Ein 300mm f/1.9 APO für Mittelformatkameras klingt fast wie ein Experiment aus der Laborwelt, doch Light Lens Lab arbeitet genau an so einem Objektiv.
Es scheint, als hätten lichtstarke Objektive mit längeren Brennweiten derzeit Hochkonjunktur. Da wäre Sigma mit dem kürzlich veröffentlichten 135mm f/1.4 DG Art und dem 200mm f/2 DG OS Sports. Ein 200mm f/2 wird auch von Laowa erwartet. Nun könnte bald ein noch wilderes Objektiv auf den Markt kommen.
Was wir bisher wissen
Light Lens Lab baut aktuell ein Teleobjektiv mit 300 mm Brennweite und einer Lichtstärke von f/1.9, das durch apochromatische (APO) Korrektur glänzen soll. Besonders bemerkenswert: Der neue Prototyp ist dafür gedacht, Mittelformat-Sensoren abzudecken, etwa Kameras wie die Fujifilm GFX100 II oder die Hasselblad X2D II.
Während viele 300-mm-Festbrennweiten, wie z. B. das Sony FE 300mm f/2.8 GM OSS, typischerweise bei f/2.8 beginnen, geht Light Lens Lab einen ganzen Belichtungswert weiter und verspricht eine optische Leistung, wie man sie sonst eher in Labor-Objektiven sieht.
Die Konstruktion soll manuell fokussiert sein; einen Autofokus erwartet man aktuell nicht. Auch Mounts, Preis und das genaue Veröffentlichungsdatum stehen noch nicht fest.
Einordnung und mögliche Einsatzbereiche
Ein Objektiv dieser Spezifikationen eröffnet spannende neue Möglichkeiten: Besonders in Bereichen wie Fine-Art-, Porträt-, Mode- oder Astrofotografie kann eine Kombination aus starkem Tele, großer Blende und APO-Glas Vorteile bringen. Schärfe, Bokeh und Farbreinheit könnten besonders herausragen.
Durch die geringe Schärfentiefe bei f/1.9 wird allerdings präzises Fokussieren nötig sein, idealerweise mit Stativ und guter Optik. Für Tier- oder Sportfotografie dürfte das manuelle Objektiv daher nicht geeignet sein. Größe, Gewicht und auch der Preis werden vermutlich in Benchmarks sichtbar machen, wie gut dieses Objektiv tatsächlich sein wird.
Wie spannend wäre für euch ein so extremes Spezialobjektiv – würdet ihr es eher als praktisches Werkzeug für bestimmte Projekte sehen oder als faszinierendes Sammlerstück ohne echten Alltagsnutzen?
via: Digitalcameraworld


So ein Objektiv wird mit Sicherheit nicht guenstig werden; und dann auch noch ein sehr begrenztes Einsatzgebiet. Wer sich sowas nur fuer die Vitrine kauft, ist dem noch zu helfen? Wenn ich mir eine Camera oder ein Objektiv kaufe, will ich das ganze auch benutzen. Ob eine Leica oder eine wegwerf Camera, egal, ich will sie benutzen. Wenn so ein Objektiv einen AF haette, und auch an KB oder APS-C Cameras benutzt werden koennte waere es interessant.
Warum müssen Sie pauschal Personen, die ein Objektiv für die Vitrine kaufen, abwerten? Nennen Sie doch einen Grund, warum sie das machen. Ich habe viele Objektive für die Vitrine gekauft. Was genau stört Sie daran?
Man kann ja ziemlich sicher davon ausgehen, dass es echt schwer sein wird, auch wenn AF und Stabilisator fehlen sollten. Das zwingt die Nutzer somit schon zum Stativ vermutlich. An Mittelformat ist es ja nur 230mm Brennweite, was aber dennoch schon ein echt großes Studio benötigt und für viel Abstand zum Modell sorgt. Zudem dürfte auf Portrait Abstand einfach viel zu wenig Tiefenschärfe gegeben sein. Also draußen also eher und eher der ganze Körper, was Distanzen von mehr als 10m erforderlich macht und vermutlich viel Geduld und Mitarbeit von Modell erfordert. Dann braucht man je nach Lichtsituationen viel Blitzpower, was HSS nicht leichter macht / Probleme mit der Blitzsynchronisation / verdammt große Filter erfordert. Der Look wird schon einzigartig sein, aber davor wird viel Einsatz verlangt.
Alternativ Astrofotografie mit Nachführung vielleicht… Aber die Nachführung muss dann auch erst einmal mit dem Gewicht zurecht kommen.
Ich sehe hier quasi keinen Sinn in dem Objektiv, wenn meine Vermutungen stimmen. Sobald man eh Abblenden sollte, ist braucht kann man ja eh auf ein leichteres und mit allem Komfort ausgestatteten Objektiv wieder zurückgreifen.
Also 10m sind schon arg übertrieben. Das GF 500/5.6 kommt auf eine Naheinstellgrenze von 2,75m. Beim GF 250/4 sind es 1,4m. Natürlich ist eine Naheinstellgrenze dazwischen oder sogar weniger reine Spekulation, aber niemand wäre so verrückt, ein Objektiv mit 10m auf den Markt zu werfen 😂. Das wäre kommerzieller Selbstmord…
Egal was so ein Produkt kostet, ein 1,9/300 wird bestimmt keiner der Händler auf Lager haben denn solche Spezialisten werden auf Bestellung gefertigt. Wer es beruflich braucht wird es erwerben. Persönlich sehe ich das Teil mit großem Interesse, allerdings ohne jegliche Kaufabsicht, benötige ich einfach nicht.
Also das Light Lab Lens 50/1.2 “1966” hatte 1.859€ gekostet 😉
Schon interessant. Aber ich hätte keine Verwendung dafür. Einfach zu groß und zu schwer.
Nikon hatte doch mal ein 2,0/300mm.
Macht so ein Objektiv Sinn, wenn man es mit dem elektronischen Verschluss verwenden muss? Nach meinem Gefühl nicht. Damit bleibt dann eigentlich nur Fujis GFX-Reihe, Hasselblad wäre außen vor, es sei denn, Light Lens Lab entwickelt auch noch einen Hasselblad-kompatiblen Zentralverschluss.
Also melde mich gerne an für einen Test des Objektivs – ganz neutral😉
Ich finds irgendwie gut, nur wäre noch interessant zu erfahren, was das Teil denn so wiegen soll?
3-4kg wäre doch mal ganz nett…