Fujifilm hat auf der CP+ 2026 strategische Pläne für seine Kamerasparte vorgestellt und dabei unter anderem die Weiterführung der X-Pro-Serie bestätigt.
Das französische Fachmagazin Phototrend hat im Rahmen der japanischen Kamera-Messe mit Vertretern von Fujifilm über die Ausrichtung der Imaging-Sparte gesprochen. Jun Watanabe (Produktplanung X-Serie), Makoto Oishi (Produktplanung GFX) und Marketing-Verantwortlicher Shugo Kiryu gaben Einblicke in kommende Produkte und Technologien.
Die Grundlage stimmt: In den ersten neun Monaten 2025 wuchs der Umsatz der Imaging-Sparte um rund 14 Prozent, das operative Ergebnis stieg um knapp 18 Prozent. Kiryu führte das auf den Erfolg bei Digitalkameras und Instax zurück, insbesondere bei jungen Nutzern.
X-Pro: Nicht eingestellt, aber auch kein Zeitplan
Watanabe bestätigte erneut, dass die X-Pro-Serie weiterlebt. “Wir haben die X-Pro-Serie nicht aufgegeben. Ich denke, es ist eine Serie, an die unsere Fans hohe Erwartungen haben.” Einen konkreten Zeitplan nannte er aber nicht. Das letzte Modell, die X-Pro3, erschien 2019. Wie sich ein künftiges Modell von der X-E5 unterscheiden würde, ließ er offen.
Die X half verkauft sich laut Kiryu vor allem in Asien gut, in Europa schwächer, aber auch hier “nicht schlecht”. Der Preis wurde seit dem Interview in Frankreich auf 649 Euro gesenkt. Watanabe deutete an, dass der 1-Zoll-Sensor nicht auf die X half beschränkt bleiben muss: “Wir sehen erhebliches Potenzial für zukünftige Produkte mit dieser Sensorgröße.” Er räumte aber ein, dass die Positionierung zwischen APS-C und Smartphones mit teils ebenfalls 1 Zoll großen Sensoren schwierig sei.

Pancake-Objektive und Objektiv-Strategie
Neben dem 27mm f/2.8 und dem neuen 23mm f/2.8 denkt Fujifilm über weitere Pancake-Modelle nach. “Ich denke, dass für ein kompaktes Format eine kürzere Brennweite besser geeignet ist. Es gibt Potenzial für ein neues Objektiv im Weitwinkelbereich”, so Watanabe. Generell wolle man stets ein neues Objektiv parallel zu einer Neuauflage veröffentlichen, wobei bei Mark-II-Versionen Kompaktheit und Leistung gleichberechtigt im Fokus stehen.
Die GFX Eterna 55 werde bereits in Produktionen eingesetzt, darunter die japanische Langzeit-Serie “Aibou: Tokyo Detective Duo”. Die meistgewünschte Funktion sei eine Fernsteuerung, ein Firmware-Update zur Latenzreduzierung über SDI und HDMI sei bereits angekündigt. Die GFX 100RF bezeichnete Kiryu als kommerziellen Erfolg, der viele Neukunden ins GFX-System gebracht habe.

Filmsimulationen: Bald mehr als JPEG?
Die vielleicht spannendste Aussage betrifft die Filmsimulationen. Oishi sieht zwei Entwicklungsrichtungen: neue Simulationen und die technische Überarbeitung bestehender Profile. Auf die Frage, ob Filmsimulationen auf JPEG beschränkt bleiben, sagte er: “Die Filmsimulation wird derzeit nur auf JPEG angewendet. Aber ich denke, das könnte sich in Zukunft ändern.” Zudem seien Updates bestehender Profile denkbar, etwa um Classic Chrome mit neuerer Technik näher an die ursprüngliche kreative Vision zu bringen.
Beim Thema KI zeigte sich Oishi offen, aber vorsichtig. Fotografie müsse Fotografie bleiben, man engagiere sich bei C2PA und CAI für die Authentifizierung von Bildern. Zur sechsten Sensor- und Prozessorgeneration blieb Watanabe knapp: Bildqualität, Autofokus und Videoleistung seien die zentralen Entwicklungsziele.


Für mich klingt das erstmal gut. Auf neue / aktualisierte Filmsimulationen bin ich gespannt. Die X-Pro-Reihe hat mich nie so interessiert. Ich nutze die X100VI und die X-E5. Für mich sind das grandiose Kameras.