Neun Firmen kennen die E-Mount-Spezifikationen offiziell. Eine davon will Sony gerade komplett übernehmen.
Sigma und Tamron bekommen die technischen Daten des E-Mount-Bajonetts direkt von Sony. Viltrox, Laowa und TTArtisan nicht. Welche Firmen offiziell Zugang haben, listet Sony auf einer Support-Seite auf: neun Unternehmen, Stand Juli 2026, kein einziges davon aus China.
Auf der Liste stehen Carl Zeiss, Cooke Optics, Cosina, Fujifilm Holdings, Kenko Tokina, LK Samyang, Sigma, Tamron und Thales LAS France.
Bei Zeiss, Sigma, Tamron und Cosina wundert das niemanden, die bauen seit Jahren für das System. Fujifilm verbindet man dagegen eher mit dem eigenen X-Mount. Die Cine-Zooms der MK-Reihe erschienen aber Anfang 2017 zuerst für E-Mount, die X-Mount-Varianten folgten gut ein Jahr später. Und hinter Thales LAS France steckt der französische Rüstungs- und Technologiekonzern Thales, zu dem die Cine-Marke Angénieux gehört.
Keine Kamera-Spezifikationen
Sony gibt die E-Mount Basic Specifications an Partner weiter, die vorab festgelegte Qualifikationskriterien erfüllen. Was in diesen Kriterien steht, erfährt ein Bewerber erst, nachdem er eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben hat.
Eine Fußnote auf Sonys Antragsseite begrenzt den Umfang erheblich. “Die kameraseitigen Basisspezifikationen werden nicht offengelegt”, heißt es dort. Ein Lizenznehmer bekommt also alles für Objektive und Adapter, nichts über das, was in der Kamera passiert.
Selbst dafür haftet Sony nicht. Die Offenlegung diene der Kompatibilität, garantiere aber weder Kompatibilität noch Qualität aller Funktionen, schreibt der Konzern.
Antrag stellen kann jedes Unternehmen
Formal steht das Verfahren allen offen, Sony nimmt Anträge aber nur von Unternehmen entgegen, nicht von Privatpersonen. Lizenzgebühren verlangt der Konzern keine, einen Teil der Kosten für die Bereitstellung der Unterlagen stellt er dem Antragsteller aber in Rechnung.
Ob ein fehlender Hersteller abgelehnt wurde oder nie gefragt hat, verrät die Liste damit nicht. Und wie hoch die Hürde liegt, lässt sich ohne die Kriterien nicht beurteilen.
Chinesische Hersteller fehlen
Die vier großen chinesischen Anbieter fehlen komplett: Viltrox, Venus Optics mit der Marke Laowa, 7Artisans und TTArtisan. Zusammen stellen sie einen erheblichen Teil der bezahlbaren E-Mount-Objektive.
Im Dezember 2025 wurde sichtbar, was das bedeuten kann. An der neuen A7 V liefen mehrere Fremdobjektive unzuverlässig, teils löste die Kamera gar nicht aus. In der A7 V steckt mit dem Bionz XR2 ein neu entwickelter Bildprozessor, der die Arbeitsweise der Kamera verändert.
Viltrox-Marketingdirektor Frank Fang nannte gegenüber PetaPixel die Komplexität der Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv über verschiedene Gehäuse, Firmwarestände und Anwendungsfälle als Ursache. Nichts deute auf ein absichtliches Verhalten der Kamera hin. Ein Firmware-Update behob das Problem.

Sony sagte damals nur, für Fragen zur Leistung von Fremdobjektiven seien deren Hersteller zuständig. Über sein offenes Bajonett spricht der Konzern sonst deutlich wärmer. “Der Wettbewerb ist hart, aber es ist ein guter Wettbewerb”, sagte Masanori Kishi, Senior General Manager der Objektivsparte, im Februar 2025 auf der CP+ gegenüber PetaPixel. Die Offenheit des E-Mounts nannte er einen starken Punkt des Alpha-Systems, das man gemeinsam mit Drittherstellern entwickle. Wie eng diese Zusammenarbeit ausfällt, hängt davon ab, wer auf der Liste steht.
Tamron könnte bald zu Sony gehören
Einer der neun Partner steht gerade fast zum Verkauf. Tamron hat am 30. Juli bestätigt, ein unverbindliches Angebot erhalten zu haben, das den Hersteller zur hundertprozentigen Tochter der Sony Group Corporation machen würde. Ein Sonderkomitee prüft es, mehr gibt Tamron nicht preis: “Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Sachverhalte, die offenzulegen wären.” Vorausgegangen war, dass der Fonds Effissimo Capital Management Sony als größten Anteilseigner überholt hatte.
Im Quartalsbriefing am 31. Juli begründete Sony den Schritt damit, dass er für Tamrons Aktionäre wie für das eigene Bildgeschäft den größten Wert schaffe. Man wolle Tamrons Unternehmenswert steigern und die Stärken beider Seiten zusammenführen. Details zum Angebot nannte der Konzern nicht.
Der Bereich Entertainment, Technology & Services, zu dem die Kameras gehören, kam im Quartal auf 543,9 Milliarden Yen Umsatz (knapp 3 Milliarden Euro) und damit zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis blieb mit 42,6 Milliarden Yen (ca. 237 Millionen Euro) praktisch unverändert. Finanzvorständin Lin Tao führte die höheren Durchschnittspreise auf die A7 V und die im Juni gestartete A7R VI zurück, der Umsatz im Kamerageschäft lag auf Vorjahresniveau.
Tamron baut unter eigenem Namen für Sony E, Nikon Z, Fujifilm X und Canon RF und will jährlich zehn neue Objektive herausbringen. Geht die Übernahme durch, gehört einer der neun Lizenznehmer künftig dem Lizenzgeber.
via: PetaPixel



Fujifilm ist der Hersteller der Zeiss APS-C Objektive mit AF für X und E-Mount, die es mal gab. Wer die Vollformat Zeiss Objektive der Batis Reihe herstellt, weiss man offiziell nicht. Ausser Fujifilm, Tamron oder Sigma kommt da kaum jemand anders in Frage. Cosina baut keine AF Objektive.
Die arbeiten auf vielen Gebieten miteinander. Wenn zum Beispiel Sony für andere Hersteller Bildwandler herstellt, geschieht das teilweise auf Maschinen von anderen Herstellern, z.B. Nikon. Garantiert arbeiten die auch in der Entwicklung zusammen. Bei Objektiven hier im Artikel sehr interessant aufgeschlüsselt.
Vielleicht sollte man ein wenig Abstand von dem Gedanken nehmen, dass es da einen übermäßig großen Konkurrenzkampf gibt. Abhängigkeiten gibt es natürlich auch, wenn man zusammenarbeitet. Wenn man bestimmte Aufgaben abgibt oder aufteilt, hängt freilich jemand von jemandem ab. Das ist wie in der Produktion. Wenn vorne am Fließband kein Teil aufgelegt wird, kommt hinten auch nichts an. Und wenn in der Mitte Teile fehlen, dann bleibt das Band auch stehen. Die Aufteilung hat natürlich den Sinn in der Spezialisierung und in der Kostenreduktion.
Bei Samyang bin ich etwas überrascht. Fragt sich, wie lange die schon Zugriff auf die Daten haben. Früher reiften Samyang Objektive beim Kunden und man hatte den Eindruck von Reverse Engineering.
Das Laowa 10mm AF Objektiv war sogar mal in einem offiziellen Sony Werbevideo zu sehen, wenn man aufmerksam guckte, obwohl die keine Daten erhalten.
Laowa braucht doch gar keine Daten. Das sind doch praktisch alles manuelle Objektive.
Außer dem 10mm F2.8, 12mm F2.8 und dem 200mm F2, die haben AF
Danke für die Info. Das 200mm F/2 muss ich mal testen
Soll nicht grad der Burner sein und in keinster Weise mit dem Sigma 200 f2 mithalten können.
Nein eben nicht alle. Sonst hätte ich es ja nicht geschrieben.
Wäre ja schön, wenn Tamron bald zu Sony gehört und Tamron Objektive dann Telekonverter tauglich würden.
Interessant wäre auch wie Canon, Nikon und Fuji das händeln.
Wer sagt, dass Sony daran etwas ändern würde’
Wäre schön, wenn sich Canon auch zu so einem Verfahren für VF entschließen könnte. Wird langsam Zeit.
Hängt nur am Geld. Mit Kameras verdient man praktisch nichts, Geld kommt über die Objektive und weiteres Zubehör.