Kameras

Kameraverkäufe so schlecht wie nie, DSLRs im freien Fall

Die Kameraverkäufe brechen weiter ein, das zeigen die neusten Daten der CIPA. Im freien Fall: Spiegelreflexkameras.

Düstere Zeiten für die Branche

Vor rund einem Jahr, genauer gesagt im Januar 2018, haben wir darüber berichtet, dass die damaligen Verkaufszahlen von Kameras im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent eingebrochen waren. Es sah damals dementsprechend nicht allzu rosig aus für die gesamte Branche und viele hatten auf einen Umschwung durch die photokina 2018 gehofft – doch dieser Umschwung blieb aus. Mehr noch, die aktuellen CIPA Daten für Februar 2019 sehen schlechter aus denn je.

35% weniger Kameraverkäufe

Kommen wir gleich zu den Fakten: Die Kamerahersteller haben im Februar 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 35 Prozent weniger Kameras verkauft. Das ist (mal wieder) ein neuer Tiefpunkt, wie auch dieses Diagramm zeigt (die orangene Linie steht für das Jahr 2019):

DSLR vs. DSLM

Wenn man einen Blick auf die genauen Zahlen der CIPA wirft und den Februar 2019 mit dem Februar 2018 vergleich, dann stellt man folgendes fest:

  • DSLRs: Verkäufe -48,2 Prozent, Gewinn -49,3 Prozent
  • DSLMs: Verkäufe -3,9 Prozent, Gewinn +3,4 Prozent

Wenn man die Daten zu spiegellosen Systemkameras in einem Vakuum betrachten würde, dann könnte man wahrscheinlich sagen: “Na die schlagen sich ja auch nicht so gut wie alle immer behaupten! Das stagniert ja total!”. Richtig. Ein leichter Rückgang bei den Verkaufszahlen, nur ein leichter Zuwachs bei den Einnahmen. Die DSLMs treten auf der Stelle.

Wenn man dann aber die Zahlen der DSLRs zum Vergleich heranzieht, ja, dann muss man die Spiegellosen wohl doch loben. Denn die Verkaufszahlen von Spiegelreflexkameras befinden sich im freien Fall und rund minus 50 Prozent innerhalb eines Jahres zeigen, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen wird.

Keine Aussicht auf Besserung

Das eigentlich Bedenkliche an diesen Zahlen ist, dass Canon, Nikon, Panasonic & Co. ja in den letzten Monaten mit ihren spiegellosen Vollformatkameras eigentlich eine Großoffensive gestartet haben. Und eigentlich hätte man denken können, dass sich die Verkaufszahlen durch die Neuheiten zumindest stabilisieren.

Dem scheint jedoch nicht so zu sein. Und nach der Großoffensive folgt jetzt erstmal eine etwas ruhigere Phase mit wesentlich weniger Neuvorstellungen. Dementsprechend muss man damit rechnen, dass die Zahlen in den nächsten Monaten weiter sinken werden. Die Frage ist nur, wie tief sie sinken. Und welche Hersteller am Ende überleben.

Quelle: CIPA

 

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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