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Adobe zahlt Millionenstrafe für versteckte Gebühren bei Creative-Cloud-Abos

Das US-Justizministerium warf Adobe vor, Kündigungsgebühren bewusst zu verschleiern. Nun einigen sich beide Seiten auf einen Vergleich.

Adobe hat sich mit dem US-Justizministerium (DOJ) auf einen Vergleich in Höhe von insgesamt 150 Millionen US-Dollar geeinigt. Hintergrund ist eine Klage aus dem Juni 2024, in der das DOJ dem Unternehmen vorwarf, Kündigungsgebühren für Creative-Cloud-Abos systematisch verschleiert zu haben.

In der Klageschrift formulierte das DOJ deutlich: Adobe habe es “jahrelang versäumt, Verbrauchern angemessen offenzulegen, dass sie mit dem Abschluss des ‚Annual, Paid Monthly’-Abos eine Jahresbindung und eine saftige Kündigungsgebühr von mehreren Hundert Dollar eingehen”. Die versteckte Gebühr sei erst bei der Kündigung sichtbar geworden und habe als “mächtiges Instrument zur Kundenbindung” gedient, “das Verbraucher in Abos gefangen hält, die sie nicht mehr wollen”. Ein Adobe-Manager soll die Kündigungsgebühren intern sogar als “eine Art Heroin für Adobe” bezeichnet haben.

Im Rahmen des Vergleichs zahlt Adobe 75 Millionen Dollar an das DOJ und stellt betroffenen Kunden Gratisleistungen im selben Wert bereit. Welche Kunden davon profitieren und was genau sie erhalten, ließ Adobe bislang offen. Das Unternehmen will sich nach Abschluss der Gerichtsunterlagen bei den Betroffenen melden.

Adobe bestreitet weiterhin jedes Fehlverhalten. “Wir sind mit den Vorwürfen der Regierung nicht einverstanden und weisen jegliches Fehlverhalten zurück. Wir freuen uns, diese Angelegenheit beilegen zu können”, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig betont Adobe, den Anmelde- und Kündigungsprozess in den vergangenen Jahren transparenter gestaltet zu haben.

Gemessen an Adobes Jahresumsatz fällt die Summe überschaubar aus: Die 150 Millionen Dollar entsprechen rund 0,6 Prozent des Umsatzes von 2025. Am Abo-Modell selbst dürfte sich wenig ändern. Adobe erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von über 7 Milliarden Dollar.

Der Vergleich kommt parallel zu einer weiteren großen Nachricht aus dem Unternehmen: CEO Shantanu Narayen hat nach 18 Jahren seinen Rücktritt angekündigt. Unter seiner Führung hatte Adobe den Wechsel von Einzellizenzen zum Abo-Modell vollzogen, der nun Gegenstand der Klage war. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

via: PetaPixel | Ars Technica | The Verge

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