Canon sichert sich knappe Bauteile für 2027 mit allen Mitteln. Die höheren Einkaufspreise sollen über die Verkaufspreise zurückkommen.
Canon will gestiegene Kosten ab 2027 über höhere Preise an die Kundschaft weitergeben. In seiner Zusammenfassung der Analystenfragen zum dritten Quartal 2026 erklärt der Konzern, höhere Einkaufskosten “ab dem nächsten Jahr durch Preiserhöhungen auszugleichen”. Für das Imaging-Geschäft mit Kameras und Objektiven gilt das ausdrücklich, sofern die Kosten hoch bleiben.
Canon erwartet 2027 keine sinkenden Speicherpreise
Canon geht davon aus, dass Speicher und Rohstoffe 2027 nicht billiger werden. Weil die höheren Kosten dann das ganze Jahr über anfallen, bleiben sie eine Belastung. Zugleich fallen Zollrückerstattungen weg, die dem Konzern in diesem Jahr 60 bis 70 Milliarden Yen (ca. 340 bis 400 Millionen Euro) eingebracht haben.
Die Speicherbauteile für dieses Jahr hat Canon nach eigenen Angaben bereits gesichert, die Einkaufspreise im vierten Quartal lagen ungefähr auf dem erwarteten Niveau. Knappe Bauteile für 2027 beschafft der Konzern schon jetzt mit allen Mitteln und baut dafür überdurchschnittlich hohe Lagerbestände auf. Preise passt das Unternehmen bereits laufend an, wenn Kosten steigen. Wie stark es künftig erhöht, will Canon langfristig entscheiden und dabei mögliche Absatzeinbußen gegen die Profitabilität abwägen.
Imaging-Sparte verliert rund fünf Prozentpunkte Marge
Im Imaging-Geschäft rechnet Canon für das vierte Quartal mit einer deutlich niedrigeren operativen Marge als im Vorjahr. Teurer Speicher und Kosten durch die Lage im Nahen Osten drücken sie um etwa fünf Prozentpunkte, zudem lief das Geschäft mit Netzwerkkameras im Vorjahr außergewöhnlich gut. Diese Kosten habe Canon bislang nicht vollständig über die Preise weitergegeben, heißt es. “Wenn diese höheren Kosten im nächsten Jahr anhalten, werden wir sie durch Preiserhöhungen auffangen.”
Von der Bauteilknappheit spürt die Imaging-Sparte nach Angaben des Herstellers bislang wenig, weil Canon früh vorgesorgt hat. Bei Kompaktkameras, deren Umsatz im dritten Quartal um mehr als die Hälfte wuchs, fällt die geplante Produktionssteigerung aber kleiner aus als vorgesehen. Canon fehlen dafür Leiterplatten und elektronische Bauteile, die wegen der Nachfrage aus dem KI-Bereich knapp sind. Besonders gefragt ist seit Monaten die PowerShot G7 X Mark III, die trotz mehrfach erhöhter Produktion oft nicht lieferbar ist.

Kompaktkameras und teure Vollformatmodelle stützen den Umsatz
Im dritten Quartal verkaufte Canon laut seiner Quartalspräsentation rund 620.000 Systemkameras, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Kameraumsatz stieg in Yen trotzdem um 4 Prozent, in lokalen Währungen sank er um 3,6 Prozent.
Mit Kompaktkameras setzte Canon laut Digital Camera Life mehr als die Hälfte mehr um als im Vorjahr. Bei den Systemkameras hoben EOS R6 Mark III und EOS R6 V den Durchschnittspreis. Wegen schwacher Märkte im Nahen Osten und in China senkte Canon die Jahresprognose für Systemkameras um 50.000 auf 2,75 Millionen Stück. Neben den beiden R6-Modellen soll im Schlussquartal auch die im Oktober gestartete EOS R8 Mark II für Wachstum sorgen.
Canon hatte höhere Preise schon in Aussicht gestellt
Canon hatte bereits bei den Zahlen zum zweiten Quartal erklärt, wegen des Nahost-Konflikts und teurer Speicherchips einige Preise angehoben zu haben. Weitere Schritte wollte der Konzern damals noch prüfen, jetzt bezeichnet er Preiserhöhungen ab 2027 als seine Linie. In Japan hatte Canon Japan schon im Mai die Preise für zwölf Kameras, 47 Objektive und vier Kompaktkameras angehoben, die EOS R8 kostet dort seitdem 10 Prozent mehr.
Auch andere Hersteller geben gestiegene Kosten bereits weiter oder ziehen es in Betracht. Fujifilm hat laut einem autorisierten Fachhändler zum September in Europa die Preise mehrerer Kameras erhöht, die X100VI etwa von 1.799 auf 1.999 Euro. Nikon schloss im Mai nicht aus, höhere Speicherkosten an die Kundschaft weiterzugeben. Ricoh hat in Japan im Juli die GR-Kameras verteuert und hebt ab dem 2. November auch die Preise für deren Zubehör an.
Ob die Speicherknappheit auch Neuheiten verzögert, etwa die mehrfach verschobene Sony FX5, hat bislang kein Hersteller bestätigt. Welche Produkte 2027 teurer werden und um wie viel, nennt Canon nicht.


Gut, dass man nicht kaufen muss.😉
Fragt man die Händler, würden die eher Preisnachlässe fordern, da der Handel ziemlich mau sein soll🤔.
Aber hey, vielleicht verleitet gerade diese Nachricht die Leute dazu, noch vor Weihnachten zuzuschlagen.
Offenbar hat die Nachricht im zweiten Quartal nicht die Kaufimpulse ausgelöst, die man sich gewünscht hat – vielleicht klappt es dieses Mal.
Genau deshalb steuern wir auf eine größere Wirtschaftskrise zu. Viele Menschen haben durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten einfach immer weniger Geld übrig. Gleichzeitig wächst die Angst vor der Zukunft. Politische Unsicherheit, mögliche Jobverluste durch KI und die Probleme in der Autoindustrie sorgen dafür, dass viele ihr Geld lieber zusammenhalten, anstatt es im Handel auszugeben.
Gleichzeitig bleiben die Preise hoch und die Inflation macht uns weiterhin zu schaffen. Die Kaufkraft sinkt, aber gerade jetzt können sich viele Unternehmen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage kaum höhere Löhne leisten.
Also wenn ich einkaufen gehe, sehe ich aber nichts von wegen“ Geld zusammen halten“ . Die Einkaufswagen stets gut gefüllt mit Bier, Schnaps und Milka die Tafel für 2€, dazu noch allerlei Fertigfrass. Und auf dem Parkplatz wird dann der ganze Mist in Autos verladen deren Wert weit über 40000€ liegt. Sooo schlimm kann es in Deutschland ja nicht sein. Ich habe bisher auch keinen schlanken Hartz4 Empfänger gesehen, alle wohl genährt und alles Raucher, dazu noch ein bis zwei Hunde. So what…?
Die Autos sind aber alle geleast und gehören den Leuten nicht. Klar, noch nagen wir nicht am Hungertuch und viele Leute leben auch einfach über ihren Verhältnissen, aber der alltägliche Lebensstil ist das, was die Leute als aller letztes ändern. Bevor jemand auf Genussmittel verzichtet, kauft er sich eben erstmal lieber keine neue Kamera oder ähnliches. Zu dem Part mit schlanken Hartz 4 Empfängern muss ich allerdings sagen, dass Schlankheit nicht mit wenig Geld in Verbindung gebracht werden sollte. Aktuell ist gesunde Ernährung in vielen Bereichen teurer als ungesunde Ernährung, also ist eigentlich Übergewicht tendenziell eher ein Zeichen der Armut.
…oder ein Anzeichen von außergewöhnlicher Dummheit. Um mich gesund zu ernähren muss ich nicht reich sein. Faulheit ist deren großes Proplem, es ist einfacher einen Döner an der Ecke zu holen, als sich mal mit selbst kochen zu beschäftigen. So sieht es aus mein Lieber.
Genau das ist die Realität,
vor der viele noch die Augen verschließen. Der klassische Kameramarkt schrumpft in bestimmten Segmenten massiv, weil generative KI und Smartphones kommerzielle Fotoprojekte zunehmend überflüssig machen. Wir sehen hier keinen temporären Trend, sondern einen permanenten Strukturwandel. Die Frage ist nicht mehr, ob KI die Fotografie ersetzt, sondern für welche Nischen es sich in Zukunft überhaupt noch lohnt, eine High-End-Kamera in die Hand zu nehmen.
Meine Fotoausrüstung ist gebraucht … Info im Link.
Zitat: „Im dritten Quartal verkaufte Canon 16 Prozent weniger Systemkameras als im Vorjahr.“
Da Canon im Bereich der Systemkameras, abgesehen von den V-Modellen, praktisch ausschließlich auf einen einheitlichen Formfaktor setzt, dürfte sich dieser Abwärtstrend wohl fortsetzen.
Alle anderen Hersteller bieten im Fotobereich inzwischen Systemkameras mit unterschiedlichen Formfaktoren und Gehäusegrößen an um verschiedene Zielgruppen und fotografische Vorlieben anzusprechen.
Canon hingegen verschläft diese Entwicklung einmal mehr. Man scheint sich bei der Produktentwicklung fast ausschließlich an den Vorlieben der eigenen Ambassadors zu orientieren anstatt auch die Bedürfnisse anderer Fotografengruppen ernst zu nehmen.
Es kommt nicht von ungefähr, dass man beispielsweise unter Streetfotografen kaum Canon-Nutzer findet.
Bei so wenig Flexibilität und Fantasie in der Kamerapalette und dem für manche leidigen Objektiv-Thema sollte man sich nicht allzu sehr auf das Motto „Too big to fail“ verlassen. Es sind schon deutlich größere Unternehmen und einstige Marktgrößen überraschend vom Markt verschwunden.
Canon ist die Nummer 1. Wenn die 16% weniger verkauft haben im dritten Quartal was ist los bei Nikon?
Ich bin selbst Canon-Nutzer und weiß dass sie die Nummer 1 sind. Aber das bedeutet nicht, dass sie es bleiben.
Nikon ist das beste Beispiel dafür wie rasch es abwärts gehen kann.
Zwischen den verkauften Stückzahlen von Canon und Nikon liegen doch Welten… Dazu hängt doch Nikon seit Jahren am Arsch von Sony und muss warten bis Sie was produziert bekommen! Ja, bin Nikon Fan! Seit der Nikon D850 läuft einiges schief bei Nikon. Die Z9 enttäuscht und die Neue Z9 II ist verschoben auf 2027, laut Nikon Leute in Nürnberg auf der Imaging World wird Sie nicht einmal noch im Februar 2027 da sein. Möglich dass Canon noch eine R3 II bringt vor der Nikon Z9 II, Gerüchte auf YouTube gibt es einige. Ja, Gerüchte nur…
Ja, insgesamt steht Canon im Bereich der Digitalkameras durchaus gut da.
Im Segment der spiegellosen Systemkameras sieht die Situation allerdings anders aus. Hier liegt Sony vorne. Und wenn Canon seinen bisherigen Kurs beibehält, könnte man rasch weiter abfallen.
Falsch, auch bei spiegellosen Systemkameras mit Wechselobjektiv ist Canon Platz 1. Im Jahr 2025 hat Canon 2,3 Mio. Einheiten produziert und ausgeliefert, Sony nur 1,8 Mio.
Na wenn du seit der D850 keine guten Bilder mehr mit den gebotenen Kameras zusammen bekommst, dann ist es wohl ein Layer 8 Problem.
Tja, wenn die mit z8/9 nicht in der Lage bist ansprechende Bilder zu machen liegt das Problem sehr wahrscheinlich nicht an den Kameras….
Ein kritischer Kommentar über Nikon? Das geht ja gar nicht. Zum Glück war die Forumspolizei, vertreten durch „Markus S.“ und „austrian“, gleich zur Stelle, um Rudolf, selbst bekennender Nikon-Fan, zu beschämen. 👍
Der Kameramarkt konsolidiert insgesamt. Die CIPA Zahlen lügen nicht.. Welche konkreten Vorteile bringt eine fiktive Nikon Z9II oder Canon EOS R1 Mark II? Welche Situationen können Agenturfotografen mit den aktuellen Flaggschiffmodellen nicht abdecken? Die Bodys sind technisch weitgehend ausgereizt und die Objektive liefern schon heute unabhängig vom Hersteller eine Abbildungsleistung nah am physikalischen Limit.
Gefühlt drei Jahre erzählt er immer wieder den gleichen Quatsch: AF unbrauchbar, Augen-AF unbrauchbar, kein Global Shutter usw. Wenn man ein Gerät nicht bedienen kann und einen GS braucht, dann kauft man einfach die A 9III und jammert dann mal drei Jahre über Sony, weil dies und das und jedes unbrauchbar ist. Oder hält einfach mal die Klappe.
Dein Sensor scheint defekt zu sein oder generall falsch eingestellt??? In einem anderen Beitrag habe ich etwas positives über Leica geschrieben und du bekommst es nicht mit? Shame on you.
Sonst alles gut bei dir?
Alter, beschämen, ich fasse es nicht, Polemik pur.
Den inhaltlichen Teil erspare ich mir, der wurde von Rolf Carl bereits hinlänglich dargelegt.
Nur weil man viel verkauft, muss das Produkt nicht unbedingt gut sein. KIA verkauft auch mehr Autos als AUDI, aber sind KIA‘S dadurch besser?
Hier ist wohl wieder Markenkimdergarten!
Ja, und diejenigen, die anderen gegenüber blöd kommen, haben nicht die Eier, das unter ihrer echten Identität zu tun.
Alle wichtigen Märkte kämpfen mit Inflation und dadurch verursachten Teuerungswellen, egal ob Lebensmittel, Mieten oder Dienstleistungen. Systemkameras sind „Luxus-Artikel“, die müssen nicht regelmäßig neu angeschafft werden. Fotogeräte länger nutzen – kein Problem, das „Altgerät“ wird nicht schlechter nur weil ein minimal verbessertes teureres Nachfolgemodell auf der Ladentheke steht.
Wer theoretisch die Nase vorne hat ist vielleicht für Statistiker von Interesse. Für uns Endkunden ist das jedoch nicht von Bedeutung. Das es durchaus preiswerte und gute Alternativen gibt zeigt uns z.B. OM mit der neuen PEN.
Wie lange Kunden jede Preiserhöhung mitmachen? Wenn sich die Hersteller da mal nicht ins eigene Fleisch schneiden!
Hersteller geben Kosten an Kunden weiter, so was aber auch….
Da ich meine Ausrüstung immer erst längere Zeit nach Markteinführung kaufe, ist es mir ziemlich egal, welche Kosten die Hersteller dann nicht mehr an mich weitergeben können 😉
Einerseits gesteht das Management im Q&A ein, dass die operative Marge im Imaging-Bereich im 4. Quartal 2026 um rund 5% einbricht, weil die Speicher- und Nahost-Kosten am Markt nicht über den Preis weitergegeben werden können, andererseits behauptet dasselbe Management, man werde diese Kostensteigerungen „ab dem nächsten Jahr durch Preiserhöhungen absorbieren“.. Die Ankündigung dient einzig dazu, die Märkte davon abzuhalten, das unausweichliche Margen- und Ertragsloch des Geschäftsjahres 2027 schon heute einzupreisen..
…stört mich weiter nicht da ich meine Kameras und Zubehör clever in Äthiopien einkaufe 😎👍
Man sind die Leute bei Canon mal wieder böse, geben Kostensteigerungen an die Kunden weiter, also sowas, das gibt es doch sonst nirgends, das ist ja mal etwas ganz Neues! Diese Canon Leute sind ja richtig üble Typen. Huch habe ganz vergessen, dass es – zumindest in der Schweiz keinen Kaufzwang gibt, aber vielleicht ist das ja in Deutschland anders, genauso wie das Nichtwissen über ökonomische Zusammenhänge, da liegt es bei einigen im Argen. Alle Firmen bieten Produkte an, um damit Geld zu verdienen, verdienen sie keines, wird der Laden freiwillig oder auch unfreiwillig geschlossen! Stellt euch mal vor, ihr geht zum Chef und sagt, ihr wollt Inflationsausgleich und der sagt, Du spinnst wohl, Du musst halt deine Ausgaben kürzen. Aber wenn man sieht wer bereits Wirtschaftsminister in Deutschland war, ich erinnere nur an “WENN MAN NICHTS VERKAUFT WIRD MAN NICHT INSOLVENT”, dann wundert einem Nichts mehr!
Das Thema wird natürlich auch jetzt gerne als Ausrede genutzt, um die Marge zu aufzustocken. Wenn der Pufferspeicher in einer R8 mit ca. 1 GB jetzt das doppelte kostet, dann kostet er halt 20 € im Einkauf statt 10 €, das Produkt wird nachher aber wahrscheinlich 100 € teurer. Bei anderen Komponenten ist die Knappheit meines Wissens nach nicht so extrem, vor allem da Canon ja seine Sensoren selbst fertigt.
Bei Chips ist die Knappheit auch sehr groß. Allgemein bei allem was bei Firmen erstellt wird, die auch CPUs, Logikbausteine oder RAM herstellen. Die verschieben die Kapazitäten auf die lukrativeren Bereiche anstatt in “Kleinserie” Sensoren oder RAM, CPUs für Kamerahersteller zu bauen.
Aber, wird sicher so sein, wenn es im Einkauf 20€ mehr kostet, kostet es am Ende dem Kunden ein Mehrfaches davon.
Hmm okay, danke für die Aufklärung. Das sind leider die Schattenseiten der KI, hier wäre vielleicht auch eine Marktregulierung sinnvoll, damit andere Produkte nicht unbezahlbar werden. Funktioniert aber auch wieder nur, wenn das global umgesetzt werden würde, sonst wird das Land technologisch abgehängt, das die Kapazitäten für KI-Rechenzentren begrenzt.
Problem ist einfach, es gibt nur eine geringe Anzahl an Firmen die auch mit den modernsten Verfahren das Zeug herstellen können. Bei vielem ist das egal, da kann man auch ältere Verfahren nehmen. Da aktuell aber so viel Kapazität gebunden ist macht es schwer.
Regulierung ist schwer, da hast du recht.
Ob das Canon langfristig guttut, glaube ich nicht. Für mich sind das die ersten Anzeichen einer möglichen Abwärtsspirale. Produkte werden teurer, Kunden kaufen weniger, um den Umsatz zu stabilisieren, kommt die nächste Preiserhöhung. Das funktioniert eine Zeit lang, aber irgendwann ist Schluss. Man kann sich einen Markt auch langsam selbst kaputtmachen. Aber kommen wir mal zu einem anderen Problem, das Canon und besonders Nikon meiner Meinung nach haben. Und auch zu den Aussagen hier, Canon sei die Nummer 1. Das ist zwar über alle Wechselobjektivkameras betrachtet richtig, aber für die Zukunft eines Kamerasystems sagt das längst nicht alles aus. Nehmen wir die jährlichen Bestseller bei Yodobashi Camera in Japan. Einer der großen Fotohändler und ein durchaus wichtiges Barometer der Fotoindustrie. Geht gerne bis 2022 zurück. Es gibt seitdem kein einziges Jahr, in dem nicht eine spiegellose Einsteiger Sony-Vollformatkamera auf Platz 1 steht. Und warum erwähne ich gerade spiegellose Einsteiger ? Weil die Gewinnung neuer Kunden für den langfristigen Erfolg eines Kamerasystems absolut entscheidend ist! Es gibt eine wissenschaftliche Untersuchung, nach der bei hochwertigen Kameras rund 90 % der Verkäufe von Wiederholungskäufern stammen und nur etwa 10 % von Erstkäufern. Die teuren Kameras verkaufen sich also vor allem an Leute, die… Weiterlesen »
Das gleiche Problem wie in der Autoindustrie. Preise hochschrauben geht nur eine Zeit lang. Ohne Leasing kann sich heute doch keiner mehr ein deutsches Auto kaufen. Die Preise sind absolut entkoppelt von der Realität. Dennoch ist die Qualität leider nicht besser, sondern eher schlechter geworden, da intern in der Entwicklung trotzdem die Preise gedrückt werden, nur um am Ende die Investoren zufrieden zu stellen. Dann fangen die Autohersteller an, sich nur auf das Luxussegment konzentrieren zu wollen, vergessen aber, dass es auch “Marken-Einsteiger” braucht. Gerade frisch ins Berufsleben gestartete Menschen können sich doch keinen Golf für absolute Basis-Version min. 30.000 € kaufen. Der hat 2016 noch 17.000 € gekostet, eine satte Steigerung von 76 % (was einer durchschnittlichen Inflationsrate von 5,8 % über 10 Jahre entspräche und damit deutlich über der offiziellen Inflation liegt). Für den Preis hat man vor 10 Jahren noch das Topmodell vom A1, den Audi S1 bekommen, der hatte einen Listenpreis von 27.500€. Selbes wird bei Canon passieren mit ihrem Fokus auf High-End und Profis.
Da gebe ich dir auf jeden Fall recht was die deutschen Autobauer betrifft!
Kameras und Objektive sind aber gar nicht so viel teurer geworden oder sogar billiger wenn man die allgemeine Inflation mit einbezieht. Ausnahmen gibts hier natürlich auch.
Die Konzentration auf den höherpreisigen Markt mag aber auch daran liegen, dass die Kunden für dieses Segment nicht mehr so zahlreich sind. Viele dir früher eine günstige Knipse gekauft haben nutzen heute das Handy.
Ja klar, viele nutzen heutzutage ihr Smartphone zum Fotografieren. Ich kenne aber auch etliche, die gerne bessere Bilder machen würden, als es mit dem Handy möglich ist, denen die klassischen, größeren Kameras aber zu kompliziert und aufwendig sind.
Ich denke daher durchaus, dass es einen Markt für eine unkomplizierte Einsteigerkamera mit intelligenten Funktionen und einer automatischen Bildverarbeitung auf Smartphone-Niveau gibt. Selbst wenn die Hersteller damit zunächst nur wenig Gewinn machen oder das Ganze am Ende eine Nullsummenrechnung ist, wäre es eine wichtige Möglichkeit, mehr Menschen für die Fotografie zu begeistern und langfristig als Kunden zu gewinnen. Wer mit einer solchen Kamera anfängt, entwickelt vielleicht mit der Zeit höhere Ansprüche und greift dann auch zu teureren Produkten.
Was meiner Meinung nach bisher fehlt, ist eine wirklich minimalistische Einsteigerkamera, die die Vorteile klassischer Kameras mit den Software-Funktionen moderner Smartphones verbindet, also möglichst wenige Einstellungen (idealerweise nur ein Auslöser und sonst kaum Bedienelemente), intelligente Bildverarbeitung und direkt fertige Bilder ohne großen Aufwand in der Nachbearbeitung.
In meinem Bekanntenkreis ist das anders. Viele wollen zwar gute Bilder haben, aber nicht in eine gute Kamera investieren. Auch 1000€ ist hier zu viel. Und sie nutzen das zu selten. Dann kommen sie lieber zu jemandem der eh schon eine Kamera hat 😉
Und um wirklich bessere Bilder zu bekommen braucht es auch gute Objektive die vielseitig genug sind das man nicht gleich 5 Stück davon braucht. Das kostet bei einem guten Zoom (z.B. Nikon 24-120) wo man viel abdecken kann auch noch mal 1000€.
Gebe dir aber recht, es muss für diese Gruppen einfacher werden. Die wollen keine Bilder bearbeiten etc. Da ist Fuji ja schon ein guter Anlaufpunkt mit den guten Filmsimulationen. Die sind da ja schon recht gut aufgestellt und heben das auch stark heraus bei ihren Kameras. Verkaufen sich ja auch recht gut. Immer noch zu teuer für die wirkliche Einsteigerklasse würde ich sagen.
Die Prio ist da Handy und erst dann Kamera. Wenn das Handy schon 1000€ kostet wollen viele nicht noch mal 1000€ ausgeben für etwas, dass sie dann nur 5x im Jahr nutzen. Finde ich schon schade.
Ja, stimmt. Rein rational betrachtet könnten sich gerade diejenigen, die sich jetzt z. B. das neue iPhone 18 Pro für 1.500 € hauptsächlich wegen der besseren Kamera kaufen, genauso gut eine Nikon Z50II mit Dual-Lens-Kit für 1.065 € holen. Damit hätten sie fotografisch eine deutlich leistungsfähigere Kamera und könnten ihr bisheriges Handy einfach behalten. Aber irgendwie scheint diese Alternative für viele nicht besonders attraktiv zu sein.
Ich habe es früher übrigens genauso gemacht und mir regelmäßig wegen der Kamera ein neues Handy gekauft. Seit ich mir allerdings eine „richtige“ Kamera zugelegt habe, nutze ich meine Smartphones immer so lange, bis sie keine Softwareupdates mehr bekommen und/oder der Akku langsam schlappmacht.
Einmal in die Falle gegangen bei den Kameras sozusagen 😉
Wie bei vielem möchte man es dann nicht mehr missen, wenn man einmal etwas gutes gefunden hat. Da entwickelt sich dann ein schönes Hobby 🙂
Hm, “Marken-Einsteiger”, darüber habe ich ab und an mal nachgedacht. Ich meine, ich habe “damals” mit einer EOS 2000D angefangen, aber die liegt jetzt zuhause irgendwo rum und es wäre so gesehen eigentlich besser gewesen, gleich eine 90D zu kaufen (die R5 gab’s damals noch gar nicht…). Das Gleiche gilt für unzählige Gebraucht-Objektive von Drittherstellern, die zwischenzeitlich verwendet und dann weiterverkauft wurden – auch hier wäre das Premiumprodukt, das man nicht mehr aus der Hand geben will, von Anfang an die deutlich bessere Wahl gewesen. Aber ob man Leute mit der Aufforderung “Wenn’s dich interessiert, gib Geld aus!” tatsächlich überhaupt erst mal abholen kann…?
kenne mich bei Sony nicht so gut aus wie Du bei Canon, deshalb meine Frage welche Sony KB Einsteiger Kamera meinst Du, die günstiger ist als zum Beispiel eine RP oder R8? Und würdest Du mir noch die Quelle nennen, wo Sony bei “KB-Einsteigerkameras” auf Platz 1 steht, habe da leider nichts gefunden?
„Ein Geschäft ist nur dann ein gutes Geschäft, wenn beide Seiten zufrieden sind“ oder auch als Zweites, „Ein Geschäft, das nichts als Geld verdient, ist ein schlechtes Geschäft“
Erste Weisheit hat man schon im Mittelalter aufgeschrieben! Den zweiten Satz soll entweder Henry Ford oder John D. Rockefeller gesagt haben.
Einmal mehr zwei unterschiedliche Ansätze zu einem Thema.
Eigentlich müsste dieser eine Satz für ein ganzes BWL Studium reichen. Zumindest wäre damit das Wichtigste schon mal geklärt.