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Nikon dementiert Gerüchte zum Ende der F-Mount-Objektive

Wie lang hat die Spiegelreflex noch? Geht es nach Nikon, ist ihre Zeit noch nicht abgelaufen, auch wenn erneut entsprechende Gerüchte auftauchen.

F-Mount laut „Insider“ angeblich tot

Erst letzte Woche sorgte die Meldung für Aufsehen, Nikon habe die Fertigung von F-Bajonett-Kameras eingestellt (die ihr hoffentlich an anderer Stelle als bei uns mitbekommen habt; wenn nicht, auch nicht tragisch). Laut einer Quelle von Nikonrumors sei dies sogar von einem Insider bestätigt worden. Jetzt zeigt sich mal wieder: Selbst solche „Bestätigungen“ müssen im Endeffekt nichts bedeuten. Nikon dementiert diese Behauptung nun deutlich.

In einer Stellungnahme gegenüber PetaPixel teilte das Unternehmen mit: „Wir können keine Gerüchte kommentieren, die auf externen Websites geschrieben werden. Nikon setzt die Produktion, den Verkauf und den Service von F-Bajonett-Produkten fort.“

Klar wäre es möglich, dass Nikon einen baldigen Produktionsstopp einfach nicht kommunizieren möchte, doch es spricht einiges für die Firmenaussage. Sowohl der japanische als auch der US-amerikanische Nikon-Shop listen noch diverse DSLR-Modelle als verfügbar. Ähnliches gilt für F-Bajonett-Objektive. Es existiert weiterhin eine große Auswahl an erhältlichen Optiken, obwohl sehr alte Modelle als „discontinued“ geführt werden.

Laut Nikon steht die F-Bajonett-Unterstützung keinesfalls vor dem Aus. Dies passt zu typischem Verhalten des Unternehmens bei Systemumstiegen. Beim Wechsel zu spiegellosen Kameras vollzieht Nikon üblicherweise langsame Übergänge. Die Nikon F6 war sogar noch bis 2019 als Neuware erhältlich, stolze 15 Jahre nach Markteinführung.

Nicht das erste Mal für solche Gerüchte

Auch wenn der Trend klar in Richtung spiegellose Systeme geht, ist ein abruptes Ende der F-Bajonett-Ära nicht zu erwarten. Das passt einfach nicht zu Nikons Firmenphilosophie. Allerdings ist es auch nicht das erste Mal, dass wir irgendetwas in die Richtung zu Ohren bekommen: Schon Anfang 2023 kamen ähnliche Gerüchte zum Ende der Spiegelreflex auf, die Nikon innerhalb kürzester Zeit zurückwies.

Unbenommen bleibt in der ganzen Thematik aber natürlich, dass Spiegelreflexkameras gegenüber den spiegellosen Alternativen nur noch bedingt eine Rolle spielen. Neben Nikon gibt es nur noch wenige Hersteller, die diese Nische bedienen – unter anderem Ricoh, die dieses Jahr womöglich eine weitere Pentax-DSLR auf den Markt bringen wollen.

Beitragsbild: Chuttersnap

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Alfred Proksch

Wenn sich andere Hersteller in der DSLR Nische bewegen muss es doch noch einige „unverbesserliche“ optische Sucher Genießer geben.

Wer jetzt mit der Video Kacke in FOTO Kameras weniger einverstanden ist (Not Video ist immer implementiert) vielleicht noch sehr gute F-Mount-Objektive besitzt der ist z.B. mit einer Nikon D850 nach wie vor bestens bedient.

So lange etwas verkauft wird bleiben die Produkte im Programm – würde ich auch so machen.

Markus B.

Naja, Alfred. Produktion kostet auch Geld. Irgendwann wird man das einstellen müssen. Aber deswegen wird die D850 nicht schlechter. Und es lassen sich bald viele Schnäppchen machen.

hajo

Spiegel ist tot, F-Bajonett ist tot, trotz aller Dementi. (Canon hat sogar das M-Bajonett eingestampft, das neben dem R-Bajonett, für klein und leicht, noch Sinn gemacht hätte, um nicht zweigleisig zu fahren).

joe

Die haben noch Lagerbestände die sie los werden wollen/müssen, solange gibt es das noch. Ich denke auch das Spiegel „tot“ ist, aber nicht weil es zwingend schlechter, sondern weil es günstiger in der Konstruktion und Produktion ist.

N1USER

Vor allem Objektive sind „besser“ zu konstruieren, wie man aktuell auch am RF 10-20 sieht. Die für DSLR noch notwendige aufwändige optische Korrektur spart man sich zugunsten der elektronischen Korrektur einfach mal.

hajo

Ja, leider immer öfter selbst bei hochpreisigen Objektiven zu beobachten, elektronische Korrektur ersetzt optische Rechnung. Wenn ich manche RAWs minus Korrekturen anschaue, gruselig, meistens kommt der „Vignetierungstunnel“ zum Vorschein und Ränder und Ecken sehen auch sehr interessant aus.

N1USER

Trotz des RAW-Schocks ist das Endergebnis bei diesen Objektiven nach elektronischer Korrektur in der Regel durchaus fantastisch. Fragt sich natürlich, wie „echt“ ein Bild dann noch ist 😉 Nach meiner Beobachtung gewinnt man bei Superweitwinkelobjektiven von Canon durch die RAW-Entwicklung gegenüber dem JPG meist noch etwas an Weitwinkel. Der angegebene Brennweitenbereich entspricht aber schon bei JPG den angegebenen Werten, was man bei direktem Vergleich mit EF-Objektiven meiner Erfahrung nach gut nachprüfen kann.

Cat

Hauptvorteil ist doch:
Fast jede für SLR und Messsucher entworfene Objektivkonstruktion passt an die spiegelfreien Kameras!
und es gibt Millionen… gebrauchte Objektive.
und das Bajonett mit den geringsten Kompromissen heißt: Nikon Z

Markus B.

War das nicht zu erwarten? Nikon macht den gleichen Schritt, den Sony schon lange gemacht hat und den Canon aktuell ebenso vollzieht. Da die meisten Kunden mittelfristig auf DSLM umsteigen werden, sinken die Stückzahlen. Neuentwicklung macht keinen Sinn und auch die Weiterproduktion rechnet sich irgendwann aufgrund der sinkenden Stückzahlen nicht mehr. Man sollte berücksichtigen, dass noch genug Gebrauchtmaterial in diversen Lägern, Wohnzimmerschränken und Vitrinen liegt. Die Versorgung mit F-Objektiven ist doch auf Jahrzehnte gesichert. Also keine Panik;)

Alfred Proksch

Die Vorteile von Bajonetten und ähnlichem technischen Kram sind doch hinreichend bekannt – um solche Dinge geht es nicht. Für die Hersteller geht es um den erzielbaren Umsatz und um eine in jeder Beziehung „alten“ Nische – um Kundschaft die sich aus mehreren Gründen nicht umstellen möchte. Von dieser Klientel „wechselt“ keiner – weder zum Mitbewerber noch innerhalb eines Systems – egal ob es Adapter gibt – und schon gar nicht um durch einen „künstlichen“ EVF blicken zu sollen oder zu müssen.

Es gibt Kunden die wollen einfach durch einen optischen Sucher sehen – wenn es nicht anders geht dann eben durch den einer Fuji X100VI oder dem einer Leica M. Wer ganz sicher sein will nimmt ein Zukunft-sicheres DSLR System – nämlich das von Pentax.

Stefan Komarek

Kein Hersteller kündigt offiziell ein Produktende an. Beerdigt wird im engsten Familienkreis.

Der Wechsel von DSLR zu DSLM dauert. Bei Sony sind es bereits vierzehn Jahre. 2010 kamen die ersten Kameras mit E-Bajonett. 2016, sechs Jahre später, wurde die a99 II vorgestellt, die letzte Sony-DSLR. Auch heute noch bietet Sony.de vier A-Mount-Kameras und 32 A-Mount-Objektive auf seiner Website an.

Das Z-Bajonett kam 2018 und die letzte Nikon DSLR, D780, kam zwei Jahre später auf den Markt. In Nikons Dementi wurde nur gesagt, dass man weiterhin verkaufen und den Service garantieren wird. Von weiter entwickeln kam kein Wort.

Solange der Vorrat reicht bzw. man noch die nötigen Teile erhält und sich die Kosten in Grenzen halten, wird DSLR-Ware erhältlich sein.

christian

Totgeglaubte leben länger. Ein Blick auf die Verkaufsrangliste von Kameras beim grössten Schweizer Onlinehändler zeigt auf Platz 3 die DSLR Canon EOS 2000D. Auf Platz 1 und 2 sind übrigens Billig-Kompaktkameras von Kodak, also Kameras die ja seit 10 Jahren niemand mehr will weil alle das Smartphone nutzen, oder? Als Fotograf oder Fotonerd vergisst man oft über den Tellerrand zu schauen. Was tatsächlich gekauft wird entspricht nicht der Wahrnehmung von uns Fotofreaks.

JOKO

Zoom AF-S VR Nikkor 70-200mm/1:2,8 G
AF-S Nikkor 400 F2,8 D IF-ED II
O.a. Objektive an Nikon-Service Ddorf zum a) Überprüfen/Überholen, b) evtl. Linsenreinigung eingeschickt:
Antwort Zitat für 70_200er: „Die Reparatur des o.g. Geräts ist nicht möglich. Das erforderliche Ersatzteil (Motor) ist bedauerlicherweise nicht mehr lieferbar.“
Antwort Zitat (verkürzt) für 2,8/400: „minimale Abnutzung am F-mount; kann nicht ausgetauscht werden wegen fehlendem Ersatzteil“
Noch Fragen ? Wer’s jetzt noch nicht begriffen hat … !
Also, wie im politischen mainstream: Nicken und Mitmachen!

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