News & Gerüchte • Kameras • Objektive

Für wen lohnt sich die Nikon Z5 II C, was wird das nächste Canon-Makro und FX5 verspätet sich (Wochenrückblick)

Mit der Z5 II C hat Nikon eine kleinere Version seiner sehr guten Einsteiger-Vollformatkameras herausgebracht. Wir überlegen, für wen sich der Kauf lohnt und werfen dazu einen Blick auf das nächste Canon-Makro und auf Verspätungen bei der Sony FX5.

Wochenrückblick als Podcast & auf YouTube

Photografix-News könnt Ihr Euch entweder als Podcast anhören oder als Video auf YouTube anschauen! Hier direkt eingebunden geht’s erstmal zum Anhören:

Alternativ findet Ihr Photografix-News auch auf YouTube, hier geht’s zur neuesten Folge:

Wer die neuesten Folgen direkt am Freitag hören möchte, der sollte Photografix-News zudem auf den nachfolgenden Plattformen abonnieren:

Wollt Ihr die Folge lieber mitlesen? Dann findet Ihr nachfolgend alle Informationen auch in Textform.

Die wichtigsten Foto-News der Kalenderwoche 39

GoPro wird Teil des MFT-Systems

GoPro ist nun offizielles Mitglied im Micro-Four-Thirds-Standard! Das teilte OM Digital Solutions am 17. September mit, vorher hatte GoPro ja die Mission 1 Pro ILS mit MFT-Bajonett in den Verkauf gegeben und sich dementsprechend auch zu dem Bajonett bekannt.

Eingeführt hatten den Micro-Four-Thirds-Standard die Hersteller Olympus und Panasonic im Jahr 2008. Er regelt sowohl das Bajonett als auch die Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv – dementsprechend ist es interessant, dass GoPro den zweiten Aspekt bisher ungenutzt lässt.

Die Mission 1 Pro ILS kann zwar Objektive mit MFT-Bajonett aufnehmen, sie kommuniziert dabei aber nicht mit ihnen. Dementsprechend gibt es nur einen manuellen Fokus und wegen dem recht kleinen Sensor auch nur mit einem Crop-Faktor von 2,7 statt dem üblichen 2-fach-Crop der MFT-Kameras.

Bislang hat GoPro aber auch keine weiteren MFT-Kameras angekündigt oder etwa eigene Objektive angekündigt. Gegenüber der Seite Newsshooter erklärte der Hersteller aber zumindest, mööööglicherweise eine Form von Autofokus-Unterstützung anbieten zu wollen.

Was wird Canons nächstes Makro-Objektiv?

Die Seite Canonrumors berichtet, dass das nächste Makroobjektiv für das RF-System wohl doch kein Nachfolger des legendären 180mm f/3.5L USM Macro aus dem EF-System sein wird.

Stattdessen wird es wohl ein eher unspektakuläres RF 90mm f/2.8 IS STM Macro. Unspektakulär ist es dabei vor allem, da wir ohne L im Namen bereits Rückschlüsse auf die Ausrichtung ziehen können. Stimmt das, würde Canon das Objektiv nicht ins Premiumsegment rücken, sondern eher als bezahlbaren einstieg in die Welt der Makrofotografie.

Gerüchteseiten gehen aktuell von einem Preis von unter 1.000 € auf, da das Konzept sonst wohl kaum aufgehen wird.

Ein kleines Trostpflaster für all diejenigen, die gerne mit Canon im Makrobereich fotografieren: Das Objektiv soll so Kompakt wie Canons sonstige f/2.8 STM-Zooms sein. Mit einer geschätzten Baulänge von 10 cm wäre es deutlich kompakter als das fast 15 cm lange RF 100mm f/2.8L IS USM Macro.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Canon im Makrobereich? Hättet Ihr Euch einen Nachfolger des 180mm Macro aus dem EF-System gewünscht? Schreibt’s mir bitte in die Kommentare – aber gerne in normaler, leserlicher Schriftgröße!

Nikon Z5 II C vorgestellt

Okaay, schauen wir uns nun mal die Nikon Z5 II C an – mit der hat Nikon die kompakte Vollformatkamera ohne elektronischen Sucher vorgestellt, zu der es in den letzten Monaten ja immer wieder Gerüchte gab. Bei diesen Gerüchten hatte ich mir ehrlich gesagt etwas “Neues” vorgestellt, vielleicht mit einem neuen Sensor oder einem wirklich kompakten Format wie Panasonic es in der S9 anbietet.

Nikons Vorschlag ist nun tatsächlich genau das, was Sony mit der A7C II für die A7 VI anbietet – sogar auch mit C im Titel.

Dabei sollten wir uns einmal daran zurückerinnern, dass die Z5 II eine sehr erfolgreiche und auch sehr gute Vollformatkamera ist. Sie bietet viele Profi-Features und einen guten Sensor zu einem vergleichsweise geringen Preis. Bei Aktionstagen wie dem Black Friday habe ich sie daher immer als sehr gute Einsteiger-Variante empfohlen.

Und das hat sich bei der Z5 II C nicht grundlegend geändert. Wir bekommen denselben rückseitig belichteten CMOS-Vollformatsensor mit 24,5 Megapixeln, der auf einem IBIS gelagert ist, der 7,5 Blendenstufen ausgleichen kann. Zusammen mit dem Expeed-7-Prozessor ergibt sich ein erweiterter ISO-Bereich von ISO 50 bis 204.800 und Serienbildgeschwindigkeiten von bis zu 30 Bildern pro Sekunde mit elektronischem Verschluss.

Der mechanische Verschluss leistet maximal 14 Bilder pro Sekunde mit JPEGs oder 11 Bilder pro Sekunde in RAW. Auch gibt es Pre-Release mit bis zu 30 Bildern Pro Sekunde als JPEGs vor dem eigentlichen Auslösezeitpunkt.

Technisch neu ist, dass die Kamera nun neben Menschen, Tieren, Vögeln, Autos, Motorrädern, Zügen und Flugzeugen auch Fische tracken kann. Mit dem Tracking für “Aquatic Life” zielt man allerdings eher auf Aquarien ab, da Nikon kein passendes Unterwassergehäuse anbietet. Davon abgesehen bekommen wir dasselbe Hybrid-Autofokussystem mit Phasen- und Kontrasterkennung, das schon ab -10 Lichtwerten zuverlässig arbeitet.

Ebenfalls neu ist eine KI-basierte Motivautomatik, die selbstständig zwischen 15 Motivprogrammen wählt. Genauso die Möglichkeit, Nikons Video-RAW-Format “N-RAW” intern auf SD-Karten zu speichern. Davon abgesehen orientiert sich die Kamera mit 4K bei 30 Bildern pro Sekunde ohne Crop und 4K 60p mit 1,5-Crop an den Videofähigkeiten der “normalen” Z5 II.

Nikon selbst sagt, dass man mit der Z5 II C den Übergang vom Smartphone zu einer “richtigen” Kamera erleichtern will. Daher finden sich die größten Unterschiede am Gehäuse und in der Bedienung:

Mit etwa 13,4 x 8 x 7 Zentimetern ist sie bei gleicher Breite und Tiefe etwa zwei Zentimeter niedriger als die Z5 II. Das liegt r allem am fehlenden Sucherbuckel, den wir ohne elektronischen Sucher ja nicht brauchen. Dadurch ist die Kamera auch rund 80 Gramm leichter als die größere Schwester und wiegt 620 Gramm inklusive Akku. Trotz der Gewichtverluste setzt Nikon auf einen Rahmen aus einer Magnesiumleigerung samt Abdichtungen gegen Staub und Feuchtigkeit. Mit einem recht prominenten Handgriff fühlt sich die Kamera wohl auch nicht wie eine Digitalkamera an, sondern eher wie eine herkömmliche DSLM.

Sie bleibt dabei auch größer als die Panasonic S9 und die A7C II, die ja ebenfalls Vollformatsensoren in kompakte Gehäuse mit Wechselobjektiven bringen.

Dafür fehlt dann auch noch der Autofokus-Joystick auf der Rückseite und ein zweiter SD-Kartenslot, was die Z5 II ja beides beitet. Zumindest ist der einzelne UHS-II-fähige Slot aber an der rechten Gehäusseite und nicht in der Akkuklappe, was bei angebrachter Stativplatte äußerst nervig ist.

Die meiner Meinung nach größten Kritikpunkte habe ich mir mal fürs Ende aufgehoben: Ohne elektronischen Sucher sind wir ja komplett auf das Display angewiesen – und ausgerechnet hier gibt’s bei der Z5 II C ein Downgrade: Zwar ist der Bildschirm mit 3,2 Zoll schön groß und lässt sich auch wie bei vielen aktuellen Kameras seitlich nach vorne schwenken – Nikon reduziert die Displayauflösung allerdings auf 1,4 Millionen statt 2,1 Millionen Bildpunkte.

Die Kollegen von DPreview merken in ihrem Test zudem an, dass das Display bei hellem Sonnenlicht recht dunkel sei. Im Test von Petapixel heißt es, dass die reduzierte Auflösung etwa beim manuellen Fokussieren oder beim Überprüfen der Bilder spürbar sei.

Da ich die Kamera noch nicht ausprobieren konnte, kann ich Euch aber zumindest den Preis nennen und Euch meine Einschätzung mitteilen: Das Gehäuse allein kostet zum Marktstart 1.550 Euro – dazu gibt es vier Kit-Varianten, die ich Euch auf YouTube jetzt einmal einblende.

Zum Verkaufsstart in der Mitte des kommenden Oktobers sehe ich ehrlich gesagt wenig Gründe, sich für die Z5 II C zu entscheiden. Das liegt meiner Meinung nach nicht am fehlenden Sucher, der ist halt einfach eine Designentscheidung. Es liegt daran, dass die Kamera nicht leistungsstärker und kaum kleiner ist als die Z5 II, die aktuell Ende September für unter 1.400 € im Netz angeboten wird.

Die zwei Zentimeter, die die Z5 II C flacher ist und die 80 Gramm weniger reichen nicht aus, dass die kleinere Z5 II in eine andere Produktkategorie fällt. Man wird sie wohl noch immer eher um den Hals tragen als dass man sie in die Jackentasche stopft – und bei diesem Handling würde ich einen Sucher oder das bessere Display der Z5 II vermissen.

Somit ist die Z5 II C weder Fisch noch Fleisch und auch kein besserer Deal als die bereits sehr empfehlenswerte Z5 II. Wenn der Preis also in den nächsten Monaten nicht deutlich fällt und er bei der Z5 II nicht stabil bleibt, bleibt die Z5 II das bessere Gesamtpaket.

Oder übersehe ich hier was? Schreibt’s mir in die Kommentare!

Canon EOS R7 Mark II könnte im ersten Quartal 2027 kommen

News 4 ist die Canon EOS R7 Mark II – neuen Gerüchten aus einer Quelle von Canonrumors soll die Kamera im ersten Quartal 2027 erscheinen. Eine weitere Quelle behauptet dabei, dass die Kamera “massiver” Schritt nach vorne für Canons APS-C-Lineup werden soll.

Eigentlich hatten wir ja vermutet, dass die Kamera dieses Jahr kommt, im April kam dann aber die Meldung, dass die Präsentation wohl doch später stattfinden wird. Das scheint sich nun zu bewahrheiten. Die weitere Präsentation, die Canon wohl für das Jahr 2026 geplant hat, wird dann wahrscheinlich das Makro-Objektiv von Beginn dieser Folge und ein f/2 Zoom sein.

Verkauf der FX5 verspätet sich offenbar weiter

Sony hat den Marktstart der FX 5 noch einmal nach hinten verschoben. Eigentlich sollte es am 21. August losgehen, Sony warnte dann Ende Juli bereits, dass sich der Verkaufsstart verschieben könnte – und nun heißt es in einer aktualisierten Mitteilung von Sony Japan “Ende Oktober”. Dabei spricht der Hersteller von Problemen bei der Produktion, die eventuell mit der Speicherkrise zusammenhängen können.

Sonyalpharumors verweist auf den aktuellen Mangel an DRAM-Speicherchips, die die gesamte Branche betrifft. Dieser Mangel soll auch schon die Vorstellung der X-T6 nach hinten verschoben haben – dass diese Vermutung tatsächlich der Grund ist, hat aber bisher kein Hersteller bestätigt.



Damit verabschiede ich mich und sage wie immer: „Bis zum nächsten Mal!“

guest
1 Kommentar
älteste
neueste
Thomas Nordsee

Guten Morgen, zur Z5II C: nein, du übersiehst (fast) nichts und hast sachgerecht formuliert. Das abgeklärte Niveau gefällt und trägt zu einer ruhigen Diskussion bei. J. Friedrich erwähnte an irgendeiner Stelle noch den Punkt Anschluss externer Monitor etc. – Ich kann seine Argumente nicht mehr wiedergeben, aber sie leuchteten mir sehr ein. Das wäre noch zu ergänzen. Für die Nikonfotografie aus meiner Sicht eine „unglückliche“ Entscheidung. Ich bleibe dabei: es wurde auf die falschen Menschen gehört…