Kameras

Es ist offiziell: Neues Mitglied für die L-Mount-Allianz!

Die L-Mount-Allianz erhält ein neues Mitglied! Neben Leica, Sigma und Panasonic gehört ab sofort auch die Ernst Leitz Wetzlar GmbH zur Allianz.

Neues Mitglied für die L-Mount-Allianz

Leica, Sigma und Panasonic haben im Rahmen der photokina 2018 die sogenannte L-Mount-Allianz ins Leben gerufen, ein Zusammenschluss, aus dem in den letzten Jahren einige erstklassige Kameras und Objektive für das gemeinsame L-Bajonett hervorgegangen sind.

Seit der Gründung der Allianz gab es immer wieder Hinweise und Gerüchte, ob sich früher oder später nicht vielleicht ein weiterer Hersteller anschließen könnte. Entsprechende Hinweise kamen zuletzt beispielsweise im Frühjahr 2021 von Sigma. In den darauffolgenden Wochen und Monaten gab es viele Spekulationen, für welchen Hersteller ein Beitritt zur L-Mount-Allianz Sinn ergeben könnte. Viele hatten dabei etwas kleinere Hersteller auf dem Schirm – und lagen damit genau richtig, wie sich heute herausgestellt hat.

Ernst Leitz Wetzlar GmbH verkündet Beitritt

In einer offiziellen Pressemitteilung hat heute, am 14. Oktober 2021, die Ernst Leitz Wetzlar GmbH angekündigt, dass man sich der L-Mount-Allianz anschließen wird. Leitz ist vor allem für die Produktion von Premium-Objektiven im Bereich Kinematografie bekannt, weshalb das Unternehmen von Leica als Bereicherung für den Zusammenschluss gesehen wird:

“Wir freuen uns, mit der Ernst Leitz Wetzlar GmbH einen neuen und renommierten Partner aus der Kinematografie in der L-Mount-Allianz begrüßen zu dürfen. Ernst Leitz Wetzlar stellt eine Bereicherung für die Allianz dar und bietet zukünftig Vorteile sowohl für professionelle und passionierte Filmemacher als auch für Fotografen”, so Matthias Harsch, CEO der Leica Camera AG.

Mit Leitz als führender Premiummarke für Kinematografie-Objektive möchte man das hohe Qualitätsniveau und den Anspruch der L-Mount-Allianz unterstreichen. Außerdem ist man überzeugt davon, dass in Zukunft sowohl für Foto- als auch für Videoanwendungen erstklassige und zeitgemäße Objektive benötigt werden.

Was haltet ihr von Leitz als neuem Mitglied der L-Mount-Allianz? Eine gute Wahl oder hättet ihr lieber einen anderen Hersteller in der Allianz gesehen?

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Thorsten

Je mehr Mitglieder umso besser, obwohl mich die Objektive von Keith nicht interessieren. Ich würde mir Tamron oder Voigtlaender wünschen.

Thorsten

Muss natürlich Leitz heissen, hier hat mal wieder die automatische Rechtschreibkorrektur meines Tablets zugeschlagen

Stefan Komarek

Ich fühle mich leicht veräppelt. Leica, Leitz, das ist doch das gleiche. Lei-ca bedeutet Leitz Camera.

Früher wurden alle Geschäftsbereiche ein einer Firma gehalten. Heute ist es übliche Praxis, für jeden Geschäftsbereich eine eigene Tochtergesellschaft zu gründen. Bei Leitz/Leica ist die Aussplittung besonders verwirrend, da die ursprüngliche Firma, Ernst Leitz Wetzlar, durch Teilverkäufe und Insolvenzen in unterschiedliche Einzelfirmen aufgeteilt wurde.

Auf der Website der Leica Camera AG wird die Ernst Leitz Wetzlar GmbH als „verbundenes Unternehmen“ verlinkt. Beide Firmen sitzen auch dicht an dicht. Die Ernst Leitz Wetzlar GmbH Am Leitz-Park 2 und am Leica Camera AG Am Leitz-Park 5.
 
Ich hätte noch einen Vorschlag für ein weiteres Mitglied, die Ernst Leitz Werkstätten GmbH mit der Adresse Am Leitz-Park 4

Ein neues Unternehmen wäre für mich OMDS/Olympus oder ein chinesischer Hersteller.

Frank

OMDS kann ich mir in dieser Allianz momentan überhaupt nicht vorstellen. Da müssten ja dem Beitritt riesige Investitionen folgen, um zum neuen Anschluss (Mount) auch die entsprechenden Objektive zu berechnen. Denkbar wäre dieser Schritt eigentlich nur, wenn OMDS in Panasonic aufginge. Die könnten dann den Mft-Mount weiter entwickeln, während sich Panasonic auf die L-Mount-Schiene konzentriert.
Und beide Marken profitierten dann vom jeweiligen Mount des Anderen.

Ingo

Das ist tatsächlich eine interessante Idee. Profitieren würden beide Firmen, das stimmt völlig.

Frank

Das Problem besteht vermutlich aber darin, dass die Abgrenzung als Marke dann nicht mehr gegeben ist. Da aber vermutlich in Kürze der Markenname Olympus sowieso nicht mehr von OMDS verwendet werden darf stellt sich die Frage, ob OMDS überhaupt dann noch ein bekannter Markenhersteller sein wird.
Ein bisschen weh tut es vielleicht schon, aber wenn heutzutage eine Leica V-Lux nur noch eine Kopie der Lumix FZ 1000 Mark II, die Leica D-Lux eine Kopie der Lumix LX 100 Mark II und die Leica C-Lux nur eine Kopie der Lumix TZ 202 im aufgehübschten Gewand sind, was spräche dann noch gegen eine Aufteilung der Entwicklungen unter einem Dach?

Ingo

Ich denke, es kommt darauf an, was die neue Firma plant. Wenn da wirklich interessante technologische Neuerungen bei sind, könnte auch OM wieder ins Gespräch kommen. Da sich Panasonic ja immer mehr in Richtung Video entwickelt, ist der Markt für OM ja immerhin fast exklusiv vorhanden.

Frank

An Video kommt aber heutzutage kein Hersteller mehr vorbei. Ich persönlich bräuchte diese Funktion überhaupt nicht, aber der Markt verlangt danach. Also sollte die Frage lauten: Welches Marktsegment OMDS zukünftig abzudecken gedenkt. Es gibt ja bereits Verlautbarungen ein sehr hochpreisiges Marktsegment abdecken zu wollen. Und von der Wow-Kamera war hier im Forum auch bereits die Rede. Nur was das sein soll ist bislang nicht durchgesickert. Momentan kostet die E-M1 Mark III mit dem 12-40mm 2.8 Objektiv 2500.- Euro im Kit. Die Lumix S5 im Kit mit dem S 20-60mm 3.5-5.6 und als Draufgabe einem Sigma 70mm 2.8 gerade einmal 60.- Euro mehr. Will OMDS es noch hochpreisiger angehen? Und wer würde da mitgehen? Selbst wenn OMDS dann mit einem 35MP-Sensor käme sehe ich die Zielgruppe der Fotografen noch nicht. Warum denn nicht eine E-M1 Mark IV mit einer 17mm oder 25mm Festbrennweite und einem 24 MP-Multiple- Aspect-Sensor als Einstieg in die Fotografie zum attraktiven Preis als Ersatz für die G9-G81-G70-Reihe? Die alten Lumixkameras mit dem 16 MP-Sensor werden demnächst sowieso aus dem Programm verschwinden. Und je größer die Anzahl der verkauften Kameras wird, desto preiswerter wird die Fertigung. Daran krankte doch zuletzt der Absatz bei OMDS. Nur noch ein Sensor… Weiterlesen »

rubikon

Christoph Jehle hat in fotointern.ch eine Liste der Objektivhersteller mit ihren Marken zusammengestellt:

https://www.fotointern.ch/archiv/2021/05/23/die-objektivhersteller-und-ihre-marken/

J.Friedrich

Also meine L-Alliance von Leitz steht gut geordnet in pandemischem-Blau und leica-likem-logo-Rot als Ablagesystem im Keller, da kann man nach Wichtigkeit gestaffelt auch die L-Alliance selbst wiederfinden, allerdings unter “P” wie PanaLeicapierkorb im einzigen ich-seh-schwarz-Schnellhefter …

Leonhard

Na dann fehlt ja nur noch ein Hersteller für vernünftige Kameragehäuse, dann kann ja nichts mehr passieren. Solche Allianzen werden ja meist nicht aus Stärke heraus geschlossen, eher das genaue Gegenteil. In Marktanteilen gerechnet dürfte es der gesamte Club auch nicht in etwa in die Nähe der beiden Platzhirsche schaffen.

George

Kommt Lumix auch bald ins Boot? Weil Leitz und Leica ist wie linker und recher Schuh.

BEN

Ist Lumix nicht eine Untermarke von Panasonic? Jedenfalls heißen die Kameras von denen so. Panasonic sitzt aber schon mit im Boot.

George

Es war ein Witz von mir weil mir klar war, das Lumix = Panasonic ist. Eine Anspielung auf diesen Artikel mit Leica = Leitz.

BEN

Ah, ok, verstehe jetzt. 🙂

Robert B.

Einige Lumix- Kameras sind ja mit Leica- Äquivalenten (fast) baugleich. Die bereits jahrzehntelange Kooperation beider Firmen würde dafür sprechen.

Marco Streng

Was ist das denn für ein Quatsch? Neues Mitglied hä?
Kurz zusammengefasst die Abteilung im Keller macht jetzt das gleiche wie die im Erdgeschoss!
Gehts noch! Mit so einer Pressemitteilung mache ich mich doch lächerlich. Wäre ja genauso wenn Apple Europa sagen würde wir führen jetzt auch das IPhone 13 ein. 🙈📷🎥🤦🏻‍♂️

George

Genau so ging es mir auch nachdem ich diesen Artikel das erste mal zu Gesicht bekam. Ich ordne sowas gerne unter “Clickbait” für die Google Suchmaschine ein.

Alfred Proksch

Allianzen sind solange sich alle Beteiligten an die Abmachungen halten eine feine Sache. Die L-Mount-Allianz bietet die Möglichkeit Kosten zu sparen und Synergie Effekte zu nutzen.

Für mich als Beobachter kristallisiert sich momentan ein starkes Bestreben der chinesischen Optischen Industrie nach weltweiten Umsatz heraus. Damit verbunden ist mit Sicherheit ein aggressiver Preiskampf. Allianzen sind in solchen Fällen eine hilfreiche Sache.

Es sind immer wieder schwächelnde Kandidaten im Gespräch. Das ist der große Denkfehler!

Partner mit Zukunftsvisionen sind gesucht. Kleine flexible Unternehmen mit soliden Wirtschaftsdaten braucht die Allianz um sich in einer im Umbruch befindlichen Branche behaupten zu können.

George

“Die L-Mount-Allianz bietet die Möglichkeit Kosten zu sparen und Synergie Effekte zu nutzen.”

Woran erkennt man das denn bisher? Der Marktanteil von L-Mount rangiert glaube ich sogar unter Fuji-Kameras und nach Canon, Sony, Nikon kommt erst mal lange nichts, was Marktanteile angeht.

Raphael

wobei Nikon nochmal deutlich unter Canon und Sony liegt.

George

Und was spielt das hier für eine Rolle bezüglich meiner Frage zur L-Mount Allianz?

Frank

Wobei auch heute schwächelnde Kandidaten durchaus Zukunftsvisionen haben können. Nur lassen die sich nicht mehr umsetzen, weil in der Vergangenheit Entscheidungen getroffen wurden, die eine frühzeitige
Koalition in neue Allianzen verhindert haben. Heute fehlen dann die Mittel für groß angelegte Investitionen.

Was die Herausforderungen durch die chinesische optische Industrie anbelangt, so wird es gar keine andere Möglichkeit geben, als neue Allianzen zu schmieden. Und die Gewinner von heute können schon morgen auf der Verliererstraße sein. Da sehe ich den größten Denkfehler.

Josef

Die Kostenersparnis sehe ich nur einmal, nämlich bei der Entwicklung des Bajonetts.

Alfred Proksch

Mir ist klar das die L-Allianz Stückzahlen mäßig nie Canon oder Sony gefährden wird, die Zeiten sind lange vorbei und werden nie wieder kommen. Aber selbst Canon und Sony agieren auf einem bestenfalls stagnierenden Markt. Auch wenn Halbleiter Misere und die Covid19 Auswirkungen Schnee von gestern sein werden, echtes Wachstum sehe ich nicht!

Was technisch möglich ist werden wir im Smartphone Markt erleben. Klar wird es noch einige wenige Anwendungsbereiche für DSLM Kameras und außergewöhnliche Objektive geben, aber das sind dann die viel beschriebenen Nischen Produkte.

Da sehe ich neben den beiden „Großen“ und vielleicht Fuji (Mittelformat) nur noch die L-Allianz mit im Boot.

Joachim

L Allianz erinnert mich stark an M42. Bin mir aber nicht klar, wie das alles mit Software, Sensort etc. zusammen passen soll. Ist es nur ein Minimalstandart?
Zumindest bringt es Kostenvorteile. Die sind wohl zukünftig in diesem Markt wichtig (China). So recht fällt mir kein weiterer Partner ein. Zeiss wäre so mein Wunschkandidat.
Vielleicht ist auch schon ein Chinese bereit mit Kamera und Objektiven. Doch wer bestimmt eigentlich über die Mitgliedschaft?
Leica und Leitz mag zwar ein Unterschied sein. Es sind 2 Unternehmen aus einem Haus. Ich spreche von meinem Leitz Fernglas im Prinzip von Leica wegen dem roten Punkt.

Robert B.

So ähnlich denke ich auch. In einer solchen Allianz, die nicht ganz 1:1 mit dem offenen M42- Standard verglichen werden kann, könnten durchaus auch günstigere Hersteller von Kameras und Objektiven ein Einsteigersegment bedienen. Früher konnte ja ein M42- Objektiv einer Edixa oder Praktika an einer Pentax weiterverwendet werden. Die spätere Weiterverwendungsmöglichkeit an einem “besseren” Gehäuse von einem anderen Hersteller ist sicher ein Argument.
Obwohl mit dem M42- Anschluss gewisse Einschränkungen, wie fehlende Offenblendemessung ( Ausnahme Pentacon electric) verbunden waren, so war doch sein Marktanteil sehr hoch. Auch ein Schüler oder Azubi konnte dank des offenen Systems mit günstigen Angeboten Spiegelreflexfotografie leisten.

Mirko

eine Meldung wäre gewesen, Voigtländer schließt sich der L Allianz an und kommt mit einer Neuauflage der Bessaflex inkl Objektivreihe

Joachim

Ich habe noch so im Ohr. Cosina wäre der Hersteller der Voigtländer. Das war auf den Photokinas nie zu erfahren; nur so andeutungsweise. Wäre die Frage, ob Voigtländer auch AF kann? Zumindest bin ich mit meinem Voigtländer 3,5/125 Makro Apo sehr zufrieden. Contaxanschluss und mit Canon Adapter auf die RP macht echt schöne Bilder. Voigtländer wäre eine echte Bereicherung.

Mirko

Ja das stimmt mit Cosina, ich vermute doch mal das es innerhalb der Allianz einen „Techniktransfer“ gibt und somit AF kein Problem darstellen dürfte 🤔
Gönne mir zu Weihnachten auch das Voigtländer 35/1.2 für Fuji X und freue mich schon drauf

100carat

Cosina stellt bereits seit 22 Jahren alle Objektive für Voigtländer her, Joachim. Ebenso produzieren sie Kameras in Lizenz beginnend 1999 mit Bessa L. Die von Mirko erwähnte Bessaflex (TM) kam 2003 hinzu. Für mich sind die wirklich interessanten Voigtländer Kameras, diejenigen aus deutscher Fertigung der 60er Jahre. Das waren Panzer und für damalige Zeiten Leuchttürme deutscher Ingenieurskunst. Die Voigtländer Bessamatic (es gab sie in mehreren Ausführungen) meines Vaters war meine erste Spiegelreflexkamera und von beeindruckender Qualität – und in Verbindung mit den damaligen Objektiven ein Qualitätswerkzeug, das sich hinter keiner Konkurrenz verstecken mußte.

Mirko

Servus 100,
bist Du Dir da sicher mit „erst ab 1999“ ??? Irgendwie habe ich im Hinterkopf eine Cosina SLR die auch unter Nikon vermarktet wurde ….ok Cosina, ist Voigtländer nicht mittlerweile Cosina ?

Joachim

Korrektur; es ist das 2,5/125 Macro APO Lanthar von Voigtländer. Ist so ähnlich mit der Mechanik wie das Sigma 70mm F2,8 DG MACRO; also Verlängerung des Objektivtubus.Ansonsten fällt mir noch Meyer Görlitz (alter Name) ein. Die sind im Prinzip ein Teil von Schneider Kreuznach. Da wurden ja auch mal Mittelformatobjektive gebaut.

Mirko

Hallo Joachim, Objektive von MOG (alt) habe ich einige und die Neuauflage des Primoplan 75mm würde mich schon reizen. Warte aber erst mal ab was Voigtländer für Fuji so bringen wird, haben ja auch ein hervorragendes 75mm Objektiv im Programm

Alfred Proksch

Die Umstellung auf DSLM Geräte war von allen Herstellern gewollt und gut gemeint. Das bedeutete für Canon, Nikon einen Systemwechsel weil die bisherigen Objektiv Anschlüsse hinfällig wurden! Mit Adaptern wird versucht die Fotografen bei der Stange zu halten.

Womit die Hersteller nicht gerechnet haben war die rasante Entwicklung der Smartphones die die Einsteiger Klasse betreffen. Viel entscheidender für die momentane Krise sind der Niedergang der Printmedien und der Wandel in der werbenden Industrie.

Aus meiner Sicht wäre es im Nachhinein besser gewesen wenn sich Canon, Nikon, Leica, Panasonic, Pentax, Sigma, einheitlich auf die L-Allianz geeinigt hätten.

Schlimm finde ich das die selben Fehler zur Zeit bei der E-Mobilität gemacht werden. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und vergisst dabei das die eventuellen Kunden pragmatisch denken und die Nutzungsbedingungen im Blick haben.

Peter Braczko

Sonst alles OK?

Martin Berding

Eigentlich ja komisch, dass es im Fotobereich keine Normung gibt. Jeder hat so sein eigenes Bajonett, wer sein Gehäuse von Canon auf Nikon ändern möchte, braucht wieder neue Objektive. Die Gleichstellung von Gewinden, Toleranzen, ein generell gültiges metrisches System, das wurde erst viel belächelt, ist aber unbedingt notwendig.
Die richtigen Wege sind die L-Allianz und das System MFT, aus genauerer Betrachtung und Überlegung. In Zukunft wird die herkömmliche Fotografie weiter zurückgehen, ist einfach so. Leider ist es bei Canon, Nikon und Sony für die L-Allianz zu spät, die Objektive sind teuer entwickelt worden. Die Kamerahersteller sollten endlich zur Autoindustrie schauen, da sind 70% Gleichteile und zwar bei allen Herstellern. Anders wäre ein bezahlbares Fahrzeug nicht möglich. Und es ist immer noch Raum, um “Emotionen” im Fahrzeug zu verbauen.

Joachim

Das Unterschiedliche ist die Geschäftsidee. Soviel ich weiss, sind viele gleiche Einzelteile in den Kameras gebaut. Knöpfe, Schrauben, Akkuschächte etc. Den Unterschied machen das Bajonett, der Sensor (nicht in allen Fällen) und die Software (ist aber immer sehr ähnlich in der Funktionsweise). L Bajonett würde bei den Großen die Umsätze verringern, da Fremdhersteller günstige Angebote machen können. Das ist so wie auf einer Schaukel. Die Unternehmen wollen Umsätze generieren und die noch Massen der Hobbyphotographen wollen günstige Preise bei guten Optiken.. Man müßte das mal zahlenmäßig vergleichen. Umsatzzahlen, welche Artikel usw. Das mit Algorithmen hochrechnen und hätte da l die Nase vorn, könnte die Familie wachsen. L könnte dann disruptiv wirken.

Frank

Selbst wenn diese Geschäftsidee der Unterschiede gedanklich nachvollziehbar ist, kaufmännisch wird sie zur Katastrophe, wenn nicht die benötigten Stückzahlen aufgrund der teuren Entwicklungen realisiert werden können.
Rein rechnerisch ist mein Umsatz zwar größer, wenn ich als Hersteller noch ein paar teure Objektive zur Kamera verkaufen kann. Jedoch muß ich zur Ermittlung meines Gewinns davon meine Entwicklungskosten subtrahieren. Und das war doch das große Problem der vergangenen Jahre. Es blieb nicht genug Gewinn in der Kasse, oder gar nur ein Minus.
Die breit aufgestellten Unternehmen wie Canon, Sony und Panasonic können sich ein Minus nur deshalb leisten, weil sie quersubventionieren können. Für den Rest gilt das eben nicht.
Würde sich die Kameraindustrie auf auf ein oder zwei Bajonette einigen, anschließend die Objektiventwicklungen den Drittanbietern übertragen, so fielen keine Entwicklungskosten an.
Durch die größeren Stückzahlen kämen auch die Objektiventwickler auf ihre Kosten.
Und selbst der Hobbyfotograf kann sich vielleicht das eine oder andere teurere Objektiv nun leisten.
Warum ist unmöglich, was beim Mft-Mount doch jahrelang Standard war?

Martin Berding

Das wichtigste Merkmal beim Auto ist der Motor, so jedenfalls denkt die Autoindustrie. Der Motor ist mehr eine emotionale Angelegenheit, ein 911er mit Ford Motor wäre undenkbar. Der künftige elektrische Antrieb als alleinige Quelle schafft Gleichheit, deshalb würde die Autoindustrie den E-Antrieb am liebsten verhindern. Wird aber nicht gehen, der Zug ist längst abgefahren. Was der Turbomotor im Porsche ist, ist eben das Bajonett beim jeweiligen Kamerahersteller. Datenprotokolle wurden und werden immer wieder nur zögerlich an Drittanbieter ausgegeben. Nur sind Kameras keine Autos, Emotionen sind selten der Kaufauslöser, sondern eher praktische Überlegungen. Es ist von Canon und Nikon klug gewesen, für den Wechsel von der alten Welt zur neuen den Objektivadapter anzubieten. Sonst hätten die wenigsten gekauft.
Die L-Allianz ist nicht nur mit dem Ziel des untereinander möglichen Austauschs gegründet worden. Da spielen auch ganz einfach psychologische Gründe mit. Wenn ein System von mehreren gemeinsam bedient wird, ist ein langfristiges Überleben eher wahrscheinlich. So denkt jeder und das ist im Prinzip völlig richtig. Genau das war der Antrieb damals für MFT und damit lagen sie genau richtig.

Frank

Das mit der Klugheit von Canon und Nikon bezüglich des Objektivadapters sehe ich ein wenig differenzierter.
Beide Anbieter hinken mit der Fertigung von Objektiven zur spiegellosen Kamera mächtig hinterher. Um überhaupt die neuen Modelle an den Fotografen zu bringen brauchten sie einfach diese Adaptionsmöglichkeit.
Und ob nun bei Nikon die Sache in trockenen Tüchern ist wird sich noch herausstellen. Ein Jahr in der Gewinnzone will da noch gar nichts heißen.
Gleichzeitig wurde das Angebot der preiswerten DSLR-Einstiegsobjektive massiv beschnitten. Es gibt zwar einen ausreichend großen Gebrauchtmarkt. Dort werden aber die Preise auch anziehen, da die Nachfrage steigt.
Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Warten wir also ab, wie lang sich die langen Lieferzeiten für einige Objektive noch hinziehen werden. Das wird ganz entscheident für das Weihnachtsgeschäft werden.