Neuheiten DJI Insta360

Neue Mikros von Rode, Insta360 und DJI angekündigt

Eine Mikrofontechnik aus deutscher Fertigung und ein Funkmikrofon mit Display. So sehen die Audio-Neuheiten der NAB 2026 aus.

Die NAB 2026 in Las Vegas ist vorbei, doch bei den Audio-Neuheiten haben wir noch einiges aufzuarbeiten. Besonders Rode und Insta360 sind aufgefallen. Rode hat ein ganzes Bündel an Produkten samt einer neuen Mikrofontechnik vorgestellt, Insta360 hat mit dem Mic Pro ein Funkmikrofon angeteasert, das genau anders aussehen will als die Konkurrenz. Parallel meldet sich DJI mit dem Mic Mini 2 zurück und aktualisiert sein kompaktes Funkmikro.

Sonaura: MEMS-Mikrofontechnik aus deutscher Fertigung

Der australische Hersteller Rode bezeichnet Sonaura als neue Audio-Plattform auf MEMS-Basis. MEMS steht für mikroelektromechanische Systeme, also winzige Bauteile, die Schall in elektrische Signale umwandeln und in nahezu jedem Smartphone stecken. Der Sonaura-Wandler misst vier mal fünf Millimeter, soll laut Hersteller ein Signal-Rausch-Verhältnis von 83 dB und ein Eigenrauschen von 11 dBa erreichen.

Das Element basiert auf einem neu entwickelten ASIC und wird von Infineon in einem deutschen Werk produziert. Erstmals zum Einsatz kommt Sonaura im Lavaliermikrofon L1 von Lectrosonics, einer Schwesterfirma aus der Freedman Group.

RodeLink II, neue Studio-Arms und Capture für Android

Parallel kündigt Rode mit RodeLink II ein UHF-Funkmikrofonsystem mit zwei Sendern und einem Empfänger an, das pro Kanal in 32-Bit-Float intern auf microSD aufzeichnet und in einem Metallgehäuse steckt. Dazu kommen neue Timecode- und XLR-Kabel, der schlanke Studio-Arm LPA1 mit 750 Millimeter Reichweite sowie der DS3 mit Kugelkopf für bis zu 1,5 Kilogramm Last. Ein Branding-Flag für das PodMic erlaubt euch, eigene Designs auf das Mikrofongehäuse zu drucken.

Auf Software-Seite folgt die seit 2023 nur für iPhone verfügbare Aufnahme-App Rode Capture jetzt auf Android und unterstützt dort Wireless Micro, Wireless Go (gen 3) und Wireless Pro. Außerdem geht Rode mit RodeCaster Studio in die Beta. Das Programm für macOS und Windows bündelt Transkription, Sprechererkennung und KI-gestützte Schnittfunktionen für Podcasts und Spoken-Word-Inhalte.

Insta360 Mic Pro mit E-Ink-Display

Insta360 verfolgt mit dem Mic Pro einen anderen Ansatz. Während die meisten Funkmikrofone für Creator möglichst unauffällig sein wollen, trägt das Mic Pro ein konfigurierbares E-Ink-Display auf der Front. Darauf lassen sich Logos, Namen oder andere Grafiken anzeigen, das Mikrofon wird so zum Branding-Element statt zur unsichtbaren Kapsel.

Technisch nennt Insta360 ein Drei-Mikrofon-Array mit KI-Verarbeitung und NPU-gestützter Rauschunterdrückung sowie eine interne Aufzeichnung als zusätzliche Sicherung. Über Insta360 Direct Connect lässt sich das Funkmikro direkt mit hauseigenen Kameras koppeln, dazu zählen die ebenfalls auf der NAB angeteaserten Modelle der Luna-Serie. Genaue Spezifikationen, Preis und Marktstart hat Insta360 bislang offengelassen. Im Sommer 2025 hatte der Hersteller mit dem 49 US-Dollar teuren Mic Air sein erstes Funkmikro vorgestellt, das Mic Pro dürfte deutlich darüber liegen.

Wie aggressiv Insta360 außerhalb seiner 360-Grad-Wurzeln expandiert, zeigt sich derzeit gleich in mehreren Segmenten. Neben Pocket-Gimbalkamera und Audio-Hardware machen aktuell auch Leaks zu einer kompakten MFT-Systemkamera die Runde, die einen 20-Megapixel-Sensor nutzen soll.

DJI Mic Mini 2 mit Farb-Covern und neuem Case

DJI hat heute das Mic Mini 2 vorgestellt, die zweite Generation seines kompakten Funkmikrofons. Der rund elf Gramm leichte Sender zeichnet mit 48 kHz und 24 Bit auf, bietet drei Klangvoreinstellungen (Regulär, Kräftig, Hell) und eine zweistufige Geräuschunterdrückung für Innen- und Außenräume.

Sichtbarste Neuerung ist die Hülle: Die magnetischen Frontabdeckungen lassen sich tauschen, neben Schwarz und Weiß im Lieferumfang verkauft DJI separat eine “Time Series” der Illustratorin Victo Ngai mit vier Motiven.

Das überarbeitete Ladecase nimmt Sender, Empfänger und Zubehör gemeinsam auf und streckt die Laufzeit auf bis zu 48 Stunden, allein halten Sender und Empfänger 11,5 beziehungsweise 10,5 Stunden durch. Als Funkstrecke nutzt das Mini 2 weiterhin den Mic Mini Empfänger, der auch zum ersten Mic Mini kompatibel bleibt; über OsmoAudio Direct Connect koppelt sich der Sender direkt mit Osmo Pocket 3, Osmo 360, Osmo Nano und Osmo Action 6. Die Reichweite gibt DJI mit bis zu 400 Metern im Set mit zwei Sendern an.

Das Set mit zwei Sendern, einem Empfänger und Case kostet 99 Euro, die Mobil-Variante mit einem Sender und Handy-Empfänger 59 Euro, beides ist ab sofort erhältlich. Im Sommer schiebt DJI zusätzlich das Mic Mini 2S mit vier Sendern, einem Empfänger und interner Aufzeichnung nach, einen Preis nennt der Hersteller dafür noch nicht.

via: PetaPixel | PetaPixel

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Alfred Proksch

Egal ob Mini-Kameras oder winzige Mikrophone immer werden die Produkte nach dem gleichen Schema verniedlicht. Was spricht dagegen wenn Aufzeichnungsgeräte deutlich sichtbar sind?

Mit unsichtbarer Software werden z.B. unsere Smartphones zur „Abhöranlage“ mit „Standortbestimmung“. Klar sind solche Dinge verboten – wen juckt das?

Vielleicht lohnt es sich über persönliche Freiheit neu nachzudenken.

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