Fujifilm Objektive

Fujifilm nennt den Telebereich die größte Schwäche im X-System

Fujifilm spricht im PetaPixel-Podcast offen über Stärken und Schwächen seiner Objektive. Daneben tut sich noch einiges mehr bei der Marke.

Fujifilm hat in einer aktuellen Folge des PetaPixel-Podcasts ausführlich über seine Objektivphilosophie gesprochen. Yuji Igarashi, bei Fujifilm für die professionellen Imaging-Produkte zuständig, erklärte, warum sich der Hersteller mit Objektiven nur schwer von der Konkurrenz abheben kann. Viele Eigenschaften wie chromatische Aberration oder Verzeichnung ließen sich kaum in Zahlen fassen. “Es ist schwer zu vermitteln, wie sehr uns unsere Objektive am Herzen liegen”, sagt Igarashi.

Mehr als 40 Ideen gesammelt

Genau dieser Gedanke stand hinter dem März-Event “Focus on Glass”, bei dem Fujifilm 14 Objektivkonzepte vorstellte. Über die Abstimmung und die Sieger haben wir bereits berichtet. Spannend ist, was Igarashi über den Prozess dahinter erzählt. Für das Event durften die Entwickler Yukitaka Takeshita und Yuma Miyauchi erstmals öffentlich über ihre Wunschobjektive sprechen. “Sie hatten noch nie über ihre Traumobjektive gesprochen. Sie waren wirklich begeistert”, berichtet Igarashi. Intern hatte das Team über 40 realistische Ideen gesammelt.

Den größten Nachholbedarf sieht Igarashi bei den langen Brennweiten wie dem 500mm f/5.6 von 2024. “Der Telebereich ist unsere größte Schwäche”, räumt er ein. Fujifilm habe einst mit drei Festbrennweiten (18mm, 35mm und 60mm) für die X-Pro1 begonnen und seitdem ein breites Objektivsortiment aufgebaut, auf das man stolz sei. Bei den Teleobjektiven gebe es aber weiterhin viel Luft nach oben.

Erschwerend komme hinzu, dass viele Anwender heute nicht mehr nur fotografieren, sondern auch filmen. Neue X-Objektive müssten deshalb in allen Disziplinen überzeugen. Dabei hilft Fujifilm die eigene Geschichte in der Broadcast- und Kinooptik, die im selben Geschäftsbereich angesiedelt ist. “Wie können wir Menschen für die Fotografie begeistern? Das ist ein sehr großes Thema für Fujifilm”, fasst Igarashi zusammen.

27 Red-Dot-Preise – zu welchem Preis?

Zugleich feiert Fujifilm Designerfolge. 27 Produkte erhielten den Red Dot Design Award: Product Design 2026, die Mittelformatkamera GFX100RF sogar die höchste Stufe “Best of the Best”. Ausgezeichnet wurden Kameras der X- und GFX-Serie, Instax-Modelle und Objektive, aber auch Medizingeräte und Produktionsdrucker.

Diese Erfolge haben ein Preisschild: Wer einen Red Dot gewinnt, muss verpflichtend ein Winner Package buchen, um mit dem Siegel werben zu dürfen. Das Basispaket liegt im niedrigen vierstelligen Eurobereich, größere Pakete über 12.000 Euro, dazu kommen Anmeldegebühren vorab. Bei 27 Produkten summiere sich das laut Fujirumors auf einen sechsstelligen Betrag pro Jahr.

Bei X-H2 verschwindet das Zubehör, nicht die Kamera

Bestätigt ist dagegen das Aus für zwei Zubehörteile. Fujifilm hat den Funk-Handgriff FT-XH und den Hochkant-Akkugriff VG-XH für X-H2 und X-H2S eingestellt, einzelne Händler sind bereits ausverkauft. Den FT-XH hatte ein Firmware-Update von 2024 ohnehin weitgehend überflüssig gemacht. Die Kameras selbst laufen aber weiter. X-H2 und X-H2S bleiben in Produktion, und Fujifilm hat gegenüber PetaPixel bestätigt, dass die X-H2S ein aktives Produkt ist. Ein Nachfolger wie eine X-H3 oder X-H3S ist bislang reine Spekulation.

Unabhängig davon sind Fujifilm-Patente aufgetaucht. Sie zeigen mehrere XF-23mm-Varianten mit f/2, f/2.5 und f/2.8. Fujirumors ordnet sie aber dem bereits erhältlichen XF23mmF2.8 R WR zu und rechnet eher nicht mit neuen Versionen.

Auffällig ist, wie wenig Fujifilm 2026 bislang auf den Markt gebracht hat. Üblicherweise stellt der Hersteller drei bis vier Kameras pro Jahr vor. Sollte bis Ende Juni nichts kommen, wäre es das erste Mal, dass Fujifilm in einer ersten Jahreshälfte keine neue Kamera präsentiert.Erwartet wird nach vier Jahren ein Nachfolger der zentralen X-T-Reihe. Die X-T6 soll in der zweiten Jahreshälfte erscheinen.

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10 Kommentare
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B. Matthias

Für mich zählen Fujinos neben Leica, Zeiss und den Takumaren zu den besten der Welt.

Alfred Proksch

Gott sei Dank ist es Fuji egal ob ernsthafte Journalisten oder sonstige „wichtige“ Leute ein „Zeitlimit“ setzen möchten.

Der Konzern macht seine Arbeit in der Fotoabteilung gut weil sie trotz oder wegen dem etwas anderem Portfolio gutes Geld verdienen. Persönlich habe ich keine Schweißperlen auf der Stirne weil z.B. im GFX Portfolio das eine oder andere Nischen Objektiv fehlt. Fuji hat klug gehandelt als sie die überdrehten „Vollformatler“ alleine auf das Spielfeld geschickt haben. Fuji sitzt derweilen in der Viplounge, kann seine Entwickler zu Wort kommen lassen um die eigenen Kunden mit dem Spielzeug zu versorgen welches Spaß macht!

J.Friedrich

Red Dot Design Award: Product Design 2026 – schon ein geiles Konzept, man zahlt vorab und überhaupt, dass man einen bezahlten Preis “gewinnt”, um dann weiter zu bezahlen, damit man mit dem “gekauften” Auszeichnungen Werbung machen darf – diese “Siegel” (bester Schuhladen, Tee, Bank, Kloakenmeister in der Stadt 😉) sind MnM nach, die “reine Kunden-Verdummungs-Pest” – Fuji hat doch, mit seinen tollen Produkten, so einen Quark garnicht nötig! Mirko nimmt die > 150.000,-/anno sicher gerne, er macht seit Jahren unentgeltlich und ehrliche Werbung!

Mirko

Meine Kontonummer folgt …😂

J.Friedrich

😉 – Es gilt bei Vermittlung die 10% Dauerregel, ich drück (uns) dir Daumen! 😂👍😂

Alfred Proksch

Immer wenn ich „Provisionen“ höre werde ich wach. Mirko mach den Fuji Oberen Beine – du hast es dir redlich verdient!

Mirko

???…das einzige Fujinon AF Objektiv welches ich besitze ist festverbaut an der 100RF 😂

Radioreinhard

Ich habe eine Patentlösung, wie die das Problem dauerhaft lösen können:

Noch viel mehr Murks zu noch sehr viel höheren Preisen verkaufen. Das hilft immer und hat schon manche Firma sehr viel schneller kaputt gemacht.

Thomas Müller

Stimmt, Du hast ja mit Praktica das beste Beispiel vor der Haustür 😂

TKI

Der Überschrift ist nichts hinzuzufügen.

Vielleicht wird das mal angegangen, wenn schon die Erkenntnis aufgekommen ist.

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