Canon Bildbearbeitung

Canon EOS R1 und R5 Mark II: Capture One funkt schnelle RAWs jetzt auch mobil

Die Wartezeit zwischen Auslöser und fertigem Bild schrumpft auf Sekunden. Möglich macht das ein neuer Trick bei der RAW-Übertragung.

    Capture One hat sein schnelles kabelloses Tethering für Canon-Kameras auf die 2023 erschienene, mobile App gebracht. Mit Capture One Mobile 3.4.0 funktioniert das sogenannte 2nd Gen Wireless Tethering nun auch auf iPhone und iPad. Auf dem Desktop war die Funktion bereits Ende Mai mit Capture One 16.8 erschienen. Unterstützt werden zunächst zwei Modelle: die Canon EOS R1 und die EOS R5 Mark II.

    Kleines RAW zuerst, der Rest im Hintergrund

    Der Entwickler hebt vor allem die Geschwindigkeit seiner Lösung hervor. Herkömmliches Funk-Tethering brauche oft 20 Sekunden oder mehr, bis nach dem Auslösen eine nutzbare Datei auf dem Bildschirm lag. Für schnelle Abläufe blieben Fotografen deshalb beim Kabel. Capture One bringe Bilder in ein bis zwei Sekunden auf das verbundene Gerät.

    Der neue Ansatz löst das über einen Zwischenschritt. Beim Auslösen schickt die Kamera zunächst eine kleinere RAW-Datei über das WLAN, die in unter einer Sekunde in Capture One erscheint und sofort voll bearbeitbar ist, mit Masken, Crops, Styles und KI-Werkzeugen.

    Es handelt sich um eine echte, niedriger aufgelöste RAW-Datei, nicht um ein JPEG-Preview. Die volle Auflösung überträgt sich anschließend im Hintergrund, ohne neue Aufnahmen zu blockieren. Alle Bearbeitungen werden am Ende automatisch auf die finale Datei übertragen.

    Lokales WLAN statt Cloud

    Die Übertragung läuft über ein normales lokales WLAN und setzt weder auf Bluetooth noch auf die Cloud. Reißt die Verbindung ab, verbindet sich Capture One automatisch neu, ohne dass Bilder verloren gehen. Die erweiterte ReTether-Funktion soll dabei helfen, Übertragungen nach Unterbrechungen sauber fortzusetzen.

    Die Funktion steht allen aktuellen Abonnenten sowie Nutzern mit einer Dauerlizenz ab Version 16.8 offen. Entwickelt wurde sie nach Angaben von Capture One in Zusammenarbeit mit Canon und ist Gegenstand einer Patentanmeldung.

    Teil einer Profi-Offensive

    Das mobile Tethering reiht sich in eine Serie von Neuerungen ein, mit denen Capture One gezielt professionelle Studios anspricht. Erst im Juni startete das Unternehmen Multi-User Sessions als Beta, bei denen mehrere Personen in Echtzeit an denselben RAWs arbeiten.

    Kurz darauf öffnete sich Capture One nach jahrelanger Funkstille für Hasselblad und liest nun dessen Mittelformat-RAWs nativ. Parallel steht das Unternehmen geschäftlich unter Beobachtung: Zuletzt hob Capture One alle Produktpreise um 6 Prozent an, während Eigentümer Axcel im Hintergrund einen Verkauf vorbereiten soll.

    Habt ihr schon Erfahrung mit dem schnellen Tethering?

    via: PetaPixel

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    7 Kommentare
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    Alfred Proksch

    Bei uns gab es immer Kabel (war eine andere Zeit) über welche ständig unaufmerksame Studio fremde Menschen stolperten. Ein bis zwei Ersatzkabel musste man schon vorrätig haben um weiter arbeiten zu können. Sogenannte „Entlastungsschlaufen“ waren Pflicht wenn Kameras und Stative unbeschädigt stehen bleiben sollten.

    Insofern Daumen hoch für diesen praktischen schnellen Fortschritt. Wer hats erfunden? Capture One in Zusammenarbeit mit Canon haben die Umsetzung geschafft – herzlichen Glückwunsch!

    Rene Stämpfli

    Wau… Das mag für Canon User ein Fortschritt sein. WiFi und LAN Thedering funktionieren bei SONY seit vielen Jahren innerhalb Sekunden. Soeben gemessen, dauert ein lossless compressed RAW bei der A9III via WiFi 2.5 s und via LAN ca. 0.5s direkt in das Capture File auf den Server. Volle Auflösung, sofort bearbeitbar mit C1.

    joe

    Wie lange braucht die A1 II?

    Rene Stämpfli

    Ich habe nur die A1. Ich denke, dass es bei der A1II ähnlich sein wird.

    Explore-shoot-share

    Mit EOS Utility funktioniert es auch mit der R5 binnen einer Sekunde, auch wenn der offizielle Wert mit 1,5 sec angegeben wird. Mit dem FTP Grip funktioniert es auch sauschnell… Ist also auch bei Canon seit vielen Jahren implementiert. Nur für capture one ist das wohl neu, nicht aber für Canon.

    Rene Stämpfli

    Ja das ist C1 spezifisch. Da geht es nicht nur um den Filetransfer, sondern auch um die Steuerung der Kamera aus C1 heraus. Das FTP Protokoll ist nach wie vor extrem effizient und stabil. SONY verwendet LINUX und damit auch dessen Networkstack und den darauf basierenden Anwendungen wie FTP, SFTP und Zertifikaten direkt in der Kamera. FTP/SFTP ist bei SONY die schnellste und sicherste Art, auf bis zu 5 Server, Files zu übertragen

    Explore-shoot-share

    hier fehlt ganz eindeutig ein “Daumen-hoch-Button”, also in diesem Sinne: Danke für deinen Beitrag 🙂

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