Chinesische Sensorhersteller gewinnen Marktanteile hinzu. Sonys Vorsprung wächst trotzdem weiter.
Sony hat seinen Vorsprung bei Bildsensoren 2025 weiter ausgebaut. Laut der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei entfielen 53,6 Prozent des weltweiten Umsatzes mit CMOS-Bildsensoren auf Sony, 1,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Zahlen stammen aus derselben jährlichen Auswertung, in der Sony bei den ausgelieferten Kameras Anteile verlor. Als Sensorlieferant versorgt Sony trotzdem einen Großteil der aktuellen Systemkameras.
OmniVision zieht an Samsung vorbei
Hinter Sony folgen OmniVision mit 13,4 Prozent und Samsung mit 13,2 Prozent fast auf gleicher Höhe. Samsung verlor 1,7 Prozentpunkte und fällt damit auf Platz drei zurück, OmniVision büßte nur 0,1 Punkte ein. OmniVision gehört inzwischen vollständig zum chinesischen Halbleiterkonzern Will Semiconductor aus Shanghai. Samsung steckt derzeit viel Geld in HBM, einen besonders schnellen Speicher für KI-Rechenzentren, der deutlich höhere Margen abwirft als Bildsensoren.
Die chinesischen Hersteller SmartSens und GalaxyCore legten um 1,7 und 0,6 Prozentpunkte auf 5,6 und 3,9 Prozent zu. SmartSens ist vor allem bei Überwachungskameras und günstigen Sensoren für Autos und Smartphones stark, GalaxyCore bei Smartphone-Sensoren der unteren und mittleren Preisklasse. Zusammen mit OmniVision kommen die drei chinesischen Anbieter unter den ersten fünf auf 22,9 Prozent, weitere Hersteller teilen sich 10,3 Prozent.
Teure Smartphone-Sensoren treiben Sonys Anteil
Die Rangliste bildet den Umsatz ab, nicht die Stückzahl. Sony verdient vor allem an großen Stacked-Sensoren für teure Smartphones wie das iPhone. Bei diesen Sensoren liegen Pixel und Ausleseelektronik in übereinanderliegenden Schichten. Chinesische Anbieter setzen dagegen auf günstige Sensoren in hohen Stückzahlen.
Sonys Sensorsparte erreichte im Geschäftsjahr 2025 einen Rekordumsatz von 2.151,5 Milliarden Yen (ca. 11,6 Milliarden Euro). Der Konzern erwartet für 2026 weniger Wachstum bei Smartphone-Sensoren, weil diese kaum noch größer werden. Mehr verkaufen will Sony dafür an Kamerahersteller.

Autos, Industrie und Tamron als nächste Ziele
Sony baut außerdem das Geschäft mit Sensoren für Fahrassistenzsysteme und Fabrikautomation aus. Unter dem Schlagwort “Physical AI” will der Konzern Sensoren und KI-Auswertung enger verbinden. Tamron, dem Sony ein Übernahmeangebot gemacht hat, nennt das Thema ebenfalls als künftigen Wachstumsbereich.
Sony und TSMC planen für die nächste Sensorgeneration eine gemeinsame Fabrik in Japan. Die Serienfertigung soll dort frühestens 2029 anlaufen.
via: Sonyaddict | Beitragsbild: Muhammad Talha

