Das Sensorgeschäft trägt Sony zu einem Rekordjahr. Im neuen Geschäftsjahr verschiebt sich der Schwerpunkt von Smartphones hin zu Kameras.
Die Sony Group hat die Zahlen für das am 31. März 2026 abgelaufene Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Der Umsatz aus dem fortgeführten Geschäft stieg um 4 Prozent auf 12.479,6 Milliarden Yen (umgerechnet rund 67 Milliarden Euro), das operative Ergebnis legte um 13 Prozent auf 1.447,5 Milliarden Yen (rund 7,8 Milliarden Euro) zu und markiert einen neuen Höchststand. Getragen wurde das Wachstum neben dem Musik- vor allem vom Sensorgeschäft, während das Segment mit Kameras, Fernsehern und Audio Rückgänge verzeichnete.

Bildsensoren erreichen neue Bestmarke
Im Bereich Imaging & Sensing Solutions, der Sonys Bildsensorgeschäft umfasst, kletterte der Umsatz um 20 Prozent auf 2.151,5 Milliarden Yen (rund 11,6 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis sprang um 37 Prozent auf 357,3 Milliarden Yen (rund 1,9 Milliarden Euro) und erreichte einen neuen Höchststand. Bemerkenswert ist, dass Wechselkurseffekte den Umsatz um 15 Milliarden Yen schmälerten. Das Wachstum kam also operativ zustande und nicht durch den schwachen Yen.
Sony führt das Plus auf höhere Verkäufe von Sensoren für Smartphones, einen besseren Produktmix und höhere Stückzahlen zurück. Im vierten Quartal liefen die Mobile-Sensoren stärker als prognostiziert, gestützt durch kräftige Auslieferungen an einen wichtigen Großkunden.

Belastend wirkten ein Verlust von 19,9 Milliarden Yen (rund 107 Millionen Euro) aus dem Verkauf der Beteiligung an Sony Semiconductor Israel sowie Wertberichtigungen von 16,5 Milliarden Yen (rund 89 Millionen Euro) auf einen Teil der Anlagen im Display-Geschäft. Parallel zur Bilanzvorlage hat Sony eine Absichtserklärung mit TSMC für ein Joint Venture zur Entwicklung und Fertigung von Bildsensoren der nächsten Generation unterzeichnet, wie wir berichteten.
Elektroniksparte schrumpft, Kameras sollen 2026 treiben
Das Segment Entertainment, Technology & Services, in dem Kameras, Fernseher und Audio gebündelt sind, schloss schwächer ab. Der Umsatz fiel um 6 Prozent auf 2.260,5 Milliarden Yen (rund 12,2 Milliarden Euro), das operative Ergebnis sank um 17 Prozent auf 158,6 Milliarden Yen (rund 856 Millionen Euro). Als Hauptursache nennt Sony rückläufige Stückzahlen bei den Displays. Die Kamerasparte erwähnt der Konzern in diesem Zusammenhang nicht.

Für 2026 rechnet Sony in diesem Segment mit einem leichten Ergebnisrückgang. Rund 30 Milliarden Yen (etwa 162 Millionen Euro) Mehrkosten durch gestiegene Speicherpreise will der Konzern über Einkauf, Produktdesign und regionale Vertriebsmaßnahmen abfedern. Hinzu kommen etwa 20 Milliarden Yen (rund 108 Millionen Euro) Aufwand für die angekündigte Partnerschaft mit TCL im Home-Entertainment-Bereich. Ohne diese Sonderposten will Sony in allen Bereichen besser werden, angeführt vom Kamerageschäft.
Vorsicht bei Smartphone-Sensoren, mehr Kamerasensoren
Im Sensorgeschäft selbst erwartet Sony für 2026 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 2.070 Milliarden Yen (rund 11,2 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis soll dennoch um 12 Prozent auf 400 Milliarden Yen (rund 2,2 Milliarden Euro) steigen. Der Konzern begründet die zurückhaltende Umsatzprognose damit, dass der Trend zu größeren Sensoren in Smartphones abflacht und die Lage auf dem Speichermarkt unsicher bleibt. Im Gegenzug rechnet Sony mit höheren Verkäufen von Sensoren für Digitalkameras.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 peilt Sony konzernweit ein operatives Ergebnis von 1.600 Milliarden Yen (rund 8,6 Milliarden Euro) an, ein Plus von 11 Prozent. Damit würde der Konzern die Ziele seines fünften Mittelfristplans (Geschäftsjahre 2024 bis 2026) deutlich übertreffen. Angestrebt waren ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von 10 Prozent und eine kumulierte operative Marge von ebenfalls 10 Prozent, prognostiziert sind nun 16 Prozent beziehungsweise 11,7 Prozent.

Nicht allen in der Kamerabranche geht es derzeit so gut: Nikon hat gerade das schwächste Jahresergebnis seit vielen Jahren vorgelegt.
Beitragsbild: Brent Ninaber

