Marktgeschehen Olympus

Olympus: Kamerasparte machte im letzten Jahr 10,4 Milliarden Yen Verlust

Olympus hat die Zahlen für das inzwischen abgeschlossene Geschäftsjahr 2020 vorgelegt. Die Imaging Division verzeichnet ein Minus von 10,4 Milliarden Yen.

Olympus: Bericht für das Geschäftsjahr 2020

Bei vielen Unternehmen endet am 31. März das laufende Geschäftsjahr, so auch bei Olympus. Nachdem Nikon vor einigen Tagen bereits besorgniserregende Zahlen vorgelegt hat, hat nun auch Olympus den kompletten Geschäftsbericht für das zurückliegende Jahr veröffentlicht.

Kamerasparte mit deutlichem Verlust

Wie auch Nikon machte Olympus im Geschäftsjahr 2020 mit der Kamerasparte Verlust, konkret verzeichnet der Hersteller ein Minus in Höhe von 10,4 Milliarden Yen. Das entspricht ungefähr 86 Millionen Euro. Die gute Nachricht ist, dass die Verluste im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 deutlich gesenkt werden konnten. Damals lag der Verlust der Kamerasparte nämlich noch bei 18,3 Milliarden Yen.

Der Umsatz von Olympus Kamerasparte ist derweil von 48,7 Milliarden Yen im Geschäftsjahr 2019 auf 43,6 Milliarden Yen im Jahr 2020 gesunken.

Imaging Bereich vergleichsweise unwichtig für Olympus

Eine weitere gute Nachricht ist, dass das Unternehmen im Gesamten finanziell gut dasteht. Im Geschäftsjahr 2020 konnte ein Gewinn von 83,5 Milliarden Yen (697 Millionen Euro) bei einem Umsatz von 797 Milliarden Yen erwirtschaftet werden. Wenn man sich diese Zahlen anschaut, dann wird deutlich, welch kleine Rolle die Kamerasparte bei Olympus inzwischen nur noch spielt. Der Hersteller verdient sein Geld zu großen Teilen mit der Entwicklung von medizinischen Geräten – zum Glück. Wäre Olympus auf Gewinne aus dem Imaging Bereich angewiesen, würde der Hersteller möglicherweise schon gar nicht mehr existieren. Denn über die letzten 10 Jahre gesehen hat das Unternehmen mit der Kamerasparte rund 851 Millionen Euro Verlust gemacht. Hoffen wir, dass Olympus den Imaging Bereich auch weiterhin “mitschleppen” wird.

Quelle: Olympus

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joe

Jetzt bin ich echt schockiert, das ist ja ein Umsatz von gerade mal 360’000’000.-€ weniger als ein zwanzigstel von Canon Imaging. Jetzt müsste man nur noch die Zahlen von Panasonic wissen, aber die findet man leider nicht (oder zumindest ich nicht). Jetzt verstehe ich aber, warum Tony Northrup mittelfristig das MFT-System abschreibt.

Uwe Trappiel

…wer ist Tony Nordhrup???…
Sitzt er in der Geschäftsleitung, oder im Aufsichtsrat oder hat er eine wichtige Funktion bei Olympus Imaging.!????
Oder ein Entscheidungsträger ??…
Wir könnten jetzt alle wieder die Glaskugel rausholen und hätten bei 200 antworten 400 Meinungen.

Thorsten HH

Tony Northrup ist immer für Click-Baiting am Start.. Hier und da provokante Aussagen und schon gehen die Views seiner Videos hoch… Gefährlich, denn mit solchen Prognosen wird der Markt beinflusst, obwohl er nur ein YouTube-“Experte” unter vielen ist….

scenes from my sightwalks

Ich denke, Tony Northrup wäre in Youtube nicht halb so erfolgreich, wenn er nicht eine echt coole “Squaw” hätte (eine sehr sehenswerte “Native American”).

Nur wegen Chelsea Northrup schaue ich mir seine Videos an.

BEN

Auch wenn Olympus ein großer Konzern ist, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass sie dort die Imagingsparte koste es, was es wolle, retten. Das betrifft aber auch andere Hersteller wie z.B. Fuji, die im Wesentlichen ihre Imagesparte gar nicht brauchen. Für uns Fotografen und Filmer ist es natürlich eine gute Sache, wenn die Firmen an ihren Fotosparten festhalten. Vielleicht ist das ja auch eine Prestigeangelegenheit für die Firmen und vielleicht kommt ja auch Knowhow rüber, was man an anderer Stelle gut brauchen kann. Manchmal ist ja der Nutzen einer Sache nicht unbedingt an der Gewinnmarge der betreffenden Sparte abzulesen.

BEN

Ja, Fuji praktiziert es meine ich ähnlich. Es gibt so viele Dinge im Leben, deren Nutzen man erst spürt, wenn sie nicht mehr da sind.
Jeder Staat leistet sich eine Armee und auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre das rausgeschmissenes Geld. Aber es ist ein Arbeitgeber und die Forschung und Logistik dort bringt enorm viel für eine Gesellschaft. Wird oft zu sehr auf Krieg reduziert, den niemand wollen dürfte. Bloß, falls es einen Konflikt irgendwann geben sollte, ist man doch froh, wenn man Abschreckungspotenzial hat. Gibt sicher bessere Beispiele dafür, dass Nutzen nicht immer in Geldgewinn zu suchen ist. War nur eine Sache, die mir grad dazu einfiel.

Marco

Die werden durch die DSLM’s günstiger Sensoren usw für die Medizinprodukte einkaufen können. Bei einem Umsatz von 32 Milliarden im Mirrorless Bereich wirkt sich das bestimmt äußerst positiv auf den Einkaufspreis aus.

Mirko

Wenn ein „Mischkonzern“ in ein, zwei Bereichen „reinbuttern“ muß ist doch die Welt in Ordnung (solange die anderen Bereiche Geld bringen) nur wenn ein Bereich für alle anderen Bereiche des Konzerns aufkommen muss dann läuft was gewaltig schief

joe

@Mirko
…Wenn ein „Mischkonzern“ in ein, zwei Bereichen „reinbuttern“ muß ist doch die Welt in Ordnung…

seit Mitte der 90er Jahre, als der “shareholder value” plötzlich im Mittelpunkt stand, sind diese Zeiten leider vorbei. Seither werden nicht nur jede einzelne Division, also jeder einzelne Geschäftsbereich, sondern jede einzelne Abteilung als “Cost Centre” betrachtet und auf ihre Profitabilität überprüft. Was nicht zumindest kostendeckend ist, wird umorganisiert oder wegrationalisiert. Es gibt keine erfolgreichen und profitablen Unternehmungen, die nicht nach dieser finanzbuchhalterischen Methode vorgehen.
Sobald mögliche Synergieeffekte zwischen einzelnen Divisionen geringer sind als die Verluste wird, auch im konservativen Japan, der verlustbringende Geschäftsbereich geschlossen. Deswegen sehe ich für die Imaging Division von Olympus nicht unbedingt eine sichere Zukunft.

Ralf

Mark! Gib doch bitte in Euren Artikeln mal die Wirtschaftskennzahlen in einer bekannten Währung an. Ich muss mir immer mühsam den Yen in Euro oder Dollar umrechnen, damit ich eine Vorstellung von den finanziellen Grössenordnungen bekomme.

Tom

Stand diesmal von Anfang an dabei, nach dem Artikel über Nikon habe ich geschaut, ob es hier gleich dabei steht.

“Wie auch Nikon machte Olympus im Geschäftsjahr 2020 mit der Kamerasparte Verlust, konkret verzeichnet der Hersteller ein Minus in Höhe von 10,4 Milliarden Yen. Das entspricht ungefähr 86 Millionen Euro. ”

“Im Geschäftsjahr 2020 konnte ein Gewinn von 83,5 Milliarden Yen (697 Millionen Euro)…”

daniel

fujifilm profitiert noch heute von dem wissen, was sie in analoger zeit im bereich der photographie sammeln konnten. sei es medizin, kosmetik oder photopapier. manchesmal weiß man einfach nicht, zu was das wissen noch genutzt wird. olympus baut schließlich auch mikroskope, ferngläser,… und was weis ich was noch alles. manchmal ist es doch auch nur ein schön-/schlecht-schreiben um den rest anders aussehen lassen zu können. wir haben früher in der ag viel geld in die entwicklung gesteckt, damit die gewinne nicht zu groß ausfielen. so mussten keine beteiligungen an angestellte gezahlt werden. in den gmbh sah das anders aus.

so ist es auch ein fehler, wenn man in einem deutschen unternehmen gewinne erziehlt, wenn man noch bsp in luxemburg ein unternehnen hat. gewinne werden dort weitaus geringer versteuert. deutsche sparte läuft somit auf null und luxemburg wird gescheffelt. zahlen die dort ausgegeben werden, sind daher noch lange nicht das was tatsache ist.

Wolf

CANON hat auch jede Menge andere Produkte im Portfolio! Also ist auch das eine “gesunde Mischung”.
Diese Firmen machen es schon richtig, um manch schwächere Sparten stützen zu KÖNNEN!
Die EINZIGE Firma die, meines Erachtens, WIRKLICH in Gefahr ist zu sterben ist NIKON!
DIE haben außer ihrer optischen Sparte GAR NIX womit sie was stützen könnten!
LG WOLF

N1USER

Also, wenn meine Informationen noch aktuell sind, gehört Nikon zur Mitsubishi Corporation. Insofern ist da vielleicht doch so etwas wie ein Sicherheitsnetz.

Thomas Müller

Nikon baut auch Anlagen für die Waferfertigung, vor allem Stepper. Ausserdem gehört auch meines Wissens nach Nikon zum Riesenkonzern Mitsubishi. Selbst andauernde Verluste von Nikon müssen also nicht zwangsweise zu einer Insolvenz des Unternehmens führen, falls Mitsubishi die Verluste ausgleicht, weil man aus anderen als rein finanziellen Ergebnisggründen von Nikon für den Gesamtkonzern einen Mehrwert durch die Existenz von Nikon sehen sollte.

Jo El

Wundert mich ehrlich gesagt nicht. Ich war von meiner Olympus OM d e m 5 begeistert, aber die extreme Hochpreisstrategie hat mich verschreckt. Jetzt bin ich bei Panasonic und habe zwischendurch sogar einen Wechsel zu Fuji in Betracht gezogen.
Und von den 3 Olympus-Benutzen in meinem Umfeld ist das allen so gegangen. Entweder Pana, Fuji oder warten und auf ein ordentliches und BEZAHLBARES Modell von Olympus hoffen.

Markus B.

Na, dann sind doch alle Auguren zufrieden. Nikon ist pleite, Olympus ist weg, Pentax sowieso und, und, und…ich finde es amüsant wie hier eine Firma nach der anderen abgeschrieben wird. Höre ich da bei einigen eine leise Schadenfreude im Unterton? Da bleiben uns ja bald nur noch Canon und Sony übrig. Der eine to Big to fail, der andere erzeugt seine Gewinne über Playstation und Co. Leute, seid froh, wenn uns noch lange viele der klassischen Fotofirmen erhalten bleiben. Denn ein Markt ohne Wettbewerb sorgt weder für günstige Preise, noch für innovativen Fortschritt. Insofern sollten wir um jede Firma froh sein, die überlebt…

Robin

Man befrage das Orakel von Northrup.
Wie läuft eigentlich dem sein YouTube Kanal?

Oder man kaufe ein bei Olympus, da bekommt man derzeit Kameras geschenkt.

https://www.43rumors.com/crazy-deal-buy-three-zuiko-lenses-and-you-get-one-omd-camera-for-free-e-m1x-or-e-miii/

Außerdem, Leica wird ewig existieren, denn für einen Mythos findet sich immer ein potenter Investor.