




Ergänzt wird das Set durch einen Akku-Pack mit bis zu 76 Minuten Aufnahmezeit und Aufnehmen während des Ladens, einen NFC-Skin zum App-Start per Smartphone-Antippen sowie eine Stoffkordel und einen Magnet-Anhänger, um die Cam am Hals zu tragen oder an der Kleidung zu befestigen.
Drei Filmfilter und fünf neue Farbprofile
Softwareseitig legt Insta360 drei exklusive Filter dazu. Negativfilm imitiert kühlere Farben und reduzierte Sättigung, Positivfilm orientiert sich am kräftigen Diafilm-Look, der Sticker-Filter legt Retro-Muster und filmtypische Farben über das Bild. Hinzu kommen fünf neue Farbprofile mit den Bezeichnungen NC, CC, GR-F, Mono und Vintage Vacation, die das interne Repertoire auf elf Profile bringen.

Weil dem Set der Action Pod fehlt, übernimmt das Smartphone dessen Aufgaben als Live-View und Fernbedienung. Kernfunktionen wie 4K-Aufnahme, FlowState-Stabilisierung und Wasserdichtigkeit bis 10 Meter Tiefe bleiben unverändert.
Das Retro-Bundle reiht sich in eine dichte Insta360-Produktwelle ein. Allein im letzten halben Jahr hat der Hersteller die X4 Air als leichtere 8K-360-Kamera nachgelegt, mit dem Quick Reader und dem Snap zwei Smartphone-Accessoires vorgestellt und auf der NAB das Funkmikrofon Mic Pro angeteasert, während die X6 in Zertifizierungsdatenbanken aufgetaucht ist und Leaks eine MFT-Systemkamera andeuten.

Das reguläre GO-3S-Bundle startete im Juni 2024 mit Action Pod für 399,99 Euro (64 GB), die Standalone-Kamera ohne Zubehör bietet Insta360 seither separat für 239,99 Euro an. Das Retro-Bundle landet mit 279 Euro (64 GB) beziehungsweise 299 Euro (128 GB) dazwischen und ist ab sofort in Segeltuch-Weiß und Klassischem Rot im Insta360-Store erhältlich.
Damit positioniert es sich auch deutlich unter der seit Sommer 2025 erhältlichen, technisch stärkeren Insta360 GO Ultra mit größerem 1/1,28-Zoll-Sensor und 4K60-Aufnahme für 429 Euro. Wer die GO 3S ohnehin meist solo betreibt, zahlt für den Sucher samt Zubehör rund 40 Euro Aufpreis gegenüber der Solo-Kamera.


“auf bewusstes statt schnelles Fotografieren”
Da ist sie wieder …. die zerstörerische Aussage 🫣😄📷
Habe ich das so richtig verstanden und zusammengefasst?
Foto Magazin 1987:
„Der einfache Sucher erlaubt nur eine ungefähre Motiverfassung.“
2026:
„Das bewusst reduzierte Premium Sucherlebnis fördert intuitive Entschleunigung und authentische Bildfindung.“
2035:
„Das neue intelligent vernetzte Creator Ecosystem definiert durch adaptive Premium Integration und nahtlose Cloud Experience eine neue Ära moderner Fotografie.“
Kamera: kostenlos
Basis Mitgliedschaft: 9,99 € / Monat
10 Fotos pro Monat inklusive
Autofokus+: 4,99 € / Monat
RAW Freischaltung: 9,99 € / Monat
Serienbilder: 0,09 € pro Bild
Cloud Speicher: ab 19,99 € / Monat
SD Karten Support: aus Nachhaltigkeitsgründen entfernt
Sucher Funktion: nur in Premium Modellen
Foto Export ohne Wasserzeichen: Premium Ultra exklusiv
Akku Schnellladen: Teil der Creator+ Mitgliedschaft
Creator Unlimited Flat: 2.499 € / Jahr 😄
Unter Berücksichtigung der bis 2035 noch auftretenden Inflation könnten die genannten Preise eventuell gar nicht mehr so unverschämt sein wie es sich auf den ersten Blick liest.
Endlich Fotos aus der Hüfte schießen! Mein ganzes Leben lang habe ich auf dieses Highlight gewartet! Endlich geht ein Traum in Erfüllung.
Ein kleiner Schritt für Insta, ein großer Schritt zur Verblödung der Menschheit.
Ungefähr so war auch die erste Reaktion der Fotografen als Leica vor 100 Jahren die erste Kleinbildkamera vorstellte. Nicht daß ich persönlich auf eine Insta360 GO 3S gewartet hätte, aber sie trauen sich etwas neues zu probieren und das ist erstmal positiv. Der Markt wird entscheiden ob das Konzept sich durchsetzt.
Im Prinzip hast du ja recht. Nur wird diese Cam auch dazu beitragen, dass noch mehr digitaler Datenmüll gepostet werden kann. Man macht damit ja ein Foto so nebenbei ohne viel nachzudenken, aus der Hüfte eben.
Eine vergleichbare BQ dürften inzwischen die meisten Smartphones auch erreichen.