Insta360 expandiert rasant in neue Kamerasegmente. Geleakte Bilder deuten jetzt auf den Einstieg in ein bislang fremdes Marktsegment hin.
Insta360 bereitet offenbar den Einstieg in den Markt für spiegellose Systemkameras vor. Auf der chinesischen Plattform Bilibili kursierten kurzzeitig Fotos eines weißen Gehäuses im SLR-Stil, auf dem ein Olympus M.Zuiko 14-42mm steckt. Die Bilder wurden schnell gelöscht, tauchten aber auf Reddit wieder auf.
Das Bajonett ist eindeutig als Micro-Four-Thirds-Anschluss zu erkennen. Bereits im Januar hatte CEO JK Liu auf Weibo ein Foto mutmaßlich derselben Kamera mit der Bildunterschrift “Aufbruch zu neuen Brennweiten” veröffentlicht.
20-MP-Sensor aus der OM-1 II und physische Drehregler
Im Inneren soll nach Informationen von RedShark ein Sony IMX472 mit 20 Megapixel und einer nativen Auflösung von 5.280 x 3.956 Pixel sitzen. Derselbe Sensor arbeitet in der OM System OM-1 II und der OM-3. Auf den Bildern sichtbar sind physische Drehregler für Blende und Belichtungskorrektur, ein Umschalter für Foto- und Videomodus sowie ein aufklappbares Touchdisplay, dessen Oberfläche an die Ace-Pro-Serie angelehnt wirkt. Einen elektronischen Sucher besitzt das Modell nicht.


Entscheidend wird die Frage, ob das Bajonett aktiv arbeitet und damit Autofokus sowie Blendensteuerung für vorhandene MFT-Objektive unterstützt. Der GoPro Mission 1 Pro ILS fehlt genau diese Funktion, was ihre Praxistauglichkeit deutlich einschränkt. Auch zu einem mechanischen Bildstabilisator neben Insta360s FlowState-Software gibt es bislang keine Hinweise.
Expansionskurs und Patentstreit
Ein radikaler Strategiewechsel wäre die Systemkamera nicht. Insta360 vermarktet die Ace Pro 2 längst auch als Alternative zur klassischen Kompaktkamera, eine Wechselobjektivkamera ist der logische nächste Schritt. Parallel greift der Hersteller mit der Gimbalkamera Luna die gerade vorgestellte DJI Osmo Pocket 4 an, gleichzeitig hängt in China eine Patentklage von DJI am Bein. Angesichts dieser Breite bleibt abzuwarten, ob sich Insta360 nicht verzettelt. Eine offizielle Bestätigung zur MFT-Kamera gibt es bislang nicht.


Eine kompakte MFT.. ich lach mich krank.
Man stelle sich nur vor, was so eine Operation kostet, um die Finger auf eine angenehme Proportion zu den Tasten zu verkleinern.
Es ist wie immer. Die Menschen sind unterschiedlich, also ist es auch gut, daß die Kameras unterschiedlich sind. Nur weil die Kleine nicht in die eigenen Bratpfannenhände mit den dicken Wurstfingern passt, ist sie auch falsch. Und genauso gilt das für große Kameras. Nur weil die nicht zu den eigenen kleinen Spiesselfingern passen, sind sie deswegen falsch. Ein bestimmtes Kameramodell ist vielleicht für mich “falsch” aber für andere genau richtig. Ich freue mich daher auch über belebende Konkurrenz, egal ob groß oder klein. “Big is beautyfull” als Wert an sich war übrigens immer schon etwas albern und meistens nur mit einem Schuss Ironie zu ertragen.
Ich hätte es nicht besser formulieren können.👍
Dem ist nichts hinzuzufügen 👍
Weisst du was? Statt mich mit einer kompakten MFT (sind die jetzigen MFTs nicht schon kompakt genug?) rumzuärgern, fotografiere ich lieber gleich mit dem Smartphone. Oder willst du sagen, dass man für MFT dicke Wurstfinger braucht und es auch noch etwas für zarte Hànde geben soll? Für Kinder z.B…
Das ist wesentlich preiswerter als bei einem Hydrozephalus.
Du musst es ja wissen…
Es freut mich, dass hier eventuell belebende Konkurrenz in den Markt kommt. Vielleicht ändert es endlich etwas an der sehr konservativen Kamerabranche
Ich erinnere mich noch gut daran, wie man im Westen über DJI gelächelt hat. Heute ist diese Firma Marktführer und der Konkurrenz in vielen Bereichen extrem weit voraus. Viele der damaligen Wettbewerber spielen inzwischen gar keine Rolle mehr.
Wer in Europa weiter glaubt, man könne sich auf alten Erfolgen ausruhen, wird genau solche Entwicklungen noch häufiger erleben. Hier wird oft nicht mehr gestaltet, sondern nur noch verwaltet. Man versucht, bestehende Modelle möglichst lange zu retten, obwohl der Markt sich längst weiterbewegt hat.
Insta360 wirkt auf mich wie der nächste Kandidat in dieser Entwicklung. Eine junge Firma, extrem schnell gewachsen, innovativ, mutig und mit einem klaren Verständnis dafür, wie Reichweite, Produktinszenierung und modernes Marketing heute funktionieren. Dass man von ihnen noch viel hören wird, halte ich für ziemlich wahrscheinlich.
So ist es!!! Man denke nur an den ewigen Streit, ob man Displays an Kameras ausklappen können sollte oder nicht. Oder davor das Gelärme um Kameras mit Spiegel oder ohne Spiegel. Alles konservativer Blödsinn von den “Big is beautyfull” und das “war schon immer so” Leuten. Passen muss es für einen selber und den Einsatzzweck, und gut ist! Den Rest bestimmt der Markt. Die Kameraindustrie des “Westens” ist zu langsam geworden, deswegen machen das nun vermehrt andere. Heute überträgt man vielleicht die Aufnahmen aus der Drohne oder dem SP in Echtzeit in’s Internet. Mit vorher gebackenen Luts. Und die Leute, die 2 Kilogramm schwere Wundermormalbrennweiten mit 50/1,4 durchs Gebirge schleppen werden einfach immer weniger. Warum bloß? Daher noch mal: Neues Foto-Spielzeuzeug ist oft super, auch wenn es vielleicht gerade so gar nicht in einen persönlichen Usecase passen sollte. Oder jemand gerade nicht versteht, was man damit machen könnte. Aber für den Fortschritt ist das oft gut. Und damit für viele andere Leute. Die Frage, ob ein kleines neues Stück Fototechnik groß genug ist, um Möchtegerngroßhände komplett auszufüllen, ist daher nicht mal sekundär. Die vielen Asiatinnen in Iseltwald oder sonstwo werden es vielleicht auch den Schweizern irgendwann mal erklären können. Und… Weiterlesen »
Dank Jörg für deine Worte. Ich merke das immer öfter, und es ist ehrlich gesagt ziemlich nervig. Vor allem diese Technikfeindlichkeit geht mir hier in Deutschland zunehmend auf den Senkel. Früher gab es das auch schon ein Stück weit, aber mittlerweile wird man teilweise richtig schräg angeschaut. Ein paar Beispiele aus meinen Reisen: In Norwegen kann ich wirklich überall mit dem Smartphone bezahlen. Vieles funktioniert dort sogar nur noch ausschließlich digital – Parken sehr oft, Strafzettel per QR-Code abrufen und so weiter. In Deutschland hingegen muss ich fast überall erst fragen, ob Kartenzahlung überhaupt möglich ist oder ob es einen Mindestbetrag gibt. Ich meide solche Läden inzwischen konsequent. Wenn das nicht geht, lege ich die Ware zurück und gehe wieder. Allein dass ich das überhaupt fragen muss – in Norwegen würde man dafür komisch angeschaut wenn man das fragen würde. Ein anderes Beispiel: Ich habe letztens eine asiatische Großfamilie im Ausland gesehen – Oma, Opa, Eltern und mehrere Jugendliche. Alle sind aus ihrem Bus ausgestiegen und haben ihre Drohnen gestartet. Wirklich alle. Sogar die Oma hatte ihren Spaß daran und ist ihre eigene DJI geflogen. Bis auf eine DJI Neo waren es alles neuere Mavic-Pro-Modelle. Einer hatte sogar ein Tablet… Weiterlesen »
“Eine völlig andere Einstellung.
Ich könnte darüber ein ganzes Buch mittlerweile schreiben von solchen kleinen Geschichten, die aber ganz viel verraten.”
Da ich nicht viel rum komme, wäre ich da ernsthaft dran interessiert. Deine Beispiele fand ich schon sehr interessant und beobachte es im Umfeld das eine oder andere Mal.