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Dieses Foto gewinnt den höchstdotierten Wettbewerb der Welt

Ein Dubaier Scheich hat mal wieder den vielleicht begehrtesten Fotopreis der Welt ausgerufen. Dieses Jahr gewinnt ein Bild mit einem sturzfliegenden Tölpel.

120.000 US-Dollar Preisgeld

Der Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum International Photography Award – kurz: HIPA – wurde in diesem Jahr erneut vergeben. Der Preis gilt als der am höchsten dotierte Fotowettbewerb auf der Welt. Immerhin winken 120.000 US-Dollar dem Gewinner oder der Gewinnerin. Zuletzt hatten wir 2020 über den HIPA berichtet, als eine Australierin mit dem Foto eines Wals den Preis abräumen durfte. In diesem Jahr wiederholt sich das maritime Thema, allerdings bewegen wir uns weder weit über noch unter dem Wasser, sondern praktisch genau an der Grenze. Henley Spiers gelang es, mit seiner Kamera einen Tölpel einzufangen, der mit rund 100 Stundenkilometern ins Wasser schoss. Das Foto ist 2021 in der Nähe der schottischen Isle of Noss aufgenommen worden.

„Kontrollierte Gewalt der Szene“

„Das Foto entstand an meinem allerersten Tag auf den Shetland-Inseln, dem nördlichsten Ort im Vereinigten Königreich, einem kalten, rauen und wilden Ort, der mir sehr ans Herz gewachsen ist“, wird der Fotograf von der Metro zitiert. „Dieses Foto ist unter Wasser aufgenommen, umgeben von tauchenden Basstölpeln, und ich habe versucht, die kontrollierte Gewalt der Szene mit einem Foto darzustellen, das über das hinausgeht, was man mit bloßem Auge sieht.“

Spiers hat eine altbekannte Technik fast perfekt ausgeführt, indem er die Belichtungszeit verlängert und die Kamera der Bewegung des Vogels angepasst hat. Dadurch bleibt das Objekt im Fokus zwar scharf, die Umgebung jedoch verschwimmt (diese Methode lässt sich übrigens auch hervorragend an Autos, Bussen oder Straßenbahnen üben, falls gerade kein Tölpel in der Nähe ist). Auch wenn Spiers erfahrener Fotograf ist, habe er einige Anläufe gebraucht, bevor er das jetzt prämierte Foto geschossen habe.

Natur als Oberthema

Die mehreren Hunderttausend Preisgeld, die vom Erbprinz aus Dubai gesponsert werden, wurden allerdings noch auf weitere Fotografen aufgeteilt. Diese zeigen teils Motive aus der Natur, aber auch Menschen oder Industrie – einen klaren Fokus wie bei anderen Fotopreisen gibt es also nicht, auch wenn „Nature“ dieses Mal als Oberthema gewählt wurde. Dafür steht die Teilnahme jedoch auch jedem offen. Was haltet ihr vom Gewinnerfoto?

Erster Platz der Kategorie „Nature“. © Ryo Minemizu/HIPA
Vierter Platz der Kategorie „Nature“. © Thomas Vijayan/HIPA
Erster Platz der Kategorie „Color“. © Nguyen Vu Vao/HIPA
Erster Platz der Kategorie „Black and White“. © Muhammad Alamsyah/HIPA

via: PetaPixel

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trainspotter_tgb

Schöner „Mitzieher“, so nennt man allgemein diese Fototechnik. 😅 Wichtig bei dieser Aufnahme ist mir die Aussage des Fotografen: „… kontrollierte Gewalt der Szene…“, sonst hätte das Foto einen Stuka-Effekt, den ich so eher nicht sehen möchte. Gratulation 💪

Carsten Klatt

Mitzieher? Sieht mir eher nach einem Photoshop Produkt aus, was das Bild aber nicht abwerten soll.

Rolf Carl

Ganz sicher nicht, das ist ein klassischer Mitzieher. Wer so etwas schon mal probiert hat, weiss, wie schwierig das ist, vor allem beim Tempo dieses Vogels. Und ein Photoshop-Produkt ist es ganz sicher nicht, und zwar ganz einfach deshalb, weil das bei Naturfotos in der Regel nicht erlaubt ist. Es dürfen nur kleinere Anpassungen durchgeführt werden.

Durchs Band hervorragende Bilder, vor allem das Siegerfoto.

Dennis

Leider liegst du nicht ganz richtig. Bei diesen Wettbewerb ist es erlaubt Photoshop zu verwenden. Wie man auf der Homepage lesen kann sollte die Echtheit aber erhalten bleiben. Finde die Farbgebung vom Orang Utan etwas unnatürlich. Trotzdem klasse Fotos.

Rolf Carl

Es ist ja logisch, dass Photoshop erlaubt ist, wie willst du sonst RAW-Bilder entwickeln? Aber die Vorgaben sind bei Naturfotografie-Wettbewerben am strengsten. Erlaubt sind in der Regel Nachschärfen/Entrauschen, Korrektur der Belichtung, Ton- und Kontrastanpassungen sowie dezente Farbsättigung. Auch der Beschnitt ist meistens limitiert. Und wie du selber schreibst, ist das Hinzufügen und Entfernen von Elementen nicht erlaubt. Und um festzustellen, ob ein Foto manipuliert ist oder nicht, müssen bei den Siegerbildern die Original-RAW-Dateien eingesandt werden. Diese werden dann mit den Vorschaubildern abgeglichen (in Europa ist meistens ein spezialisiertes Labor in Holland zuständig). Das einzige, was retuschiert werden darf, sind Sensorflecken.

Deshalb bin ich mir sicher, dass das Foto nicht manipuliert wurde. Natürlich gibt es an jedem Wettbewerb Fotografen, die zu tricksen versuchen, doch bei technischen Manipulationen wird das zu 100 % aufgedeckt. Darum wählt die Jury jeweils in jeder Kategorie auch gleich noch einige Reservebilder, die dann bei Disqualifikationen zum Zug kommen. Und dies ist bei praktisch jedem Wettbewerb der Fall.

Dennis

Da hast du recht. Aber gerade bei der Unterwasserfotografie muss man den ein oder anderen Regler schon etwas mehr bewegen, und das ist dann häufig mehr als dezent, um ein eindrucksvolles Foto noch eindrucksvoller zu machen.

Rolf Carl

Das kann ich mir schon vorstellen, da das Wasser oft trüb ist. Dann sieht ein RAW-Foto natürlich ziemlich blass aus. Man darf es bei der Bearbeitung einfach nicht übertreiben, das Foto soll möglichst natürlich aussehen. Meistens steht bei den Wettbewerbsbedingungen noch der Satz: „Übermässige Farbsättigung wird nicht gerne gesehen“. Das heisst dann im Klartext, dass so ein Bild bei der Jury keine Chance hat.

Beim Siegerbild finde ich, dass der Gesamteindruck stimmt und mit der Bearbeitung nicht übertrieben wurde.

inveto

Einen Mitzieher unter Wasser finde ich interessant. Ich habe es so verstanden, dass er Nauticam Gehäuse verwendet für EM5, D7200, D850 und A7 Rii. Selbst wenn ich tauchen könnte wüsste ich nicht, für welche Kamera ich mich entscheiden würde und welche Einstellungen ich nutze. Vielleicht geht das auch mit einer Finepix S3 pro, einer D300 oder mit der D500 ? Ich wüsste auch nicht, welches Objektiv ich nehmen sollte.

Mirko

ich vermute eher das es sich allgemein um eine Langzeitbelichtung handelt (gibt es ja genügend Beispiele aus der Sportfotografie) aber deine Fuji S3 ist für vieles 1a nur nicht für schnelle Bildfolge

Carsten Klatt

An diesem Bild wurde geschraubt, das die Heide wackelt! Es gefällt mir trotzdem! 👍

Mirko

das am Bild geschraubt wurden ist will ich nicht bestreiten aber die Aufnahmetechnik interessiert mich schon, also ich hätte schon keine Lust darauf die ganze Zeit im Wasser abzuhängen. Aber die Aufnahme ist bombastisch…..

Roman.Tisch

Ich finde es immer bedenklich, wenn Leute etwas behaupten und verbreiten, obwohl sie gar nicht wissen, ob und wenn ja in welchem Ausmaß bearbeitet wurde.
Du kannst es gar nicht wissen, behauptest aber felsenfest „An diesem Bild wurde geschraubt, das die Heide wackelt!“
Dann behaupte ich mal, dass du gerne Aussagen verbreitest, bei denen du nicht weißt ob sie wahr sind.

Carsten Klatt

„Dann behaupte ich mal, dass du gerne Aussagen verbreitest, bei denen du nicht weißt ob sie wahr sind.“

Aber Du weist es natürlich ganz genau und behauptest das Gegenteil?

Jürgen W

Eristische Dialektik?

Nein, das hat er nicht behauptet.

Wenn er sagt: „Das ist nicht A …“, hat er noch lange nicht behauptet „… sondern B“. Vielleicht ist es auch C, D, E oder F.

Carsten Klatt

So nennt man das, macht seine Aussage weder besser, noch richtiger. Auch in der Fotografie kann ich die Physik nicht ausblenden. Aber ist egal…

Maratony

Nett dass du das Blatt so wendest 😂
Gelungene Dramaturgie. Erst behauptest du etwas, dann wirst du kritisiert und behauptest daraufhin, dass andere etwas behaupten, was sie eigentlich nicht tun dürften.
Nice Catch!

Ralle Art

Kurz betrachtet würde ich sagen, dass sind die neuen Filter aus der Nik Collection. Wahrscheinlich mit einer Nikon aufgenommen würde Jared Polin jetzt sagen. Mit seiner Canon r3 wäre alles scharf von vorne bis hinten. Oder aber Photoshop. Gibt ein ähnliches Bild von Piximperfect. Aber egal, das ist Kunst!

Rolf Carl

Lies doch einfach mal den Text zum Bild. Das ist ein Mitzieher! Das heisst auf gut Deutsch, dass der Fotograf eine etwas längere Verschlusszeit wählt, ich schätze mal 1/60 oder eine 1/100, und dann durch möglichst regelmässiges Mitziehen der Kamera auf dem Kopf des Vogels bleibt. Dadurch wird dieser scharf und die restlichen Elemente inkl. dem Wasser, die in Bewegung sind, werden unscharf abgebildet. Diese Technik erfordert aber viel Übung, denn wenn die Kamera nicht absolut ruckfrei und regelmässig mit dem AF auf dem Kopf mitgezogen wird, ist dieser auch unscharf. Deshalb schreibt der Fotograf ja auch, dass er mehrere Versuche brauchte, bis es geklappt hat. Und noch was: Der Fotograf wollte ja gar nicht alles scharf haben wie Polin mit seiner R3, sondern er wollte mit der Bewegungsunschärfe Dynamik ins Bild bringen. Mindestens der Kopf und das Auge sollten bei so einem Bild aber scharf sein, und dies ist dem Fotografen hervorragend gelungen.

Deinen Nik Filter kannst du vergessen, dieses Foto ist out of cam.

Leonhard

Sehr schön formuliert, lieber Rolf!

Und die Moral von der Geschicht: Jeder kann einen ziehen lassen aber einen Mitzieher fotografieren kann noch lange nicht jeder, tolle Arbeit eines Könners, der es auch ohne Filter kann!

joe

Also ich finde die Bilder alle sehr gut, bis auf das Orang Utan Bild. Es ist nicht zu 100% scharf dort wo es scharf sein soll und ist auch an der falschen Stelle unscharf, dazu hat er – mMn – an der Dynamik der Farben zu stark gedreht und auch dass der „Waldmensch“ exakt in der Mitte des Bildes „sitzt“ gefällt mir nicht. Allerdings würde ich gerne mal so ein Bild in freier Natur machen. Beim Siegerbild könnte man meinen, wenn man den Hintergrund der Entstehung nicht kennt, dass da Photoshop am Werke war. Da dies ja offensichtlich geprüft wird, ist es wohl ein Mitzieher. Die sind, wie Rolf bereits erwähnt hat, alles andere als einfach.

Rolf Carl

joe, das Orang Utan Foto gefällt mir wie dir auch nicht so gut, obwohl es natürlich ein tolles Motiv ist. Wobei mich die Farben jetzt nicht stören, die können gegen Abend durchaus so intensiv sein, und die Schärfe finde ich ganz okay. Was mich aber stört, ist der harte Schärfeverlauf beim Baum links. Aber ich vermute, dass es nicht anders möglich war, weil er die offene Blende im Dschungel brauchte. Wenn er nicht mit einer Fotofalle fotografiert hat, hätte er eventuell noch einen Schritt nach rechts machen können. Aber eben, wir kennen die Umstände ja nicht, unter denen das Foto gemacht wurde, daher ist es reine Spekulation.

Mit einem kleinen (zusätzlichen?) Beschnitt hätte er den Affen noch etwas aus der Mitte holen können, aber wenn ich mir das Foto so ansehe, hat er kaum gute Möglichkeiten dazu. Deshalb hat er es wohl verworfen.

joe

Dass wir uns richtig verstehen, ich hätte es möglicherwiese auch nicht besser gemacht, aber irgendwie spricht mich das Bild einfach nicht an. Da finde ich meine diversen, im Zoo gemachten Aufnahmen von Orang Utans, besser und ansprechender. Aber das kann man natürlich nicht vergleichen.

Rolf Carl

Das Schwierige bei Tierfotos ist eben, dass man dauernd Kompromisse eingehen muss. In der Regel hat man keine Zeit, sich auch noch um die Komposition zu kümmern, weil es eben schnell gehen muss, man kann höchstens erahnen, was das Tier als nächstes tut. Danach muss man dann halt versuchen, das Beste aus den Fotos herauszuholen, und oft sind sie für höhere Ansprüche auch unbrauchbar.

Nein, Tiere in Gefangenschaft und in der Wildnis kann man nicht vergleichen, letztere haben einen massiv höheren Stellenwert in der Fotografie. Bei Wettbewerben müssen Fotos von Tieren in Gehegen oder im Zoo in der Regel mit einem „C“ für „captive“ gekennzeichnet werden. Und sie müssen wirklich sehr gut sein, um gegen Fotos von Tieren, die in der Wildnis aufgenommen wurden, bestehen zu können.

joe

„…Das Schwierige bei Tierfotos ist eben, dass man dauernd Kompromisse eingehen muss. In der Regel hat man keine Zeit, sich auch noch um die Komposition zu kümmern, weil es eben schnell gehen muss…“ da kommt eben der Vorteil von Spiegellos und Nachverfolgung zum Tragen, da kann man sich nur um die Komposition kümmern, den Rest macht die Kamera (wenn sie richtig eingestellt ist). Also Tierverfolgung, Auto-ISO, Serienbild und es kann nichts mehr schief gehen.

Rolf Carl

Ich sehe jetzt ehrlich gesagt nicht ein, was bei der Nachführung bei spiegellos besser gehen soll. Aber richtig, die letzten Prozente macht die Kamera, für den ganzen Rest ist der Fotograf zuständig. Schiefgehen kann jede Menge, und zwar auch Dinge, die mit der Kamera nichts zu tun haben. Für ein gutes Tierbild braucht es immer auch etwas Glück. Übrigens auch in der Landschaftsfotografie: Es kann durchaus sein, dass man 10 Mal den selben Ort aufsuchen muss, bis die Lichtstimmung passt. Und was schliesst man daraus? Je mehr man fotografieren geht, desto grösser ist die Chance auf ein gutes Bild, vorausgesetzt natürlich, man hat es technisch drauf.

joe

Rolf ich gebe dir in fast allem recht, aber probier mal eine gute Spiegelose aus und du wirst den Unterschied sehen. Da ich seit ein paar Tagen wieder auf fotocommunity bin, sehe ich natürlich auch andere sehr gute Fotografen und die fotografieren zum Teil mit dem totgesagt 4/3 besser als ich mit KB, speziell Makro. Übrigens habe das Orang Utan Bild heruntergeladen und links und oben beschnitten, und es sieht um Klassen besser aus, nichtsdestotrotz es bleibt etwas unscharf und würde bei mir in die Tonne wandern.

Alfred Proksch

Meine Meinung zu Wettbewerbsbildern:

Abgesehen von Regeln, subjektiven Juroren und Bild sammelnden Agenturen sind das für weniger bekannte „Sparten“ Fotografen eine wichtige Möglichkeit zur Präsentation ihrer Werke.

Bild inhaltlich gibt es wenig zu meckern! Was für den beruflichen Fotografen das erzielbare Honorar ist – ist für den Hobbyisten die Veröffentlichung – das Preisgeld tritt da in den Hintergrund, Ausnahmen wie diese sind erfreulich.

Rolf Carl

Du würdest noch staunen, wie viele Berufsfotografen regelmässig an grossen Wettbewerben teilnehmen. Einerseits bleibt man im Gespräch und andererseits steigern Erfolge an Wettbewerben den Marktwert. Die meisten Fotografen haben deshalb auf ihrer Webseite einen extra Reiter mit den Erfolgen und Publikationen ihrer Bilder.

Claudia Pohl

Ich finde das Foto hat wirklich was einzigartiges 👌👌👌👌gut gemacht. Ich schaue mir sehr gerne solche Fotos an, denn daraus kann man lernen. Für mich als Hobbyfotografien sehe ich mir die Fotos genau an und versuche ein bisschen es nachzumachen ob es gelingt steht in den Sternen die Hauptsache es macht Spaß daran.
Zum Fotograf weiter so 👌👍

moss

Die Linienführung der Wellen und der senkrechte Faden unter dem linken Flügel lassen mich zweifeln, dass es ein Mitzieher Bild ist. Zudem ist der Kopf über dem rechten Flügel ein zweites mal zu sehen, wenn man genau hinschaut sieht man das Auge sehr deutlich.
Ich glaube hier wurden verschiedene Techniken kombiniert bzw. Mehrfachbelichtungen übereinander gelegt und Filter verwendet.

Rolf Carl

Du hast den Text wohl nicht gelesen, in dem der Fotograf beschreibt, wie er das Foto gemacht hat, oder?

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