Sony Marktgeschehen

Sony und TSMC stecken Milliarden in Bildsensoren der nächsten Generation

Aus der Absichtserklärung im Mai wird ein Milliardenprojekt. Bis zur Serienfertigung dauert es aber noch.

Sony und TSMC wollen zusammen rund 1 Billion Yen (etwa 5,4 Milliarden Euro) in ihre geplante Bildsensor-Fabrik in Japan investieren. Das berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei. Damit bekommt das im Mai angekündigte Gemeinschaftsunternehmen erstmals eine konkrete Summe. Für Fotografen ist das relevant, weil Sony der größte Bildsensor-Hersteller der Welt ist und die Chips für einen Großteil der aktuellen Systemkameras liefert.

Das Geld dafür kommt aus einer Sparte, die gerade sehr gut läuft. Sonys Sensorgeschäft erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekord, 2.151,5 Milliarden Yen (rund 11,6 Milliarden Euro) Umsatz. Für 2026 rechnet Sony dort mit einem Rückgang, weil Smartphone-Sensoren kaum noch größer werden. Zulegen sollen dafür die Sensoren für Digitalkameras.

Sony hält die Mehrheit

Sony soll rund 60 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, TSMC etwa 40 Prozent. Die Serienfertigung soll frühestens 2029 in der Präfektur Kumamoto im Süden Japans anlaufen, wo TSMC bereits eine eigene Chipfabrik betreibt.

Bloomberg beschreibt die Gespräche als laufend. Wann das Geld fließen soll, ist demnach offen. Die Investitionsvereinbarung soll in den kommenden Monaten stehen.

Weniger eigene Werke, mehr Partner

Sony baut sein Sensorgeschäft seit einiger Zeit um. Statt selbst immer neue Fabriken zu finanzieren, holt der Konzern Fertigungspartner an Bord und steckt Geld verstärkt in Bereiche wie Musikrechte, Filme und Spiele, schreibt die Japan Times. Zu Sonys Sensorkunden zählen unter anderem Apple, Samsung und Huawei.

Als Einsatzgebiete für die neuen Sensoren nennen beide Unternehmen vor allem Smartphones und Autos, dazu Robotik. Wann und ob Sensoren aus dieser Fertigung in Kameras landen, ist offen.

Sony bewegt sich derzeit an mehreren Stellen gleichzeitig. Ende Juli wurde bekannt, dass der Konzern Tamron ein Übernahmeangebot gemacht hat, an dem Objektivhersteller ist Sony seit Jahren beteiligt. Bei den Sensoren gibt der Konzern also Fertigung ab, beim Objektivgeschäft greift er zu.

Wie so eine Sensorgeneration aussieht, hat Sony im Juni gezeigt. Der Lytia L910 holt 100 dB Dynamikumfang aus einer einzigen Belichtung, statt mehrere Aufnahmen zu verrechnen. Das spart Rechenschritte im Smartphone und vermeidet Geisterbilder bei bewegten Motiven.

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13 Kommentare
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Alfred Proksch

Was bedeutet das für uns Foto/Videografen?

Warum Industrien geschäftlich so handeln kann ich nachvollziehen – weil die Strategie dahinter Zukunftsgerichtet ist.

Zu Sonys Sensorkunden zählen unter anderem Apple, Samsung und Huawei.“ Wird damit angedeutet da z.B. für MFT sowie vielleicht APS-C Sensoren weniger Interesse an deren Weiterentwicklung besteht? Stichwort Lytia L910 Sensor. Also gegen Bridge Kameras mit Lichtstarken Zoom Objektiven plus solchen 1-Zoll Sensoren hätte ich nichts einzuwenden.

Mirko

Scheinbar gehen, ausgerechnet im Technik-Land Japan, die Preise für gebrauchte Kompaktkameras mit alten CCD Sensoren steil nach oben. Scheinbar gibt es genug Menschen die das „sterile“ Bild nicht mehr bevorzugen.

CJuser

Abwarten. Die ersten chinesischen Hersteller gehen bei Smartphones bereits in den Bereich MFT. Und hoffentlich folgen auch endlich mal die koreanischen und amerikanischen Big-Player. 🙂

LEHRMANN RUDOLF

Hat Sony Interesse zu bringen einen besseren Global Shutter Sensor als der jetzigen der verbaut ist in der Sony Alpha 9 III?
Zum Beispiel mit 45 Megapixel und ISO 100. Traue es Sony zu…

Rolf Carl

Ich nicht, die tüfteln noch eine Weile. Zudem glaube ich auch, dass der GS ein Nischenprodukt bleibt.

Conny

Nö, ganz sicher bringen die das!

Haben technisch schon alles was nötig ist fertig in der Schublade bzw. in den neuesten SP Sensoren verbaut und in Betrieb.

-Zusatzlayer für die Verdoppelung der FWCs was dann den Dynamiknachteil bei niederen ISO ad acta legt.

-Dual-/Triplegain readout ohne mechanischen Schutter

-Signalverarbeitung direkt on Chip

Es ist halt die Frage wann die aktuelle A1 III wirklich kommen wird.

Denn mit der A9iii und der A1ii decken Sie ja eigentlich schon alles ab…

Wirklicher Druck von der Konkurrenz ist ja da gerade nicht in Sicht…

Und zurück zum Thema des Artikels…
Diese Investition hat wohl wirklich kaum was mit unseren Systemkameras zu tun.
Es fällt vielleicht etwas dabei ab aber auch nicht mehr.

Ein großer Zuwachs hat der Automotiv Markt, zwecks Assistenztechnologie. Da hat jedes Auto in Zukunft etliche und vor allem intelligente Kameras.

Rene Stämpfli

Ja die werden sicher einen Nachfolger bringen. Vermutlich wird der noch in der “alten” Fab produziert und mit dem Prozessor der A7RVI verbaut. Schätze so 2028, gerade richtig zu meinem 80sten.

joe -

Interessant, dass diese Cooperation überhaupt genehmigt wurde, bei einem weltweiten Marktanteil von Sony von knapp 50%. Das wäre in der EU nicht oder nur unter strengen Bedingungen möglich. Dennoch erstaunlich, dass Canon trotz des vernachlässigbaren Marktanteils von unter 2%, zumindest im Fotobereich relativ gut mithalten kann.

Rene Stämpfli

Die nächste Generation der Bildsensoren wird eine viel grössere Integrationsdichte in den stacked Layers haben. Da werden wesentlich mehr Bereiche der Grafikpipeline auf den Sensor verschoben. TSMC beherrscht die Fertigung im 2 nano Bereich und höher. SONY das Stacking. Da wird die Luft für Canon’s eigene Bildsensoren nochmals deutlich dünner.

joe

“…Da wird die Luft für Canon’s eigene Bildsensoren nochmals deutlich dünner…” Das denke ich auch, aber bis das marktreif ist, ist Fotografie mit klassischen Kameras sowieso nur noch Nische in der Nische, aber die Zukunft der Sensor Technologie liegt eh in anderen Bereichen.

Rene Stämpfli

Ist bereits heute Nische, aber die Wertschöpfung ist vermutlich wesentlich grösser, trotz geringeren Stückzahlen. Was ab 2029 in welcher Fab produziert wird, ist ja auch noch nicht bekannt. Die jetzige Fab wir wohl kaum geschlossen. Wir werden sehen.

Alfred Proksch

Conny bevor du das missverstehst, es geht mir NICHT um die Technik.

Rein aus der fotografischen Sicht eines Anwenders der gelegentlich (3x im Jahr) einen Videoclip herstellt finde ich die Meldung zwar interessant beunruhigt mich aber nicht. Heißt es doch: “Wann und ob Sensoren aus dieser Fertigung in Kameras landen, ist offen.“

NOCH können Systemkamera Hersteller ihre Produkte verkaufen. Die Stammkundschaft stirbt weg, es bleiben weltweit nur 15% Anwender für diese Boliden Systeme übrig. Strategisch gesehen sind Übernahmen von Objektiv Herstellern sinnvoll. Deswegen ist Sony schon länger mit Apple, Samsung und Huawei verbunden. Stagnieren dort wegen zu hoher Preise sowie der Sättigung des Marktes die Stückzahlen ist das ein wirklich ernsthaftes Problem. Die Industrieprodukte bleiben übrig denn dort ist Wachstum an der Tagesordnung, es besteht weltweit enormer Bedarf.

Andererseits komme ich ins Grübeln wenn ich 10 Jahre alte sauber erstellte Bilddateien betrachte. Sind denn die Dateien aus den neueren Systemen wirklich besser? Sie bieten mehr Megapixel aber meiner Meinung nach ist das schon alles.

Conny

Hallo Alfred,
ich glaube Dein Post war wohl nicht an mich gerichtet …

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